Hallo Herbert,
die Araber (insbesondere die Bedu, Nomaden) waren vor Mohammed vorwiegend Polytheisten mit verschiedenen Stammesreligionen ('Götzendiener'). Bei den Sesshaften (Hadar) war die Situation komplizierter. Allah (al-Ilahi) war ursprünglich eine (vermutlich einheimische) Mond- und Kriegsgottheit und wurde in Mekka neben den Göttinen al-Lat, Manat und al-Uzza verehrt - sicher gab es auch noch andere, unbedeutendere Götter und Göttinnnen. Der Kult der drei Göttinnen war im Hedschas (westl. Arabien) recht weit verbreitet, er stammte vermutlich ursprünglich aus Hatra (im heutigen Irak) oder der Oase Palmyra.
Wie die Verfassung von Medina (http://www.ansary.de/Islam/ChartaMedina.html) belegt, war ein nicht unerheblicher Teil der in und um Yathrib / Medina ansässigen Stämme Juden. Jüdische Araber (und natürlich auch aus Palästina eingewanderte Juden) lebten in allen grösseren arabischen Siedlungen des Hedschas. Für den Jemen ist ebenfalls bereits zu Zeiten Mohammeds ein größerer Anteil Juden belegt. Außerdem gab es sicherlich Christen (wohl vorwiegend Nestorianer) in größerer Zahl sowie Parsen (Anhänger Zarathustras).
Die 22. Sure (Vers 18) nennt neben den 'Götzendienern' Madschus ('Magier', also Parsen), Christen und Juden sowie 'Sabäer'. Die Bezeichnung 'Sabäer' wiederum wurde zumindest in späterer Zeit auf zwei Gruppen angewandt: einen syrischen Sternenkult und auf die Mandäer, eine noch heute im südlichen Irak existierende synkretistische, monotheistische Religion. Welche dieser Gruppen in Sure 22 gemeint war, ist unklar. Man kann davon ausgehen, dass alle die genannten Gruppen in nennenswerter Anzahl im arabischen Raume vertreten waren.
Freundliche Grüße,
Ralf