Gesundheit: Rassehund versus Mischling?

Hallo,
da ich mir in (noch ferner) Zukunft einen Hund zulegen moechte kam bei mir die Frage auf:

Welche Hunde sind allgemein gesuender?

Ein Rassewelpe, welcher von einem guten Zuechter erworben wurde und dessen Eltern, sowie der Welpe selbst, diverse genetische und medizinische Tests unterlaufen hat, oder ein Mischling zwischen zwei Rassehunden?

Laut Wikipedia (welches sich auf ein Buch von 1999 beruft) sind Mischlingshunde weniger anfaellig fuer Erbkrankheiten als reinrassige Hunde. (http://en.wikipedia.org/wiki/Mongrel#Health) Das gibt natuerlich theoretisch durchaus Sinn - aber da Mischlingshunde meist nicht gezuechtet werden sondern durch „Unfaelle“ entstehen stellt sich auch die Frage ob dies auch fuer Mischlinge gilt die man aus dem Tierheim oder von Privat bekommt. Oder ist es moeglich (und ratsam) mit diesen Mischlingen bzw. deren Eltern diverse medizinische oder genetische Tests zu machen?

Da ich Wert auf einen intelligenten Hund lege (der dann fuer mich arbeiten kann…:smile: moechte ich einen Rassehund oder Mischling aus zwei Rassehunden haben welche in den Top 10 der intelligentesten Hunde zu finden sind (http://en.wikipedia.org/wiki/The_Intelligence_of_Dogs).

Was denkt ihr? Wie findet man einen intelligenten Welpen, welcher voraussichtlich ein langes gesundes Leben haben wird?

Gruss und Dank
Desperado

Hallo,

ich finde das eine komische Art sich einen Hund auszusuchen. Klar ist es wichtig, das der Hund gesund ist, egal welche Rasse. Aber viel wichtiger ist, welcher Hund zu Dir paßt.

Also, willst Du einen lauffreudigen Hund, mit dem Du 3 Stunden oder länger unterwegs sein möchtest (und das auch bei schlechtem Wetter).
Welche Größe paßt zu Dir, wieviel Fellpflege benötigt der Hund, ist es eine Rasse mit Jagdtrieb (das ist nicht zu unterschätzen) usw.

Da holen sich Leute einen Hund und arbeiten Vollzeit und wundern sich, warum es nicht gut funktioniert. Sind Kinder im Haushalt? Wie sieht die weitere Lebensplanung aus, ein Hund lebt locker 10 oder 12 Jahre, manche noch länger.

Ich habe seit 2 Jahren einen Hund und muß gestehen, daß ich es total unterschätzt habe, wieviel Zeit die Erziehung in Anspruch nimmt.

LG Sabine

Hallo Sabine,

klar spielen die genannten Faktoren eine Rolle, aber erstmal will ich eine gewisse Vorauswahl anhand der Intelligenz treffen (falls ich unter den 10 intelligentesten Hunderassen keinen passenden finde schraube ich in dem Punkt auch gerne meine Ansprueche herunter, einige Rassen habe ich schonmal ausgeklammert weil sie mir schlicht nicht gefallen, aber das wollte ich hier nicht zum Thema machen.)

Mir geht es schlicht darum ob die Chance auf einen gesunden Hund groesser ist wenn ich einen (getesteten) Rassenhund vom Zuechter kaufe oder einen Mischlingswelpen nehme.

Gruss
Desperado

Hallo

Welche Hunde sind allgemein gesuender?

Ein Rassewelpe, welcher von einem guten Zuechter erworben wurde und dessen Eltern, sowie der Welpe selbst, diverse genetische und medizinische Tests unterlaufen hat, oder ein Mischling zwischen zwei Rassehunden?

