Deutsche Musik bald gesetzlich?

Hallo liebe Musikfreunde,
habt ihr auch gehört, dass Wolfgang Thierse einen bestimmten Anteil an Deutsch vorschreiben will? Also mir reicht es schon, wenn amerikanische Filme schlecht synchronisiert werden und wenn englische Songs und französische Chansons auf Deutsch übersetzt werden. Dann brauchen wir doch nicht noch mehr deutsche Schnulzenlieder.
Franz

Hallo!

Die Rede, in der diese Forderung erhoben wurde, stammt vom 11.06.2003 (http://www.bundestag.de/bic/presse/2003/pz_0306133.html).
Ob das noch aktuell ist … ?

Viele Grüße vom
—> Mayo

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Tach Franz,
also ich denke die Qualität von Musik ist nicht von der Sprache
abhängig. Ich kann auf englisch genauso einen Müll (siehe Bohlen und
ähnliche Unterirdische) wie auf deutsch (Pur „ich lieb’ mich in dir
fest“) produzieren. Grundsätzlich bin ich aber der Meinung, dass
unsere Herren Politiker aufhören sollten uns ständig zu maßregeln.
Mich zwingt ja niemand Bohlen oder Pur zu hören - also muss man sie
auch nicht verbieten. Ich gebe zu, im Überschwang der Emotionen würde
ich sie manchmal gerne erschießen :wink: aber ich stelle dann einfach
das Radio ab - funktioniert. Man sollte den Menschen einfach mal
zutrauen, dass sie für sich selbst verantwortlich handeln können.

In diesem Sinne
Magnus

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Das fordert so ziemlich jedes halbe Jahr irgendein drittklassiger Hinterbänkler um mal wieder in die Medien zu kommen, was scheinbar ja auch gelingt.

Nun ja, Thierse ist zwar keine „Hinterbänkler“, denn der sitzt ganz vorne aber von dem war ja auch lange nix mehr zu hören…

Mach Dir keine Gedanken drum…

Der Thierse ist einfach zu blöd!
Hallo Franz

Wenn der Inhaber des zweithöchsten Amt in Deutschland zu doof ist, um an einem Radio die Sender einzustellen, die nur deutschsprachige Musik bringen (z.B. WDR4, SWR4, BR1 u.ä), dann finde ich das ziemlich tragisch.

Kein Wunder, dass das Land immer mehr den Bach ab geht.

Gruss
Poppet

hi,

wie kann ein politiker vorschreiben was ein radio sendet?! wie kann ein politiker vorschreiben, was für musik die leute hören?

*kopfschüttel*

gruß
datafox

woanders schon praktiziert
hi

wie kann ein politiker vorschreiben was ein radio sendet?!

in frankreich ist das gang und gäbe…ich müsste mich jetz irren, aber ich glaube die radiosender dort müssen im programm min. 20% frz-sprachige mucke haben…deswegen kommen dort frz künstler auch viel leichter groß raus, denn irgendwoher müssen die die musik fürs radio ja beziehen und da werden songs dann auch genommen wenn sie nur mittelklassig sind.
gruß
yv (trotz allem frankreichfan *maunz*)

ach, es gibt doch so viel schöne deutsche bands!

wär mal cool, blind guardian im radio zu hören :smile:

Salut Yvette,
c’est vrai.
Französische Chansons hören sich auch viel schöner an als deutsche Schlager.
Bonne soirée
FJ

wie kann ein politiker vorschreiben was ein radio sendet?!

in frankreich ist das gang und gäbe…ich müsste mich jetz
irren, aber ich glaube die radiosender dort müssen im programm
min. 20% frz-sprachige mucke haben…deswegen kommen dort frz
künstler auch viel leichter groß raus, denn irgendwoher müssen
die die musik fürs radio ja beziehen und da werden songs dann
auch genommen wenn sie nur mittelklassig sind.
gruß
yv (trotz allem frankreichfan *maunz*)

Wenige Sender spielen ‚nur‘ deutsche Musik
Das Programm von Bayern 1 wird leider immer internationaler, SWR 4 ist da schon besser, dort hört man zwar nicht nur deutschsprachige Musik, sie macht aber den größten Teil des Musikprogrammes aus.

