Versicherungen
Von: Αndrеаѕ Ρіngеl Κеutһ, 11.12.2001 16:59 Uhr
Liebe Versicherungsexperten,

gestern hab ich in der Sendung "Markt" des WDR einen Beitrag (leider nur den Schluß) gesehen, in dem von der Rückerstattung bzw. Verrechnug der Abschlußgebühr die Rede war. Im konkreten Fall hatte ein Mann 1999 eine Kapitallebensversicherung (oder eine Rentenversicherung?) bei der Allianz abgeschlossen und im Jahre 2001 gekündigt. Gegen den Bescheid, daß er keinen Pfennig sehen sollte, weil all das Geld, das er bis dahin bezahlt hatte als Abschlußgebühr betrachtet wurde, wollte der Mann klagen, kriegte aber vor Klageerhebung die Mitteilung, das Geld incl. 7% Verzinsung zurückerhalte.

http://www.wdr.de/tv/markt/20011210/b_5.phtml

bzw.

http://www.bundderversicherten.de/BdVAktuelles/Allia...

Gilt das auch für Versicherungen, die schon älter sind? In meinem Fall ist eine KLV 1988 abgeschlossen worden. Ich möchte die Versicherung weiterlaufen lassen, mich würde aber interessieren, ob sich der Rückkaufwert bzw. die Ablaufleistung ändert.

Vielen Dank schon mal

Andreas



  1. Antwort von Rаіmund Βrеndlе 0
    Re: Rückerstattung/verrechnung Abschlußgebühr LV
    Hallo Andreas
    meinst Du nicht auch, dass diese Denkweise extrem egoistisch ist?
    Da hat ein Versicherungsvertreter seine Arbeit getan (ich gehe mal davon aus, er hat es gut und richtig gemacht) und jetzt, weil Du meinst, Du könntest doch was anderes damit anfangen, nimmst Du ihm sein sauer verdientes Einkommen wieder weg. Das wäre das gleiche, Dein oberster Boss würde Dir dein Einkommen des letzten Monats wieder abziehen, weil ein Kunde es sich nach einiger Zeit wieder anders überlegt hat.
    Der Vertreter lebt von der Provision.
    Da könnte jeder 14 Tage vor Ablauf der Versicherung schnell noch kündigen und diese Abschlussprovision zu seinem Gewinn quasi als Supergewinn einstreichen.
    Nein, ich bin voll gegen jede Provisionsrückerstattung, wenn ich sauber gearbeitet habe. Dafür würde ich auch vor Gericht gehen.
    Würde das abgeändert, würde es sehr schnell keine Versicherungsvetreter mehr geben. Oder: es würde grundsätzlich ein Gebühr vom Kunden erhoben, die er zu zahlen hat, ob es zum Abschluss kommt oder nicht.
    Wie würde Dir das schmecken?
    Und ohne Vertreter? Vor 2 Jahren ging es los mit den Direktvetrieb und Abschluss von Krankenversicherung. Damals glaubte ich, das ist der Niedergang meines Berufes. Das Gegenteil war der Fall. Fast keiner schließt ohnline ab. Alle wollen sie Beratung. Und das ist gut so. Nur so wird vermieden, dass der Verbraucher auf jede Werbung hereinfällt, oder eine Versicherung nur nach dem Preis kauft. Denn dass eine Ware nicht die beste sein muss, die auch am billigsten ist, dürfte Dir klar sein
    So, das war eine längere Aussage!
    Grüße
    Raimund
    18 Kommentare
    • ein toller Stundenlohn!!!
      Moin Raimund,

