Mein Ultra-Kurz-CV: Abi, dann kaufmännische Ausbildung bei einem Großkonzern. Jetzt Studium, Vordiplom abgeschlossen.
Die letzten 2 Semester habe ich im Ausland verbracht, konnte dort nicht jobben. Folglich steht mein Konto im tiefroten Bereich. Deswegen habe ich mich durchgerungen einen Werkstudentenjob bei meinem ehemaligen Ausbildungsbetrieb anzunehmen, anstatt zu meinem geliebten alten Studentenjob zurückzukehren, der nur halb so gut bezahlt wird. Ich verabscheue diese Erbsenzählerei vor dem PC abgrundtief, deswegen habe ich auch nach der Ausbildung mit dem Studieren angefangen. Auch sind mir die Leute in der Abteilung sehr fremd. Die Gesprächsthemen sind „wie gelange ich am schnellsten zur Platzreife“ (Golf), wie erhalte ich am günstigsten Statussymbole wie die höhere Mietwagenklasse, die Lufthansa Senator Card …
Nun bin ich durch einen Glücksfall an Geld gekommen, mein Konto ist gefüllt. Ich bin auf den Job nicht mehr angewiesen. Soll ich sofort kündigen oder durchhalten???
Mein Gewissen sagt mir: „Du sollst das beenden, was du angefangen hast! Reiß dich zusammen, sind doch nur noch 4 Wochen!“
Ich merke aber, dass es mir körperlich und seelisch richtig mies geht. Ich kann nicht mal meine Freizeit genießen, muss dauernd an den Job denken.
Mein Freund sagt: „Hör auf deinen Bauch und nicht auf deinen Kopf! Wenigstens einmal in deinem Leben. Ich mag nicht eine so unausstehliche Freundin zuhause haben.“
Meine Eltern, die mir die Schulden vom Auslandsjahr erlassen haben, und so mein Konto wieder gefüllt haben, würden es nicht verstehen, wenn ich kündige. Aber das Geld haben sie mir ja unabhängig davon erlassen, sie wussten nicht, das ich Schulden habe und nur deswegen den Job angenommen habe.
Mein persönliches Problem: Ich könnte erst in 4 Wochen meinen alten, interessanten Studentenjob wieder anfangen. Finanziell gesehen komme ich über die Runden, sparen bin ich gewöhnt. Aber einfach 4 Wochen „Urlaub“ machen, sich auf dem von meinem Eltern verdienten Geld ausruhen??? Das bereitet mir Gewissensbisse, über die alle meine Freunde und Bekannten (alles Arbeitnehmer oder Selbständige, keine Studenten) nur lachen.
Ich würde mich freuen, wenn ihr mir helfen könntet diese Fragestellung noch von ein paar anderen Seiten zu „beleuchten“. Vielleicht hilft mir das etwas weiter.
Vielen Dank schon mal!
Karin

