Achtung! Kreativitäts-Mangel nimmt Überhand!

Hallo an alle Musik-Fans!

Seit vielen Jahren bin ich begeisterter Musik-Hörer und auch selbst Musiker. Während bis zu den frühen 80-ern die Musik der Charts und der gerade aufgekommenen Musik-Videos (Verdienst von MTV) mitunter noch begeistern konnte, hört man doch seit Jahren im Radio/Fernseher bloß noch Strickmuster-Musik. Das einzige was zählt, sind Verkaufszahlen. Die Kunst bleibt dabei völlig auf der Strecke. Man höre sich das Gequäke der Spezies „Girlie-Gruppe“ an, deren Brunftgesang eher Tinnitus statt Staunen hervorruft. Hauptsache die Optik stimmt und die Bauchnäbel sind frei. Ähnlich verhält es sich auch mit männlichen Vertretern dieser Gattung. Sie belieben, mit frei und offen präsentierten Körperpartien ihre nicht vorhandene Musikalität zu überspielen. Und alle fallen darauf hinein. Arme Welt! Wo bist Du hingekommen? Wie kommt es, dass Du Dich von Zlatti und Co. so sehr verarschen lässt!? Vorbei sind die Zeiten, in denen ein Musiker nach seiner Kunst und nicht an seinen aufreißenden Bewegungen gemessen wird. Am schlimmsten finde ich jedoch die ganzen Cover-Versionen, in denen tollen alten Songs entgültig der garaus gemacht wird. Fällt denn den „Musikern“ - wenn man sie überhaupt so nennen kann - nichts eigenes mehr ein? Wie gesagt, Verkaufszahlen sind alles. Sogar einst von mir noch als „gut“ (Geschmacksache) erachtete Gruppen und Musiker versuchen krampfhaft, wieder etwas Knete zu machen, in dem sie „neue“ Stücke auf den Markt werfen, die in ihrer Machart einfach schon einmal erfolgreichen Stücken nachempfunden sind. So war ich sogleich erstaunt und erzürnt, als ich das letzte Video von Roxette zufällig bei VIVA gesehen habe: das Metrum, das Tempo, die Akkorde und sogar große Teile der Melodie waren mit einem früheren Song von Roxette (Titel vergessen - war noch nie Fan von denen) absolut identisch! Ich konnte die Melodie im Voraus erahnen, ohne diesen Song jemals zuvor gehört zu haben. Und was macht der doofe Konsument? Er kauft sich die CD. So viel Doofheit hätte ich unserer breiten Bevölkerung gar nicht zugetraut. (Oder vielleicht doch?) Aber ganz tolle Künstler, die ihre Instrumente beherrschen, kreative Musik höchster Qualität darbieten - und das noch live(!) - müssen sehen, wie sie über die Runden kommen. Da stimmt doch etwas nicht. Mir fehlen die Worte. Im Zeitalter der elektronischen Musik, wo jeder, der ein bischen mit Software umzugehen weiß, im Null-Komma-Nix seinen Bumm-Bumm-Hit basteln kann, - sofern ihm „attraktive“ Mikrofon-Missbraucher zur Verfügung stehen - ist die Qualität der ständig zu hörenden uns unausweichlichen Musik auf dem absoluten Nullpunkt angelangt. Es gibt leider nur wenige Ausnahmen.

Bekannt …
Auch hallo!

Zwar kann ich Deinen Groll verstehen, aber …

…, hört man doch seit
Jahren im Radio/Fernseher bloß noch Strickmuster-Musik. Das
einzige was zählt, sind Verkaufszahlen.

Gegenbeispiel Fußball: da geht´s auch nur noch um die Kohle; scheint ne Krankheit zu sein, gegen die nur die Pleite hilft …

Arme Welt! Wo bist Du hingekommen?

Da, wo die Welt sich selbst hingebracht hat…

Am schlimmsten
finde ich jedoch die ganzen Cover-Versionen, in denen tollen
alten Songs entgültig der garaus gemacht wird. Fällt denn
den „Musikern“ - wenn man sie überhaupt so nennen kann -
nichts eigenes mehr ein?

Noch´n Gegenargument: es gibt auch Musiker, deren Coverversionen grandios sind! Eva Cassidy (gestorben 1996 an Krebs) coverte z.B. Fields of Gold von Sting. Zitat Sting: „Das ist die wundervollste Version, die ich jemals gehört habe!“ (*anschließ*)

So viel Doofheit hätte ich unserer breiten Bevölkerung
gar nicht zugetraut.

