Linux + Windows auf einer Festplatte - was zuerst?

Hey!

Ich habe vor, Kubuntu und Windows XP auf einer Festplatte zu installieren. Wie ich schon gelesen habe, soll das auch gar nicht mal so schwierig sein.
Allerdings muss ich nicht unbedingt mein aktuelles XP behalten, sondern würde die Festplatte komplett platt machen und dann anfangen, die Betriebssysteme zu installieren. Dann bräuchte ich auch keine Lösungen wie PartitionMagic o.ä., richtig?
Macht es einen Unterschied, welches Betriebssystem ich zuerst installiere? Was bringt eventuell einen Vorteil?
Endzustand sollte sein, dass ich beim booten auswählen kann, welches Betriebssystem starten soll. Das müsste doch eigentlich der Fall sein, wenn ich einfach auf 2 verschiedenen Partitionen die Systeme installiere, richtig?

Habt ihr sonst vielleicht noch Tipps dazu?

Danke und Gruß
Christoph

Ich habe vor, Kubuntu und Windows XP auf einer Festplatte zu
installieren. Wie ich schon gelesen habe, soll das auch gar
nicht mal so schwierig sein.

Das ist generell auch richtig.

Allerdings muss ich nicht unbedingt mein aktuelles XP
behalten, sondern würde die Festplatte komplett platt machen
und dann anfangen, die Betriebssysteme zu installieren. Dann
bräuchte ich auch keine Lösungen wie PartitionMagic o.ä.,
richtig?

Das ist eine gute Grundvorraussetzung, weil Du dadurch viel Spielraum has herumzuprobieren. Wenn was schiefgeht, kannst Du ganz einfach ‚abreißen und neu bauen‘.
Und ja, Du mußt einzelne Partitionen auf Deiner Festplatte einrichten. PartitionMagic brauchst Du dazu aber nicht. Siehe unten.

Macht es einen Unterschied, welches Betriebssystem ich zuerst
installiere? Was bringt eventuell einen Vorteil?
Endzustand sollte sein, dass ich beim booten auswählen kann,
welches Betriebssystem starten soll. Das müsste doch
eigentlich der Fall sein, wenn ich einfach auf 2 verschiedenen
Partitionen die Systeme installiere, richtig?

Ich würde wie folge vorgehen: Die Windows Installations CD booten. Mit dem Partitionsmanager alle vorhandenen Partitionen auf der Platte entfernen (aber, alles was da vorher drauf gespreicher war ist dann WEG!), eine neue Windowsparition damit anlegen. Wie groß, mußt Du wissen. Den Rest der Platte unpartiioniert lassen. Dann Windows installieren. Ist das alles zu Deiner Zufriedenheit passiert, bootest Du Deine Ubuntu CD. Ich weiß nicht, welches Tool die für das Partitionieren des restlichen Bereichs benutzen, welche und wie viele Partitionen die anlegen wollen und wie die Installationsprozedur bei der Disto ist, da mußt Du in deren Doku lesen. Schlußendlich wird dir das aber das OS installieren um am Schluß einen Bootloader einrichten. Das sollte es dann tun.

Man kann das auch andersherum machen, aber Windows muß immer eine aktive, primäre Partition haben um davon zu booten und die ist soherum einfacher anzulegen. Außerdem überschreibt Windows ungefragt den MBR wo Dein direkt vorher installierter Bootmanager liegt, falls Du Linux zuerst installiert haben solltest, sodaß Du diesen Schritt dann wiederholen müßtest.

Einzig über die größe der Partitionen, also wieviel Platz welches Betriebsystem haben soll würde ich mir im Vorfeld genau gedanken machen, weil es nachträglich nur schwierig zu ändern ist.

Hey!

Danke für die umfangreiche Antwort!
Ich habe gelesen, dass es eventuell auch möglich ist, dass Linux Windows erkennen kann und man aus Linux heraus Windows Dateien bearbeiten kann. Das wäre natürlich super!
Muss ich dazu irgendwas machen? Passiert das von selbst? Oder geht es gar nicht? :smiley:

Danke und Gruß
Christoph

Hi

Danke für die umfangreiche Antwort!
Ich habe gelesen, dass es eventuell auch möglich ist, dass
Linux Windows erkennen kann und man aus Linux heraus Windows
Dateien bearbeiten kann. Das wäre natürlich super!

öhm, erkennen tut Linux sowohl FAT- als auch NTFS-formatierte Partitionen.
Bearbeiten, nun, wenn du die entsprechende Progis in Linux hast, ist das auch kein Problem

Muss ich dazu irgendwas machen? Passiert das von selbst? Oder
geht es gar nicht? :smiley:

das passiert von selbst :wink:

Gruss
ExNicki

Hallo

Ich hab das immer so gehandhabt, dass ich eine Partition für das Windowssystem, eine fürs Linuxsystem und eine für die Daten angelegt hab. Für die Datenpartition brauchst du dann ein Dateisystem, das von beiden Betriebssystemen benutzt werden kann. Da kannst du entweder NTFS (das Windows-Standarddateisystem) benutzen. Linux kann das benutzten, braucht aber dafür relativ viel Prozessorleistung. Alternativ kannst du ext3 (bis vor Kurzem das Standardsystem unter Linux) nutzen, da gibts Windows-Treiber ( http://www.ext2fsd.com/ ). Für die modernen Linux-Dateisysteme ext4 und btrfs gibt es meines Wissens keine Windowstreiber. Dann gibts noch FAT, aber das will eigentlich keiner mehr haben.

Gruß sigterm

Hey!

Bearbeiten, nun, wenn du die entsprechende Progis in Linux
hast, ist das auch kein Problem

Hast du da eventuell auch schon eine Empfehlung? Kubuntu 10.4 soll es werden. Welchen Programm wäre denn dazu geeignet?