      Versicherungsvertreter dürfen meinetwegen was verdienen, aber wenn das, was in dem Artikel steht stimmt, hat er einen ziemlich ordentlichen Stundenlohn. Das Gespräch hat, wenn ich mich recht erinnere, ca. 20 min gedauert, dan rechne ich noch mal 30 min An- und Rückfahrt dazu, weitere meintwegen 40 min für die interne Bearbeitung, macht zusammen 2 h. So in meinem Fall hätte der Makler (vorausgesetzt er erhält wirklich besagte Summe als Provision) 7200,- DM erhalten, also ein Stundenlohn von 3600 DM. Jetzt komm bitte nicht mit dem Argument, er hat ja auch ein Büro und was weiss ich zu unterhalten. Das hat jeder Handwerker auch zu tun, kann aber solche Sätze bei weitem nicht abrechnen (üblich sind bei Meisterstunden(!) 70,- bis 110,- DM)
      Die Durchschnittlich Beratung, die ich bei Versicherungsvertreten erlebt habe, ist übrigens nicht soooooooo toll. Da werden Dinge behauptet, die nachweislich nicht stimmen, bzw. völlig falsch berechnet werden. Da wurde versucht, die Ablaufsumme schönzurechen, die Mindestverzinsung und die Prognose selbst bei mehrfacher Nachfrage falsch erläutert etc. Bei anderen Versicherungen hab ich ähnliches mitgekriegt (Hausrat, Unfall, Haftpflicht, Berufunfähigkeit ...). Wenn ich mich nicht vorher sachkundig gemacht hätte und nicht einigermaßen gediegene Kenntnisse der Zinsrechnug hätte, wäre mir das Blaue vom Himmel erzählt worden. Ich bin bereit angemessen Geld für gute Leistung zu zahlen, aber das was ich in vielen Fällen (nicht bei allen!) bei Maklern erlebt habe, ist wirklich erschütternd bis am Rande der Legalität. Hoffentlich bist Du einer von denen, die Kenne von ihrem Beruf haben.

      Andreas
    • Re: ein toller Stundenlohn!!!
      hallo Andreas,
      ja, ein toller Stundenlohn:
      Kosten des Büros, Kosten der Werbung, Telefon, Auto, Anfahrt, 5 x umsonst da gewesen, 40 Termine im Monat, 5 Abschlüsse,
      Das ist nur ein Teil davon, was nötig ist, um sein Leben und seinen Beruf zu finanzieren.
      Der Durchschnitt der Versicherungsvertreter verdient ca. 2 - 3000 DM netto. Dafür hebst Du Deinen Hintern nicht hoch!
      Klar, wenn man ein "Alter Hase" ist, dann ist die Abschlussquote wesentlich höher. Doch musst Du auch noch einige andere Kosten dazu rechnen.
      Die Rechnung, die Du machst ist eine Milchmädchen-Rechnung. Du siehst nur die Zeit, in der er bei Dir ist. Aber wenn Du Fragen hast, dann soll er sofort für Dich bereit sein, oder? Am besten gleich ins Auto springen und zu Dir hinfahren. Dann werden einem die Ohren vollgelabert, dass die Oma nicht mehr so gut sieht, der Hund letzten Sonntag ganz hart gesch*** hat, usw.
      Wenn Dir dieser Stundenlohn so gut gefällt, empfehle ich Dir, den Job mal zu machen.
      Bei jedem Wetter raus: im Sommer bei Hitze (der Wagen glüht! Die Klimaanlage braucht eine Zeit, bis sie die Themperatur erträglich hinkriegt), am nächstem Tag schifft es, kübelweise. Du kommst kaum aus dem Auto, ohne bis zu den Knien klatschnass zu sein, im Winter frieren Dir die Eier ab.... Dann stehst Du vor dcem Haus und läutest.... und der Kunde, der Dich bestellt hat, hat mal wieder den Termin vergessen (du bist 100km umsonst gefahren = mindestens 100,- DM in den Sand gesetzt)
      Ich verdiene gut, teilweise sehr gut... doch die Arbeitszeit würdest Du nicht machen: ich erlaube mir, erst um 9:00 Uhr anzufangen, ohne Unterbrechung (doch: 10 Minuten Mittagessen) bis nachts um 24:00 Uhr. Samstag etwas langsamer, aber ebenfalls 10 Stunden Arbeit. Sonntag? Na, 5 Stunden sind´s bestimmt.
      Und Du glaubst, in dem Beruf wird Dir das Geld hinterhergeworfen? Viel Spaß, melde Dich mal bei mir. Ich arbeite Dich dann ein. Doch ich bin sicher: in 2 Wochen wirfst Du das Handtuch! Um den Beruf machen zu können (ich mache das Spiel schon seit 1978) musst Du schon viel Freude dafür aufbringen, die Tiefs überstehen, Deiner Frau sagen müssen: diesen Monat lief´s ganz besch..eiden, die Küchenmaschine müssen wir auf den übernächsten Monat verschieben.
      Nie zu wissen, was man nächsten Monat verdient!
      Aber mir gefällt´s! Ich liebe meinen Beruf. Ich sage mir täglich: toll, bei diesem schönen Sonnenschein darfst Du raus und musst nicht in dem blöden Büro sitzen und Dich von noch blöderen Chefs anpöbeln lassen. Oder es ist Regen: auch sehr schön, Es ist Eis: auch was tollen. Man muss es nur beherrschen, sich seinen Job interessant zu machen.
      Also: ich hoffe, dass Deine Versicherung Dir bei Kündigung keinen Pfennig der Provision zurückzahlt.:))
      Grüße
      Raimund
    • Re^2: Praxisbericht
      Also: ich hoffe, dass Deine Versicherung Dir bei Kündigung
      keinen Pfennig der Provision zurückzahlt.:))
      Grüße
      Raimund
      Moin Raimund,