Naja, Doofheit … Es gibt unzählige Beispiele von geklauten Songs (selbst Elvis hat sich bedient). Der Grundgedanke ist ja nicht schlecht: Was einmal gefiel, gefällt vielleicht auch ein zweites Mal. Natürlich nerven „Cover“, die man nicht mag, aber das gleich als Doofheit abzutun finde ich zu einfach.

Mir fehlen die Worte.

Dafür ist das posting recht lang … ;c)

Damit wir uns nicht mißverstehen: Auch ich mag ganz bestimmt nicht alle Cover-Versionen! Auch mir geht es auf den Sack, wenn ich das Gefühl habe, immer das selbe zu hören. Auch ich favorisiere Musiker, die ihr Handwerk beherrschen. ABER: ich erkläre nicht den Rest der Welt für dumm. Geschmäcker sind verschieden. Wie schon so oft gilt auch hier: umschalten oder abschalten kann jeder selbst.

Und jetzt leg ich mich mit einem 92er Merlot aufs Sofa und tu mir Schwanensee rein. Weil´s besser is. Und ob oder wo Tschaikowsky geklaut hat wird mir sooo egal sein … ;c)

Gruß
Vince.

Nochmal hallo!

Ich gebe zu, dass ich mich gerade mit dem Ausdruck „Doofheit“ etwas vergriffen habe. Sorry an alle! Dennoch bringt es ziemlich gut meine Stimmung zum Ausdruck. Ich bezweifele auch nicht, dass es gute Cover-Versionen gibt. Das zieht sich ja wie ein roter Faden durch die Musik. Und die wirklich Guten kommen von Leuten, die es eigentlich gar nicht nötig hätten, es aber trotzdem tun, weil der Song einfach gut ist. Jedoch verabscheue ich jene Versionen, die gerade in den letzten - sagen wir mal 5 - Jahren wie die Pest aus dem Radio quellen. Das sind doch meist irgendwelche unbekannte Leute, die das nur einzig und allein deswegen machen, damit sie einmal in die Charts kommen, einen Haufen Kohle schäffeln, um einen Monat später wieder im Sumpf zu versinken. Und das mit teilweise weniger als minderwertiger Qualität. Am schlimmsten finde ich genau die 08-15-Versionen, wo dann über die fast unveränderten oder nur leicht remixten Original-Tracks alle Nase lang wer rapt. Dass mein Posting so lang ist, hängt damit zusammen, was ich zu sagen wünsche. Ist doch ganz einfach. Hat Dich ja keiner gezwungen, es zu lesen :wink:
Naja, Friede, Freude, Eierkuchen … ich hoffe, Du hast beim Schwanensee und dem Merlot (hmm… lecker!) die Erbauung gefunden, die ich leider im Radio und den Bummbumm-Kneipen vermisse.

