'Quote für deutschsprachige Musik'

Da eine gesetzliche Regelung für ein Mindestmaß an deutschsprachiger Musik ja in letzter Zeit öfters im Gespräch war, wirft sich folgende Frage auf:

Was soll genau der Zweck derselben sein?

Unterstützung deutscher Musiker kann es wohl kaum sein, denn diese können auch in englischer oder französischer Sprache singen, während auch Polen oder Italiener deutsch singen können.

Sollte es eine kulturell bedingte Ursache sein, so muß man sich fragen, ob die Sprache das überwiegende Kriterium ist. Meines Erachtens wäre unter diesem Aspekt Musik deutschen Stils (wenn man von dem Vorhandensein eines solchen ausgeht) auch dann, wenn deren zugehöriger Text in einer Fremdsprache verfaßt ist, eher geeignet als irgendwelcher Gesang indonesischen oder arabischen Stils in deutscher Sprache.

ich glaub, es geht nich drum, auf welcher sprache se singen.
aber hör doch mal radio. welche deutschen bands/interpreten hörste??
unseren superdreck-quatsch in seinen variationen, wenn mer glück hat mal noch ärzte oder toten hosen. ansonsten halt irgendwas ausm ausland.
im prinzip wäre es mir ja egal, da ich eh selten radio höre. aber meine vorschläge von deutschen bands geht ja auch unter… running wild, blind guardian, … werden se wohl in absehbarer zeit nich spielen :confused:

einfach alle auf internetradio umsteigen. da hat mer wenigstens gute musik am band und nich nur 1 von 20!

mfg

Super Thema…
…über dass man sich vortrefflich die Augen auskratzen kann!
Mein derzeitiger Argument-Favorit: BLUMFELDs Vorwurf an die Befürworter der Quote, dass sie „die in deutschem Namen begangenen Verbrechen und Untaten der Vergangenheit und Gegenwart [sic!] zu ignorieren und vergessen zu machen“ versuchen.
Die Frage darf in diesem Zusammenhang wohl erlaubt sein: wie sehr kann man sich eigentlich entblöden?!

Was soll genau der Zweck derselben sein?

Ich persönlich denke, dass man auf diese Weise deutsch(sprachig)e Interpreten fördern kann, die sonst durch das Raster der großen Firmen fallen. Diese zahlen nämlich absolut horrende Summen an ihre Megastars und pushen sie, wo sie nur können. Mit Kultur hat das wirklich nichts mehr zu tun!
Natürlich bin ich nicht naiv und weiß wohl, dass sie in erster Linie Geld verdienen wollen. Aber es gibt ja auch Kleinstlabels, die im Gegensatz dazu nur nicht pleite gehen wollen. Den Unterschied macht hier die Qualität aus, denn Kleinstlabel lehnen sich nach wie vor sehr wohl aus dem Fenster und schaffen so kulturelle Werte. Reich werden sie damit nicht, aber das ist auch -wie gesagt- nicht ihr vorrangiges Ziel.
Im Gegensatz zu den großen Firmen halt, und diese produzieren [!!!] daher fast ausnahmslos nur noch austauschbaren Schrott, der lediglich dadurch nicht völlig austauschbar wird, weil man ihm gleichzeitig noch ein mehr oder minder hübsches Gesicht mit entsprechenden (initiierten?) Skandälchen und Klatschgeschichten hinzufügt und den Interpreten damit in erster Linie zur Marke macht.

*durchatme*

So, bevor ich mich jetzt noch weiter aufrege, komme ich zum Anfang zurück.
Natürlich ist nicht gleich jeder deutsch(sprachig)e „Künstler“ (dass ich nicht lache!) automatisch „besser“ als Britney Spears o.ä., aber auf diese Weise verhindert man wenigstens, dass die großen Firmen nicht ausschließlich auf internationale (und hier eben meist US-amerikanische) Marken…äh, Interpreten setzen.
Denn genau das passiert ja gerade - deutsche Ableger machen dicht oder bekommen ihr Geld zusammengestrichen (alles unter dem Deckmäntelchen „MP3 ist schuld“), und letztendlich geht der Trend eindeutig in Richtung Zentralisierung - mit Zentrum in den US of A.
Natürlich kann man von keinem amerikanischen Manager erwarten, dass er sich auch um einen deutschsprachigen Künstler kümmert, oder!?

