Hi Nicky,
na ja, dass mit dem anderweitig einsetzen steht bei uns auch in den Verträgen drin. In einigen Betrieben ist das sogar gewünscht, um die Mitarbeiter auch an verschiedene Einsatzgebiete heranzuführen, natürlich immer im Rahmen ihrer beruflichen Ausbildung, so dass nicht der It-ler morgen in der Postabfertigung als DHL-Experte und übermorgen in der Rechtsabteilung als Berater für Patentrecht arbeitet, sondern höchstens in diesen Abteilungen als It-ler (überspitzt ausgedrückt).
Insofern keine unbekannte Klausel, kann aber auch mal unangenehm werden, da man damit rechnen muss, dass man bei einer Absage („Ne, ich geh nicht nach Oberunterdreselheim“) evtl. auf einen sehr ruhigen (und damit unattraktiven) Posten gesetzt wird. Immer nach dem Motto, der Mitarbeiter ist nicht flexibel.
Nun, der Tarifvertrag wird, so ihr einen habt, beim Betriebsrat liegen und dir dort sicherlich gerne in Kopie ausgehändigt. Gleichzeitig müsstest du natürlich wissen, wo du eingestuft wirst.
Beispiel: Ihr seid tariflich dem Groß- und Außenhandel zugeteilt. Dort werden Berufsanfänger im IT-Bereich in Gruppe IV eingeordnet. Tätigkeitsbeschreibung dort: Kann nach allgemeinen Angaben selbständige Arbeiten ausführen. Einstiegsgehalt: XYZ.
Bitte, dies ist gesponnen, also wirklich nur ein Beispiel. Will damit nur sagen, du musst wissen welcher Tarif für dich zutrifft und in welche Tarifgruppe deine Firma dich einordnet (für den Vergleich). Solltet ihr keinen Betriebsrat haben (kleine Firma) müsstest du den Tarifvertrag in der Personalabteilung erhalten können oder aushilfsweise sicher auch in einer Gewerkschaftsstelle dort wo du wohnst.
Kenn mich auch nicht so aus, da wir einen Betriebsrat haben der mir den Tarifvertrag sofort zugestellt hat, inzwischen gibt es den bei uns sogar online auf Lotus Notes.
Und dann noch eins: Du wirst dir häufiger etwas ausgenutzt vorkommen. Bedenke aber, dass diese Leute dir eine Arbeitsstelle geben. Sie verpflichten sich nicht, dich wie Mutter und Vater völlig selbstlos zu behandeln. Hier wird ein Vertrag geschlossen. Du kannst a) die Bedingungen verhandeln, b) es sein lassen, c) dir was Besseres suchen und d) das Beste daraus machen.
Nochmal: Es ist völlig legitim sich zu informieren, zu vergleichen und zu diskutieren. Das muss auch der Arbeitgeber sich gefallen lassen. Schliesslich haben sie auch lange diskutiert, ob sie dich übernehmen. Jetzt werden die Bedingungen verhandelt und du bist der Verhandlungspartner!
Noch mal viel Glück
Nita