Gruß
Hansi

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Hallo zusammen,

dem Beitrag von Hans-Jörg kann ich größtenteils zustimmen. Leider hat sich in der Musikindustrie aber nicht viel geändert. Es werden von den Musikproduzenten Erfolgskonzepte auf die Beine gestellt und passende „Künstler“ gesucht. Beispiel sei nur die von RTL 2 gestarteten Kampagne, bei der die No Angels als Produkt „erarbeitet“ wurden. Da war der erste Song (Daylight) schon in der Schublade, bevor es die Gruppe überhaupt gab. Und der Fernsehzuschauer kann die Verarsche auch noch mitverfolgen und findet es obendrein auch noch toll. Mitllerweile fällt den Produzenten zu ihrem „Produkt“ auch nichts mehr ein, also lassen wir die Mädels erst mal eine Cover- Version singen, dann sehen wir weiter, ob das Konzept noch Kohle bringt.
Ähnliches gilt für die Bay City Rollers aus den 70’gern, hier hat man ebenfalls nach erstelltem Konzept die Studiotür geöffnet und die dem Zeitgeist entsprechenden Typen ins Studio gezerrt. Klar musste man denen erst mal ein Instrument und den Kniff beim Fönen der Frisur beibringen, damit sie wussten, wie sie die Klampfen bei DISCO '72 ff mit Illja Richter zum Playback halten müssen. Ein Liveauftritt war anfangs undenkbar, sie wurden verschämt als „Studioband“ bezeichnet.
Man zielt bei den Musik- bzw. Plattenfirmen auf die Teenies als Kunden ab, diese haben den Wunsch, sich mit „ihrer“ Musik zu idenfizieren und zu definieren. Da ich damals ebenfalls auf diesen Leim ging, rege ich mich mittlerweile nicht mehr zu sehr darüber auf, Hans- Jörg hat aber insofern recht, weil es immer peinlicher wird.
Ich bin mittlerweile eher von einer Liveband zu begeistern, die in der Lage ist, Oldies und/oder aktuelle Titel direkt vor meinen Augen zu spielen, ohne sich irgendewelchem vorprogrammierten Digitalgeklimpers (Samples, MIDI etc.) zu bedienen, sofern die Vorlage es erlaubt. Ansonsten kann ich gleich CD’s auflegen, ob die Musik von der CD oder vom aufgstellten Synthis und MIDI- Sequenzern kommt, ist dann auch egal. Der Musik-Präsentierende hat dann allenfalls nur noch steckerverbindende und programmaufrufende Funktion, müsste sich dann aber als Disc- Jockey (oder auch Bit- Jockey?) bezeichnen.
Ein weiterer Aspekt ist folgender:
Seit einigen Jahren erfreuen sich die sogenannten Oldie- Events großer Nachfrage. Ob es sich dabei um Oldie- Abende in der örtlichen Disco mit Titeln der 70’ger , 80’ger Jahre, etc handelt oder um Konzerte, bei dem Gruppen vergangener Zeiten durch die Welt touren, ist egal, die Nachfrage nach „ehrlicher“ Musik ist Gott sei Dank noch vorhanden. Wenn dann aber der Künstler im Rollstuhl auf die Bühne geschoben wird, ist es natürlich ebenfalls peinlich…(Nils Lofgren mit Trampolin und Salto rückwärts mit angeschlossener Gitarre im Rollstuhl wäre zwar eine Steigerung, wahrscheinlich aber eine einmalige Vorstellung - No Mercy).
Was solls, die Zeit nagt damals wie heute an den Girlie- und BoyGroups, diese werden auch den Weg aller Eintagsfliegen gehen, daran hat sich nicht geändert. Ob die Gruppe nun No Angels, Atomic K(T)itten oder Bananarama, Silver Convention heisst, ist wurscht, die Plattenfirmen haben die Kohle kassiert und werden das auch weiterhin tun, da es sich um einen Markt mit Angebot und Nachfrage handelt.Die Frage nach dem künstlerischen Anspruch muß jeder (Musik- Fan)für sich entscheiden…obwohl es einen traurig stimmt.

Gruß W.

Hi Hans-Jörg,

in Teilen gebe ich Dir Recht, dennoch vermute ich, daß Du mit Deinem berechtigten Unmut falsch argumentierst.

Zu diesem Thema gab es bereits einen laaangen langen Thread. Hierin schrieb ich, was ich für das eigentliche Übel an der Musikindustrie nowadays halte (http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…).

Schau doch mal, ob Du meine Ansicht nicht vielleicht teilst. Wenn ja, dann sähst Du es als nicht an sich schlecht an, daß hyper-gestylte, covernde Pop-acts gute Umsätze machen.

Grüße
R o b.

Hi,

zuerstmal: ja, ich finde diese Pop-Sternchen a la No Angels eher zum abschalten und ja, die fehlende Kreativität, die sich z. Zt. in schlechten Cover-Versionen noch schlechterer Originale ausdrückt (absolutes Highlight: Olli P.) ist eher traurig.

Aber vieleicht sollten gerade die Vertreter der Guten Alten Zeit ™ mal ihre rosarote Brille abnehmen und sich erinnern:

So gut wie jeder Hit der 50er + 60er stammte aus der Feder von Leiber & Stoller bzw. Phil Spector. Kaum einer der Rock n Roll-Stars hat grossartige Kompositionskünste gezeigt. Nebenbei haben sich so gut wie alle Bands gegenseitig gecovert…

So gut wie jeder Hit der 70er wurde von Chinn & Chapmann geschrieben, s. o.

Selbst die so gerne aufgeführten Heroen der Rock-Ära haben ständig abgekupfert. Auf den ersten Deep Purple-Alben finden sich Cover der Beatles, Donovan, Neil Diamond, Phil Spector etc., Manfred Manns grösster Hit ist eigentlich von Bruce Springsteen etc.