Unterstützung deutscher Musiker kann es wohl kaum sein, denn
diese können auch in englischer oder französischer Sprache
singen, während auch Polen oder Italiener deutsch singen
können.

Stimmt, und das ist sicherlich ein Argument, dass dazu führen wird, dass bei Einführung einer Quote auf einmal mehr deutsche Interpreten eben doch auf einmal deutsch singen werden.
Ob man das gut findet oder nicht, steht auf einem anderen Blatt.
Ich persönlich halte es da mit der deutsch(sprachig)en Band JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE (übrigens auch auf einem Kleinstlabel), die der Meinung sind, dass sie das, worüber sie singen wollen, eben am besten in ihrer eigenen Sprache ausdrücken können, weil es eben ihre Muttersprache ist, deren Zwischentöne und sonstigen Kniffe sie nun mal beherrschen, während es im Englischen halt oft auf in Schulenglisch verfasste Klischeetexte hinausläuft.
Wenn also ein deutscher Künstler etwas zu sagen hat, ist die deutsche Sprache für die meisten sicherlich besser geeignet.
Die Texter ohne Aussageambitionen können ja weiterhin Bon Jovi-Texte eindeutschen. Spricht ja auch nichts dagegen, denn Texte müssen auch für mich nicht brilliant sein; es reicht mir, wenn sie brilliant vorgetragen werden. Wenn beides zusammenfällt - um so besser!

Sollte es eine kulturell bedingte Ursache sein, so muß man
sich fragen, ob die Sprache das überwiegende Kriterium ist.
Meines Erachtens wäre unter diesem Aspekt Musik deutschen
Stils (wenn man von dem Vorhandensein eines solchen ausgeht)
auch dann, wenn deren zugehöriger Text in einer Fremdsprache
verfaßt ist, eher geeignet als irgendwelcher Gesang
indonesischen oder arabischen Stils in deutscher Sprache.

Puh, ich habe das jetzt 5x gelesen und komme nicht ganz auf den Sinn hinter der Aussage. :wink:

Um zum Abschluss zu kommen: ich bin grundsätzlich für eine solche Quote, glaube aber nicht, dass sie zu „besserer“ Musik führt (wobei das natürlich ein total beknacktes Geschmacksargument ist).
Lieber wäre mir eine Major/Independent-Quote…

Äh…

Unterstützung deutscher Musiker kann es wohl kaum sein, denn
diese können auch in englischer oder französischer Sprache
singen, während auch Polen oder Italiener deutsch singen
können.

Stimmt, und das ist sicherlich ein Argument, dass dazu führen
wird, dass bei Einführung einer Quote auf einmal mehr deutsche
Interpreten eben doch auf einmal deutsch singen werden.

Aua, das eine hatte ja mit dem anderen nix zu tun. Was ich eigentlich hätte sagen wollen (irgendwie habe ich zu schnell gelesen und was anderes verstanden; auch sonst sprachlich argh; muss mich mal konzentrieren, aber war 'ne anstrengende Woche *g*) - natürlich will man damit in erster Linie deutsche Musiker fördern. Siehe meine Ausführungen zur derzeitigen Politik der Konzerne…

Sollte es eine kulturell bedingte Ursache sein, so muß man
sich fragen, ob die Sprache das überwiegende Kriterium ist.
Meines Erachtens wäre unter diesem Aspekt Musik deutschen
Stils (wenn man von dem Vorhandensein eines solchen ausgeht)
auch dann, wenn deren zugehöriger Text in einer Fremdsprache
verfaßt ist, eher geeignet als irgendwelcher Gesang
indonesischen oder arabischen Stils in deutscher Sprache.

Auch mit Langsamlesen kein Erfolg… Könntest Du mir den Gefallen tun, das noch einmal anders zu formulieren? Irgendwie fehlt da doch was, oder irre ich mich?

einfach alle auf internetradio umsteigen. da hat mer
wenigstens gute musik am band und nich nur 1 von 20!

mfg

Da kenne ich mich leider nicht so aus mit Internetradio. was braucht man dafür bzw. wo kann ich mehr darüber erfahren?

ich glaub, es geht nich drum, auf welcher sprache se singen.

