Hallo,
welche CD von ihr würdet Ihr für den Einstieg empfehlen?
Danke & Grüße
Diana
Hallo,
welche CD von ihr würdet Ihr für den Einstieg empfehlen?
Danke & Grüße
Diana
Ses œuvres geniales 
Hallo, Diana!
welche CD von ihr würdet Ihr für den Einstieg empfehlen?
Ich kenne Dich als Userin mit ungewöhnlichem Geschmack, wahrscheinlich im Ohr nicht anders als am Gaumen. So will ich Dir als großer Freund der Musik von Mylène Farmer lieber jede ihrer bisherigen CDs kurz einzeln bewerten und Dir erst dann einen Einstiegsvorschlag machen. Es kann sein, dass Dich gerade diese CD nicht sonderlich anlacht.
Als da wären:
Cendres de lune (1986)
Ein absolut typisches Erstlingswerk, wie ich finde. Mylène naturelle: Ihre Stimme ist noch ungeschliffener und heller als auf den späteren CDs, es war noch nicht so viel Geld greifbar für die Produktion. Sie hat ihr Image noch nicht voll herausgearbeitet und auch in ihren Texten ist sie vergleichweise offen; es ist relativ klar, worauf sie hinauswill. Hierauf ihr Tophit „Libertine“ und zwei Titel, die sich offensichtlich mit Themen kindlichen Erlebens beschäftigen („Maman a tort“ und „Plus grandir“). Sie schöpft hier noch relativ unverbrämt aus ihrem eigenen melancholischen Erfahrungsschatz, wie man hört. Musikalisch ist natürlich von Anfang an ihr Lebenspartner Laurent Boutonnat verantwortlich.
Ainsi soit-je … (1988)
Dieses Album beschäftigt sich sehr mit fremden Einflüssen von Mylène Farmer. „Ainsi soit-je“ bedeutet, wenn auch grammatikalisch inkorrekt, „So sollte ich sein“. Da wäre einmal die fremde Poesie: Charles Baudelaire in „L’horloge“ und E. A. Poe in „Allan“. Wieder prägt die Melancholie die gesamte Stimmung, aber man merkt deutlich, wie sie stärker von ihren persönlichen Erlebnissen abstrahiert. Hier wird in „Jardin de Vienne“ auf einen Selbstmord durch den Strick angespielt, in „Ainsi soit-je“ wird zwar das „je“ bereits im Titel erwähnt, aber sie will eher auf das französische Wort für „Amen“ anspielen: „Ainsi soit-il“, so sei es. Sie hat sich in einem ersten ihrer Interviews gerühmt, die Religion sei eines der Themen, das anderen Sängerinnen fehle und das sie hier reinbringt. Auf diesem Album der einzige, wenn auch sehr schräge, Instrumentaltitel von Mlle. Farmer.
L’autre (1991)
Auf diesem Album habe ich wieder den Eindruck, dass sie zu ihrem eigenen Erleben zurückfindet. Zwischen diesem und dem vergangenen Album liegen zwei sehr persönliche Songs: „À quoi je sers“ und „Veuve noire“. Auf diesem Album ist sie das „Agnus Dei“, das (Opfer-)Lamm Gottes. „Beyond my control“ erscheint mir sehr erotisch. Mylène ergeht sich in paradoxen Äußerungen: „Il n’y a pas d’ailleurs“ (Es gibt sonst nichts) und „L’autre“, der andere, von dem sie sich bestimmt fühlt. Wer dieser „autre“ ist, wird erst acht Jahre später wirklich klar. Dazu also auch erst mehr am entsprechenden Platz. Sie hat jetzt eine perfekte Balance gefunden zwischen ihren nackten persönlichen Erinnerungen und der kompletten Flucht vor der Verarbeitung ihrer Geheimnisse. Eine Schwäche bei Mylène Farmer war auch bisher, dass die Songs eher bescheiden produziert waren, also oft nicht so satt und geschmeidig klingen, wie man sie sich wohl vorstellt. Hier nicht.