Viele der 80er New Wave-Hits stammen aus der Feder von Midge Ure oder Malcolm McLaren, incl. dem kompletten Showact…

Last but not least: Ich kann dieses ewige Gemecker über Synthies nicht mehr hören. Einen relativ einfachen Song bastel ich auf ner Gitarre in spätestens ner halben Stunde zusammen (na gut, für ein Solo brauchts schon ein bischen länger…), die Arbeit an der Elektronik dauert schon ein erhebliches Weilchen länger. Vieleicht sollten sich die „Handmach-Puristen“ mal an ein Keyboard setzten und mal testen, wie lange sie brauchen, um was Anhörbares zustande zu bringen (und ich meine jetzt definitiv nicht eJay!)

Gruss
Feanor

Hallo, Hans-Jörg!

Ich sage es nur zu gerne, dass auch mich viele Coverversionen nerven. Deshalb aber alle über einen Kamm zu scheren, halte ich wiederum für falsch. Natürlich wird John Denver wegen der Hermes House Band im Sarge rotieren. Aber es gibt auch wirklich schöne oder zumindest interessante Coverversionen. So gefällt mir beispielsweise das von Phil Collins selbst unterstütze „Urban Renewal“-Projekt, das den teilweise doch grau gewordenen Phil-Collins-Songs ein wenig Zeitgeist einhaucht, ohne sie zu verunstalten.

Was man auch nicht vergessen sollte: Covern ist wirklich kein Phänomen der letzten paar Jahre. Viele Lieder, die wir automatisch mit einem Interpreten verknüpfen, sind nur die bekannt gewordenen Coverversionen. So ist das (zumindest für mich) immer mit Status Quo verbundene „Rockin’ all over the world“ eigentlich von John „Mr. CCR“ Fogerty, „Jambalaya (on the bayou)“ von Fats Domino und nicht von den Carpenters, sowie Bob Dylan (trotz Guns N’Roses) noch der Urheber von „Knockin’ on heaven’s door“.

Fats Domino beispielsweise ist ein typischer Fall, bei dem der Originalmusiker mit seinen Titeln im Vergleich zu den Covermusikern kaum Erfolg hatte. Seine einzigen Hits waren „Ain’t that a shame“, „I’m walking“ und vielleicht noch „Blueberry Hill“. Die wirklich großen Erfolge feierten aber Elvis Presley, Chuck Berry, Jerry Lee Lewis oder Little Richards mit Dominos Musik.

Damals hat sich keiner beschwert, und auch wenn sich mir heute bei der No Angels-Vergewaltigung von „There must be an angel (playing with my heart)“ der Magen umwendet: Ich beruhige mich damit, dass auch diese Modewelle wieder vorübergehen wird. Denn was mich nicht stört, ist die Neuaufnahme des Stückes. Es ärgert mich nur, dass erstens ziemlich miese Lieder gecovert werden und zweitens, dass sich die Künstler offenbar kaum mit dem Lied wirklich beschäftigt haben. Denn eine gute Coverversion ist für mich eine gelungene Neuinterpretation des selben Themas, und das ist ja wohl kein Mangel an Kreativität, oder?

Gruß!
Chris

Hi Rob,

ich habe Deinen Artikel gelesen und kann Dir eigentlich nur auf ganzer Breitseite zustimmen. Ich werde es jedoch niemals gut oder nicht schlecht finden können, dass „hyper-gestylte, covernde Pop-acts gute Umsätze machen.“ Mir geht es auch nicht ausschließlich um die Covers. Ich prangere auch an, dass doch sicher über 90% von allen Boy- und Girlie-Groups sowie Eintags-Solo-Interpreten wirklich nur noch als Interpreten zu zählen sind, die weder ihre Songs schreiben und arrangieren noch diese anständig bzw. authemtisch vortragen können. Vielen von denen sieht man doch sofort an, dass sie sich mit dem Gesungenen nicht selbst identifizieren. Keine Authentizität. Die No Angels sind doch hier das beste aktuelle Beispiel für junge, mit harten Knebelverträgen an das Label gebundene und sich alles aufdiktieren lassende Möchtegernmusiker. Im Grunde ist ja nichts dagegen einzuwenden, dass Was-Weiß-Ich-Wer seine Musik zum Besten gibt und damit auch Erfolg hat, aber bitte mit künstlerischem Anspruch. Und der ist offensichtlich nicht sehr gefragt.

