mich beschäftigt die Frage, inwieweit man die Tatsachen beim Erstellen eines Lebenslaufs „verschönern“ kann, ohne zu Lügen und rechtliche Konsequenzen fürchten zu müssen.
Es ist so: Ich habe zwei Jahre die Fachoberschule ohne Abschluß besucht, habe dann ein Jahr gearbeitet, dann eine Ausbildung gemacht und möchte nun mein Abitur innerhalb von zwei Jahren auf der BOS nachholen und studieren.
Natürlich beschäftigt mich nun die Frage, wie ich meinem späteren Chef meine Jugendsünde (die abgebrochene Schulbildung) verkaufe.
Das Problem ist, dass ich auf der BOS zwei Jahre brauche, um die allgemeine Hochschulreife zu erwerben. Wenn ich die FAchoberschule abgeschlossen hätte wär es nur ein Jahr. Also ist ein Jahr zuviel und das fällt einem Personaler bestimmt sofort auf.
Ich habe einen Kollegen, der meint, dass ich dieses eine Jahr mit einem Auslandsaufenthalt stopfen kann (ich war wirklich ein paar mal wegen meinem Mann in Rumänien aber nie am Stück so lange) und quasi so tun als ob ich damals die Fachoberschule bestanden hätte und auf der BOS nur ein Jahr gemacht habe.
Ich glaube aber nicht, dass das funktioniert. Außerdem möchte ich auf keinen Fall lügen. Andererseits kann ich im Gespräch natürlich auch nicht angeben, dass ich damals einfach keinen Bock mehr gehabt habe (schäm).
Wie wirkt das auf einen Personaler, wenn man erst etwas verbockt und dann später doch nachgeholt hat? Könnte man ja auch positiv auslegen.
meine Ausführungen, warum ich mein Abi damals in 13.1 geschmissen habe (reine Faulheit, und das sage ich auch grundsätzlich so) haben bisher nicht einen einzigen Personaler abgeschreckt - schließlich kommt es darauf an, wie meine Einstellung heute ist. Schon im Vorstellungsgespräch zur Ausbildung, also kurz nach der Schule, war das kein Problem.
Ich denke, es kommt auf Dein gesamtes Auftreten an - wenn Du allgemein einen motivierten, positiven Eindruck hinterlässt, wird auch der Nicht-Abschluss nichts daran ändern.
Außerdem zeigt es doch, dass Du aus Deinen Fehlern gelernt hast, dazu stehst und - ganz wichig - erhlich bist. Ich würde den Lebenslauf nicht verschönern.
mich beschäftigt die Frage, inwieweit man die Tatsachen beim
Erstellen eines Lebenslaufs „verschönern“ kann, ohne zu Lügen
und rechtliche Konsequenzen fürchten zu müssen.
am besten gar nicht. Es sind nicht die „rechtlichen“ Konsequenzen" sondern die ganz normalen (wirst nicht genommen wegen Unehrlichkeit), die die Probleme machen.
Ich habe einen Kollegen, der meint, dass ich dieses eine Jahr
mit einem Auslandsaufenthalt stopfen kann (ich war wirklich
ein paar mal wegen meinem Mann in Rumänien aber nie am Stück
so lange) und quasi so tun als ob ich damals die
Fachoberschule bestanden hätte und auf der BOS nur ein Jahr
gemacht habe.
Wozu dann die BOS? Gibt die eine allgemeine (ggf. fachgebundene) Hochschulreife obendrauf? Ansonsten hättest Du doch BOS gar nicht gebraucht, wenn Du an der FOS schon die Fachhoschulreife erworben hast?
Ich glaube aber nicht, dass das funktioniert.
Ich auch nicht (siehe oben)
Andererseits kann ich im Gespräch
natürlich auch nicht angeben, dass ich damals einfach keinen
Bock mehr gehabt habe (schäm).
Warum nicht? Wenn Du durch einen danach „geglückten“ Lebenslauf zeigen kannst, dass Du fähig bist, dazu zulernen, spricht das doch für Dich!