Meines Wissens kann man das nicht sagen, und schon mal gar nicht, wenn du ganz allgemein nach ‚Rassehunden‘ und ‚MIschlingshunden‘ fragst. Ein Bassett oder ein Mops ist mit großer Wahrscheinlichkeit ungesünder als eine Mischung aus Pointer und Bracke, während eine Bracke mit höherer Wahrscheinlichkeit gesünder ist als eine Mischung der beiden erstgenannten Rassen.
( Ich gehe da nur nach der Optik, über die Gesundheit von Pointern oder Bracken weiß ich eigentlich nichts. Diese Hunde sehen halt nicht verformt aus)

Grundsätzlich hättest du natürlich eine größere Sicherheit betr. Gesundheit, wenn die gesamten Vorfahren schon nach ihrem Gesundheitszustand ausgesucht wurden. Ich bezweifele allerdings, ob Züchter das immer (oder auch nur oft) machen. Bei vielen Rassen ist das schlicht nicht möglich, sonst hätten die ja nicht immer ihre rassetypischen Krankheiten. Da müssen die Vorfahren nach anderen Gesichtspunkten ausgewählt worden sein.

Eine ziemlich große Wahrscheinlichkeit betr. guter Gesundheit hättest du wohl auch bei einem Straßenhund aus einer Gegend, in der Straßenhunde nicht gefüttert werden, denn wenn der nicht gesund wäre, würde er nicht mehr leben. Allerdings hat der möglicherweise keine besondere Lust auf ein geruhsames Leben nur unter Menschen oder gar Angst vor Menschen.

Viele Grüße

Hallo,

Mischlinge aus bestimmten Rassen sind Mode und werden als „Doodles“ und ähnlich phantasievolle Bezeichnungen gehypt. Da sich damit Geld verdienen lässt, entstehen hier inzwischen ähnliche Probleme, wie in der Rassehundezucht.

Bei Hunden, die du im Tierheim findest, werden in aller Regel schwerlich beide Elterntiere auszumachen sein, so dass die Sicherheit, zwei „intelligente“ Rassen vereint zu haben, eher durch die Erfahrung und/oder Phantasie der Tiermheimmitarbeiter ersetzt werden dürfte.

Genetische Tests lassen u.U. eine Rassebestimmung zu, aber das war’s dann auch schon weitgehend. Bei Mischlingen wird der Kandidat Zufall in jeder Hinsicht eine entscheidende Rolle spielen. Selbst der Umstand, dass die Elterntiere gesund sind, verrät wenig über eventuelle Probleme früherer Generationen.

Rassehunde aus guter - sprich: VDH- Zucht bieten eine höhere Wahrscheinlichkeit auf Gesundheit und rassetypische Ausprägungen der Welpen. Hier lassen sich an der Zucht beteiligte Tiere weit zurückverfolgen und Dispositionen für bestimmte Probleme erkennen. Garantien gibt es aber auch hier nicht.

Was die Intelligenz betrifft: Sie geht nicht zwingend mit erwünschter Lernfähigkeit einher. Das ist ein wenig so, wie wenn man glaubt, dass ein hoch begabtes Kind auch ein guter Schüler sein müsse oder mit Sicherheit ein erfolgreiches Leben führen könne.

Intelligente Hunde lernen am schnellsten, wie sie sich menschlicher Einflussnahme entziehen können. Es mag dem Image schmeicheln, einen möglichst „intelligenten“ Hund zu haben, ein Vergnügen ist es damit noch lange nicht.

Diesen Hunden ist gemeinsam, dass sie enorm selbstständig handeln. Auch das mag man als Mensch erst mal cool finden, es sorgt aber dafür, dass der Hund nur bedingt menschliche Nähe und Einflussnahme zulassen wird. Ein Hund, der 600 Tricks beherrscht, aber sobald er nicht bespaßt, seine eigenen Wege geht (sprich: abhaut, sobald die Leine ab ist oder seinen Menschen nicht mit dem Hintern anschaut) ist als Gefährte auf Dauer nicht so wirklich nett.

Intelligente Hunde benutzen in vielen Fällen ihre Menschen nur zu Befriedigung ihrer Bedürfnisse. Wenn der Ball nicht dabei ist oder die Animation ausbleibt, sind sie ihnen schnuppe. Die wenigsten Menschen durchschauen das übrigens :smile:.