Doch, darum geht es auch (in Frankreich sicherlich mehr als hier). Zwar geht es natürlich in erster Linie darum, deutschen Interpreten überhaupt noch die Möglichkeit zur professionellen Verbreitung ihrer Musik zu geben, aber wenn man so gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen kann, ist’s doch gut.

aber hör doch mal radio. welche deutschen bands/interpreten
hörste??
unseren superdreck-quatsch in seinen variationen, wenn mer
glück hat mal noch ärzte oder toten hosen. ansonsten halt
irgendwas ausm ausland.

Naja, die entsprechenden Firmen zahlen ja auch dafür. Kleinere können es sch halt nicht immer leisten, ihre Musik unterzubringen, und einen Kulturauftrag haben die (öffentlich-rechtlichen) Sender auch nur auf dem Papier…

im prinzip wäre es mir ja egal, da ich eh selten radio höre.
aber meine vorschläge von deutschen bands geht ja auch
unter… running wild, blind guardian, … werden se wohl in
absehbarer zeit nich spielen :confused:

Die singen ja auch nicht auf deutsch.

einfach alle auf internetradio umsteigen. da hat mer
wenigstens gute musik am band und nich nur 1 von 20!

Radio ist ja nicht ausschießlich Musik, insofern widerspreche ich Dir…

Internetradio

Da kenne ich mich leider nicht so aus mit Internetradio. was
braucht man dafür bzw. wo kann ich mehr darüber erfahren?

Ich glaube, er zielte eher auf die Musikauswahl ab. Es gibt halt einige Sparten-Stationen, die eben den eigenen Geschmack in einer bestimmten Richtung gut bedienen. Oder aber Du gibst Deine Vorlieben an und bekommst ein individuelles Programm zusammengestellt (so ähnlich wie Deine Startseite bei amazon, wo auch anhand Deiner bisherigen Bestellungen Angebote gemacht werden). Aber Radio ist ja -wie gesagt- mehr als Musik!
In der Regel reicht dafür übrigens Dein Media-Player. Da sind auch einige voreingestellt…

Sollte es eine kulturell bedingte Ursache sein, so muß man
sich fragen, ob die Sprache das überwiegende Kriterium ist.
Meines Erachtens wäre unter diesem Aspekt Musik deutschen
Stils (wenn man von dem Vorhandensein eines solchen ausgeht)
auch dann, wenn deren zugehöriger Text in einer Fremdsprache
verfaßt ist, eher geeignet als irgendwelcher Gesang
indonesischen oder arabischen Stils in deutscher Sprache.

Auch mit Langsamlesen kein Erfolg… Könntest Du mir den
Gefallen tun, das noch einmal anders zu formulieren? Irgendwie
fehlt da doch was, oder irre ich mich?

Es war so gemeint, daß Musik mit deutschsprachigen Texten ja nicht unbedingt Musik deutschen Stils ist. Wenn man irgendwelche südamerikanische Folklore oder Gesänge eines Muezzins (hoffentlich richtig geschrieben) ins Deutsche übersetzt und dann mit dem deutschen Text singt, dann ist das auch deutschsprachig.
Wenn man aber Musik, wie sie in Deutschland üblich ist, in eine Fremdsprache übersetzt und dann in der Fremdsprache vorsingt, ist sie zwar nicht mehr deutschsprachig, aber es ändert sich ja im Prinzip trotzdem nicht gerade viel.

Es war so gemeint, daß Musik mit deutschsprachigen Texten ja
nicht unbedingt Musik deutschen Stils ist. Wenn man
irgendwelche südamerikanische Folklore oder Gesänge eines
Muezzins (hoffentlich richtig geschrieben) ins Deutsche
übersetzt und dann mit dem deutschen Text singt, dann ist das
auch deutschsprachig.

Puh, Gottseidank bin ich nach der Horrorwoche doch nicht ganz verblödet, denn so habe ich es gegen Ende dann auch verstanden… *g*
Dabei stellt sich mir allerdings die Frage, ob diese Überlegung für unser derzeitiges Format-Radio überhaupt relevant ist? Ich meine, es ist ja nicht davon auszugehen, dass es plötzlich „Muezzin-Musik“ mit deutschen Texten gibt bzw. diese vom Radio gespielt wird (obwohl ich persönlich das ja durchaus interessant fände). Rock und Pop gehen auf deutsch, Hip Hop bekanntermaßen auch - was Anderes ist vom Radio doch eh nicht zu erwarten!?

