Re: Altbretonische Schrift
Demat dit, Simsy!
Die bretonische Migration erfolgte vermutlich in zwei größeren Wellen um 500 und um 600 n.Chr. Danach setzte eine Entwicklung des Britischen zu einer eigenständigen Sprache ein, dem Altbretonischen. Nach einer anderen (sehr umstrittenen) Theorie spielte bei der Herausbildung des Altbretonischen das Gallische eine bestimmende Rolle, das vor allem im Bro Gwened (Vannetais) noch Umgangssprache gewesen sein soll. Dies liefert zwar eine plausible Erklärung für die starken Unterschiede zwischen dem Dialekt des Vannetais und der sog. KLT-Gruppe (Cornouaillais, Trégorois, Léonard, Gouélou), lässt sich jedoch nicht belegen. Überdies sind die Charakteristika des Inselkeltischen im Bretonischen und die Verwandtschaft mit dem Kornischen sehr deutlich.
Ab der Jahrtausendwende spricht man dann vom Mittelbretonischen, das im Gegensatz zum Altbretonischen vor allem durch Heiligenviten sehr gut belegt ist. Die zeitliche Einordnung (frühes) Mittelalter ist also völlig korrekt. Der Verweis auf Runen ist abwegig; 'keltische Runen' gehören wohl auch eher in den Bereich Esoterik (sorry Rolf).
Das älteste überlieferte Dokument in altbretonisch ist das sog. Leydener Manuskript um 590 n.Chr. Mit Minuskel/Majuskel/Unzialen oder anderen frühmittelalterlichen Schrifttypen kenne ich mich nicht aus, aber vielleicht kann jemand anderes die Schrift hier zuordnen: http://www.gwalarn.org/brezhoneg/istor/leyde.html
Kenavo ha devezh mat,
Ralf