Mobbing

Hallo,

ich lese, gerade hier, sehr oft etwas über Mobbing.
Doch mittlerweile macht mich das mehr und mehr stutzig.
Nicht nur, dass ich mich eigentlich noch nie gemobbt fühlte, oder dass Menschen die so arbeiten wie ich sich je gemobbt gefühlt hätten. Dazu kommt auch noch, dass ich schon mindestens auf 4 Menschen in meinem Arbeitsleben traf die sich von mir höchstwahrscheinlich gemobbt fühlten.

Das gibt einem dann schon zu denken und genau dies hab ich dann auch getan.
Ich bin mit mir selbst streng ins Gericht gegangen und habe mein Verhältnis zu diesen 4 Personen genau untersucht.
Eigentlich konnte ich alle 4 als Mensch gut leiden.
Ich habe weder mit meinen Chefs über sie gesprochen noch habe ich sie vor sonstigen KollegInnen difamiert oder mich am allgemeinen Klatsch über sie beteiligt. Von 2en wurde mir aber vorgeworfen ich wäre der Grund warum der Chef schlecht über sie denkt.
Warum also?
Fakt ist, diese 4 Personen haben schlecht gearbeitet. Schlampig, unvollständig, unzuverlässig, viel zu langsam. Sie haben definitiv versucht sich von ihren KollegInnen durch den Arbeitsalltag mitziehen zu lassen. Die meisten KollegInnen haben im Grunde stillschweigend deren Arbeit mitgemacht oder hatten zumindest erhöhten Arbeitsaufwand um jeweils alles zu kontrollieren. Ihren Frust darüber haben sie über den Klatsch über diese Personen rausgelassen.
Ich habe einfach nur die Arbeitsergebnisse nicht akzeptiert und zurückgegeben, wenn sie auf meine Arbeit Einfluss nahmen und nicht gut waren.
Dies war selbstverständlich eine permanente Kritik die trotz x-fachen Klärungsversuchen und Hilfestellungen dazu führte dass alle 4 sich persönlich von mir angegriffen fühlten und mich ziemlich sicher als Auslöser und Grund für ihren Jobverlust sehen wollen.

So etwas bahnt sich jetzt schon wieder an.
Diese Person ist die Schnittstelle zu einem anderen Team und übergibt mir täglich mehrere Arbeitsergebnisse, die ich weiterbearbeiten muss. Wie es bei mir ankommen soll ist genau in einer Arbeitbeschreibung geregelt. Ich habe es jetzt schon 12! mal erklärt bzw. mit ihr abgestimmt wie und in welcher Form ich den Vorgang von ihr brauche und ihr auch jeweils den Grund genau erklärt. Fast jeder Vorgang kommt nach wie vor mangelhaft zu mir.

Was soll ich also tun, zumal ich schon merke wie sie es mehr und mehr als persönlichen Angriff empfindet, ich hätte halt immer was zu meckern.
Soll ich also ihren Job mitmachen wenn sie es nicht kann?

Gruss D.K.

Das ist kein Mobbing (owt)
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Hallo

Helge hat schon recht, wenn er sagt, daß hier keinerlei Mobbing abzusehen ist. Das Gegenstück zu „mobbing“ ist ja nicht der dauerhafte Friede-Freude-Eierkuchen-Tanz und auch nicht die Selbstaufgabe zugunsten anderer.

Was soll ich also tun,
Soll ich also ihren Job mitmachen wenn sie es nicht kann?

Wenn ich das richtig gelesen habe, hast Du mehrfach im Guten versucht, Ihre Arbeitsleistung zu verbessern. Da das nicht fruchtet würde ich auch mal über das Aussprechen einer Abmahnung nachdenken.

zumal ich schon merke wie sie es mehr
und mehr als persönlichen Angriff empfindet, ich hätte halt
immer was zu meckern.

Das ist ihr Problem, nicht Deins. Nur, weil jemand mit Kritik nicht umgehen kann, ist der Kritiker nicht automatisch ein „Mobber“.

Gruß,
LeoLo

Hallo,

aber das ist es ja gerade was mich so stutzig macht.

Wenn hier jemand schreibt, dass er gemobbt wurde erinnert mich die Wortwahl und die Botschaft zwischen den Zeilen an meine KollegInnen.

Kann es sein, dass Mobbing in den meisten Fällen ein Begriff für das Abschieben der eigenen Verantwortung, des eigenen Unvermögens auf andere ist?

Gruss D.K.

Mobbing oder nicht…
Hallo D.K.,

seit man den Begriff „Mobbing“ inflationär in Gebrauch genommen hat, wird dieser natürlich auch von den Leuten verwendet, die sich durch ihr eigenes Verhalten ins Abseits stellen.

Ich habe euch beiden noch in keinem Gespräch zugesehen. Ich weiß also nicht, wie Du der Person gegenüber Deine Kritik äußerst. Natürlich gibt es unterschiedliche Erwartungen beim Empfänger der Botschaft. Natürlich gibt es die, die sachliche Kritik generell auf ihre Person reflektieren. Du hast nichts gegen die Person an sich, wenn ich Dich richtig verstehe. Aber vielleicht kann die Person Dich nicht ausstehen? Da bist Du natürlich schnell der „Mobber“. Sowas hatte ich auch schon öfter.

Ich würde mir an Deiner Stelle überhaupt keine Sorgen machen: Solange Du der Person gegenüber die Form wahrst, Deine Kritik sachlich überbringst und nicht mit Kollegen über „die doofe Nuss“ lästerst, sehe ich kein Mobbing.