Wenn man aber Musik, wie sie in Deutschland üblich ist, in
eine Fremdsprache übersetzt und dann in der Fremdsprache
vorsingt, ist sie zwar nicht mehr deutschsprachig, aber es
ändert sich ja im Prinzip trotzdem nicht gerade viel.

Naja, einen englischen Schuhplattler (den es garantiert schon gibt) fänd ich schon amüsant. *g*
Im Ernst: in der Musik hat es doch mittlerweile schon annähernd alles gegeben, insofern hast Du Recht, dass da die Sprache nicht wirklich was dran ändert.
Musikfirmen wollen aber global verkaufen, und dabei reicht ihnen ein gewisser Marken-Pool, der aufgrund der englischen Sprache überall verstanden wird. Deutsche Interpreten (ob deutschsprachig oder nicht) bleiben dabei halt auf der Strecke. Da Deutschland aber bekanntlich der drittgrößte Musikmarkt der Welt ist, könnte man mit einer Quote durchaus dafür sorgen, dass deutsche Künstler bei den globalisierten Großfirmen doch noch eine Rolle spielen…

Naja, die entsprechenden Firmen zahlen ja auch dafür. Kleinere
können es sch halt nicht immer leisten, ihre Musik
unterzubringen, und einen Kulturauftrag haben die
(öffentlich-rechtlichen) Sender auch nur auf dem Papier…

is halt leider so, dass alles nur noch um einschalt(hörer)quoten geht… :frowning:

im prinzip wäre es mir ja egal, da ich eh selten radio höre.
aber meine vorschläge von deutschen bands geht ja auch
unter… running wild, blind guardian, … werden se wohl in
absehbarer zeit nich spielen :confused:

Die singen ja auch nicht auf deutsch.

ja und? mir is es egal. bin ja nichmehr 14 und guck nur drauf, ob die leute mal in der bravo waren…

einfach alle auf internetradio umsteigen. da hat mer
wenigstens gute musik am band und nich nur 1 von 20!

Radio ist ja nicht ausschießlich Musik, insofern widerspreche
ich Dir…

bei mir eigentlich schon. vielleicht noch nachrichten. aber sonst? blöde moderatoren die noch blödere witze machen interessieren mich nich sonderlich…

mein hauptproblem halt mit radio (was auch den anderen post hier beantwortet/bestätigt), oder auch mit musiksendern ala mtv und so, is, dass die kaum ne musikrichtung durchziehen. wer kann von sich behaupten, dass er 3 lieder in folge, die er im radio hört, alle gut findet??? kann natürlich mal passieren. aber im allgemeinen spielen die wild durcheinander. und das passt mir halt nich. jeder hat halt seine musikrichtungen. und wenn musikgeschmacktechnisch 1 gutes lied zwischen 5 anderen kommt, dann interssiert mich das auch nich. wenn ich musik höre, ist das zur entspannung. und entspannen kann ich mich nicht, wenn ich bei jedem 2. lied wegschalten muss, weil es mir in den ohren wehtut.

jedem das seine! und ich vergnüge mich halt online

mfg
Geisterkarle

Die singen ja auch nicht auf deutsch.

ja und? mir is es egal. bin ja nichmehr 14 und guck nur drauf,
ob die leute mal in der bravo waren…

Darum geht es ja auch nicht wirklich, oder!?

Radio ist ja nicht ausschießlich Musik, insofern widerspreche

ich Dir…

bei mir eigentlich schon. vielleicht noch nachrichten. aber
sonst? blöde moderatoren die noch blödere witze machen
interessieren mich nich sonderlich…

Will das Radio ja damit nicht verteidigen, aber Radio kann durchaus auch ohne Musik spannend sein (ist es aber fast immer nicht). Wenn ich Musik hören will, lege ich eine CD ein, denn „meine“ Musik wird im Radio eh nicht gespielt…

mein hauptproblem halt mit radio (was auch den anderen post
hier beantwortet/bestätigt), oder auch mit musiksendern ala
mtv und so, is, dass die kaum ne musikrichtung durchziehen.
wer kann von sich behaupten, dass er 3 lieder in folge, die er
im radio hört, alle gut findet??? kann natürlich mal
passieren. aber im allgemeinen spielen die wild durcheinander.
und das passt mir halt nich. jeder hat halt seine
musikrichtungen. und wenn musikgeschmacktechnisch 1 gutes lied
zwischen 5 anderen kommt, dann interssiert mich das auch nich.
wenn ich musik höre, ist das zur entspannung. und entspannen
kann ich mich nicht, wenn ich bei jedem 2. lied wegschalten
muss, weil es mir in den ohren wehtut.

