Re: Rätsel im Mittelalter
Na denn wolln mer mal:
http://radbruch.jura.uni-mainz.de/~roth/raetsel.htm
Erklärung und Auflistung einiger Bliderrätsel des Sachsenspiegels
http://www.mediae.uni-essen.de/framu/gk/raetsel/keuz...
Zum Zähneausbeißen (wenn auch nicht ganz Deine Frage): Mittelhochdeutsche Kreutworträtsel
Mittelalterliche Rätsel fanden sich vor allem in den lateinischen Fragebüchlein:
[ZITAT]"Rätsel
Das Rätsel ist eine Denkaufgabe in Form einer bildhaftkonkreten Umschreibung eines Gegenstandes, eines Sachverhaltes, einer Person u.a., die es zu erraten gilt. Dies ist eine der frühesten Formen literarischer Gestaltung, die in fast allen Kulturkreisen zu finden ist. Die älteste Überlieferung stammt aus dem Orient um 1000 v. Chr. und ist das Sanskriträtsel des "Rigweda". Dies beeinflusste im weiteren Verlauf die gesamte abendländische Rätselüberlieferung. Rätsel lassen sich zunächst in arabischer, hebräischer und griechischer Literatur finden, vor allem im Zusammenhang mit Sagen und Mythen. Im 4./5. Jahrhundert erschien eine Rätselsammlung des Römers Symphosius, in dem Rätsel in jeweils drei Hexameter-Zeilen in Ich-Form verfasst waren. Beliebte Motive sind Schlüssel, Siegelring, Würfel, Spiegel, Schiff, Anker, Brücke, kleine Tiere wie Maus, Kröte, Ameise, Spinne und Naturereignisse wie Nebel, Regen, Schnee, etc. Diese Sammlung nahm Einfluss bis in die Zeit des Humanismus. Im 7./8. Jahrhundert erschienen anglo-lateinische Rätsel von Aldhelm von Malmesbury und Tatwine von Canterbury, die religiöse Themen sowie Tugend und Laster behandelten. Im Mittelalter stellten lateinische "Fragebüchlein" Fragen nach dem Alten Testament, z.B.: "Qui est mortuos et non est natus? -Adam" (8.Jhd.) "Ubi clamavit asinus quod totus mundus audivit? -In archa Noe." (12.Jhd.)
Im 13./14. Jahrhundert wendeten sich bürgerliche Spruchdichter wie z.B. Reinmar von Zweter den Rätseln zu und gaben ihnen in ihrer Themenwahl sozialethischen Anspruch. Im Humanismus wurden dank der Erfindung des Buchdrucks billige Rätselhefte gedruckt. Im "Strassburger Rätselbuch" um 1500 erschienen 336 Rätsel und Scherzfragen des Alltags. So erfuhren die Rätsel eine weitere Verbreitung. Ausserdem wurden Rätsel ein Element des Schulunterrichts. 1599 erschien die "Aenigmatographia" von Nikolas Reusner, die lateinische und deutsche Rätsel aus Literatur und Volksmund enthielt, z.B.: "Was ist das für ein Ding / Einer ders sihet / der begerts nicht / Und ders macht / bedarfs nicht / Und ders macht / bedarfs nicht / Und ders darff und braucht / weiss es nicht." (Lösung: ein Sarg).
In der Zeit der Romantik wurden weltweit Volksrätsel gesammelt und aufgeschrieben, im deutschsprachigen Raum u.a. von Johann Gottfried Herder und Josef von Görres. Im 18./19. Jahrhundert erf„hrt das Rätsel als literarische Kunstform in Vers und Prosa in stilistisch ausgefeilterer und inhaltlich abstrakterer Form seine Blütezeit durch Clemens Brentano, Wilhelm Hauff, Arthur Schopenhauer und Johann Peter Hebel sowie auch Friedrich Schiller in seinem Werk "Parabeln und Rätsel". Ausserdem sind in der Grimmschen Märchen- sammlung "Kinder- und Hausmärchen" seitdem zahlreiche sog. Rätselerzählungen zu finden, in denen ein Rätsel und dessen Lösung den Höhepunkt der Handlung bedeuten und das Schicksal des Helden manifestieren." [Zitat Ende]
Gefunden hier: http://buerger.metropolis.de/armerpoet/formen.html
Und noch mehr zu lesen hier:
http://www.michaela-schwegler.de/Raetsel/Raetsel.html
Und ein Buchtip:
Tomas Tomasek, Das deutsche Rätsel im Mittelalter, Tübingen 1994
ISBN 3484150696 [Buch anschauen]
So... das war vielleicht nicht sehr ergiebig, bringt Dich aber hoffentlich schon ein kleines bißchen weiter.
Liebe Grüße, Nike