Schöne Grüße,
Jule

Hallo Desperado,

vor einigen Jahren hat die Tierärztliche Hochschule Hannover genau diese Frage untersucht, und zur Überraschung der Forscher wurde die Annahme, daß Mischlinge gesünder sind als Rassehunde als Vorurteil entlarvt.
Das ändert natürlich nichts an der Tatsache, daß es rassetypische Erkrankungen gibt. Statistik sagt auch nichts über das Erkrankungsrisiko eines einzelnen Hundes aus.

Die Sache mit der Intelligenz - bist du sicher, daß du einem intelligenten Hund überhaupt gewachsen wärest? Offensichtlich wäre es dein erster Hund. Ein intelligenter Hund wäre eher was für Fortgeschrittene.
Ein dummer Hund kann gewaltig nerven, ist aber in der Regel ein angenehmer Hausgenosse. Ein intelligenter Hund kann dich zu Verzweiflung bringen, weil er dich sowas von um die Kralle wickelt und austrickst. Oder geht es mehr um´s Prestige?

Und was meinst du damit, daß der Hund für dich arbeiten soll? Hast du Schafe zu hüten oder Milchkannen zu Molkerei zu ziehen oder was soll die Arbeit deines Hundes sein?

Gruß
MissSophie

Ganz sicher aus einer seriösen Zucht. Hier wird erklärt warum die Annahme Mischlinge sind gesünder als Rassehunde falsch ist :

http://www.krone.at/Nachrichten/Fakten_und_Irrtuemer…

Außerdem ist es immer etwas schwierig zwei Rassehunde zu vermehren. Du weißt nie welche Eigenschaften raus kommen oder ob sich ein Merkmal verschlimmert.

Es kommt immer darauf an, was du unter intelligenten Hund meinst. Möchtest du einen Hund mit dem du Hundesport machen kannst? Welche Anlagen sollte er mitbringen?

Zu guter letzt kommt es nicht nur auf die Rasse selbst an, wie dumm oder schlau ein Hund ist. Du kannst einen „dummen“ Vertreter einer sehr schlauen Hunderasse erwischen oder einen sehr „schlauen“ aus einer eher „dummen“ Hunderasse. Wobei Intelligenz von uns Menschen definiert wird und eher mit lernwillen und will to please assoziiert wird.

Weder noch
Moin!

Was du suchst ist Sicherheit und Kontrolle, und zwar 100%.

Das gibt es und der Natur nicht.

Überleg doch erstmal, wovor du soviel Angst hast, dann erübrigen sich deinen Fragen vielleicht schon.

Gruß, Fo

Hallo,

http://www.krone.at/Nachrichten/Fakten_und_Irrtuemer…

Der Artikel ist interessant weil er auch darauf eingeht wie die Studie zustande gekommen ist. Aber ist es nicht so dass eine Hunderasse mit genetischer Veranlagung fuer z.B. Hueftprobleme, gekreuzt mit einer anderen Rasse welche dieses Problem nicht hat, meist einen Mischlingshund hervorbringt welcher keine (genetisch bedingten) Hueftprobleme hat? Denn das gesunde Gen muesste ja dominant sein - im Artkel steht zwar " Dass sich ungünstige Gene oft rezessiv vererben und die günstigen Gene daher von ihnen dominiert werden können, wissen die wenigsten Hundefreunde." aber stimmt das auch? Bzw. was wird mit „oft“ gemeint?

Außerdem ist es immer etwas schwierig zwei Rassehunde zu
vermehren. Du weißt nie welche Eigenschaften raus kommen oder
ob sich ein Merkmal verschlimmert.

Ich wuerde mir davor 2 Rassen aussuchen die mir passend erscheinen und von den beiden einen Mischling suchen.