Gruß
Hansi

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Hi Chris

natürlich kann man sie nicht alle über einen Kamm scheren. Ich rede ja auch in erster Linie gar nicht von den Covers sondern von denen, die sich ihre ohnehin schlechten Stücke auch noch schreiben lassen MÜSSEN, weil sie selbst einfach zu unmusikalisch dazu sind. Nichts desto Trotz ist bei Cover-Versionen auch Vorsicht angebracht. Da kann auch ein Phil Collins seine Zustimmung erklärt haben. Das neu gemachte Stück ist genau nach dem Strickmuster Strophe-Refrain-Rap-Refrain-Rap-Refrain (oder so ähnlich) gemacht, also anderen vorausgegangenen Covers diesbezüglich nachempfunden und somit wertlos. But it sells good.

Gruß
Hansi

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Hallo Feanor,

gerade Deinem letzten Abschnitt betrachte ich mit Kritik. Klar muss man, um auch gut Keyboard zu spielen, eine fundierte Ausbildung genossen haben aber im Zeitalter des PC und MIDI können auch Keyboard-Tracks mit Programmen wie Cakewalk, Logic oder Cubase - das sind die gebräuchlichsten - ohne Probleme Note für Note bzw. Balken für Balken (so geht es wirklich, schau’s Dir mal an) programmiert werden, ohne dass eine einzige Taste eines Keyboards angetippt worden ist. Drum-Loops gibt es in rauhen Mengen auf randvollen Sammel-CDs. Es kann also jeder, der nur ansatzweise etwas mit Musik am Hut hat, sich so WIRKLICH im Nu zumindest eine für heutige Maßstäbe anhörbare Rhythm-Section zusammenschustern.

Was die Covers angeht - und da wird mein Artikel gerne missverstanden, denn um die geht es eigentlich gar nicht in dem Maße, wie darauf reagiert wird - kann ich nur immer wieder sagen, dass aber viele der von Dir genannten Musiker zwar gekovert haben, jedoch auch bewiesen haben, dass sie selbst SEHR kreativ und innovativ sein können und musikalisch sind. Ohne Deep Purple zum Beispiel würde ein wichtiger Meilenstein der modernen Musik-Geschichte einfach fehlen - trotz Covers.

Meine rosarote Brille habe ich schon längst ausgezogen und bin deshalb in einem längeren Prozess in das Jazz-Lager gewechselt, wo ich das finden kann, was sonst fast überall fehlt: Authentizität, hoher Künstlerischer Anspruch, Kreativität, Innovation und ein Höchstmaß an Können am Instrument. Und man muss nicht glauben, dass da nicht auch Rock, ansatzweise Punk oder sogar dancefloorähnliche Richtungen vorhanden sind. Da gibt es einfach alles, theoretisch auch für Bummbumm-Fans. Man muss sich nur die Mühe machen, es zu finden.

Gruß
Hansi

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Robbie Williams - We Are The Champions
Hi!

Generell gebe ich Dir auf voller Linie Recht!

Aber: Ich habe gestern dieses Cover gehört - und (Schreck lass nach) fand es gar nicht übel!

Liebe Grüße
Guido, der sich jetzt mal psychisch untersuchen lässt

Hi!

Soll’s ja auch geben. Warum auch nicht. So schlimm es sich vielleicht anhören mag für diejenigen, die mich auch privat kennen: Robbie hat was. Er kann wirklich singen. Das muss man ihm einfach zugestehen. Er ist nicht ohne Grund einer derjenigen, sich länger als ein paar Monate oben halten konnte.

Tschau!
Hansi

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Naja, es gibt auch heute noch gute Musik, die interessiert nur einfach keinen. Hör dir doch zum Beispiel Tool an, so eine musikalische Intensität und Perfektion … unglaublich. Aber da müsste man ja zuhören und das ist uns ja zu anstrengend. Also hört bzw sieht man sich doch lieber Britney an. Meiner Meinung nach sollten diese ganzen Mega-Titten-Pop-Musik-Nutten besser Pornodarstellerin werden, dann kann sich jeder der sie geil findet dazu einen runterholen und sie verschonen uns wenigstens mit ihrer Musik.

Die Masse ist dumm und lenkbar, das ist zwar hart, aber nunmal wahr.

Aber stehen wir doch einfach drüber, hören vernünftige Musik und schauen uns von Zeit zu Zeit einen gepflegten Porno an.
Und lachen wir über die niedlichen kleinen „hit me baby, one more time“-kiddies.
Jedem das seine und solange sie spaß daran haben von der Industrie verarscht zu werden und dafür auch noch jede Menge Geld zu bezahlen, lassen wir sie halt.

