Wissenschaftliche
Erhebungen/Untersuchungen sind mir leider
zu hoch,
Eine schlechte Wissenschaft, die unverständlich ist!
deshalb habe ich meine
„Halbbildung“ lediglich durch’s Lesen
„historischer“ Romane erworben (GRINS),
auf deren Klappentext natürlich stets zu
lesen ist, wie absolut genau der Autor
selbstverständlich recherchiert hat…
Die Ironie ist durchaus berechtigt. Ich erinnere nur an die angebliche (in Wirklichkeit nicht existierende) Päpstin Johanna.
Nun denn, jetzt bin ich unglaublich
überrascht, erfahren zu müssen, daß
vieles, was man mit dem Mittelalter in
Verbindung bringt, […] einfach
erfunden ist.
Genauso wie übrigens die Hexenverfolgung schwerpunktmäßig in der frühen Neuzeit stattfand.
WIRKLICH??? Und warum weiß das keiner???
Weil es geschichtsmächtigere Dinge gibt als die Wahrheit. Außerdem wurden diese Dinge ja von durchaus seriösen, verdienstvollen Historikern in die Welt gesetzt.
Ein nettes Buch zu diesem Thema von Gerhard Prause: „Niemand hat Kolumbus ausgelacht. Populäre Irrtümer der Geschichte richtiggestellt“. Sehr unterhaltsam. Und wahr.
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Vielleicht kann mich hier mal jemand
aufklären und mir auch einen Tip geben,
wo und wie ich mich den „laiengerecht“,
d.h. möglichst nicht fachsprachlich, über
das „wahre“ Mittelalter informieren kann.
Von Hans-Werner Goetz: „Leben im Mittelalter vom 7. bis zum 13. Jahrhundert“
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Und zwei „Klassiker“ von Horst Fuhrmann, der zwar Professor ist, aber sehr schön erzählen kann:
„Überall ist Mittelalter. Von der Gegenwart einer vergangenen Zeit“
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„Einladung ins Mittelalter“
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War es vielleicht gar nicht „finster“ (in
welchem Zusammenhang ist das Wort
„Finster“ eigentlich gemeint)?
Durchaus abwertend. Die aufgeklärte Neuzeit erhebt sich über das vorangegangene Zeitalter, in dem es angeblich keine Freiheit, kein Recht, keinen Fortschritt gegeben habe.
Interessanterweise endet für viele Menschen des 19. Jahrhunderts das Mittelalter erst im 17. Jahrhundert.
Wurde
vielleicht überhaupt nicht „gefoltert“?
Vielleicht wurden ja auch keine Hexen
verbrannt…
Zu den Hexen: siehe oben. Ein Phänomen des Zeitalters der Aufklärung! Die Menschen kommen mit dem Umsturz der alten Welt nicht zurecht und suchen sich Sündenböcke.
Zur Folter: doch, es wurde gefoltert. Das lag daran, dass man für eine Verurteilung ein Geständnis brauchte. Erst die Inquisition (wörtlich: „Befragung“) führte den Indizienprozess ein, der bei allem Mangel (Richter und Ankläger waren z.B. eine Person) einen wichtigen Fortschritt auf dem Weg zum Rechtsstaat darstellte.
Die übelste Strafe des Mittelalters (weil viel häufiger benutzt) war aber das „anprangern“.
Ich hoffe, das hilft Dir erstmal.
Andreas