Gruss
Desperado

…dass nicht sein kann, was nicht sein darf
Hallo,

Dass sich ungünstige Gene oft rezessiv vererben und die
günstigen Gene daher von ihnen dominiert werden können, wissen
die wenigsten Hundefreunde." aber stimmt das auch? Bzw. was
wird mit „oft“ gemeint?

Die Frage danach, ob eine Studie „stimmt“, ist einigermaßen müßig. Welche andere Grundlage für die Einschätzung gäbe es denn außer Erfahrungswerten, welche immer eher zufällig wären?

Ich wuerde mir davor 2 Rassen aussuchen die mir passend
erscheinen und von den beiden einen Mischling suchen.

Damit ignorierst du die Aussage der Studie aber mal eben komplett :smile:. Selbst wenn du zwei „gesunde“ Elterntiere hast, weißt du nicht, welche ungünstigen Gene von diesen aus ihrer Ahnenreihe weitergegeben werden und beim Welpen zum Tragen kommen, wenn die Vererbungsfolge nicht dokumentiert ist.

Mal ganz abgesehen davon, dass dir Besitzer von Rassehunden, welche nicht im VDH züchten bezüglich der Gesundheit ihres Hundes so ziemlich alles erzählen können. Möglicherweise sind die Hunde HD-geröngt und haben die eine oder andere Augenuntersuchung bestanden - das war’s dann aber auch schon. Eine weitergehende Dokumentation der „Gesundheit“ wirst du nicht kriegen, weil entweder zu teuer oder aber nicht aussagefähig.

Rassehunde, welche hingegen in der VDH-Zucht sind, dürfen nicht zu Vermehrungen, wie du sie im Sinn hast, herangezogen werden, ohne ihre Zuchtzulassung zu verlieren.

An der Realität gehen deine Vorstellungen also ziemlich vorbei. Das muss dich nicht daran hindern, diesen Weg zu gehen - er erübrigt aber sämtliche Recherchen, die du im Vorfeld machst und reduziert die Wahrscheinlichkeit für deinen Traumhund auf ein Zufallsergebnis:smile:.

Schöne Grüße,
Jule

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was der Hund arbeiten soll

Ich würde sagen, es ist zu einer guten Portion, wie auch beim Menschen, Glückssache.

Aber tendentiell sind Mischlinge wohl gesünder, weil bestimmte rassespezifisch kultivierte Krankheiten, nicht vorhanden sind.

Was denkt ihr? Wie findet man einen intelligenten Welpen,
welcher voraussichtlich ein langes gesundes Leben haben wird?

Nimm keinen Welpen! Woher stammt denn die (meiner Meinung nach) absolut abwegige Vorstellung, man könne nur mit einem Welpen richtig arbeiten? Bis er 2 ist, macht er eh nur Dummheiten.

Holst Du Dir einen älteren Hund aus dem Tierheim, ist er quasi „eingefahren“, Du kannst seinen Charakter in aller Ruhe live begutachten und sehen ob ihr harmoniert. Das ist meiner Meinung nach das wichtigste, nicht jeder Besitzer passt zu jedem Hund.

Erbkrankheiten brauchst Du dann auch weit weniger zu fürchten.

Rasse sagt meiner Meinnung nach wenig bis gar nichts. Außer Du suchst einen Arbeitshund für eine ganz bestimmte Aufgabe, aber dann kommt ja wohl immer auch noch eine professionelle Ausbildung dazu damit er „funktioniert“. Für die wahrscheinlich anspruchsvollste Aufgabe, Blindenhund, immerhin hängen da Menschenleben daran, und der Hund muss sich in komplexen Situationen orientieren, nimmt man ebenso oft Rasse- wie Mischlingshunde her, Hochbegabung ist wohl eben keine Frage der Züchtung, sondern Zufall.