      vielen Dank für die guten Wünsche.
      Leider hab ich da wenig Skrupel und kann das auch gut(!) begründen.
      Wenn ich mich für eine Versicherung (oder irgend eine andere größere Investition) interessiere, hole ich meist drei bis vier Angebote ein und mache mich aber vorher intensiv schlau. Bei Versicherungen hab ich mir folgende Taktik angewöhnt. Zuerst mime ich den arg- und ahnungslosen Kunden und höre mir an, was der gute Mensch zu sagen hat. Wenn das, was er sagt Hand und Fuß hat (hat es bisher leider in diesem Stadium sehr selten gegeben!) kann ich mir vorstellen, ins Geschäft zu kommen. Gibt es Dinge, an denen ich mich stoße, tritt Phase 2 ein. Zwischenfragen, die dem Gegenüber (eigentlich) bedeuten sollen, daß ich nicht ganz so unbeleckt bin. Häufig, aber längst nicht immer, geht Gegenüber darauf ein und die Aussagen werden dann weniger blumig/voluminös. Einige wenige posaunen weiter. Phase drei beginnt mit speziellen Fragen. Nervosität macht sich bei vielen Gegenübern breit, vorher gemachte Aussagen werden (stark) relativiert, handschriftliche Notizen verschwinden schnell in der Aktentasche. Einmal hat sich ein Gegenüber in dieser Phase geweigert(!) das Gespräch weiterzuführen und das Haus schnell verlassen. Wohlgemerkt! Ich hab mich im Verlauf des Gesprächs nur vom Dummchen zum einigermaßen informierten Kunden verwandelt. Dieser Verlauf ist leider typisch, nur wenige Vertreter haben den Test bestanden und mit denen hab ich die Verträge gemacht, wenn die Konditionen stimmten.
      Übrigens ist das nicht nur meine Erfahrung, in unserem Frendes- und Bekanntenkreis scheint es meist ähnlich abzulaufen und wir machen uns fast einen Spaß daraus, die Vertreter auflaufen zu lassen. Aber wir provozieren nichts, sondern lassen die Vertreter auftreten und reagieren. Es ist gelinde gesagt traurig! Manchmal taumelt das ganze am Rande der Legalität was da verzapft wird, zumindesten in Phase 1.
      Und dann soll ich für solch eine "Leistung" auch noch (viel) Geld ausgeben? - Nee Danke
      Ich bin bereit für gute Leistung gutes Geld zu geben und bei Handwerkern krieg ich die in aller Regel auch, laß aber auch hier durchblicken, daß ich nicht völlig unwissend bin. Einige können damit umgehen, einige nicht, aber mit denen komm ich meist auch nicht ins Geschäft.

      Noch was zu Deinem ersten Satz. Jeder Selbständige muß ein Büro unterhalten, viele vergebliche Angebote schreiben und hinter Kunden herlaufen, damit stehen die Versicherungsvertreter sicher nicht alleine da. Allerdings hat ein Handwerkmeister eine langjährige hochqualifizierte Ausbildung hinter sich bringen müssen, bis er/sie sich selbständig machen kann, bei Vertretern kann es (gelinde gesagt) jeder Hinz und Kunz und so treten diese Damen/Herren manchmal auch auf.