Widerspreche Dir dieses Mal nicht.

jedem das seine! und ich vergnüge mich halt online

Eine Möglichkeit, ja…

Unterstützung deutscher Musiker kann es wohl kaum sein, :

Doch, das ist der Grund. Es gibt offennbar (leider) viele Programmgestalter, die noch immer meinen, dass Musik aus deutschen Landen automatisch schlechter ist als die aus anderen Ländern - was sein kann aber nicht muss. Manche denken bei dem Begriff „Deutsche Musik“ auch ausschließlich an Schnulzen oder Volksmusik, obwohl das ja nur zwei von vielen Musikgattungen sind. Sicher gibt es doch auch in Deutschland jede Menge talentierte Künstler aller Stilrichtungen, die eine Chance verdient hätten aber eben kaum bekommen, weil die verantwortlichen Redakteure Schwierigkeiten haben, ihre Scheuklappen loszuwerden. Eine gesetzliche Quote könnte dabei helfen.

Sprache das überwiegende Kriterium

Das frage ich mich auch oft, wenn ich wieder mal etwas zum Thema Quote höre oder lese. Als Viel-Radiohörerin mit einer Vorliebe für deutschsprachige Musik hoffe ich natürlich, dass die Sprache des Textes das Hauptkriterium ist.
Meiner Meinung nach würde man damit auch ganz allgemein die deutsche Sprache etwas fördern, die ja immer mehr von englisch zurückgedrängt wird.

Für alle die es interessiert: hier sind einige Artikel von Personen veröffentlicht, die sich für eine Musikquote einsezten:

http://www.smago.net

Hallo,

Was soll genau der Zweck derselben sein?

meine Antwort besteht darin, dass ich in der Debatte eine Phantomdiskussion sehe, die zum Gegenstand den allgemein ausgesprochen unbefriedigenden Zustand des Mediums Radio hat. Da man schlecht halbwegs konsensfähige Kriterien für „gute“ Musik oder Präsentation finden kann, sucht man nach einem greif- und diskutierbaren Verbesserungsvorschlag. Paradox ist allerdings, dass der Schuss nach hinten los gehen dürfte. Ein quasi per Stichtag massiv steigender Bedarf an einer bestimmten Art von Musik wird zunächst zu einem verstärkten Angebot von Schrott führen. Es ist schlicht nicht möglich, auf Kommando qualitativ hochwertige und massentaugliche Musik herzustellen, wenn diese beiden Attribute nicht ohnehin im krassen Widerspruch stehen. Der englischsprachige Mainstream wird also durch deutschsprachigen Mainstream gleich geringer Qualität ersetzt. Eine langfristige und allmähliche Verstärkung der Förderung sowie Nachfrage wäre natürlich wünschenswert, aber die Erfolge einer Quote sind für mich absolut zweifelhaft. Der Blick nach Frankreich zeigt zwar, dass die Quote brav eingehalten wird, aber genauso unerträglich wie im deutschen Radio immer dieselben „Hits“ gedudelt werden – nur eben in der Landessprache.

Gruß
Christopher

Die grössten Hits der 70, 80, 90 und von Heute!!!

Es war so gemeint, daß Musik mit deutschsprachigen Texten ja
nicht unbedingt Musik deutschen Stils ist.

Hm machen die Einstürzenden Neubauten Musik deutschen Stils oder wird das ein Rammstein Radio?

Wenn man

irgendwelche südamerikanische Folklore oder Gesänge eines
Muezzins (hoffentlich richtig geschrieben) ins Deutsche
übersetzt und dann mit dem deutschen Text singt, dann ist das
auch deutschsprachig.

Und wenn es von Kanakstern gesungen wird sogar 100% aus Deutschland. Was dann? Ariernachweis wieder einführen?

