Musikstile

Von: , Frage gestellt am Di, 8. Aug 2000

Jungle, HipHop, Grunge, es gibt heute so viele Bezeichnungen für Musikstile, daß kaum noch einer weiß, was darunter zu verstehen ist. In der populären Musikgeschichte verhält es sich ähnlich wie in der Archäologie. Je älter der Fund, desto unbestimmbarer ist die Zeit und die Herkunft. Wie die populäre Musik begann liegt weitgehend im Dunkeln, doch in den Zeittabellen der Rockfibeln und Geschichtsbüchern fing alles mit dem Blues an. Und um den Rahmen des Artikels nicht zu sprengen, fängt der Autor genau hier an.

Es begann in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Sklaverei in den USA nach den Bürgerkriegen abgeschafft wurde. Die Liedgattung Blues entstand aus der Gemeinschaft der Schwarzen, die damit ihre afrikanischen als auch ihre durch die Versklavung in Nordamerika bedingten Lebensweisen Ausdruck verliehen. Volker Albold und Rainer Bratfisch zitieren in ihrem Buch Blues heute den Musikkritiker Arnold Shaw: „Der Blues ist die – offene oder versteckte – Klage eines unterdrückten, erniedrigten Volkes, ohne Dach über dem Kopf, ohne Liebe, ohne Geld, ohne Ansehen, ohne Identität – aber, ironischerweise, nicht ohne Hoffnung...“ Erst in den zwanziger Jahren wurde der Blues populär, also bekannt, durch die ersten Begegnungen mit der weißen Bevölkerung und den ersten Schallplattenaufnahmen. Auch der Jazz war eine musikalische Form der Afroamerikaner, wesentliche Ursprünge lagen im Blues und der afroamerikanischen Folklore. Der Begriff selbst entsprang dem Slang der Bevölkerung (All that Jazz = All der Mist) und übertrug sich erst später auf die Musik. Die Musik wurde bekannt durch weiße Musiker namens Original Dixieland Jass Band, die im Jahre 1917 die erste Schallplatte dazu einspielten. Heute ist der Jazz in allen Teilen Welt ein wesentlicher Bestandteil der zeitgenössischen Musikentwicklung.
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Der Begriff Popmusik kam erst in den zwanziger Jahren auf und besaß zwei Ursprünge. Einerseits aus dem Wort Pop Art, eine Kunstrichtung, die allen Bevölkerungsschichten zugänglich sein sollte und andererseits gedacht als Oberbegriff für Musik, die jeder kennt. Aus dem amerikanischen: Popular Music, darunter sind sowohl Rock als auch Schlager zu verstehen, beziehungsweise volkstümliche Musik. Heute steht Popmusik vor allen Dingen für Musik der Masse.
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Die Rockmusik hatte seine Wurzeln im Rock´n´Roll Mitte der fünfziger Jahre und dessen frühen Spielart Rockabilly. In England gab es den Begriff noch nicht. Hier nannte man es Beat und eine der bekanntesten Vertreter waren die Beatles. In den USA bezeichneten die Musiker diese Art der Musik als Rock. Diese Musikstilbezeichnung ist heute der elementare Bestandteil vieler, bekannter Musikgruppen. Aus ihm entstanden der Hardrock um 1970 mit den Vertretern Led Zeppelin, Black Sabbath und Deep Purple, der Punkrock ab Mitte der siebziger Jahre mit den legendären Sex Pistols und der Artrock in der ersten Hälfte der siebziger Jahre, der die sinfonische Dichtung des 18. Und 19. Jahrhunderts in die Musik einbezog.
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Ende der sechziger bis zum Ende der siebziger Jahre entstanden sehr viele Stile in unterschiedlichen Regionen. Der Funk und Soul mit ihren Ursprüngen im Jazz, auch Funky Jazz, drückten das neue Lebensgefühl der Afroamerikaner in den USA aus. Aus diesem Gefühl wuchsen später die Richtungen Rap und Breakdance. Während Rap, aus dem amerikanischen Slang: to rap = quasseln, als Sprechgesang bezeichnet wurde und seine Ursprünge im Funk und Soul hatte, entstand in New York, vor allem durch die puertorikanischen Slumbewohner des Stadtteils South Bronx, der Breakdance. Er drückte sich in Tanzformen auf der Straße aus und seine bekanntesten Begleittänze nannten sich Electric Boogie, Flash Dance oder auch Moon Walking.
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Auf dem Inselstaat Jamaika entwickelte sich aus dem afrikanischen Ursprung eine ganz andere Stilrichtung: Der Reggae. Er war ein Teil der jamaikanischen Ghettobevölkerung und drückte mit dieser Musik den sozialen Protest aus. Die esoterische Religion Rasta war ebenfalls Bestandteil dieses Stils und einer der bekanntesten Vertreter des populären Reggae war und ist Bob Marley. René Wynands beschreibt in seinem Buch Do the Reggae folgendes: „ Für viele Jugendliche aus dem Ghetto bedeutet Reggae außerdem die einzige Chance, den Ort ihres bisherigen Lebens zu verlassen und zu Anerkennung und Besitz zu kommen.“
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In Deutschland lehnten sich die populären Musikstile meist an die angloamerikanischen und englischen Musiker. Es entstanden aber auch ganz eigene Liedformen wie beispielsweise die Neue Deutsche Welle, auch neue deutsche Tanzmusik, als Antwort auf den englischen Punkrock Anfang der Achtziger. Besonderheiten waren die deutsche Sprache in der man sang und die minimale Benutzung von Instrumenten. Bekannte Vertreter der NDW sind Nena, Trio, Markus oder Joachim Witt.
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Seit dem Beginn der Achtziger sprossen nun Musikstile wie Grashalme aus dem Boden. Darunter befanden sich der Grunge aus Amerika mit der bekanntesten Band Nirwana und ihrem verstorbenen Sänger Kurt Cobain. Harte Gitarrenriffs und die Einbeziehung der amerikanischen Musik der Siebziger definierten diesen provokativen Sound. Grunge war im Grunde genommen die Gegenbewegung zum Techno. Techno war mehr eine kleine Szene in den Untergrund Klubs und wuchs erst Jahre später, durch die multimediale Vermarktung, zu einem Massenphänomen. Er zeichnet sich durch seine wirklich lauten, durchgehenden Bass- Sound aus. Die Loveparade in Berlin schenkte dem Techno entgültig den Bekanntheitsgrad. Kurzlebige Stile wie der Acid- Jazz, der den Jazz mit durchgehenden Schlagzeugrythmen durchzog, schossen so schnell in die Höhe wie sie auch wieder sanken. Jungle, keineswegs aus dem Dschungel stammend, war 1994/95 die europäische Antwort auf den Gangsta- Rap in den USA und definiert sich durch die doppelte Geschwindigkeit des Reggae. Ähnlichkeiten zum Jungle hat auch der sogenannte Drum´n´Bass- Stil, der sich hauptsächlich auf den Rhythmus in der Musik beschränkt und als neuester Trend in der Musikszene galt.
Alexander Denk