      Wie schon gesagt, ich geh davon aus, das Du</> deinen Job seriös machst, aber leider hab ich inzwischen viele kohlrabenschwarze Erfahrunen machen müssen, die mich im allgemeinen sehr skeptisch haben werden lassen.

      Andreas
    • Re^3: Praxisbericht
      Hallo,

      also da kollidieren ja wieder zwei Welten.
      Erstmal Dank an Raimund! Das kann ich mitfühlen.
      @ Andreas
      Ich denke, daß Du hier etwas die Dimensionen verschiebst. Dienstleistung und Handwerk unterliegen eben anderen Gesetzen. Kommt der Handwerker umsonst, dann schickt er eine Fahrkostenabrechnung. Ein Finanzberater kann das nicht. Die Verprovisionierung ist eben eine Mischkalkulation. So etwas gibt es kaum in einer anderen Branche.
      Über die Qualität in der Branche Finanzen lässt sich bestimmt streiten. Hier müssen noch Ausbildungsberufe und Zertifikate geschaffen werden, die wirklich etwas taugen. Aber Hinz und Kunz bestehen auch hier nicht.
      Das Dumme ist bloß, daß sich die schlechten Meinungen schneller rumsprechen als die guten. Mein Kunde wird Dir nicht erzählen, daß er durch meine Portfolioverwaltung letzten Monat 15 TEUR Reingewinn erwirtschaftet hat. Daß aber ein blöder DVAG Dussel das Blaue vom Himmel versprochen hat, daß weiss morgen das ganze Internet. Die Branche hat eben Ihren Ruf weg.

      Zu Deiner Taktik: Und Du beschwerst Dich wirklich? Genau durch nicht ernst gemeinte Anfragen und Gespräche werden die genannten Kosten produziert. Ob der Test so viel taugt ist auch fraglich. Immerhin spielst Du ja nicht mit offenen Karten, wieso sollte ich das dann tun?

      Auf jeden Fall wird sich eine Rückzahlung der gesamten Provision nicht durchsetzen. Einen Ausreißer gibt es immer. Und wer wirft schon in dieser Branche den ersten Stein? Es verdienen doch alle Beteiligten an diesem Spiel. Jetzt wirst Du sagen: "Nur der Kunde nicht" Bei einer guten Beratung sollte auch er verdienen. Denn der Berater empfiehlt die BU und LV. Im Schadensfall ist die Provision ein Lacher. Das sollte Die wichtiger sein.

      ....Viel Spass noch beim Suchen...

      Gruss
      Christian
    • Re^4: Praxisbericht
      Moin Christian, Ich denke, daß Du hier etwas die Dimensionen verschiebst.
      Dienstleistung und Handwerk unterliegen eben anderen Gesetzen.
      Kommt der Handwerker umsonst, dann schickt er eine
      Fahrkostenabrechnung.
      Das siehst Du aber falsch. Wenn ich für ein Angebot einen Handwerker kommen lasse und er schickt mir eine Rechnung bzw eine Fahrtkostenabrechnug hat er Pech gehabt. Angebote sind für mich immer noch kostenfrei. Über die Qualität in der Branche Finanzen lässt sich bestimmt
      streiten. Hier müssen noch Ausbildungsberufe und Zertifikate
      geschaffen werden, die wirklich etwas taugen.
      Volle Zustimmung! Aber Hinz und Kunz bestehen auch hier nicht.
      Wenn du das so sagst?! Aber ich hab da nach meinen Erfahrungen leider andere Erfahrungen gemacht Die Branche hat eben Ihren Ruf weg.
      Vielleicht tröstet es Dich ja, daß Gebrauchtwagenhändler und Makler auch einenechlechten Ruf haben;-)
      Aber im Ernst, wenn ich einen guten Versicherungsvertreter kennengelernt habe, der meinen "Test " bestanden hat, wird er in meinem Freundes- und Bekanntenkreis "rumgereicht".
      Zu Deiner Taktik: Und Du beschwerst Dich wirklich? Genau durch
      nicht ernst gemeinte Anfragen und Gespräche werden die
      genannten Kosten produziert.
      Ich hab es schon erläutert. Bevor ich eine Versicherung abschließe, mach ich mich schlau, hole Angebote ein und führe mit ca. drei Vertretern Gespräche. Das ist m.E. legitim und das mach ich auch bei z.B. Handwerkern so. Ob der Test so viel taugt ist
      auch fraglich. Immerhin spielst Du ja nicht mit offenen
      Karten, wieso sollte ich das dann tun?