Anamorphosée (1995)
Viele empfinden dieses Album als das beste, tollste, formidabelste Album von Mylène Farmer. Ich nicht. Es sind tolle Lieder darauf, zweifellos, aber es ist ein sehr kommerzielles Album, wie ich finde. Sie spielt mit den Worten, was vielen Hörern, vor allem den nicht-französischen, wenig auffallen mag, um die sehr plakativen Melodien auszubalancieren. Die Musik ist durchaus härter, ein paar rockige Gitarren treten in akustische Erscheinung. Stört mich nicht, aber fügt der Erscheinung der letzten CD wenig hinzu meines Erachtens. Vielleicht hat sie es hier ein wenig übertrieben, da dieses Album nicht die großen Hits beinhaltet. In Deutschland war ihr Bekanntheits-Höhepunkt bereits überschritten. Sicher ist das ein gutes Album, um einzusteigen. Ob es das für Dich ist, weiß ich nicht. Es ist sehr poppig.
Innamoramento (1999)
Weniger poppig, aber in Frankreich zu großer Beliebtheit gekommen. Die rockigen Einflüsse sind zurückgetreten, aber auf Songs wie „Dessine-moi un mouton“ durchaus noch vorhanden. Es klingt elektronischer, aber nicht herb und scharf. Ein sehr weiches Album mit doch durchaus merklichem Wunsch, in das neue „Mylènium“ (Mlle. Farmers Neologismus zum Beginn eines neuen Jahrtausends) mit Kraft aufzubrechen. Die Texte sind wieder sehr persönlich, als ob sie den Ballast des gesamten letzten Jahrtausends abwirft, um entlastet aufzubrechen. Hierfür spricht auch das Albumcover, auf dem Mylène in weiß außerhalb eines Käfigs sitzt, in dessen Inneres sie dennoch etwas sehnsüchtig zurückzublicken scheint. Hier erklärt sie, wenn auch sehr versteckt, in dem Titel „Optimistique-moi“, wer „L’autre“ vom vorvergangenen Album sein könnte: Ihr Vater. Die Andeutungen, dass sie unter einem eventuellen Missbrauch oder zumindest schlechter Behandlung durch ihn und unter dem gleichzeitigen Wegsehen ihrer Mutter gelitten hat, kann man kaum überlesen. Ein tolles Album!
Jemandem, der sich alle CDs von Mylène kaufen will, würde ich die folgende Reihenfolge empfehlen:
„Innamoramento“ ist ihr vielfältigstes Album, wie ich finde, mit sehr einfallsreichen Texten und sensibler musikalischer Umsetzung. Auf „Les mots“ finden sich Songs, die beispielsweise auf dem Soundtrack „Rugrats in Paris“ („L’histoire d’une fée, c’est …“ – süßes Wortspiel) oder auf keinem anderen Album bisher zu finden waren. Außerdem gewinnt man da einen relativ kompletten Einblick in ihr Schaffen. Mein Favorit als dritte CD von Mylène wäre „L’autre“. Wenn man sich bis dahin nicht mit ihr angefreundet hat, sollte man wohl aufgeben. Wenn man sich der akuten Suchtgefahr hingegeben hat, ist die Reihenfolge eigentlich egal.
Ich hoffe, Dir etwas weitergeholfen zu haben.
Gruß!
Christopher
P.S: Sprichst Du eigentlich französisch? Wenn irgendetwas nicht klar ist, kann ich Dir vielleicht weiterhelfen 
Huhu!
welche CD von ihr würdet Ihr für den Einstieg empfehlen?
Waaas, das Posting steht schon seit über einer Stunde da und Chris hat noch nicht geantwortet?!? *g*
Ja, hat denn die Schule schon wieder begonnen?!?
Ich finde die Best of ganz gut; gerade für den Einstieg.
Aber Chris wird dir da detailliert weiterhelfen können. Ich bin auch nur durch ihn auf sie aufmerksam geworden.
Bye, Vanessa
wow…
Hallo Christopher,
aufgrund meines Wissens um Deine exzellente Kenne der Materie hatte ich auf Deinen Beitrag gehofft. Meine Erwartungen sind noch übertroffen worden - chapeau!