Danke und Gruß
Christoph

Kubuntu 10.04 hat von Haus aus alles mit an Board um Windows Festplatten zu erkennen.
Sie werden einfach im Dateimanager angezeigt und du kannst darauf zugreifen.

Es hat zwar nichts mit dem Thema zu tun, aber Kubuntu ist nicht unbedingt eine Distribution die ich empfehlen würde. Ich würde dir da eher Ubuntu oder (wenn es KDE sein soll) openSUSE und Mandriva empfehlen. Aber das ist vielleicht auch nur meine Meinung.

Gruß

Für die modernen Linux-Dateisysteme
ext4 und btrfs gibt es meines Wissens keine Windowstreiber.

Ext4 für Windows geht seit kurzem auch:
http://www.linux-community.de/Internal/Nachrichten/E…

Ich würde dennoch NTFS zum Datenaustausch nutzen. Hat sich zumindest bei mir immer am unproblematischstem erwiesen. Det Ext-Treiber für Windows hat meine Platten zwar immer erkannt aber konnte diese teilweise nicht richtig lesen, so dass Windows sie dann formatieren wollte …

Gruß

Hallo

Ext4 für Windows geht seit kurzem auch:
http://www.linux-community.de/Internal/Nachrichten/E…

Das ist dann aber nur Lesezugriff.

Ich würde dennoch NTFS zum Datenaustausch nutzen. Hat sich
zumindest bei mir immer am unproblematischstem erwiesen.

Wenn man weiterhin mit Windows arbeiten will und nur ein bisschen in Linux reinschnuppern möchte wird das die beste Wahl sein. Wenn man aber hauptsächlich mit Linux arbeitet und nur gelegentlich Windows anschmeißt, dann würde ich ext3 empfehlen.

sigterm

HI

Bearbeiten, nun, wenn du die entsprechende Progis in Linux
hast, ist das auch kein Problem

Hast du da eventuell auch schon eine Empfehlung? Kubuntu 10.4
soll es werden. Welchen Programm wäre denn dazu geeignet?

bez. Kubuntu muss ich meinem Vorredner widersprechen: gute Wahl, auch für Anfänger geeignet. Ich bin vor kurzem von SuSe auf Kubuntu umgestiegen und habe es nicht bereut. Der KDE-Desktop braucht vllt mehr Ressourcen als der Gome, der bei Ubuntu dabei ist, ist aber auch vielseitiger. Übrigens sind Desktops bei Linux im Gegensatz zu Windows nicht mit dem Betriebssystem verschweisst: du kannst also auch andere Desktops installieren

Was die Progis anbelangt: ich weiss ja nicht, welche Art von Dateien du bearbeiten willst. Aber im Prinzip gibt es für jede Anwendung ein entsprechendes Äquivalent in Linux, und vieles, zB Open Office, ist schon an Bord.

Gruss
ExNicki

Hey!

Was hat denn openSUSE zum Beispiel gegenüber Kubuntu für Vorteile?
Bzw warum rätst du von Kubuntu ab?

Danke und Gruß
Christoph

Bei Ubuntu ist KDE nicht gleichberechtigt gegenüber GNOME.
Es wird also viel mehr Arbeit und Entwicklung in Ubuntu gesteckt als in Kubuntu. Das erstmal vorweg.

Konkret fiel mir auf, dass Kubuntu den KNetworkmanager nutzt. Der ist aber längst nicht auf dem Stand anderer Netzwerktools. Willst du also zB dich per UMTS verbinden, wird das nicht gelingen. WLAN sollte dagegen keine Probleme machen.
Zur Softwareverwaltung wird KPackagekit genutzt. Das ist längst nicht so komfortabel und mächtig wie das Pendant aus Ubuntu. Als Standardbrowser wird Konqueror genutzt, wo meiner Meinung nach Firefox die bessere Wahl wäre. Und so weiter.

Des weiteren hatte ich ab und zu mal Stabilitätsprobleme die ich von Mandriva bei gleicher KDE-Version nicht hatte. Das muss aber kein generelles Problem sein.

In Mandriva und openSUSE ist es so, dass die Entwickler sehr viel Wert darauf legen, dass sich auch GTK Programme wie OpenOffice, Firefox, Gimp, … gut in KDE integrieren und nicht wie ein Fremdkörper wirken. Bei Kubuntu wird in diese Richtung nicht gearbeitet sondern in Standardinstallation einfach nur KDE-Programme verwendet obwohl diese nicht auf dem gleichen Stand sind. Dadurch bekommt das ganze einen weniger runden Gesamteindruck.

Generell wüsste ich keinen Vorteil von Kubuntu gegenüber anderen (KDE-)Distributionen. Einen guten Unterbau bekommt man auch bei openSUSE und Mandriva und dort ist KDE anständig integriert.

Du kannst ja ruhig alles ausprobieren (kostet ja nichts außer ein bisschen Zeit) und dann das für dich Beste verwenden aber empfehlen kann ich es eben nicht.

Gruß

Mein Ergebnis :smile:
Hey!

Ich habe es nun folgendermaßen hinbekommen:

Mit der Windows XP CD habe ich die Festplatte formatiert und eine einzige Partition erstellt und auf dieser Windows installiert.
Bei der anschließenden Installation von Linux (Kubuntu 10.4) wurde Windows schon erkannt und die Möglichkeit angeboten, Linux neben Windows zu installieren und beim Start zwischen beiden zu wählen.
(Die Größe der Linux Partition konnte man einstellen)
Wunderbar :smile:

Tja, das war’s auch schon - ganz einfach also :smile:

Danke und Gruß
Christoph