Beispiel: Sisters of Mercy „Marian“ - Andrew Eldrich hat damals in Deutschland gelebt, Teile des Textes sind Deutsch was nu? Oder von Bad Religion(?) gabs doch auch mal einen deutschen Titel.

Dabei stellt sich mir allerdings die Frage, ob diese
Überlegung für unser derzeitiges Format-Radio überhaupt
relevant ist?

Ich wäre schon froh wenn die Moderatoren wieder die Musik selber aussuchen drüften und nicht irgend ein schei** Computer.

Ich meine, es ist ja nicht davon auszugehen,
dass es plötzlich „Muezzin-Musik“ mit deutschen Texten gibt
bzw. diese vom Radio gespielt wird (obwohl ich persönlich das
ja durchaus interessant fände). Rock und Pop gehen auf
deutsch, Hip Hop bekanntermaßen auch - was Anderes ist vom
Radio doch eh nicht zu erwarten!?

Ich will DT-64 oder Rockradio B zurück!!! Das letzte Mal das ich Neubauten im Radio gehört habe, war vor der Wende auf DT-64. Ok Fritz war am Anfang auch ganz ok und hat ab und an sogar Fanny van Dannen gespielt. Für die ganzen Typen aus Rödelheim war Fritz am Anfang so ziemlich die einzige Möglichkeit ihre Musik ins Radio zu bringen.

Musikfirmen wollen aber global verkaufen, und dabei reicht
ihnen ein gewisser Marken-Pool, der aufgrund der englischen
Sprache überall verstanden wird. Deutsche Interpreten (ob
deutschsprachig oder nicht) bleiben dabei halt auf der
Strecke.

Das sehe ich ganz und gar nicht so. Die ganze Mittelalterrocksache hat sich an den grossen Firmen und Medien vorbei entwickelt. Es gibt also eine Art Gegenöffentlichkeit, die ihre Informationen hauptsächlich aus Print Medien bzw. dem Internet bezieht. In der Metal Szene ist es ja genauso, die einzigen die da mal in den „normalen“ Medien vorkommen sind Poser wie Doro oder Bon Jovi.

Am Ende würde nur „Und es hat Zoom gemacht“ 100mal pro Tag laufen und ein gewisser Klaus Lage(seit Jahren Speerspitze der Bewegung) hätte mehr Geld auf dem Konto.

Ein Bundesweites Rockradio mit Spartensendungen und vor allem Moderatoren die Ahnung von Musik haben, wäre mir lieber.

Gruss Jan

Es war so gemeint, daß Musik mit deutschsprachigen Texten ja
nicht unbedingt Musik deutschen Stils ist.

Hm machen die Einstürzenden Neubauten Musik deutschen Stils
oder wird das ein Rammstein Radio?

Frag Ostlandreiter, denn der hat das geschrieben…

Wenn man

irgendwelche südamerikanische Folklore oder Gesänge eines
Muezzins (hoffentlich richtig geschrieben) ins Deutsche
übersetzt und dann mit dem deutschen Text singt, dann ist das
auch deutschsprachig.

Und wenn es von Kanakstern gesungen wird sogar 100% aus
Deutschland. Was dann? Ariernachweis wieder einführen?

Frag Ostlandreiter, denn der hat das geschrieben…
Davon abgesehen - das war gar nicht so gemeint, denke ich. Eher im Gegenteil…

Beispiel: Sisters of Mercy „Marian“ - Andrew Eldrich hat
damals in Deutschland gelebt, Teile des Textes sind Deutsch
was nu? Oder von Bad Religion(?) gabs doch auch mal einen
deutschen Titel.

Wie gesagt - ich hatte ja auch Probleme zu verstehen, was Ostlandreiter meinte, aber genau das ist ja der Punkt. Es spielt eben gar keine Rolle!

Dabei stellt sich mir allerdings die Frage, ob diese
Überlegung für unser derzeitiges Format-Radio überhaupt
relevant ist?

Ich wäre schon froh wenn die Moderatoren wieder die Musik
selber aussuchen drüften und nicht irgend ein schei**
Computer.

Meine Rede.

Musikfirmen wollen aber global verkaufen, und dabei reicht
ihnen ein gewisser Marken-Pool, der aufgrund der englischen
Sprache überall verstanden wird. Deutsche Interpreten (ob
deutschsprachig oder nicht) bleiben dabei halt auf der
Strecke.

