Erblich Berufssoldat auf eigene Kosten sein
Welche Aufgaben hatten diese zu erfüllen, welche Pflchten zu erledigen, was galt als RITTERhaft?
Unter Bedingungen der Naturalwirtschaft wie im Mittelalter eine einigermaßen leistungsfähige Armee aufzustellen ist sehr schwer. Die "mittelalterliche" Lösung war: Es gibt einen Stand von Berufssoldaten, genannt Ritter, weil sie zu Pferde kämpfen. Anfangs konnte jeder, der die körperlichen Voraussetzungen mitbrachte, Ritter werden, spätestens seit dem 12. Jh. waren nur noch Söhne von Rittern "tauglich". Der Ritter erhielt ein Stück Land mit Bauern drauf, später "Rittergut" genannt; aus diesem Gut bezog er Einnahmen, ohne arbeiten zu müssen, und war im Gegenzug verpflichtet, auf entsprechenden Befehl AUF EIGENE KOSTEN Kriegsdienst zu leisten. Eigene Kosten hieß nicht nur, daß er seine eigenen Waffen haben mußte, sondern auch, daß er sich selbst die Hilfskräfte (Knappen, Schützen ...) und sogar die Verpflegung für den Feldzug mitbringen mußte.
Es mag im hohen Mittelalter vielleicht 15.000 Ritter in Deutschland gegeben haben. Ein Heer von 6.000 Rittern galt schon als enorm groß. Der Kreuzritterorden hatte in seinen besten Zeiten 600 Vollmitglieder.
Ein solcher, relativ kleiner und in sich abgeschlossener Kreis von erblichen Berufskriegern schafft sich selbst einen Katalog von Verhaltensvorschriften. Der Ritter hatte fromm zu sein, d.h. die Messe zu hören; er sollte gegenüber seinesgleichen nicht allzu hart sein ("Ritterlichkeit" galt immer nur gegenüber anderen Rittern) und noch einiges andere. (Der Vergleich zu dem "bushido"-Kodex der japanischen Samurai ist interessant: Die Samurai mußten ihrem Herrn bedingungslos gehorsam sein, während im europäischen Mittelalter nicht nur Fürsten, sondern sogar einfache Ritter Befehle des Kaisers mißachten; bei den Samurai findet sich nicht die Spur eines Gedankens an Nachsicht, Vergebung, Milde; ein Ritter strebte danach, einen anderen Ritter lieber gefangenzunehmen als zu töten, während für einen Samurai ein Kriegsgefangener kein Mensch mehr war)
Das Raubrittertum zeigte sich schon im 11. Jh. als eine Art Ritterproletariat; jüngere Söhne von Rittern, die das Rittergut nicht erbten, bereiteten Schwierigkeiten, weil es eben nicht mehr Ritter geben konnte, als es Güter gab. Mit der Agrarkrise in 14. Jh., als der landwirtschaftliche Ertrag zurückging, wurde es besonders schlimm.
Zur selben Zeit beginnt wieder die Geldwirtschaft; es treten Soldritter ohne Gut auf, die von den "eingesessenen" Rittern nicht als ihresgleichen angesehen wurden. Ritter nehmen Güter in Städten usw., aber das wäre ein abendfüllendes Programm.
Soweit in Kürze
- Django -