Solche Forderungen hört man immer wieder mal, schön wär’s wenn mal jemand damit durchkommen würde; vielleicht würde das so manches Vorurteil abbauen, dass Lieder in deutscher Sprache automatisch schlechter klingen müssen. Es ist ja nicht nur die Musik, auch in anderen Bereichen fließen ja immer mehr englische Begriffe in unsere Sprache ein.
Von den bei uns lebenden Ausländern erwarten wir, dass sie sich Deutschkenntnisse aneignen, aber wir selbst sind nicht in der Lage, zu unserer eigenen Sprache zu stehen.

Ziemlich gehirngewaschen

Hallo liebe Musikfreunde,
habt ihr auch gehört, dass Wolfgang Thierse einen bestimmten
Anteil an Deutsch vorschreiben will? Also mir reicht es schon,
wenn amerikanische Filme schlecht synchronisiert werden und
wenn englische Songs und französische Chansons auf Deutsch
übersetzt werden.

Hallo!
Da hast Du wohl was falsch verstanden! Es geht in diesem Vorschlag nicht darum, englischsprachige Popmusik auf deutsch zu übersetzen - wie es übrigens in den 50er und 60er Jahren üblich war, sondern den deutschen Kreativen eine einigermaßen faire Chance zu geben.
Der Grund für das (grundlos) schlechte Image deutscher Popmusik ist folgender:
Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Lizenzen zum Betreiben eines Radiosenders von den Alliierten (USA, UDSSR, FRA, ENG.) vergeben.
Die Auflagen waren von Beginn an so gestaltet, dass deutsche Pop-Produktionen in der Minderzahl bleiben mussten.
Schliesslich war mit dem Wiedererstarken der deutschen Wirtschaft und Kaufkraft zu rechnen. Die BRD ist heute der zweitgrösste Tonträgermarkt der Welt.
Damals wurden Moderatoren/Programmgestalter nach ihren „Anpassungsfähigkeiten“ ausgesucht. Sprich: Wer die heimische Popmusik am besten runtermachen konnte, und sich bei den ausländischen Zulieferern am besten einschleimen konnte, bekam den Job.
Ganz bewusst wurden uns Sparten wie Marschmusik, Volksmusik,
lokale Musikprogramme usw. gelassen, um den Eindruck noch zu verstärken, wir könnten ja sowieso nichts für die Jüngeren machen. Wenn man so will: Eine Art „Gehirnwäsche“ für die Zuhörer.
Wenn man die Amis und Engländer nachäffte, wurde man geduldet. Eigenstandiger Stil aber, war(ist) nicht so gerne gesehen, denn dann würde man ja den Markt evtl. selbst bedienen können.
Das wollen die Medienmultis aber bis heute nicht!
Dann brauchen wir doch nicht noch mehr

deutsche Schnulzenlieder.

An Deiner Aussage kann man erkennen, wie nachhaltig dieses schlechtgemachte Image bis heute wirkt.
Aber lass mich Dich versichern:
Die deutschen Musiker/Komponisten/Texter sind keinen Deut schlechter als Amis, Engländer, Franzosen usw.
Und die alte Mär, dass sich die deutsche Sprache nicht für Popmusik eignen würde, ist längst widerlegt (Gröni, Naidoo, Aldeen, Catterfeld, Nena undundund)!
Nebenbei gehen beachtliche Summen als Tantiemen ins Ausland (2001 waren es z.B. 223.720 Mio.Euro). Die zahlt der Käufer und Hörer ohnehin, könnte aber eben bei anderer Regelung als Steuergelder in unsere Gesellschaft zurückfließen.
In den 80er Jahren war der größte Exportartikel der englischen Wirtschaft - Popmusik!! Noch vor der Werftindustrie.
Dies nur, um zu verdeutlichen, worum es hier wirklich geht!
Ich denke, niemand will eine deutsche Monokultur, aber eine Quotierung wie z.B. in Italien oder Frankreich (40%) wäre einen Versuch wert.
Also: Unseren Künstlern eine faire Chance, gehört zu werden.
Beste Grüße
Günther

Also: Hoffentlich geht der Vorschlag durch

Hallo

An Deiner Aussage kann man erkennen, wie nachhaltig dieses
schlechtgemachte Image bis heute wirkt.
Aber lass mich Dich versichern:
Die deutschen Musiker/Komponisten/Texter sind keinen Deut
schlechter als Amis, Engländer, Franzosen usw.

Mag sein - aber ein schlechter englischer Text brennt sich nicht so schmerzhaft in die Gehirnwindungen ein wie ein deutscher - und wirklich gute Texte sind hier wie dort eher Mangelware…
Allerdings gibt es in der absoluten Zahl doch drastische Unterschiede: wenn man mal annimmt, daß jeweils 10% der Lieder brauchbare Texte haben sollte (was recht hoch gegriffen wäre), dann wäre die Auswahl guter englischsprachiger Lieder doch noch deutlich größer als die deutscher Texte.