Ich habe einen guten Bekannten der Collies züchtet. Alle Welpen eines Wurfs wachsen unter genau gleichen Voraussetzungen auf, und wenn ich einen Wunsch hätte, wiedergeboren zu werden, dann wäre „Hund bei Manni“ ganz oben auf der Liste, er tut wirklich alles für seine „Babies“, und es bricht ihm jedes Mal das Herz, wenn er einen hergeben muss. Dennoch sagt er ist jeder Hund anders, jeder hat seine Stärken und Schwächen, und er schaut sich die Leute, die einen bei ihm kaufen wollen, stets ganz genau an, und schaut dass er Pärchen zusammenstellt die gut miteinander auskommen. Er besucht auch immer wieder Menschen, die Hunde von ihm haben, ich meine weniger zur Kontrolle, sondern eher um zu sehen ob seine Einschätzung richtig war.

Was ist für Dich „Intelligenz“ bei einem Hund? Muss er Quadratwurzel ziehen können? Willst Du ihn so weit ausbilden dass Du Dich problemlos mit ihm im Alltag bewegen kannst? Auch ohne Leine? Dann reichen einige Basiskommandos, und das kannst Du fast jedem Hund in jedem Alter beibringen. Oder hast Du komplexe Aufgaben für ihn? Brauchst Du ihn für den Zirkus? Was genau versprichst Du Dir von „Intelligenz“, und woran würdest Du den intelligenten Hund - wenn Du ihn Dir von der Fee wünschen könntest - erkennen?

Für problemlosen Alltag gibt es übrigens - zumindest in Bayern - ein ganz anderes maßgebliches Kriterium, nämlich ein Schultermaß von unter 50cm. Einem Welpen einer Rasse, die gewöhnlich etwa so groß wächst siehst Du nicht an, ob er die magische Grenze über- oder unterschreiten wird, die Exemplarstreuung ist in der Natur eben relativ hoch. Ich dachte einst (der Tierarzt übrigens auch), mein Wuschel (45cm, ausgewachsen) wird ein Riese, weil er als Baby so riesige Pfoten hatte, und was ist er geworden? Mittelgroß, aber immer noch mit riesigen Latschen. Mit 2 Jahren konnte man bereits gut erkennen wohin die Reise gehen wird.

Und meine letzte Errungenschaft ist ein 8 jähriger Mischling aus dem Tierheim. Er kam aus Griechenland, unerzogen, krank, verängstigt und verwahrlost. inzwischen ist er 4 Jahre älter, kerngesind, 2 Jahre Geduld habe ich gebraucht bis er wieder normal wurde, Hundeschule mit 9 Jahren war problemlos, er kann alles was er können muss, und ist inzwischen der heimliche Liebling aller. Von wegen ein alter Hund lernt nichts mehr.

Ich sage daher jedem, der es hören möchte: hol Dir keinen Welpen, wenn Du eine bestimmte Art Hund suchst, der mit Dir harmoniert.

Armin.

Hey also ihc finde das ist wirklich unterschiedlich und hängt von deiner Vorstellung ab, was du mit dem Hund tun möchtest und wie erfahren du in Sachen Hunde bist. Wir hatten bis jetzt nur Welpen und auch Rassehunde, aber ich muss sagen die Bindung ist einfach stärker zumindest wenn du ihn als Welpe oder Jungspund bekommst… ein älterer Hund wird dir nie richtig Vertrauen können.
Das ist meine Meinung :smile:!

Hi auch,

aber ich muss sagen die
Bindung ist einfach stärker zumindest wenn du ihn als Welpe
oder Jungspund bekommst… ein älterer Hund wird dir nie
richtig Vertrauen können.
Das ist meine Meinung :smile:!

Sag das dem Wuschel, der da keine 2m links von mir auf dem Teppich friedlich vor sich hinschnarcht, der keinen Meter von meiner Seite weicht, der sich jede Nacht irgendwie in mein Bett mogelt und sich über meine Füße legt, der sich in der Früh als erstes ausgiebig streckt und ankuschelt und sich wohling brummend den Bauch kraulen lässt :smile:

Ich habe ihn wie schon geschildert als 8-jährigen aus der Tiernothilfe bekommen, und er war so fertig dass der Tierarzt Zweifel hatte dass er je wieder wird. Nicht nur dass er zerbissen und krank war, er wurde offenbar regelmäßig geschlagen, oder mit Gegenständen bewurfen, denn er duckt sich auch heute noch jedes Mal wenn man mit dem Arm ausholt.