      Das verstehe ich nicht so ganz? Wenn ich die Ehrlichkeit eines Anbieters prüfe, hat das nichts mit verdeckten Karten zu tun. Wenn ein Vertreter ehrlich ist, ist er es zu allen oder zu niemanden. Wenn ich also nur als gut informierter Kunde von Dir ehrlich behandelt werde, möchte ich mit Dir nicht zu tun haben.

      Andreas
    • Re^5: Praxisbericht
      Hallo Andreas,

      Deine Argumentation ist mir teilweise etwas schleierhaft......

      Aber zu Deiner eigentlichen Frage hat Raimund sich ja schon geäussert. Da habe ich nichts mehr zuzufügen.

      Gruss
      Christian
    • von Μаrсо 0
      Re^5: Praxisbericht
      Hallo Andreas, Aber Hinz und Kunz bestehen auch hier nicht.
      Wenn du das so sagst?! Aber ich hab da nach meinen Erfahrungen
      leider andere Erfahrungen gemacht
      Das Problem ist einfach, anbieten darf Versicherungen leider jeder. Auch ohne diesen Abschluss.

      Gruß
      Marco
    • von Ηеіkе 0
      Re^5: Praxisbericht
      Aber im Ernst, wenn ich einen guten Versicherungsvertreter
      kennengelernt habe, der meinen "Test " bestanden hat, wird er
      in meinem Freundes- und Bekanntenkreis "rumgereicht".

      Wie oft schließt man denn in Deinem Bekanntenkreis so LVs ab? Scheint ja eine finanzkräftige Truppe zu sein, die sich solche Hobbys leisten kann! Nichts für ungut, aber so richtig für Ernst nehmen kann ich das nicht.

      Gruß Heike
    • Re^6: Praxisbericht

      Wie oft schließt man denn in Deinem Bekanntenkreis so LVs ab?
      Scheint ja eine finanzkräftige Truppe zu sein, die sich solche
      Hobbys leisten kann! Nichts für ungut, aber so richtig für
      Ernst nehmen kann ich das nicht.
      Moin Heike,

      auch wenn Du es nicht für möglich hälts, es gibt noch andere Versicherungen als Lebensversicherungen, als da sind Haftpflicht-, Hausrat-, Renten-, KFZ-, Erwerbunfähigkeit-, Gebäude- usw.

      Da die Laufzeiten von mir (und auch von meinen Freunden) möglichst kurz gehalten werden, ergibt sich regelmäßig Verhandlungsbedarf. So einfach ist das. Ganz nebenbei sind da pro Vertrag bei ähnlichen Leistungen einige Hundert Mark Unterschied drin (bezogen auf die Gesamtlaufzeit).

      Außerdem handeln viele Versicherungsvertreter auch mit Fonds etc. Dafür hab ich im Moment kein Geld, aber einige Leute die ich kenne schon. Du siehst, solch ein Netzwerk scheint doch einigermaßen glaubwürdig zu sein.

      Andreas
    • von Ηеіkе 0
      Re^7: Praxisbericht

      auch wenn Du es nicht für möglich hälts, es gibt noch andere
      Versicherungen als Lebensversicherungen, als da sind
      Haftpflicht-, Hausrat-, Renten-, KFZ-, Erwerbunfähigkeit-,
      Gebäude- usw.
      Danke, ich bin der Materie bestens vertraut und kann Dir mit Sicherheit noch ein paar mehr Versicherungssparten aufzählen. Meines Erachtens war aber die hohe Abschlußgebühr bei Lebensversicherungen der ursprüngliche Ausgangspunkt der Diskussion und auch Deiner Bemerkung zum reichlichen Stundenlohn.
      Bei anderen Sparten (man unterscheidet nämlich in der Branche peinlich zwischen Sach- und Kapitalasparten), erhalten die Vertreter eine weitaus geringere Abschlußprovision, viele Makler sogar nur Courtage, die noch darunter liegt. Da fällt Deine Stundenlohntheorie dann gleich ins bodenlose.
      Falls Dir das bisher nicht bekannt gewesen sein sollte, oder als Tip für andere Mitleser, unser Archiv enthält schon reichlich Material zu diesen Themen.