Ich kenne Dich als Userin mit ungewöhnlichem Geschmack, wahrscheinlich im Ohr nicht anders als am Gaumen.
Exakt - ich verweise nur auf diese Anfrage (die durchaus aktuell bleibt): http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…
Jemandem, der sich alle CDs von Mylène kaufen will, würde ich die folgende Reihenfolge empfehlen:
- „Innamoramento“
- „Les mots“ (Best Of-CD)
- Das Album, von dem ihm/ihr auf „Les mots“ die meisten Songs gefallen haben
*eifrignotier*
Ich hoffe, Dir etwas weitergeholfen zu haben.
Etwas?! 
P.S: Sprichst Du eigentlich französisch?
Sagen wir so: ich verstehe es. Aktiv bin ich eher der französischen Zunge mächtig 
Viele herzlichen Dank & dito Grüße
Diana
Hey klasse!
Hi Diana!
aufgrund meines Wissens um Deine exzellente Kenne der Materie
hatte ich auf Deinen Beitrag gehofft. Meine Erwartungen sind
noch übertroffen worden - chapeau!
Danke für das nette Lob! Ich hab mir auch viel Mühe gegeben.
*eifrignotier*
Wenn Du Lust und Zeit hast, kannst Du mir ja vielleicht mal mailen, welche CD Du Dir schließlich angeschafft hast.
P.S: Sprichst Du eigentlich französisch?
Sagen wir so: ich verstehe es. Aktiv bin ich eher der
französischen Zunge mächtig
Na, dann hoffe ich, dass Du bei den zum Teil doch recht komplizierten Texten von Mylène komplett durchsteigst. Was mir eben nicht eingefallen ist, als interessante Quelle für allerlei Informationen zu der Künstlerin anzugeben, ist die Seite http://www.mylene-farmer.de
Gruß!
Christopher
Aber Chris wird dir da detailliert weiterhelfen können. Ich
bin auch nur durch ihn auf sie aufmerksam geworden.
Nicht eher durch die schlecht aufgemotzten Cover-Titel in letzter Zeit? Als da wären „Desenchantée“ und „La Libertine“ von Kate Ryan.
Da gefallen mir die Originale besser, aber welcher Teenie kennt heute noch Mylène Farmer? 
Gruß, Markus
Huhu!
Hey, super Artikel!
Wie erwartet!
)
*geb
Bye, Vanessa
Huhu!
Nicht eher durch die schlecht aufgemotzten Cover-Titel in
letzter Zeit? Als da wären „Desenchantée“ und „La Libertine“
von Kate Ryan.
Gefallen mir aber auch gut!
Je nach Laune mal mit etwas mehr Wummswumms oder weniger 
Aber ist zweiteres jetzt nicht von Alizée?
Da gefallen mir die Originale besser, aber welcher Teenie
kennt heute noch Mylène Farmer?
Chris
)
Bye, Vanessa *schonlangekeinTeeniemehr*
Die Verbrechen der Farmer
Hi Vanessa!
Wenn das Weib nicht sonst so unverschämt gute Musik machen würde, könnte man ihr kaum verzeihen, dass sie die Kate Ryan-Coverversionen autorisiert und mit Männe Laurent Boutonnat für Alizée ein paar „Hits“ geschrieben hat.
Aber ist zweiteres jetzt nicht von Alizée?
Kleiner Überblick:
Kate Ryan (Mylène Farmer-Cover)
Alizée (von Mylène Farmer geschriebene Texte)
Die Termine bzw. Auflistungen sind jeweils für Deutschland.
Gruß!
Christopher
Huhu!
Nicht eher durch die schlecht aufgemotzten Cover-Titel in
letzter Zeit? Als da wären „Desenchantée“ und „La Libertine“
von Kate Ryan.Gefallen mir aber auch gut!
Je nach Laune mal mit etwas mehr Wummswumms oder weniger
DAS ist doch noch kein „Wummms“…???
Aber ist zweiteres jetzt nicht von Alizée?
Nö, nicht alles was französisch ist, ist von Alizée 
Beides Kate Ryan.