Und die alte Mär, dass sich die deutsche Sprache nicht für
Popmusik eignen würde, ist längst widerlegt (Gröni, Naidoo,
Aldeen, Catterfeld, Nena undundund)!

Nun gut, das bestärkt mich weiter in meiner Ansicht, daß es VERDAMMT WENIG guter Musik in Deutschland gibt…
Grölemeyer kann nicht mal ansatzweise singen, und Naidoo kann auch nur wimmern und winseln.

Die einzigen brauchbaren deutschen Interpreten die mir gerade einfallen heißen Thomas D. und Witt/Heppner.
Von Achim Reichel kann man sich auch noch was anhören, aber dann wirds auch schon eng…

Nebenbei gehen beachtliche Summen als Tantiemen ins Ausland
(2001 waren es z.B. 223.720 Mio.Euro). Die zahlt der Käufer
und Hörer ohnehin, könnte aber eben bei anderer Regelung als
Steuergelder in unsere Gesellschaft zurückfließen.

Klar, und als nächstes will Thierse dann den Import von japanischen Autos verbieten???
Da fließt auch immer ne ganze Menge Geld ins Ausland…

In den 80er Jahren war der größte Exportartikel der englischen
Wirtschaft - Popmusik!! Noch vor der Werftindustrie.
Dies nur, um zu verdeutlichen, worum es hier wirklich geht!
Ich denke, niemand will eine deutsche Monokultur, aber eine
Quotierung wie z.B. in Italien oder Frankreich (40%) wäre
einen Versuch wert.

Was dieser Versuch bewirken würde wäre für mich klar: mein Radio fliegt raus, dann hab ich halt nur noch CDs im Auto.

Also: Unseren Künstlern eine faire Chance, gehört zu werden.

Wenn sie qualitativ gute Leistung bringen, dann werden sie auch gespielt.
Leider werden sie teilweise sogar dann ständig abgedudelt, wenn sie unterirdisch schlecht sind… :frowning:

Schönen Gruß,
Robert

No US, please!

habt ihr auch gehört, dass Wolfgang Thierse einen bestimmten
Anteil an Deutsch vorschreiben will? Also mir reicht es schon,
wenn amerikanische Filme schlecht synchronisiert werden und
wenn englische Songs und französische Chansons auf Deutsch
übersetzt werden. Dann brauchen wir doch nicht noch mehr
deutsche Schnulzenlieder.

Hallo Franz,

ich würde mich schon glücklich schätzen, wenn wir erheblich weniger US-Produktionen - vor allem die vom Pentagon gesponsorten - in den Programmen hätten. Allein ‚deutsch‘ reicht mir allerdings nicht aus, denn uns „gelingt“ es ja ebenso sehr gut, völligen Blödsinn herzustellen, wie es vor allem die privaten, aber leider auch immer häufiger die öffentlich-rechtlichen Sender vormachen.

Es müsste eigentlich heissen: Ein wenig mehr Qualität, mehr Niveau, mehr Anspruch. Und dies nicht in „Programmghettos“ irgendwann nachts um zwei Uhr oder in Spartenkanälen, sondern schön zur Hauptzeit. (Man könnte stattdessen dann auch mal „Musikantenstadl“, „Schwarzwaldklinik unter Palmen“ und „Wetten, dass…?“ zu nachtschlafender Zeit bringen. )

Marco

Deutsch im Ausland
Hallo Günther!

Quotierung wie z.B. in Italien oder Frankreich (40%) wäre
einen Versuch wert.
Also: Unseren Künstlern eine faire Chance, gehört zu werden.