      Gruß Heike
    • Re^3: Praxisbericht
      hallo Andreas,
      es ist mir klar, dass es viele Möchtegernvertreter gibt - leider. Sie werden viel zu früh mit viel zu viel Produkten auf den Kunden losgelassen.
      Mir geht es um was anderes: wenn einer seine Arbeit gut gemacht hat und seine Provision verdient (im doppoeltem Sinne) hat, warum soll er um die "Früchte seiner Arbeit" gebracht werden?
      Genauso, wie ich grundsätzlich gegen eine Provisionsabgabe bin. Ich habe nichts dagegen, für eine Empfehlung, die zu einem Abschluss führt eine Höhere Anerkennung zu zahlen, als üblich ist.
      Grüße
      Raimund
    • Re^4: Praxisbericht
      nen Abend Raimund, es ist mir klar, dass es viele Möchtegernvertreter gibt -
      leider. Sie werden viel zu früh mit viel zu viel Produkten auf
      den Kunden losgelassen.
      Zustimmung! Da versuchen wohl viele die schnelle Mark zu machen, auf Kosten der ehrlichen Vertreter. Mir geht es um was anderes: wenn einer seine Arbeit gut
      gemacht hat und seine Provision verdient (im doppoeltem Sinne)
      hat, warum soll er um die "Früchte seiner Arbeit" gebracht
      werden?
      Auch hier Zustimmung. Was mich allerdings verärgert hat, ist die Höhe der Summe, bzw. die Niedrigkeit des Rückkaufwertes in den ersten Jahren. Damals als ich die KLV abgeschlossen hab, hab ich noch nicht so intensiv vorgearbeitet und mich ein wenig über den Tisch ziehen lassen. Das wollte ich nun korregieren. Ich hab aber auch geschrieben, daß ich guten Beratern ihr Geld gönne, aber längst nicht jedem Hinz und Kunz.
      Gute Berater werden in meinem Freundes- und Bekanntenkreis weiterempfohlen, weil sie offensichtlich nicht so verbreitet sind, wie sie es sein sollten.
      Das mache ich übrigens unendgeldlich, weil meine Freunde gute "Ware" sprich gute Kondtionen kriegen sollen; wenn ich trotzdem was von einem Berater krieg, lehne ich das allerdings nicht ab.

      Gruß

      Andreas
    • Re^5: Praxisbericht
      hallo Andreas,
      ok, wenn der Vertreter Sch... gebaut hat (provisionsgeil), dann sehe ich das auch ein. allerdings wird der Vertreter keinen Pfennig zurückzahlen müssen: nach 8 Jahren ist fast jede Provision "verdient".
      Ein Tipp fürs nächste mal: es gibt Tarife, deren Provisionsgestaltung so gebaut ist, dass der Vertreter nur so sein Geld bekommt, wie Du einzahlst. Hat er gut beraten und betreut er Dich auch weiterhin, so bekommt er eine über viele Jahre gestreckte Provision. Ich habe z.B. alle LV-Gesellschaften auf diese Provisionsregelung umgestellt. Wer nicht mitmachte, flog raus.
      Solltest Du mal wieder eine LV brauchen, suche Dir eine fondsgebunde aus. Und lass Dir zeigen, wie die "wahren" Vergangenheitswerte sind. Lass Dir auch mal eine Berechnung machen, wie die Entwicklung aussieht, wenn die Gewinne o % sind. Ist zwar in der Praxis unmöglich, doch nur so bekommst Du raus, wie hoch die Kosten sind.
      Vor 2 jahren hat mir die Stuttgarter LV ihre neue fondsgebunden LV vorgestellt. Hier frage ich immer als erstes: wie hoch sind Eure Kosten? Ich erhielt die dümmste aller Antworten: "Gut, Herr Brendle, gut". Erst nach längerem bohren bekam ich fast schon kleinlaut zu hören: bei einer Laufzeit von ca. 30 Jahren sind es 25 % p.a.! Damit war die Geschichte gegessen! Ich verdiene gerne Geld, auch möglichst viel. Doch wenn es eindeutig zu Lasten meines Kunden geht, dann fällt bei mir der Rollladen herab. An einem Geschäft müssen alle verdienen: der Hersteller, der Verkäufer und der Käufer.
      Da fällt mir noch etwas ein: lass Dir keine Tarif aufs Auge drücken mit einer Laufzeit bis zum 85. Lebensjahr, verkürzt auf das 65ste. Das sind Provisionstarife. Ein paar Gesellschaften haben noch so etwas im Angebot. Bringt hohe Versicherungssummen und danach richtet sich u.a. die Prov.
      Grüße
      Raimund
    • von Μаrсо 0
      Re^6: Praxisbericht
      Hallo Raimund,