Amen

Gibt ja auch gute Covers…
Hi,

Aber: Ich habe gestern dieses Cover gehört - und (Schreck lass
nach) fand es gar nicht übel!

Die blosse Tatsache, dass es eine Coverversion ist macht ja das Produkt noch nicht schlecht. Geschichte zeigt, dass es durchaus gute Covers gibt… (mir gefällt zB. die Willie deville version von Hey Joe besser als das original)

Das Übel an den heutigen Shitparaden-Sternchen ist, dass sie ausser einer Coverversion überhauptnix haben. Wenn sich eine Gruppe neben 12 eigenen guten songs noch eine Coverversion erlaubt ist ja gar nix gegen zu sagen.
So machen es sich die Produzenten halt sehr einfach: Mann nehme ein paar Girlies mit geilen Titten (Talent ist bloss zweitranging) und einen song, der schon mal ein Hit war… et voila! Und solange es die Leute weiterhin kaufen, werden wir wohl noch lange von Musikalischen „Duncan Idahos“ überhäuft werden. (obwohl ich mir gar nicht mal so sicher bin, ob die Leute das auch wirklich kaufen… ist Euch schon mal aufgefallen, dass manch völlig unbekannte Gruppe in der Shitparade von Null auf Platz eins eingestiegen ist? Wie soll das denn gehn? Mit rechten dingen meine ich, ohne Payola…)

Naja, s’gibt ja gottseidank noch anständige Musik :wink:

Gruss,
Oli

Nö.
Hallo Hans-Jörg,

im Prinzip kann ich Deine Klage nachvollziehen und ihr zum Teil zustimmen. Es ist wahr, daß es immer mehr schlechte Quantitäten an Musik gibt, die sich mit immer weniger Kompetenz produzieren läßt. Ich möchte behaupten, bestimmte „Hits“ locker übertrumpfen zu können, wenn man mir zwei Wochen Zeit im Studio gibt und die Knöpfchen erklärt - und ich bin KEIN Musiker. Andreas Türck ist mein neuestes Lieblingsbeispiel… - der Soundtrack zum Haarfänger im Ausguß, wirklich.

Aber ich denke auch, daß sich hinter den ganzen Schwärmen von nabelnackten Eintagsfliegen und synthiegestützten Dreitagebartplaybackboys genauso viel Gutes verbirgt wie zu Zeiten meiner (und vermutlich auch Deiner) musikalischen Sozialisation. Noch immer gibt es AusnahmemusikerInnen wie Peter Gabriel, Björk, Joe Jackson usf., die machen, was sie wollen, und das machen sie sehr gut, und wenn sie es dann auch noch gut vermarkten, kann und wird niemand das übelnehmen.

Techniklastige Zeiten wie unsere zeitigen - das ist das Schöne an Musik - stets auch das bewußte Gegenstreben: die Welle oft überraschend gelungener Unplugged-Konzerte ist ein guter Indikator dafür. Natürlich muß man genauer hinschauen, um zu testen, ob von der gerade betrachteten Musikinszenierung noch irgendetwas übrig ist, falls mal jemand den Stecker zieht. Und meist sind die schöngejubeltsten Megaevents die schlappsten aller Viecher im Ohrwurmgarten.

Auch ich habe mich zeitweise von der aktuellen Musik frustriert zurückgezogen - das ist ein Fehler. Ich schaue nur genauer hin als früher, und siehe da: jede Menge toller Funde. Mein neuester Fund ist „Vespertine“ von Björk, die nun wirklich nicht in die Ecke „Gerettet aus den 70ern“ paßt und eine fabelhafte, innovative Komponistin und Sängerin ist.

Ist natürlich nix, was oft im Radio läuft…

In diesem Sinne: frohes Stöbern!

Pengoblin

Hi Hansi,

vielleicht sollten wir die Diskussion einmal daran aufhängen, was Kreativität im Musikbereich eigentlich ist bzw. wann ein Musiker kreativ ist und wann nicht. Kreativität beginnt für mich in dem Moment, meine Ideen in Musik umzusetzen. Ob man dazu jetzt eine Snare 909 und einen Kick 303 von einer CD samplet oder mit Stöcken auf Fellen herumdrischt, ist meiner Meinung nach eher zweitrangig. Ein Nicht-Kreativer wird auch mit PC, MIDI und nem Haufen Sampel-CDs einfach nichts Vernünftiges zu Stande bringen.