Da gefallen mir die Originale besser, aber welcher Teenie
kennt heute noch Mylène Farmer?Chris
)
*ggg* No comment… Aber er verblüfft selbst mich immer wieder mit seinem Wissen!
Bye, Vanessa *schonlangekeinTeeniemehr*
Bin ich auch schon rausgewachsen, auch wenn ich noch in Technobuden abzapple (auch wenn’s nur zu Hause ist…)
Dafür kommt’s mir hoch, wenn ich „yeah, jah, jah, check it out…“ höre… nee, watt cool *uarghs*
Gruß, Markus!
Huhu!
Je nach Laune mal mit etwas mehr Wummswumms oder weniger
DAS ist doch noch kein „Wummms“…???
Ich schrieb ja auch ‚mit etwas mehr‘ 
Nö, nicht alles was französisch ist, ist von Alizée
Beides Kate Ryan.
Auch recht 
*ggg* No comment… Aber er verblüfft selbst mich immer wieder
mit seinem Wissen!
Da hast du wohl recht!
Dafür kommt’s mir hoch, wenn ich „yeah, jah, jah, check it
out…“ höre… nee, watt cool *uarghs*
´
*vollezustimmung* Kann ich auch nicht leiden.
Bye, Vanessa
Huhu!
Wenn das Weib nicht sonst so unverschämt gute Musik machen
würde, könnte man ihr kaum verzeihen, dass sie die Kate
Ryan-Coverversionen autorisiert und mit Männe Laurent
Boutonnat für Alizée ein paar „Hits“ geschrieben hat.
Hmmh, also ich mag’s … *beschämtumguck-durfteichdasjetztsosagen*
Bye, Vanessa
Hi Christopher!
Ich find’s unfassbar!!!
Kannst du mir bitte verraten, an welcher Quelle du sitzt???
Das kann doch nicht alles aus privatem Interesse oder Google kommen?!?
Beeindruckte Grüße, Markus
Quellen
Hallo, Markus!
Ich find’s unfassbar!!!
Das freut mich
)
Kannst du mir bitte verraten, an welcher Quelle du sitzt???
Das kann doch nicht alles aus privatem Interesse oder Google kommen?!?
Im Prinzip an keiner, die für Dich nicht in gleichem Maße zugänglich wäre. Amazon, All Music Guide, Musicline, Chartsurfer, Infinity Charts, JPC, Radiosender, … that’s it. Allerdings nutzen diese Quellen oft nicht viel, wenn man den richtigen Suchbegriff nicht kennt oder falsch schreibt usw. Das allermeiste ist doch privates Interesse: Schauen, was neu rauskommt, anhören, darüber lesen, alte Sachen hören, Radio hören, Radioplaylists durchsehen, mit Musikredakteuren reden. Da fällt es viel leichter, eine solide Ahnung zu verifizieren, als ganz von vorne anfangen zu müssen.
So war das jetzt auch beim Kate Ryan/Alizée-Artikel: Was rausgekommen ist, wusste ich noch ziemlich genau. Bei meinen Frankreichurlauben der letzten Jahre habe ich noch eher als hier in Deutschland mitbekommen, wie es losging mit Alizée. Das Album war dort meines Wissens im August schon draußen, als bei uns gerade die erste Single erst angekündigt war. Bei Platten, deren Erscheinen ich erlebt habe, fällt es mir relativ leicht, sie zu datieren. Ob „A day in the life“ von den Beatles nun 1964 oder 1967 war, letzteres ist der Fall (nachgeschaut), kann ich nicht sagen. Da weiß ich nur von solchen Meilensteilen wie „Let it be“, „Satisfaction“, „A whiter shade of pale“ oder „Stairway to heaven“, in welchem Jahr sie rausgekommen sind.
Du siehst: Keine Magie, nur unstillbare Neugier und großes Interesse am Thema.
Liebe Grüße!
Christopher
Tja, so sind sie unsere Studenten 
den ganzen Tag nix zu tun, als im Netz zu surfen *fg*
Schöne Grüße Jörg
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