Re^3: Doitsche Kulturquote was sagt ihr dazu?
Nochmal Hallo! :-)
Naja prinzipiell hast du Recht, aber wenn du heute Radio hörst
wird
dir ja auch vorgeschrieben, was du dir so reinziehen musst.
Aber nur teilweise: ich wechsle schließlich alle Viertelstunde den Sender - nämlich immer dann, wenn die Musik gerade ZU schlecht wird...
Was ich
meine ist, dass im Moment die Musikindustrie versucht ihren
Einheitsbrei in den Verkaufsregalen zu pushen und dabei
einfach der
künstlerische Anspruch auf der Strecke bleibt.
Aber was wäre da anders, wenn es deutschsprachiger Brei wäre?
Nur die Sprache macht doch den Unterschied zwischen gut und schlecht nicht aus...
Ein guter Titel setzt sich auch in der Landessprache durch und
wird gespielt - wenn tatsächlich zuwenig "toitsches" Liedgut
zu hören ist, liegt das vielleicht daran, daß es noch
besch***ener ist als die restliche Lalala...
Naja, also ich kenn schon einige gute deutsche Interpreten.
Ehrlich? Welche denn???
Mir fallen nur wenige nennenswerte ein.
Element of Crime sind zum Beispiel klasse - aber nicht gerade mainstream.
Die alten Sachen von BAP (gibts die überhaupt noch?) waren teilweise auch wirklich gut,
und mit Achim Reichelt kommt man schon wieder in den ziemlich kommerziellen Sektor (aber hör ich trotzdem ab und an mal gerne).
Aber was bleibt sonst?
Na gut, noch die eine oder andere HipHop-Band, aber das ist eher nicht so mein Ding.
Lindenberg und Grölemeyer find ich zum Speien, Nena wäre besser in der Versenkung geblieben und sonst fällt mir so nichts mehr ein.
Wenn man
bedenkt, dass wirklich 2% der gespielten Interpreten deutsche
sind
(siehe SZ-Link) dann finde ich das schon hart. Etwas mehr
Abwechslung
würde nicht schaden...
Ich gebe es zu: meine recht umfangreiche CD- und Schallplattensammlung (ja, ich besitze noch Vinyl!) besteht auch zu 98% aus englischen und nur zu 2% aus deutschen Titeln. (das sind dann Achim Reichelt, Reinhard Fendrich, Hannes Wader und Torfrock - und als Relikt aus meiner Jugend Truck Stop)
Ach halt, eine CD habe ich noch auf Gälisch, von Capercaillie!
Und Abwechslung bieten die englischen Titel meiner Meinung nach noch eher, schließlich ist die Auswahl da bedeutend größer.
Meinst Du etwa, Daniel Kübelkotz könnte nicht auch auf Deutsch
kreischen???
Ich weiß nicht, ob es der Typ schaffen würde einen Text auf
Deutsch
gut rüberzubringen ohne noch affiger zu wirken als er eh schon
ist!
Die derzeitige Form dürfte eigentlich nicht mehr steigerungsfähig sein - für mich ist dieses "Ding" ein guter Grund, meinen Fernseher im Rhein zu versenken...
Mir persönlich sind schlechte englische Texte lieber als
schlechte deutsche - da brennt sich der Inhalt nicht ganz so
schmerzhaft in die Hirnrinde!
Ok da ich Englisch als Zweitfach studiere finde ich es bei den
englischen Texten genauso schlimm wie bei den deutschen, aber
ich
kann den Standpunkt nachvollziehen. Trotzdem finde ich es
traurig,
dass sich die Leute so wenig Gedanken machen über das womit
sie sich
jeden Tag (musikalisch) vollstopfen.
Also mein Englisch reicht schon noch aus, auch englische Texte verstehen zu können - aber dafür müßte ich schon HINHÖREN. Wenn die Musik im Hintergrund an mir vorbeirauscht, nehme ich die Texte einfach nicht wahr.
Bei einem ebenso hirnverbrannten DEUTSCHEN Text KANN ich nicht aktiv weghören, der Stumpfsinn brennt sich wirklich ein. Also bleibt nur das Ab- oder Umschalten...
Und ich mache mir DURCHAUS Gedanken, welche Musik ich höre und welche nicht - zwar bestehen meine 400 Platten und CDs nicht NUR aus dem besten was die Musikgeschichte zu bieten hat, aber im Bodensatz wate ich auch nicht gerade. ;-)
(Obwohl gerade das auch wieder extreme Geschmackssache ist! Nicht jeder steht auf meine Lieblingsmusik...)
Schönen Gruß,
Robert