...über dass man sich vortrefflich die Augen auskratzen kann!
Mein derzeitiger Argument-Favorit: BLUMFELDs Vorwurf an die Befürworter der Quote, dass sie "die in deutschem Namen begangenen Verbrechen und Untaten der Vergangenheit und Gegenwart [sic!] zu ignorieren und vergessen zu machen" versuchen.
Die Frage darf in diesem Zusammenhang wohl erlaubt sein: wie sehr kann man sich eigentlich entblöden?!
Was soll genau der Zweck derselben sein?
Ich persönlich denke, dass man auf diese Weise deutsch(sprachig)e Interpreten fördern kann, die sonst durch das Raster der großen Firmen fallen. Diese zahlen nämlich absolut horrende Summen an ihre Megastars und pushen sie, wo sie nur können. Mit Kultur hat das wirklich nichts mehr zu tun!
Natürlich bin ich nicht naiv und weiß wohl, dass sie in erster Linie Geld verdienen wollen. Aber es gibt ja auch Kleinstlabels, die im Gegensatz dazu nur nicht pleite gehen wollen. Den Unterschied macht hier die Qualität aus, denn Kleinstlabel lehnen sich nach wie vor sehr wohl aus dem Fenster und schaffen so kulturelle Werte. Reich werden sie damit nicht, aber das ist auch -wie gesagt- nicht ihr vorrangiges Ziel.
Im Gegensatz zu den großen Firmen halt, und diese produzieren [!!!] daher fast ausnahmslos nur noch austauschbaren Schrott, der lediglich dadurch nicht völlig austauschbar wird, weil man ihm gleichzeitig noch ein mehr oder minder hübsches Gesicht mit entsprechenden (initiierten?) Skandälchen und Klatschgeschichten hinzufügt und den Interpreten damit in erster Linie zur Marke macht.
*durchatme*
So, bevor ich mich jetzt noch weiter aufrege, komme ich zum Anfang zurück.
Natürlich ist nicht gleich jeder deutsch(sprachig)e "Künstler" (dass ich nicht lache!) automatisch "besser" als Britney Spears o.ä., aber auf diese Weise verhindert man wenigstens, dass die großen Firmen nicht ausschließlich auf internationale (und hier eben meist US-amerikanische) Marken...äh, Interpreten setzen.
Denn genau das passiert ja gerade - deutsche Ableger machen dicht oder bekommen ihr Geld zusammengestrichen (alles unter dem Deckmäntelchen "MP3 ist schuld"), und letztendlich geht der Trend eindeutig in Richtung Zentralisierung - mit Zentrum in den US of A.
Natürlich kann man von keinem amerikanischen Manager erwarten, dass er sich auch um einen deutschsprachigen Künstler kümmert, oder!?
Unterstützung deutscher Musiker kann es wohl kaum sein, denn
diese können auch in englischer oder französischer Sprache
singen, während auch Polen oder Italiener deutsch singen
können.
Stimmt, und das ist sicherlich ein Argument, dass dazu führen wird, dass bei Einführung einer Quote auf einmal mehr deutsche Interpreten eben doch auf einmal deutsch singen werden.
Ob man das gut findet oder nicht, steht auf einem anderen Blatt.
Ich persönlich halte es da mit der deutsch(sprachig)en Band JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE (übrigens auch auf einem Kleinstlabel), die der Meinung sind, dass sie das, worüber sie singen wollen, eben am besten in ihrer eigenen Sprache ausdrücken können, weil es eben ihre Muttersprache ist, deren Zwischentöne und sonstigen Kniffe sie nun mal beherrschen, während es im Englischen halt oft auf in Schulenglisch verfasste Klischeetexte hinausläuft.
Wenn also ein deutscher Künstler etwas zu sagen hat, ist die deutsche Sprache für die meisten sicherlich besser geeignet.
Die Texter ohne Aussageambitionen können ja weiterhin Bon Jovi-Texte eindeutschen. Spricht ja auch nichts dagegen, denn Texte müssen auch für mich nicht brilliant sein; es reicht mir, wenn sie brilliant vorgetragen werden. Wenn beides zusammenfällt - um so besser!
Sollte es eine kulturell bedingte Ursache sein, so muß man
sich fragen, ob die Sprache das überwiegende Kriterium ist.
Meines Erachtens wäre unter diesem Aspekt Musik deutschen
Stils (wenn man von dem Vorhandensein eines solchen ausgeht)
auch dann, wenn deren zugehöriger Text in einer Fremdsprache
verfaßt ist, eher geeignet als irgendwelcher Gesang
indonesischen oder arabischen Stils in deutscher Sprache.
Puh, ich habe das jetzt 5x gelesen und komme nicht ganz auf den Sinn hinter der Aussage. ;)
Um zum Abschluss zu kommen: ich bin grundsätzlich für eine solche Quote, glaube aber nicht, dass sie zu "besserer" Musik führt (wobei das natürlich ein total beknacktes Geschmacksargument ist).
Lieber wäre mir eine Major/Independent-Quote...