      nur um nochmal nachzuhaken... hatte ich die Frage evtl. falsch verstanden?

      Es ging doch glaube um die Rückzahlung der Prämie von VR an VN. Also quasi rückwirkende Vertragsaufhebung ab Beginn. Nicht Rückzahlung der Provision von Vermittler an VR.

      Oder irre ich jetzt?

      Gruß
      Marco
    • Re^7: Praxisbericht
      hallo Marco,
      es ging darum, ob man 8 Jahre nach Inkrafttreten eines KPL-Vertrages diesen rückwirkend auflösen kann und auch noch sämtliche Kosten (Provisionen...) zurück bekommt.
      Also alle eingezahlten Beiträge zu 100 % zurück bekommt.
      Halte ich für unmöglich.
      Grüße
      Raimund
    • von Μаrсо 0
      Re^8: Praxisbericht
      Hallo Raimund,

      doch ist aber der Fall.... die Gelder, die die Versicherung aufgrund der "verdienten" Provisionen Verlust macht, muss sie eben abschreiben....

      kannst du dich an unsere Diskussion zum Thema BdV und dem Allianz-Krieg entsinnen, wo es um Auflösung der Verträge mangels undurchsichtiger AGB ging?
      Ich denke, darum geht es hier...

      aber dieser Fall betrifft eben auch nicht alle Versicherungen und nicht jede Versicherung.....

      trotzdem wird eben hier die Präjudiz gescheut.

      Gruß
      Marco
    • Re^9: Praxisbericht
      hallo Marco,
      wie es so manchmal komm: heute habe ich dieses Mail erhalten (Brokerchannel):
      unkommentiert:

      Lebensversicherte können Abschlusskosten zurück verlangen
      Der erste Lebensversicherer zahlt Abschlusskosten zurück

      12.12.2001 Die Allianz Lebensversicherung hat als erster Lebensversicherer einem Kunden, der im Jahre 1999 eine private Rentenversicherung abgeschlossen und in diesem Jahr wieder gekündigt hatte, alle gezahlten (18 Monats-) Prämien in Höhe von 1.830 DM plus 7 Prozent Zinsen zurückgezahlt. Der Verbraucher hatte geklagt, weil die Allianz seine ersten Beiträge als Abschlusskosten vereinnahmt und ihm mitgeteilt hatte, dass der Vertragnach der Kündigung "ohne Wert erloschen" sei. Die Klage stützte sich auf zwei Urteile des Bundesgerichthofs (BGH) vom 9. Mai dieses Jahres (IV ZR 121/00 = VersR 2001, 1052 und IV ZR 138/99 = VersR 2001, 839 - BGH_090501.htm), nach denen Vertragsklauseln über die Verrechnung der ersten Beiträge als Abschlusskosten wegen Intransparenz unwirksam sind ("weil sie dem Versicherungsnehmer etwaige wirtschaftliche Nachteile nicht deutlich vor Augen führen" - bundesgerichtshof_erklaert_klause.htm ).