Bei Coverversionen ist bis zu einer gewissen Grenze Kreativ-Potential enthalten, insofern die Coverversion eine hörbar neue/eigene Interpretation darstellt. Jacques Loussiers „Play Bach“ oder aber das geniale „Ziggy Stardust“ von Bauhaus sind vielleicht solche Beispiele. Schwierig ist für mich eher der Sachverhalt, dass sich ganze Generationen sog. Künstler ihr Material von Anderen schreiben lassen. Da ist die Kreativitätsleistung gleich Null.

Ob und wiefern jetzt Deep Purple und die anderen Rock-o-Saurier der 70er für die moderne Musikgeschichte wichtig sind, ist vermutlich reine Geschmackssache. Für mich ist diese Musik eher nervtötend. Belanglose Textchen, die für einen 2-Minuten-Song ausreichen, werden mit endlosen Solos selbst von Instrumenten, mit denen man gar keine Solos spielen kann (sollte), auf quälende 25 Minuten ausgedehnt… Auffällig vielleicht auch, dass so gut wie keine „Bombast-Rock“-Band, mit Ausnahme vielleicht von Emmerson, Lake & Palmer, in den Annalen der Wichtigsten-Platten-Der-Musikgeschichte auftauchen.

Pures Können allein scheint ja auch kein Schlüssel zum Annerkannt-Kreativen-Kultmusiker zu sein. Ansonsten hätte es ein Bob Dylan mit seinem doch eher mageren musikalischen Können nie zum Kultstar schaffen dürfen.

Wahrscheinlich müssen wir schlicht zwischen massentauglicher Musik, die einfach zum Mitsingen / Mittanzen zu allen Zeiten gemacht wurde (man könnte dann vielleicht auch über Kirchenlieder vs. Bach´sche Fugen diskutieren), und eben Musik mit „künstlerischem“ Anspruch unterscheiden. Unangenehmerweise versteigen sich dann manche „Künstler“ in dermaßene Höhen, dass nur noch Superenthusiasten irgendetwas mit dem Tonkonglomerat anfangen können. Uiii, der hat einen FisSept-Akkord mit einem 8fach gestrichenen C kontrapunktiert - Jubel, Ohrgasmus…
Da ist mir dann die gepflegte Langeweile europoppiger Chartsternchen lieber - zumindest finde ich da erkennbare Melodien, so einfach sie nun auch sein mögen, und die Quälerei ist nach regelmässig 3,5 Minuten vorbei.

Gruss
Feanor

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Hallo Hansi,

*grins* für diese Aussage würdest Du von franzhapper einen auf die Nase kriegen. Wenn ich mit ihm im Auto sitze und es kommt ein Song von R.W., dann kann ich mein Schimpfworte-Lexikon aufschlagen und ganz neue Wörter hinzufügen :wink:

Aber mit diesen Covern hast Du natürlich recht. Bei 98% rollen sich wohl jedem hier die Fussnägel auf.

Wie dem auch sei: wenn im Radio nur noch Mist gespielt wird, dann selber besser machen (vorausgesetzt, die Freizeit erlaubt es).

Liebe Grüße,
Reggi *diefastkeinRadiomehrhörtseitsiemitFranzzusammenist*

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Hi Feanor,

ich stimme Deinen Ausführungen größtenteils zu. Auch in meiner Begriffsauffassung beginnt Kreativität da, wo man eigene Ideen in Musik umsetzt. Genau DAS ist aber, wie Du selbst sagst, bei jenen, von den Labels gemachten und mit großem Finanziellen Aufwand gepushten Sternchen zu null-komma-null Prozent vorhanden.

Auch Deine Meinung über die Covers teile ich mit Dir. Es gibt absolut hervorragende Covers, die wahre Neuinterpretationen sind. Man höre bloß einmal in die Platten von Tuck&amp:stuck_out_tongue_winking_eye:atti 'rein. Die sind voll von „nachgespielten“ Stücken verschiedenster Künstler. Aber wenn ich beispielsweise das vor einiger Zeit erschienene „Killing ne softly“ höre, kann ich da keine wirklich neuen Ansätze erkennen. Auch bei den in der letzten Zeit sehr oft im Schema-F-Verfahren (mit Rap-Elementen) reproduzierten Songs erkenne ich dies nicht. Angefangen hat das glaube ich mit einem Song von Led Zeppelin. Den Titel habe ich zwar vergessen, aber als ich es zum ersten Mal durch Zufall hörte, haben sich bei mir unwillkürlich die Ohren gespitzt. Ich fand dieses Cover dann sogar irgendwie gut. Aber nun glaubten die Musik-Macher offensichtlich, dass sich diese Matritze auf andere Stücke übertragen lässt, und es werden seither immer mehr genau solcher Neuversionen an den Mann gebracht. DAS wiederum hat dann aber überhaupt nichts mehr mit Kreativität oder Anspruch zu tun. Da wird außer dem Original-Song gleich auch noch die tolle Idee eines anderen Nachspielers benutzt. Mit ein bischen Geschick und Sachverstand eine leichte Übung.

