L.Cohen'Dear Heather' und E.Costello'North'

Hallo,
ich (40 M) habe die beiden o. g. CDs in den letzten Tagen geschenkt bekommen und bin hin und weg. Zum Kamin mit nem Glas Rotwein und meiner Frau gibts nix schöneres.
Kann mir jemand CDs / Interpreten / Titel geben, die in die ähnliche Richtung gehen? Ich komm eher aus der Rockecke und hatte bis jetzt wenig (höchstens Norah Jones) mit Jazz zu tun.
Danke (ach so, wenn möglich CDs, in die man bei Amazon reinhören kann)
Ralf

L. Cohen, ‚Dear Heather‘ und E. Costello, ‚North‘
Hallo Ralf,

hatte bis jetzt wenig (höchstens Norah Jones) mit Jazz zu tun.

meiner bescheidenen Meinung nach haben weder Norah Jones noch Leonard Cohen noch Elvis Costello, insbesondere die benannten Alben, etwas mit Jazz im eigentlichen Sinne zu tun. Ich würde deren Musik als „Singer/Songwriter“ (Cohen), „Adult Pop“ (Costello) oder „Pseudojazz“ (Jones) bezeichnen. Dies aber nur am Rande.

Um auf deine Frage zurückzukommen:

Norah Jones ähnlich:

  • Noa
  • Feist
  • Katie Melua
  • Keri Noble
  • Jamie Cullum (männlich)
  • Rebekka Bakken
  • Sarah McLachlan
  • Silje Nergaard
  • Diana Krall
  • Tori Amos
  • Heather Nova

Für alle, die die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und schreien, wie man Tori Amos oder Diana Krall mit Norah Jones vergleichen könne: Will ich nicht und mache ich nicht. Ich kann mir nur vorstellen, dass jemand, der Norah Jones mag, auch an diesen Interpreten Gefallen finden könnte.

Wer Leonard Cohen gerne hört, wird Musik aus der Serie der „American Recordings“ von Johnny Cash womöglich interessant finden. Die Musik ist nicht vergleichbar mit „Ring of fire“ oder „I walk the line“, was man landläufig kennt, eigentlich auch nicht mit Cohen. Dafür bewegt sich die Stimme in ähnlichen Tiefen wie die von Leonard Cohen. Vielleicht kann ein Leonard-Cohen-Fan auch an Tom Waits Spaß haben. Gerade was die letzten zwei CDs von Cohen angeht, „Ten new songs“ und „Dear Heather“, fallen mir Vergleiche ohnehin schwer. Was bei Allmusic als „Similar Artists“ genannt wird, überzeugt mich größtenteils nicht. Gerade Interpreten wie Bob Dylan oder Lou Reed dürften für jemanden Anfang 40 bekannt und somit uninteressant sein. Vorschläge wie J. J. Cale oder John Fogerty, von beiden gibt es Alben jüngeren Datums, gebe ich gerne weiter, lassen mich aber eher schmunzeln. Auch Ähnlichkeiten mit Chris Jones und Allan Taylor sind wohl nur bedingt erkennbar.

Was mich ebenfalls amüsiert: Wenn man bei http://launch.yahoo.com Alben suchen lässt, die ähnlich wie „North“ klingen sollen, tauchen fast nur Beatles-Platten auf. Noch ein bisschen Bowie, fertig. Sehr hilfreich. Zwei möglicherweise interessante Adressen sind, jeweils mit Einschränkungen, Paolo Conte und Randy Newman. Bei einigen Nummern von Aaron Nevilles Album „Nature boy“ habe ich an Costello denken müssen. Ansonsten bin auch ich eher ratlos.

Viele Grüße
Christopher

Hi.
Kannte die L.C. noch nicht habe sie mir aber gerade mal bei Amazon angehört, ist genau die Musik bei der ich mich wohlfühle. Spontan ist mir da gleich einer eingefallen, wenn Dir die Cohen gefällt und Du offen genug für Elvis Costello bist dann empfehle ich Dir mal bei Tom Waits reinzuhören. Manche seiner Songs haben wunderschöne Melodien die man erst unter seiner rauhen Stimme entdecken muss.
Sicher kennst Du „Downtown Train“ gesungen von Rod Stewart, ganz klar Schnulze, jetzt hör´ Dir´s aber mal von Tom Waits an, der hat es nämlich geschrieben - genial. Zum Einsteigen könnte ich Dir die „Mule Variations“ empfehlen, lass mal hören ob´s was war.
Gruß
Gerald

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

@ Gerald
Hallo Gerald,
vielen Dank für den Hinweis auf Tom Waits, ich war gerade bei Amazon und fand die Aausschnitte der „mule variations“ fast zu „rockig“ für nen Kaminabend.
Du erwähntest „Downtown Train“, find ich leider nicht.
Welches Album?
Danke
Ralf

Bitteschön:
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B000001FFJ

Gruß
Christopher

@ Christopher
Hallo Christopher,
vielen Dank für die vielen Tipps, Aaaron Nevilles „Nature Boy“ ist auf der Wunschliste.

„Jazz“ im Zusammenhang mit der Cohen ist nicht von mir sondern aus dem Berliner „Tagesspiegel“ und stand dort im Zusammenhang mit dem jüngsten Konzert von Cohen in Berlin vor ca. vier Wochen…
Grüße
Ralf

@ Christoher und Gerald
…was haltet Ihr eigentlich von Willy Deville „acoustic live in Berlin“?..

Hallo Ralf,

mit Johnny Cash, Tom Waits und einigen anderen sind dir ja schon gute Tipps gegeben worden. Trotz Christophers Einwurf, die sog. „similar artists“ zu Cohen, Bob Dylan und Lou Reed, seien, weil hinlänglich bekannt, weniger interessant, empfehle ich Dir auch dort doch einmal reinzuhören. Bsp. „Love And Theft“ (2001) von Bob Dylan, welches viele jazzige Elemente enthält, oder „Songs for Drella“ (1990) von Lou Reed und John Cale. Beide findest du zu Reinhören bei amazon.

Wenn es auch etwas „folkiger“ sein darf, empfehle ich dir dringend Greg Brown (z.B. „Further In“ (1996) oder „Dream Café“ (1992)). Leider bietet amazon hierfür keinen Anhörservice. Du kannst bei allmusic reinhören, aber nur wenn du dich registrieren lässt.

Außerdem zu empfehlen sind Luka Bloom und unbedingt Rickie Lee Jones (z.B. „The Accoustic Motorbike“ (1992) von Bloom und „Pop pop“ (1991) von R.L.Jones, beide kannst du dir bei amazon anhören).

Viel Spaß beim weiteren Entdecken

FM

…was haltet Ihr eigentlich von Willy Deville „acoustic live
in Berlin“?..

Hi.
Sorry kenne ich so direkt nicht, allerdings wenn Willy Deville der ist der bei Dylan vor ein paar Jahren Vorband war - dann nix. Hat mir nicht so zugesagt.
Anschließen kann ich mich übrigens dem Tip mit Luka Bloom und wenn es noch eine Runde schmelziger sein darf - Dougie Maclean, bei dem schmelzen immer alle Mädels dahin denen ich es vorspiele.
Ein Tip noch zum anhören von CD´s, ich gehe immer auf den amerikanischen Amazonpartner CDNow, dort ist meist das ganze Album als 30 Sekunden Hörprobe und auch viel mehr CDs zu finden.
Gruß
Gerald