für die Plattenfirma
Guten Morgen,
wenn man den Aussagen aller glauben darf, die sich zu dem Thema geäußert haben, wurde wonderwall im Gegegensatz zu den zusammengecasteten (was ja nix schlimmes ist) Boy-, Girl- und Wasweissich-Bands nicht „gemacht“. Angeblich sind die Mädels schon seit x Jahren mehr oder weniger aus Spaß musikalisch zusammen. Allein daraus ergibt sich, daß sie ein gewisses Alter haben.
Wie jedoch die Gruppe vermarktet wird, entscheidet zu großen Teilen die Plattenfirma (wie lange wird sich dieses Wort eigentlich noch im Zeitalter von CD, MD und DVD halten können?) mit dem Management der Künstler.
Auf wen die Vermarktung letztlich abzielt, kann ich nicht sagen, aber man wäre ja bescheuert, wenn man nicht versuchen würde, möglichst viele Menschen zum Kauf zu animieren. Wenn das Video so ist, wie Du sagst (ich kenne es wohl nicht), ist a) nichts neues und b) konsequentes Marketing.
Produkte verkaufen sich konsequent über in der Werbung erweckte oder argestellte Phantasien. Die Verantwortung über die spezielle Phantasie im Kopf des Zuschauers trägt der Produzent wohl nicht. Er wird allein am Verkaufserfolg gemessen und danach bezahlt. Daß sich Sex verkauft, ist kein Geheimnis und wird entsprechend ausgenutzt. Ob hier die Grenzen überschritten wurden, müssen andere entscheiden.
Gruß
Christian
P.S.
Da fällt mir noch eine Geschichte ein: Im Kino lief eine zeitlang eine Werbung, in der ein Paar mit dem Auto ins Gebirge fuhr und irgendwann der Keilriemen riß. Die Frau spendete einen Strumpf und gut wars. Ich weiß bis heute nicht, wofür diese Werbung war, obwohl ich sie mindetens 20 mal gesehen habe. Für Strümpfe war sie jedenfalls nicht. Ich will darauf hinaus, daß die Werbung einen Bezug zum Produkt haben sollte. In meinem Fall kam das Produkt überhaupt nicht vor.
Bei Wonderwall kommt der Zuschauer u.U. gar nicht dazu, sich den Namen der Gruppe zu merken, weil er mit sabbern beschäftigt ist.