5 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 59 Minuten hilfreich
    Re: Musikstile

    na toll, und jetzt?

    Wir haben doch bestimmt alle hier mindestens 5 Bücher im Schrank stehen, wo genau das (in ausführlicherer Form) drinsteht. Ich selbst hab auch in meiner Diplomarbeit (und es war nur Design *g*) genau das und mehr geschrieben...
    By the way: Nirvana schreibt sich mit v !
    Und was zum Geier soll Flashdance für ein Tanzstil sein? Nach nur 1 Film? *g* Elemente des Jazzdance, Freestyle, Sport und später weitergeführt als Streetdance wäre wohl der Zeit übergreifender...
    Egal, ich will ja nicht Korinthenkacken *g*, weiß nur nicht, was du uns mit dem Roman hier sagen willst... (?)
    Nix für ungut. Schönen Gruß :o)
    Caren

  2. Antwort von nach einer Stunde hilfreich
    Re: Musikstile

    ich habe grunge eigentlich immer als gegenbewegung der sowieso sich auflösenden new romantics-szene mit ihrem ganzen glam und gedöns gesehen...

    alles weitere wurde zu deinem artikel schon gesagt.

  3. Antwort von nach 2 Stunden hilfreich
    Geht's noch?

    Ist schon toll, was Du alles weisst.
    Ich frage mich nur, warum Du dies gleich 2x (ohne Aufforderung) in diesem Brett kundtun musstest!?!
    Hast Du auch eine Frage, oder weisst Du schon alles?
    HOFee

  4. Antwort von nach 3 Stunden hilfreich
    Jo, geh fort ;-)))!

    Alles gut und schön, aber allerdings halte ich einige Sachen in den Text für falsch oder zumindest für falsch formuliert. Vielleicht solltest Du bei einigen Sachen noch einmal über die Rechtschreibung nachdenken ... ;-)

    Woher ist denn das? Für eine Diplomarbeit o.ä. ist es ja irgendwie ein bisschen kurz, aber ein Zeitungsartikel oder Schüleraufsatz könnte es sein ...

    Gruß!

    Chris

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