Dein ausführlicher Beitrag hat ein Sternchen verdient. Ich will es etwas kürzer machen. „Leider“ haben deutsche Künstler im Ausland wenig Chancen, wenn sie deutsch singen. Auch Nena musste Englisch lernen, und wenn Du im Mai nach Istanbul zum European Song Contest schaust, dann wirst Du sehen, dass sogar die Türken Englisch singen. Ich weiß überhaupt nicht, wer nicht Englisch singt. Bis jetzt hat der Wettbewerb zumindest Grand Prix d’Eurovision geheißen. Meine Mutter fragt mich immer wieder: „Wer soll das bloß verstehn?“
That’s life! C’est la vie! Aber keine Sorge! In den USA sind zumindest deutsche Weihnachtslieder noch sehr gefragt.
Franz

Hallo Franz,
du scheinst zu denken, dass jeder Künstler der Welt besonders scharf darauf ist, in USA in den Hitparaden aufzutauchen.
Mitnichten!!
Die finanzielle „Ausbeute“ ausländischer Songs in den USA ist geradezu lächerlich. Durch das dortige „Sampling-Verfahren“ ist bezüglich der Radio-Playlists dem Betrug Tür und Tor geöffnet.
Die einschlägigen DJs und Programmgestalter sind dermaßen korrupt, das sogar ein eigener Fachbegriff für das Schmieren der Radioanstalten entstanden ist. „Payola“!
Ein deutscher/europäischer Künstler brauch in den US einen eigenen Rechtsanwalt, um wenigstens einen Bruchteil der ihm zustehenden Tantiemen zu erhalten.
Um es zu verdeutlichen: Ein Millionenhit aus Deutschland kassiert aus den USA zwischen Tausend und Zweitausend Euro.
Und das mit einer mehrjährigen Verzögerung!
Die wenigen Hits, die es aus Deutschland in die amerikanischen Top-40 geschafft haben, waren im Allgemeinen längst große Hits in Europa (Nena, Peter Schilling, Trio, Bert Kaempfert usw.), und von der US-Musikmafia einfach nicht zu verhindern.

Also: Unseren europäischen/deutschen Künstlern eine Chance!!

Beste Grüße
Günther

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Hallo Robert,
Du scheinst zu denken, dass die Musik, die aus Amiland bei uns ankommt, den dortigen Qualitäts-Durchschnitt darstellt.
Das ist aber nicht so. Auch dort gibt es einen Pool von Musikschaffenden, die alles andere als Superstars sind.
Und das ist auch notwendig, um eine breite Basis zu haben, aus der dann eben einige besonders gute, oder trendige Künstler die Möglichkeit haben, sich international zu profilieren.
D.h. die Sachen, die es bis zu uns schaffen, sind nur die oberste Spitze eines riesigen Biotops, dass auch Hillbilly, Polka, Yankie-Doodle und Musik, die mit dem bei uns so überaus beliebten „Volkstümlichen Schlagers“ vergleichbar ist, einschließt.
Natürlich weiß ich nicht, wie entwickelt Deine Fähigkeit zu einer differenzierten Wahrnehmung von Musik, jenseits von Fan-Gehabe ist. Aber Du musst verstehen, dass Musik nun mal Geschmackssache ist, und die Kriterien „Gut“ oder „Schlecht“ in der Popmusik mit Vorsicht anzuwenden sind.
So wie Du „Grölemeyer“ mißachtest, finden sich eine Menge Leute, die z.B. Deinen Achim Reichel geradezu lächerlich finden.
Dieses Thema muss man eben jenseits von persönlichen Vorlieben diskutieren, sonst geht gar nichts!
Also: Sachlich bleiben!

Nix für ungut,
Günther

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off topic

Salut Yvette,
c’est vrai.
Französische Chansons hören sich auch viel schöner an als
deutsche Schlager.
Bonne soirée
FJ

hi!

tant qu’ils jouent les chansons de mylene farmer je t’approuve mais la pluspart des autres chansons n’est pas si belle.
aussi une bonne soirée
yvi
für alle nichtfranzosen:
solange sie die lieder von mylene farmer spielen stimme ich dir zu, aber der großteil der anderen lieder ist nich so schön. auch einen shcönen abend yvi

Bonsoir Yvette, je suis enchanté!
Tu connais TV5 musique?
Leider werden die Chansons nicht mehr gezeigt, die ich so super fand. Eigentlich finde ich alle Lieder schön, die französisch klingen. Von Gilbert Becaud angefangen über Mireille Mathieu und Adamo bis zu Helene Segare, Patrick Bruel et Patricia Kaas bien sur! And do you remember la chanson „Un jour viendra“ (a very famous singer too)
Bonne soirée!
FJ

tant qu’ils jouent les chansons de mylene farmer je t’approuve
mais la pluspart des autres chansons n’est pas si belle.
aussi une bonne soirée
yvi
für alle nichtfranzosen:
solange sie die lieder von mylene farmer spielen stimme ich
dir zu, aber der großteil der anderen lieder ist nich so
schön. auch einen shcönen abend yvi