Das sehe ich ganz und gar nicht so. Die ganze
Mittelalterrocksache hat sich an den grossen Firmen und Medien
vorbei entwickelt.

Ich sagte doch eingangs, dass die kleinen Labels durchaus einen kulturellen Anspruch besitzen und sich auch mal was wagen.
Worauf ich mich bei obigem Statement bezog (genauso wie Du übrigens auch), waren die großen Firmen. Denen geht es hat ganz offensichtlich gar nicht um Kultur, sondern nur um Patte. Und da sie die Geldmittel und damit die Macht besitzen, ihre Produkte in vergleichsweise gigantischem Rahmen zu bewerben, drücken sie die kleinen Fische aus dem medialen Spielchen 'raus.
Wer Musik liebt und sie nicht nur als kurzfristige Ablenkung versteht, der hat selbstverfreilich immer noch genug Möglichkeiten, seiner Liebe zu frönen.
Und wenn man mal ehrlich ist - irgendwie ist man ja auch froh, wenn man seine Lieblingsbands abseits der großen Marktschreier genießen kann und sie quasi für sich hat, oder!? *g*

Es gibt also eine Art Gegenöffentlichkeit,
die ihre Informationen hauptsächlich aus Print Medien bzw. dem
Internet bezieht. In der Metal Szene ist es ja genauso, die
einzigen die da mal in den „normalen“ Medien vorkommen sind
Poser wie Doro oder Bon Jovi.

Genau das. Gerade das Internet ist für die Musik an sich ein Riesengewinn. Spezialisierte Fanzines gab es vorher auch, jetzt können sich die Nischen-Berichterstatter, die kleinen Bands und die unabhängigen Labels aber noch besser in Szene setzen.

Am Ende würde nur „Und es hat Zoom gemacht“ 100mal pro Tag
laufen und ein gewisser Klaus Lage(seit Jahren Speerspitze der
Bewegung) hätte mehr Geld auf dem Konto.

Nun ja, ob man Lage zur Speerspitze zählen sollte? Gibt’s den überhaupt noch?
Und wie gesagt - auch ich bezweifle ja, dass das Radioprogramm dadurch anhörbarer wird. Es hat ja eher was mit Standortsicherung zu tun, wobei ich mich frage, ob es so schlimm wäre, wenn es keine deutsche Musik von SONY&Co. mehr gäbe!?

Ein Bundesweites Rockradio mit Spartensendungen und vor allem
Moderatoren die Ahnung von Musik haben, wäre mir lieber.

Tja, diesbezüglich ist Dland ja bekanntermaßen absolutes Entwicklungsland, denn sowas wie Radiokultur gibt es ja allerhöchtens auf regionaler Ebene…

meine Antwort besteht darin, dass ich in der Debatte eine
Phantomdiskussion sehe, die zum Gegenstand den allgemein
ausgesprochen unbefriedigenden Zustand des Mediums Radio hat.

Richtig.

Ein
quasi per Stichtag massiv steigender Bedarf an einer
bestimmten Art von Musik wird zunächst zu einem verstärkten
Angebot von Schrott führen. Es ist schlicht nicht möglich, auf
Kommando qualitativ hochwertige und massentaugliche
Musik herzustellen, wenn diese beiden Attribute nicht ohnehin
im krassen Widerspruch stehen. Der englischsprachige
Mainstream wird also durch deutschsprachigen Mainstream gleich
geringer Qualität ersetzt.

Richtig.

Der Blick nach Frankreich zeigt zwar,
dass die Quote brav eingehalten wird, aber genauso
unerträglich wie im deutschen Radio immer dieselben „Hits“
gedudelt werden – nur eben in der Landessprache.

