Hallo, Conrad!
Weil ich denke, dass es viele hier in diesem Brett interessiert, schreibe ich auf, was in in meinen "Schiffstypen" zu Deinen Hinweisen gefunden habe.
Auf einer Landkarte aus der Mitte des 13. Jahrhunderts habe
ich drei Zeichnungen des englischen Typs "Kiel" oder "Nef"
gefunden.
Diese Schiffe dienten als Transportschiffe ins "Gelobte Land".
Sehen aus wie Wikingerboote mit dem typischen Rahsegel.
"Nef: allg. frz. Bezeichnung für "Schiff", speziell für ein einmastiges Frachtschiff, das sich vom 11. bis zum 16.Jhdt. in verschiedenen Entwicklungsstufen wandelte. Als Nef wurden an der westfranzösischen Küste vom 11. bis 13. Jh. koggenähnliche Schiffe bezeichnet, die sich als Mischtyp aus Normannenschiffen und völligeren Schiffstypen romanischer Länder entwickelten. ... Obwohl, zeitlich u. örtlich bedingt, Unterschiede auftraten, war das Nef nach jahrhudertealter Gepflogenheit ein auf Kiel in Klinkerbauweise breit u. bauchig gebautes Schiff. Gegenüber der nordischen Kogge waren stärker gerundete Stevenformen üblich. Der oberste Plankengang verlief über den größten Teil der Schiffslänge fast ohne Sprung, stieg aber an den Schiffsenden zu den Steven steil empor. Nach dem 11. Jh. bekam das Nef vorn u. hinten größere balklengerüstartige Aufbauten (Kastelle), die im Lauf der Zeit beplankt u. in den Schiffskörperverband einbezogen wurden. Das einmastige Schiff fuhr mit einem Rahsegel, zu Ende des 13. Jh. kam ein Bugspriet hinzu. Nach dem Beispiel der Kogge wurden die ursprünglich vorhandenen ein oder zwei Seitenruder durch das Heckruder ersetzt."
Es geht noch weiter, aber das wäre zuviel. Über das Keel gibt es ebenfalls einen größeren Beitrag, er fuhr auf den Flüssen Nordenglands hauptsächlich Kohle.
Ein Relief auf einem Taufstein in Winchester zeigt eine
"Holk". Mit Hecksteuerruder. Sonst wieder ähnlich dem
Wikingerboot.
Mit Betonung auf "ähnlich". Und selbst Wikingerboot war nicht gleich Wikingerboot, da gab es Schnigge, Skeidh, Drakkare... ;-)
Wünsche ein gutes neues Jahr!
Eva