Suche Gesangsmikro und -verstärker

Hallo Ihr,
da ich mich jahrelang darum gedrückt habe, mir für meine Band anständige Geräte zuzulegen, wurde ich nun von unserem Gitarristen erstmal auf die Suche nach einem guten Mikro und einem Gesangsverstärker geschickt. Da ich jedoch noch studiere, sollte es erschwinglich sein. Kann mir jemand weiterhelfen?
Achso, ich komme aus dem Ruhrpott.
Viele Grüße, Lucy

Gesangsmikro
Das Standardmikro ist das SHURE SM58 (das meistverkaufte Vocal-Mikrofon der Welt), dass Du für unter 200.-DM bekommst.
Im übrigen solltest Du die Frage vielleicht lieber unter Audio und Hifi posten, denn da ist sie eher angebracht.
HOFee

Hi,

bei Mikros ist das Shure sicher eine gute Alternative, da sehr robust und relativ preiswert. Allerdings kommt es sehr darauf an, was Du definitv damit anstellen möchtest. Für Aufnahmen ist das Shure nicht unbedingt empfehlenswert. Ich habe mich nach langem Probieren für ein - allerdings wesentlich teureres - Electrovoice entschieden, weil bei mir das übertragene Klangbild wesentlich klarer rüberkam. Ich weiss, dass der Rat jetzt blöd klingt, aber hier hilft eigentlich nur ausprobieren.

Ich würde dir auf keinen Fall empfehlen, über einen Gitarren- oder Bassverstärker zu singen - der Sound ist doch herzlich müde. Hier würde ich auf einen Powermixer + Box gehen. Es gibt z. B. von Yamaha ganz brauchbare Mixer mit 200 W Endstufe für unter 1000,-- DM. Vieleicht kannst Du ja - da ein Mixer ja von der ganzen Band benutzt werden kann - die anderen Bandmitglieder überzeugen, ein bischen Kohle beizusteuern.

Gruss
Peter

Infos zu Mikros
Hi Lucy,

ich bin auch gerade dabei, mir ein gutes Mike anzutun. Allerdings brauche ich keinen Live-Amp wie Du.

Es gibt zwei grundsätzlich zu unterscheidende Arten von Mikros:
Die von den Kollegen vorgeschlagenen Mikes (z. B. das Shure) sind dynamische Mikes. Vorteile: sie sind robust (beim Live-Gig werden fast ausschließlich dyn. Mikes verwendet), der max. Schalldruck ist recht hoch (d. h. es kann sehr Laute Klänge/Geräusche aufnehmen ohne zu verzerren) und überdies sind sie recht preiswert. Nachteile: Der Frequenzgang ist nicht so ausgewogen, d. h. daß je nach Fabrikat bestimmte Frequenzen weniger gut aufgenommen werden. Meist fehlt es den dyn. Mikes oberhalb von 15kHz an Durchsetzungsvermögen.
Deshalb werden bei (semi-)professionellen Studioaufnahmen höherwertige Kondensatormikros verwendet. Diese benötigen zur Schallwandlung eine Versorgungsspannung (sog. Phantomspannung, i. d. R. 48V), die über das symmetrische (dreipolige) Mikrokabel gespeist wird. Diese Phantomspannung kommt entweder aus dem Mischpult, an das das Mikro angeschlossen ist oder aber, und das ist die bessere Lösung, vom Mikro-vorverstärker. Ein solcher Pre-Amp ist sinnvoll, wenn man das naturgemäß schwache Mikrosignal nicht von den im Mischpult eingebauten Pre-Amps verstärken lassen will, sondern sich lieber selber ein hochwertige Verstärkung aussuchen möchte, die dann auch meist noch über einige Features verfügt wie EQ, Limiter (Übersteuerungsschutz), Kompressor etc. Auch kann man sich für einen Röhrenvorverstärker entscheiden, was derzeit sehr angesagt ist. Wenn man lange Kabelstrecken zum Mischpult zurückzulegen hat, kommt man um einen Pre-Amp oder DI-Box gar nicht mehr herum, da sonst die von dem als Antenne wirkenden Mikrofonkabel eingefangenen Störsignale bei der anschließend noch notwendigen Verstärkung zu sehr hervortreten.
Zum Kondensatormikro selbst: Diese Mikros zeichnen sich aus durch einen sehr ausgewogenen Frequenzgang, hohe Empfindlichkeit und hohe Transparenz, da sie die hochfrequenten Obertöne besser aufnehmen können. Sie sind Standard für Studiogesangsaufnahmen. Ein solches werde ich mir kaufen. Nach der Lektüre des Mikro- und Mikro-Pre-Amp-Tests in der KEYBOARDS (Soundbeispiele auf CD beigelegt, http://www.keyboards.de) habe ich mich für das Kond.-Mikro Audio Technica 4033a entschieden (Kosten: DM 777,-), dazu nehme ich das äußerst Preisgünstige Pre-Amp Behringer Ultragain Pro MIC2200 (http://www.behringer.de/ger/products/audiosolutions/…, DM 299,-Preise beide Music-Store, http://www.musicstorekoeln.de).

Kurz: Wenn Du erst mal nicht so viel Geld ausgeben willst und ein Mikro für Gig und Studio willst, würde ich auf die Empfehlung des Shure-Mikros hören. Willst Du aber auch Demos anfertigen oder Auftragsarbeiten anbieten, kommst Du um ein Kondensatormikro nicht herum. Meine Empfehlungen sollten Dir dabei nur als Anhaltswerte dienen, da die Mikro- und Pre-Amp-Wahl Geschmackssache ist. Besser, Du machst einen eigenen Soundvergleich im Laden.

Noch Fragen? Nur zu.

Viel Erfolg.
R o b.