Wobei man aber auch sagen muss, dass die deutsche Quotenforderung wohl erst in zweiter (oder sogar dritter) Linie etwas mit der Sprache und damit auch sozusagen mit „nationalistischen“ Forderungen zu tun hat; in Frankreich ging es ja primär darum, dass man die eigene Sprache gegenüber der englischen „Übermacht“ stärken und fördern wollte.
Genau daran krankt die Diskussion ja auch hier, und deshalb „dürfen“ BLUMFELD auch so einen Müll von sich geben. Die Befürworter der Quote in Dland können sich aus bekannten Gründen natürlich nicht hinstellen und sagen „Wir sind Deutsche und deshalb singen wir auch auf deutsch und wehren uns gegen die englische Sprache in der Popmusik“, sondern müssen die Forderung halt anders, nämlich finanziell-strukturell aus Sicht der Plattenfirmen begründen. Das ist sicherlich ein gutes Argument, aber dummerweise wird man natürlich hierzulande von gewissen Seiten immer in eine bestimmte Ecke gedrängt. Um das zu verhindern, schickt man dann halt eine Joy Denalane vor, aber ob das ausreicht?
Irgendwie hätte diese Debatte ganz gut ins Sommerloch gepasst, finde ich…

Es war so gemeint, daß Musik mit deutschsprachigen Texten ja
nicht unbedingt Musik deutschen Stils ist.

Hm machen die Einstürzenden Neubauten Musik deutschen Stils
oder wird das ein Rammstein Radio?

Da ich nie wissentlich etwas von diesen gehört habe, kann ich diese Frage nicht beantworten.

Wenn man

irgendwelche südamerikanische Folklore oder Gesänge eines
Muezzins (hoffentlich richtig geschrieben) ins Deutsche
übersetzt und dann mit dem deutschen Text singt, dann ist das
auch deutschsprachig.

Und wenn es von Kanakstern gesungen wird sogar 100% aus
Deutschland. Was dann? Ariernachweis wieder einführen?

Es kommt nicht darauf an, wer der Interpret ist. Die Musik von Roberto Blanco ist ja auch demselben Gebiet wie die von Heino zuzurechnen.

Beispiel: Sisters of Mercy „Marian“ - Andrew Eldrich hat
damals in Deutschland gelebt, Teile des Textes sind Deutsch
was nu? Oder von Bad Religion(?) gabs doch auch mal einen
deutschen Titel.

Wie gesagt - wer der Interpret ist, spielt keine Rolle, und ob die Sprache des Textes relevant sei, habe ich ja zur Diskussion gestellt.

Unterstützung deutscher Musiker kann es wohl kaum sein, :

Doch, das ist der Grund. Es gibt offennbar (leider) viele
Programmgestalter, die noch immer meinen, dass Musik aus
deutschen Landen automatisch schlechter ist als die aus
anderen Ländern - was sein kann aber nicht muss. Manche denken
bei dem Begriff „Deutsche Musik“ auch ausschließlich an
Schnulzen oder Volksmusik, obwohl das ja nur zwei von vielen
Musikgattungen sind. Sicher gibt es doch auch in Deutschland
jede Menge talentierte Künstler aller Stilrichtungen, die eine
Chance verdient hätten aber eben kaum bekommen, weil die
verantwortlichen Redakteure Schwierigkeiten haben, ihre
Scheuklappen loszuwerden. Eine gesetzliche Quote könnte dabei
helfen.

Warum dann aber eine quote für deutschsprachige Musik und nicht für deutsche Interpreten?

Warum dann aber eine quote für deutschsprachige Musik und
nicht für deutsche Interpreten?

Eine sehr gute Frage, die das Dilemma verdeutlicht, was ich andernorts andeutete. Eigentlich sind die Franzosen fast darum zu beneiden, dass sie bei Ihrer Diskussion um eine Quote die Sprache an erste Stelle setzen konnten/durften. Die deutsche Diskussion wird sich nämlich genau daran die Zähne die ausbeißen. Und da hilft eben auch keine Joy Denalane, denn Fakt ist nun mal, dass die offizielle Forderung deutschSPRACHIGE Musik nennt. Wenn sie stattdessen deutsche PRODUKTIONEN bzw. von mir aus auch deutsche INTERPRETEN in den Mittelpunkt gerückt hätten, dann wäre eine solche Quote m.E. durchaus nicht unwahrscheinlich. So läuft sich das ganze schnell tot, denke ich…

sowohl quoten als auch staatlich gelenktes radio gehören weg! die zuhörer wissen wohl selbst am besten was sie hören wollen und was nicht! wenn deutschsprachige musik kein publikum hat, dann wird eine quote auch nix daran ändern. (warum das so ist darüber läßt sich lustig spekulieren. das ist nämlich in anderen ländern ganz anders.)

gruß
datafox