Ich habe sogar mein abgebrochenes Fernstudium Wirtschaftswissenschaften im Lebenslauf. Der abgeschlossene Dipl. Ing. (FH) zeigt doch, dass ich ein geeigneteres Studium durchaus durchziehen kann.
und quasi so tun als ob ich damals die
Fachoberschule bestanden hätte
Und sobald der AG das mal rauskriegt, fechtet er den AV erfolgreich an. Folge => faktisches AV endet mit sofortiger Wirkung, ALG bekommst Du erst mal auch niht. Zudem dürfte der dann „krumme“ Beednigungstermin des AV bei zukünftigen Personalern eine Alarmglocke aufschrillen lassen, die ganz bestimmt nicht überhört wird.
Lass das „verschönern“ bitte sein. Es bringt nichts. Im Gegenteil: Ich würde das bewusst im Lebenslauf lassen.
Ein Vorteil: Du wirst garantiert danach gefragt und kannst dich auf die Antwort in Ruhe vorbereiten (die Story erzählen und damit zeigen, dass das ein nötiger Schritt für deine Entwicklung war. Wenn die Sache zu dir passt und du das glaubwürdig und konsistent rüberbringst ist das kein Problem - jeder wird dir in diesem Fall glauben, dass du damit abgeschlossen hast und kein unzuverlässiger Mitarbeiter bist).
Möglichkleit A: Der Interview Partner stellt dich deshalb nicht ein–> aber dann hättest ihr euch später nie verstanden.
Möglichkeit B–> du bringst das plausible rüber und beeindruckst deinen Interviewer mit Offenheit, etc. und es steht 1:0 für dich.
Ich habe auch zwei solche Punkte in meinem CV (Ausbildung abgebrochen und Promotion nicht beendet) und bin heute selber für Personalentscheidungen verantwortlich; ich habe beide Punkte nie verschwiegen und konnte anb und zu sogar meine Eingangs beschriebene Taktik einsetzen. Nicht ganz erfolglos:wink:
hoffe, das hilft etwas weiter…
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ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Selbst wenn Du zunächst mit der „Beschönigung“ durchkämst, irgendwann holt Dich das ein. Dadurch könntest Du ein bis dato gutes Arbeitsklima auf einen Schlag zunichte machen. Bist Du von vornerein ehrlich - und Du kannst ja auch sagen, dass zu dem damaligen Zeitpunkt eine Fortführung für Dich nicht das richtige war, sondern eher eine Ausbildung - dann ist von vorneherein alles klar und Du brauchst keine schlaflosen Nächte Dir um die Ohren zu schlagen.
Deine Sorge ist unbegründet. Stehe zu Deinem Lebenslauf; es gab nichts Anstößiges. Sorgen mußt Du Dir erst machen, wenn der Lebenslauf nicht der Wahrheit entspricht. Soetwas kann zur unangenehmen Dauerlast werden und bei zufälliger Aufdeckung wird plötzlich aus einer harmlosen Sache ein echter Grund zum Mißtrauen.
Mache die Hochschulreife und dann das Studium. Der Studienabschluß ist dann das Entscheidende. Ob es irgendwann vorher mal einen irrtümlich eingeschlagenen oder abgebrochenen Weg gab, wird Dir niemand ankreiden. In Deinem Lebenslauf ist der abgebrochene Schulbesuch eine halbe Zeile „Besuch der xy-Schule 200u bis 200v“. Interessiert keinen und ist nicht ehrenrührig.
Nur sitzen doch leider die Chefs in der Hinsicht am längeren Hebel und haben auch genug Auswahl (Arbeitslose) um sich über Moral oder Vernunft keine Gedanken zu machen. Deswegen mache ich mir schon etwas Sorgen. Die Zeiten, in denen mir meine berufliche Laufbahn am A… vorbeigegangen ist, sind leider vorbei.
Deswegen spielt es primär auch keine Rolle, ob ich in so einer Firma arbeiten möchte wenn es um die Frage geht Arbeit oder Hartz 4.
Aber beruhigend ist es doch, dass einem nach einer abgelehnten Bewerbung als letzter optimistischer Punkt ein paar schlechte Charaktere erspart blieben.