u und v im Mittelalter

Von: , Frage gestellt am So, 12. Okt 2003

Hallo,

wieso gibt es so viele unterschiedliche Schreibweisen für die
Merseburger Zaubersprüche? Warum steht da einmal u und einmal v?
Subway to Sally benutzt ja auch ein v statt u im Bandlogo. Woher
kommt das? Gab es damals nur einen Buchstaben für u und v? Welche
Schreibweise kommt dem Orginal(Zaubersprüche) am nächsten?

... insprinc haptbandum, inuar uîgandun!
... insprinc haptbandum, invar vigandun!

Gruss Jan

4 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 47 Minuten 0 hilfreich
    Re: u und v im Mittelalter

    Hallo, Jan, Gab es damals nur einen Buchstaben für u und v?
    Genau so ist es. Und zwar konnte in verschiedenen Schriftformen das u für v (gesprochen f) stehen und v für u (gesprochen uh) stehen. "w" wurde in älteren Schriften vv geschrieben oder auch uu.

    Im Englischen erinnert das Wort "double-U" für W noch daran.

    Bei Luther in den Erstdrucken findest du stets v für u.

    Die Merseburger Sprüche haben u:

    Eiris sazun idisi, sazun hera, duoder.

    und

    Phol ende uuodan uuorun zi holza.


    Gruß Fritz

  2. Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
    Re: u und v im Mittelalter

    Hallo!

    Das Ganze kommt vom Latein bzw. den Römern.
    Die hatten für beides nur ein Zeichen, nämlich V.
    Läßt sich besser in Stein meißeln als U.

    Lieber Gruß,

    Marcus

    • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
      Re^2: u und v im Mittelalter

      Hallo Marcus!

      Ich gebe dir ja durchaus recht (zumindest weiss ich es nicht besser), aber die Begründung ist mir doch etwas suspekt: B, C, D, G, O, P, Q, R, S wurden nämlich durchaus so geschrieben wie auch heute noch. Die sich anbietende Vereinfachungen (D = auf einer Spitze stehendes Dreieck, B = das Ganze zweimal übereinander, O = Raute usw.) findet man nur sehr selten bei Inschriften, das V für U hingegen auch dort, wo obige Buchstaben "richtig" geschrieben werden.

      Gruss,
      TheBeast [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

      • Antwort von nach 2 Tagen 1 hilfreich
        Re^3: u und v im Mittelalter

        Hallo, Beast und Blauschatten!

        Blauschattens Argument zieht nicht, da im frühen hohen und späten Mittelalter Schriften gebraucht wurden, die u schrieben, andere aber die v schrieben und beide Zeichen waren austauschbar.

        Die "Römische Kapitale" hatte "V"; die "Unzialschrift" hatte "U"; die "Karolingische Minuskel" hatte "U"; die "Gotische Buchschrift" wieder "V".

        Man schrieb: und / vnd oder uolk / volk.

        Das klassische Latein als Schriftform hatte also keine Bedeutung mehr.

        Gruß Fritz

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