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'Fabelwesen des Meeres'
Ich kann empfehlen:
Sonnfried Streicher
Fabelwesen des Meeres
VEB Hinstorff Verlag, Rostock 1984
mit Dutzenden Abbildungen (Holzschnitten, Kupferstichen, Votivtafeln) von Seeschlangen, menschenähnlichen Meermonstern, künstlich angefertigten Ungeheuern, Rochen (die getrocknet und entsprechend zurechtgeschnitten beliebtes "Ausgangsmaterial" für "Drachen" und "Basilisken" waren), Einhörnern, Walen, Kraken ...
Dazu (allerdings in Fraktur geschriebene) Texte aus dem "Buch der Natur" des Konrad von Megenberg (geschr. 1349-1356) und dem "Fischbuch" von Konrad Geßner, 1575. Dabei bietet Geßner ein Gemisch aus purem Unsinn und wissenschaftlichen Erkenntnissen, die seiner Zeit um 150 Jahre voraus waren. Z.B. schreibt Geßner über einen Wal (Orthographie modernisiert):
Solcher Fischen einer ist gefangen worden des 1545er Jahrs zu Greifswald ... [Sie] sollen ein mächtig feist Fleisch haben eines unlieblichen Geschmacks. Etliche schreiben, er habe einen Zumpel so dick als eines großen Mannes Schenkel; haben sonst ... ihre natürlichen Glieder dem Menschen ganz gleich, empfangen und gebären lebendige Frucht ohne Eier; haben Milch, der Farbe schwarzgrün; Dutten, als hierfür gehörend; item [auch] auf ihrer Stirnen Löcher, durch welche sie die Luft ziehen zu den Lungen ...
Angeblich hat der englische Biologe Ray im Jahre 1693 die Wal"fische" erstmals zu den Säugetieren gerechnet; dabei beschreibt Geßner die Wale ganz eindeutig als Säuger. Aber gleich danach geht es weiter mit Mumpitz über "Grabwale" und "Schweinswale" "habend eine greulich Natur, bäumet sich hoch aus dem Wasser, daß er über den Mastbaum aus reichet, spritzet das versammelt Wasser durch Röhren in seinem Kopf heraus in die Schiff, das sie oft untergedrucket werden oder sonst den Schiffsleuten große Gefahr und Schaden widerfahret..."
Django64