Die ersten 6 Monate hatte er klar Angst vor mir, dann wurde er langsam entspannter, und ich habe mit ihm zu arbeiten begonnen. Mit 9 waren wir die Stars in der Hundeschule, weil er derart offensichtlich an mir hing dass es ganz rührend anzusehen war, und so nebenbei war er auch ausgesprochen „arbeitswillig“ und gelehrig. Wir wurden bei der Abschlussprüfung zweite, „verloren“ haben wir lediglich gegen einen reinrassigen Deutschen Schäfer, musste ja wohl so sein :smile:.

Ich kann ihn überall frei laufen lassen, er geht nie weit von mir weg, und hat mich ständig im Auge. Manchmal verstecke ich mich, wenn er kurz nicht aufpasst, und es dauert nicht lange bis er mich zu suchen beginnt.

Ich werde mich auch immer an den Sonntagabend erinnern wo ihn die Leiterin der Tiernothilfe bei mir zu Hause „vorgestellt“ hat. Ich hatte erst einmal meine Zweifel, ob er zu mir passen würde, denn der Hund war völlig fertig, stand nur zitternd im Wohnzimmer und hat als erstes da wo er stand auf den Boden gepinkelt. Vor mir hatte er panische Angst.

Zum Verhängnis wurde ihm seine Gefräßigkeit, mit einigen Leckerli ließ er sich dann von mir berühren, und ich hatte einfach ein gutes Gefühl bei dem Kerl, frag mich nicht, warum.

Ich wüsste nicht, dass eine engere Bindung möglich wäre. Noch mehr wäre vermutlich bereits ungesund.

Genau deshalb meine ich übrigens, dass ein erwachsener Hund die bessere Wahl ist. Man kann ernsthaft Kontakt mit ihm aufnehmen und sehen, ob man harmoniert. Ich habe nämlich auch das Gegenbeispiel erlebt. Wir hatten früher einen Schäfer/Huskie Mix, er kam als Welpe zu uns. Bereits im Welpenalter war er ein Grobian, und zeigte bereits als Junghund ein extremes Dominanzverhalten, wir mussten ihm alle, also auch die Kinder, klar seine Stellung im Rudel zeigen (meine Frau hat ihn sogar mal gebissen …), und danach war er innerhalb des Rudels der Traum-Familienhund. Nur spielen konnte man nicht mit ihm, weil er sofort grob wurde. Und er wurde leider jedes Jahr gefährlicher für die Umgebung. In der Hundeschule war er super gelehrig, aber leider auch permanent gefährlich und auf Raufereien aus. Mehrer Trainer und zwei Hundepsychologen später waren wir am Ende der Möglichkeiten, und die nächsten 6 Jahre lebten wir ständig unter Strom. Drei Mal passierte es trotdzem, dass er entwischt ist, und jedes Mal gab es eine Katastrophe. Ich lebe hier auf dem Dorf, aber trotzdem haben wir natürlich Nachbarn. Als er dann auch noch begonnen hat, den Gartenzaun anzugreifen, war klar, dass wir ihn nicht länger halten können. Bei einem super aggressiven Hund, der 1,60m überspringen kann, hätten wir unseren Garten wie eine JVA sichern müssen.

Ich hätte diesen Hund mit 2 Jahren niemals zu mir geholt, es war klar dass man ihn zwar für sein eigenes „Rudel“ disziplinieren kann, aber dass er eine ständige Gefahr für die Umgebung werden und bleiben würde.

Deshalb bin ich der Meinung, dass man seinen Hund, mit dem man dann ja die nächsten 10-15 Jahre verbringen wird, erst dann einschätzen kann, wenn er aus dem Welpenalter heraus ist.

Gruss Armin

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