Außerdem gehört zu einem Song gleichberechtigt zur Melodie und dem Arrangement auch der Text. Und wenn ich mir den von Chart-Songs reinziehe, kommt mir in über 90% das Grausen. O.k. das gab’s schon immer, doch so verdammt schlecht wie in den letzten 10 Jahren waren die Texte - Ausnahmen bestätigen die Regel - noch nie. Klar: Spass-Texte ohne wirkliche Aussage müssen auch sein. Dann soll man aber wenigstens darüber lachen können. Auch kann ich noch nachvollziehen, dass der Text der Musik stark untergeordnet ist und deshalb an Wichtigkeit verliert, aber dass heute in jedem x-ten Text „you turn me on“ oder „move your body“ vorkommt und andere (oder gar die Gleichen) gespickt sind mit Worten wie „babe“ (das habe ich früher bei Led Zeppelin schon immer bemängelt) oder „honey“, zeugt doch von ausgesprochener Stereotypie. Bei Bob Dylan war es umgekehrt. Da standen ganz deutlich die teils einfach genialen Texte im Vordergrund, was für mich auch absolut einen Grund darstellt, sich ihn ab und zu mal anzuhören. Er hat was zu sagen. Da ist auch viel Kreativität vonnöten und nachgemacht hat er garantiert niemanden. Bob Dylan ist Bob Dylan und viel zu eigensinnig, als dass er andere nachkupferte. Das hat er gar nicht nötig. Ganz im Gegenteil. Er ist und bleibt Rebell gegen alles, was war, ist und je sein wird.

Was Deinen mit c8 kontrapunktierten Fis-Septimen-Akkort angeht, kann ich nur sagen, dass man keinesfalls ständig mit seinen Pöhlert’schen Harmonik- oder sonstigen Pseudo-Kenntnissen die Stücke analysieren sollte. Ist doch eigentlich gar nicht nötig. Es zählt immernoch der Gesamteindruck. Trotzdem finde ich es gut, zu hören, wie beispielsweise ein Frank Zappa oder - um ein moderneres Beispiel genannt zu haben - Randy Brecker diese mit scheinbarer Leichtigkeit partiell einfach über den Haufen wirft und mir völlig neue und ungewöhnliche Hörerlebnisse bietet.

Und auf gepflegte Langeweile habe ich schon gar keine Lust. Erkennbare Melodien gibt es überall, sogar in der Neuen Musik. Es kommt natürlich auch darauf an, wie sehr das auf die Spitze getrieben wird. Das Extrem gefällt mir persönlich nicht sehr. Was ich nur sagen will ist, dass ich danach dürste, Melodien zu hören, die sich auch mal außerhalb der C-Dur-Tonleiter bewegen. Leider haben die meisten Menschen für so etwas kein Gehör und sind deshalb dafür nicht zugänglich. Die Hörgewohnheiten - und der Wortteil „Gewohnheiten“ drückt es deutlich aus - sind anerzogen. Und diese einmal mutig zu durchbrechen oder zu hinterfragen, erfordert schon eine eigene Denkleistung. Offen zu sein für alles, was sich dieser Gewohnheit entzieht, setzt einen selbst iniziierten Prozess voraus, der der von mir im Ausgangsartikel als „doof“ bezeichneten breiten Bevölkerung einfach verschlossen bleibt. Ist sie vielleicht doch „doof“ ?

Gruß
Hansi

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Ei hallo Reggi !!!

Soll er doch kommen, der Franz :smile:))) Ich habe meine Argumente parat. Andererseits bin ich absolut kein Fan von R.W. Ich anerkenne nur, dass er singen kann, mehr nicht.

Gruß
Hansi *dergarkeinRadiomehrbesitztweilsowiesonurnochSchrottrauskommtunderüberallgenugmitRadioklängenüberhäuftwird*

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Hi!

Dito.

Hansi

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