diese ganze Diskussion hat mich doch sehr neugierig gemacht, da ich Parzival in der Schule aus (hoffentlich) verständlichen Gründen nicht sonderlich verfolgte. Die Story, die ich so aus Euren Erzählungen mir zusammenreime und die, die ich aus verschiedenen Gralsfilmen kenne, unterscheidet sich derart, daß ich den Parzival lesen möchte.
Auf den Text von Django (nebenbei bemerkt: unglaublich, was Django alles weiß!!!) habe ich folgende Frage: Gibt es ein heute noch erhältliches Buch von Eschenbachs Parzival - und das am Besten in modernisierter Sprache ?
Das „Original“ von Reclam verstehe ich leider nur mühsam und würde es daher gerne „flüssiger“ lesen.
Gibt es ein
heute noch erhältliches Buch von Eschenbachs Parzival - und
das am Besten in modernisierter Sprache ?
Lieber Herr Kaufmann,
eine Prosaübersetzung aus dem Mittelhochdeutschen von Peter Knecht gibt es beim Eichborn Verlag:
Wolfram von Eschenbach, Parzival; ISBN 3-8218-4431-0 Buch anschauen .
Dies ist meiner Ansicht nach eine gelungene modernisierte Fassung und dazuhin ein optisch und haptisch schönes Buch.
Einen Schritt weiter ging der Schweizer Adolf Muschg, Der rote Ritter, Eine Geschichte von Parzival; ISBN 3-518-40513-6 Buch anschauen.
Dieses Buch ist eine freie Nacherzählung, die die Geschichte nicht verändert, aber durch historische, psychologische und literarische Erfahrungen seit Wolfram ergänzt.
In ähnlicher Weise hat T.H. White in seiner Fassung vom „König auf Camelot“ die Artusgeschichten ergänzt.
In ähnlicher Weise hat T.H. White in seiner Fassung vom „König
auf Camelot“ die Artusgeschichten ergänzt.
Da ich gerade sowieso gerade auf der Suche nach neuem Lesestoff bin, springe ich sozusagen auch auf diesen Zug mit auf. Bei der Recherche nach den entsprechenden Büchern ist mir bei Amazon ein Buch aufgefallen, das angeblich das sechste Band ist und „Das Buch Merlin“ heißt (ISBN: 3608875255 Buch anschauen).
Dabei gibt es vom Autor White noch eine ganze Reihe weiterer Camelot-Bücher, davon scheinbar ein kombiniertes Werk 1/2 und dann noch einzelne Werke. Die Seitenzahlen passen da aber irgendwie nicht zusammen.
Lange Rede, kurzer Sinn: Welches wären die entsprechenden Bücher ?
Und wenn „Das Buch Merlin“ in der Tat der sechste Band ist, wie heißen dann die Bände 1 bis 5 ?
mit T.H. Whites Artuszyklus verhält es sich so.
Er schrieb „Der König auf Camelot“ in vier Büchern:
Buch, Das Schwert im Stein
Buch, Die Königin von Luft und Dunkelheit
Buch, Der missratene Ritter
Die Kerze im Wind
Die Erfahrung der faschistischen Regime in Europa, vor allem Hitlerdeutschlands veranlasste ihn dazu ein fünftes Buch „Das Buch Merlin“ zu schreiben, worin er auf den Unterschied zwischen demokratischen, totalitären und kapitalistischen Gesellschaftformen eingeht. Merlin und einige Tiere diskutieren heftig im Beisein König Artus´ darüber. Dieses selbst erlebt da zum Beispiel als Ameise eine hierarchisch-totalitäre Gesellschaft und als Wildgans das Leben als gleichberechtigtes Mitglied einer freien Gesellschaft.
Die ersten vier Bücher sind in einer wunderhübschen Ausgabe in zwei Bänden bei Hobbit Presse Klett-Cotta erschienen (ISBN 3-608-95076-1 Buch anschauen und ISBN 3-608-95151-2 Buch anschauen). Eine feine, durch ein Nachwort von Fredrerik Hetmann sinnvoll ergänzte Ausgabe vom „Buch Merlin“ gibt es bei Knaur ISBN 3-426-01032-1 Buch anschauen.
Die Angabe „fünf Bände und sechter Band“ bei Amazon - wird das wirklich so angeboten? - sind zumindest missverständlich, wenn nicht gar falsch. Dort werden wohl die Begriffe „Buch“ und „Band“ durcheinander gebracht.
Ich habe erst über die letzten Weihnachtstage das „Buch Merlin“ zum wiederholten Male mit Genuss und Gewinn wiedergelesen.
diese ganze Diskussion hat mich doch sehr neugierig gemacht,
da ich Parzival in der Schule aus (hoffentlich) verständlichen
Gründen nicht sonderlich verfolgte. Die Story, die ich so aus
Euren Erzählungen mir zusammenreime und die, die ich aus
verschiedenen Gralsfilmen kenne, unterscheidet sich derart,
daß ich den Parzival lesen möchte.
Auf den Text von Django (nebenbei bemerkt: unglaublich, was
Django alles weiß!!!) habe ich folgende Frage: Gibt es ein
heute noch erhältliches Buch von Eschenbachs Parzival - und
das am Besten in modernisierter Sprache ?
Hallo Michael!
Die schon empfohlene Knecht-Ausgabe kann ich Dir waermstens empfehlen: Die fand sogar meine sehr strenge Mittelhochdeutsch-Professorin richtig gut! Und das will 'was heissen…
Das „Original“ von Reclam verstehe ich leider nur mühsam und
würde es daher gerne „flüssiger“ lesen.
Zur Reclam-Ausgabe folgendes: Spiewok hat die Uebersetzung - so hoerte ich es - wohl eigentlich fuer seinen privaten Gebrauch angefertigt, nicht um das als Uebersetzung auch wirklich zu verkaufen. Leider hat er dann das Angebot von Reclam angenommen und seine Uebersetzung - die stellenweise sinnentstellend und manchmal einfach falsch ist - nicht nocheinmal ordentlich ueberarbeitet.
Ich nehme mal an, dass Du des Mittelhochdeutschen nicht maechtig bist? Sonst waere ein weiterer Tip, dass Du das mhdt. Original nimmst und dazu den zwar ziemlich alten aber hervorragenden Kommentar von Martin (von vor 1903, gibts aber in jeder gut sortierten germanistischen Bibliothek). Ich persoenlich arbeite sehr gern mit der Parzival-Ausgabe von Karl Bartsch (4. Ausgabe von 1935), die hat hervorragende Stellenkommentare. Allerdings ist es eben auch keine komplette Uebersetzung (und darum ging es Dir ja wohl eigentlich, oder?).
Aber vielleicht laesst sich ja der eine oder andere Student der aelteren dt. Literatur verfuehren, das Mittelhochdeutsche mit Hilfe der Kommentare zu lesen - Uebersetzungen nehmen ja dem Original auch immer ein bisschen den Charme (der bei Knecht uebrigens weitestgehend erhalten bleibt!!)
Einen Schritt weiter ging der Schweizer Adolf Muschg, Der rote
Ritter, Eine Geschichte von Parzival; ISBN 3-518-40513-6 Buch anschauen.
Dieses Buch ist eine freie Nacherzählung, die die Geschichte
nicht verändert, aber durch historische, psychologische und
literarische Erfahrungen seit Wolfram ergänzt.
Eben blättere ich das neue Bestellheftchen von 2001 durch.
Bei denen gibt es jetzt den „Roten Ritter“ statt für 58,- DM für nur 20,- DM.