      Nachdem der Allianz die Klage am 28.11.2001 zugestellt worden war, schrieb sie am 3.12.2001 an ihren ehemaligen Kunden, nach ihrer Meinung würde sich "auch unter Berücksichtigung der genannten Urteile zum Kündigungstermin kein Rückkaufswert ergeben". Die Allianz sei aber "bereit, die gezahlten Beiträge einschliesslich einer Verzinsung von 7% aus wirtschaftlichen Gründen zu erstatten." Sie werde auch "selbstverständlich die entstandenen Gerichtskosten ersetzen". Der Versicherte erhielt mit Schreiben der Allianz vom 06.12.2001 einen Verrechnungsscheck ueber den Betrag von 1.058,85 Euro.

      "Dieser Vorgang hat eine unvorstellbare Dimension. Die Branche hat nach 1994 etwa 15 Millionen Kapitallebens- und Rentenversicherungen abgeschlossen und zu diesen Verträgen (nach den BGH-Urteilen) unberechtigterweise an die 50 Milliarden Mark an Abschlusskosten* kassiert", erklaert BdV-Geschäftsfuehrer Hans Dieter Meyer. Nach Schätzungen des BdV seien etwa 5 Millionen dieser Verträge inzwischen schon wieder gekündigt worden. Die Betroffenen sollten - so Meyer - ihre ehemaligen Versicherer anschreiben und eine Nachberechnung und Nachzahlung des Rückkaufswerts plus sieben Prozent Zinsen fordern, was "für den Einzelnen mehrere tausend Mark bringen" könne. Zu laufenden Verträgen könnten die Versicherten eine Gutschrift der Abschlusskosten fordern, weil es nach den BGH-Urteilen keine vertragliche Vereinbarung über die Höhe und Verrechnung von Abschlusskosten gegeben habe. Gegebenenfalls müssten die Unternehmen verklagt werden.

      "Vermutlich werden alle Lebensversicherer erst bei einer Klage die Abschlusskosten zurück zahlen oder eine entsprechende Gutschrift erteilen, um ein Gerichtsurteil zu verhindern. Die Versicherten müssen also zunächst mit ablehnenden Schreiben ihrer Versicherer rechnen, sollten dann aber hartnäckig bleiben. Der BdV wird die Versicherten weiterhin bei Klagen gegen die Gesellschaften unterstützen", sagte Meyer: "...Die Versicherten sollten sich auch auf keinen Fall darauf einlassen, neue Vertragsbedingungen zu akzeptieren, mit denen die Versicherer ihre unwirksamen Klauseln - zu gekündigten Verträgen moeglicherweise sogar rückwirkend - zu ersetzen versuchten."

      Auch das Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen (BAV) hat am 10. Oktober 2001 mit einem offiziellen Rundschreiben an alle Lebensversicherungsunternehmen (R 1/2001) mitgeteilt, dass sich bei gekündigten Verträgen Rückforderungsansprüche der Versicherungsnehmer ergeben koennen. "Der Anspruch", so das BAV "könnte auf Rückforderung von Leistungen aufgrund unwirksamer Bestimmungen gerichtet sein".
      Siehe auch bavrundschreiben20011010.htm
      *Die Abschlusskosten betragen in der Regel 2 Jahresbeiträge. Rechnet man einen Durchschnitts-Jahresbeitrag von 1.500 DM pro Vertrag, ergeben sich Durchschnitts-Abschlusskosten pro Vertrag von 3.000 DM - bei 15 Millionen Verträgen 45 Milliarden DM!


      Grüße
      Raimund
    • von Μаrсо 0
      Re^10: Praxisbericht
      Hallo Raimund,

      wenn ich den Sprecher schon wieder höhre, muss ich mal eben lachen :-)

      Ansonsten genau das meinte ich.... aber es betrifft ja nur gekündigte Verträge und längst nicht alle Versicherer... ist eben wegen den AGBs.... aber da hat sich schon was geändert. :-)

      Gruß
      Marco
  2. Antwort von Μаrсо 0
    Ruhig Blut...
    Also nochmal zurück zum Thema, gell :-)

    Die Verrechnung wurde deswegen gemacht, weil bei der Allianz im Bedingungswerk einige Dinge drinstehen, die möglicherweise positiv im Sinne des Verbraucherschutzes für den Kläger ausgelegt werden können und um hierbei einem Prozess, der dann zwingend für andere Fälle wäre, aus dem Weg zu gehen, macht man lieber die kleine Zitrone auf... als ins Säurefass zu greifen...

    Gruß
    Marco