John entwhistle ist tot :-((

die moderntalking-generation und was dann danach sonst noch so verbrochen wurde, werden ihn nicht kennen: j.e. war der bassist von THE WHO - wer anfang der 60er jahre seine eltern ueberzeugt hatte, dass die beatles und die stones wirklich gute musik machten - bei den who war das schwer, denn die musik war hart, laut und viele texte leicht boese, und bei pete townsend ging bei fast jedem konzert eine gitarre zu bruch…

die „beliebtheit“ von THE WHO spiegelt sich im folgenden pressebericht von 1970 anlaesslich der tommy-tournee wieder ( die welt 30.1.1970 ) :


Lärmorgien auf der Bühne
Berlin, 29. Januar - In nichts unterschied sich das Gastspiel der Beat-Gruppe „The Who“ mit ihrer Rockoper „Thommy“ zu nachmitternächtlicher Stunde im Theater des Westens von ihrem Auftritt in der Hamburgischen Staatsoper, über den Werner Burkhardt gestern berichtete. Sogar das Publikum - gutwillig, heiter, gelassen - schien in Hamburg und Berlin das gleiche: es schwelgte im modischen Verkommenheits-Look von hoher Phantastik, aber benahm sich brav wie zur Tanzstunde.

Nur, leider, getanzt wurde natürlich nicht. Still hörte man den vier Musikern zu. Viel anderes blieb allerdings auch nicht übrig. Gegen die Lärmorgien auf der Bühne war im Theater kein Kraut gewachsen - auch nicht das der Begeisterung.

Die Gruppe spielte, als gälte es nicht, Musik über eine schlichte Rampe zu bringen, sondern mit ihr eine imaginäre Maginot-Linie zu erstürmen. Was die Wasserwerfer für die Polizei sind, ist für die „Who“ die Batterie der Verstärker. Man duckt dich vor ihnen, man kuscht. Trocken geht es jedenfalls auch beim Auftritt der „Who“ nicht zu. Ihre musikalische Verve, ihre Kraft scheinen unerschöpflich. Die Schau dieser Musikathleten wird von einem professionellen Perfektionismus getragen, der dennoch Raum für improvisatorische Freiheiten läßt. Solange indessen der Mensch noch Ohren alter Bauart am Kopf trägt, müssen ihm die allzu klangvollen Künste der „Who“ ohne Ohropax auf die Dauer Pein bleiben.


also:

ich war damals auf dem konzert in hamburg und fand es total geil. nochmal habe ich dann THE WHO auf der quadrophenia-tour 1997 gesehen… o.k., die herren wirkten aelter, gesetzter und vernuenftiger, aber spaetestens als john entwhistle zu seiner legendaeren armkreise ausholte, da wusste ich, dass er einer von den ganz grossen ist.

machs gut im rockhimmel, john! sag freddy, jimy, keith, john, janis und den anderen unersetzlichen, dass es auf der erde noch genuegend leute gibt, die richtige musik hoeren wollen…
khs

Hallo Karl-Heinz;

ich teile Deine Trauer (obwohl ich einer andern Fan-Generation entstamme…) und wundere mich ein bisschen, dass es sonst niemand tut. John Entwistle war/ist eins meiner grossen Vorbilder, ohne diesen Mann wuerde es die Bassgitarre, so wie sie heute ueblicherweise eingesetzt wird, nicht geben.

Sehr unterhaltsam und interessant auch der Original-Artikel - solch eine Berichterstattung waere heute wahrscheinlich Kuendigungsgrund - „inkompetent“ ist gar kein Ausdruck.

Ich hab die 1997er Tour auch gesehen (Gott sei Dank!) und war genau so begeistert. Nur: Die Armkreise waren doch eher dem Pete sein Ding, oder? Johns Markenzeichen war doch, unpassend gekleidet daneben zu stehen…

„Wenn Gott Bassist waere, wuerde er wie John Entwistle spielen“ - Rudy Sarzo (ex-Whitesnake)

„Everybody calls me the quiet one, but they just don’t wanna hear me“ J.E.

Ich wuensche einen schoenen Sonntag

Tom

wundere mich ein bisschen
Auch ich trauere (ich habe Entwistle selber schon live gesehen und halte ihn für einen wegweisenden Bassisten, denn er hat schon sher früh mehr gemacht, als nur die Bassdrum nachzuspielen), aber dafür gibt’s andere Foren als w-w-w. Hier sollte es m.E. auch in Zukunft eher um die Beantwortung von Fragen gehen. Ich fänd’s schade (und würde sofort meinen MOD-Posten räumen), wenn das hier auch so ein Laberforum werden würde…
Nix für ungut,
HOFee