Gruß
Bonsai

Hallo

Kann es sein, dass Mobbing in den meisten Fällen ein Begriff
für das Abschieben der eigenen Verantwortung, des eigenen
Unvermögens auf andere ist?

Naja, es läuft oft darauf hinaus, daß die persönliche Unfähigkeit der aktiven Konfliktlösung sich im Berufen auf Mobbing äußert. Letztendlich ein nachvollziehbarer Schutzmechanismus, der es Leuten ermöglicht, sich selbst vom tatsächlichen Problem, nämlich der eigenen Selbstanalyse, abzulenken.

Echte Mobbingopfer sind hingegen wahrlich zu bemitleiden und der Sachverhalt sollte nicht nieveliert werden. Man darf also nicht vergessen, daß es auch genug Personen gibt, die wirklich schon hart getroffen sind und echte Qualen am Arbeitsplatz erleiden.

Aber ja, nicht überall, wo Mobbing drauf steht, ist auch Mobbing drin.

Gruß,
LeoLo

Hi,

Wie die Person das selbst sieht, würde mich in diesem vorliegenden Fall allerhöchstens zweitrangig interessieren.
Es ist kein Mobbing.
Es geht hier doch um nachweisbare Nichterfüllung von Anforderungen, oder?
Das Einzige, worüber du dir Gedanken machen könntest, ist, weshalb die Person immer noch nicht Aufgaben ausübt, die sie ausfüllen kann.

Gruss,

Hallo,

klassisches Mobbing ist das sicher nicht, denn Du intrigierst ja nicht grundlos um Deinen Kollegen Schaden zuzufügen oder sie aus persönlichen Motiven schlecht zu machen. Insofern würde ich nicht sagen daß Du ein Mobber bist.

Nichtsdestotrotz trittst Du ja nicht zum ersten Mal in der Rolle desjenigen auf, der an Kündigungen im Unternehmen beteiligt ist und der Kollegen Unzulänglichkeit vorwirft. Die Frage beinhaltet keinen Vorwurf, aber ich frage mich warum eine auffallend hohe Anzahl von Mitarbeitern in Deinem Umfeld als unzulänglich dastehen?
Wie kommt es daß Du selber überlegst ob Du Beteiligter in den Mechanismen bist, die zu der gegebenen Situation führen?

Es stimmt sicher daß die meisten Menschen prinzipiell erstmal immer andere verantwortlich nachen, auch dann wenn sie eigentlich selber an einer Situation schuld sind. Ich sehe Dich auch nicht als Mobber. Ich finde es aber auffällig wenn in Deinem Umfeld regelmäßig derartige Probleme auftauchen. Und ich denke auch: „Der Ton macht die Musik“; man kann ein Gespräch oder eine Kritik über die Leistungen anderer so und so führen. Kommt es beim anderen als konstruktiver Vorschlag an oder muß man die Art der Gesprächsführung und Wortwahl als Kritisierter als Ausüben von Druck und als Bedrohung empfinden?

Um sowohl für Dich als auch die betroffenen Mitarbeiter eine Lösung zu finden würde ich probieren mit den Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen. Wo liegen die Gründe daß regelmäßig unzureichende Arbeit bei Dir ankommt? Stimmen die Arbeitsbedingungen nicht, haben die Mitarbeiter zu wenig Zeit, sind sie zu schlecht ausgebildet, zu unmotiviert? Was kann man tun um das Ergebnis zukünftig zu verbessern?

Es kann ja weder in Deinem Sinne noch im Sinne aller anderen sein wenn Frust und Ärger den Arbeitsalltag bestimmen. Da sollte man versuchen eine Lösung zu finden, die allen Beteiligten gerecht wird.
Wenn ein großer Prozentsatz früherer und aktueller Mitarbeiter nicht in der Lage ist eine qualitativ gute Arbeit abzuliefern kann das kaum an der persönlichen Unzulänglichkeit des Einzelnen liegen, sondern dann ist irgendwo ein Fehler im System.

Gruß,

MecFleih

Hallo,

das mag in manchen Fällen so sein, in anderen nicht. Es gibt echte Mobbingopfer, die ihre Arbeit unauffällig oder sogar gut erledigen, und trotzdem systematisch kaputt gemacht oder ausgegrenzt werden.

„Gefährdet“ sind regelmäßig Mitarbeiter, die in irgendeiner Weise von „Normen“ abweichen oder Schwächen in irgendeiner Weise zeigen - obwohl es womöglich Schwächen sind, die mit der Arbeit rein gar nichts zu tun haben.

Wenn das benutzt wird um denjenigen persönlich zu diskreditieren, oder wenn Arbeitsergebnisse schlecht dargestellt werden um jemanden zu blamieren, dann ist das Mobbing.

Gruß,

MecFleih

Hallo,
nur um es klar zu stellen…

Ich bin 25 Jahre im Arbeitsmarkt beteiligt. Meine genannten 4 Personen traf ich bei völlig verschiedenen Arbeitgebern in ganz verschiedenen Konstellationen und sie waren die absoluten Ausnahmen.

Mit meinen früheren und jetzigen KollegInnen kam und komme ich hervorragend aus, die Zusammenarbeit macht(e) Spass und es fällt mir überhaupt nicht schwer auf den, die Einzelne(n) einzugehen, zuzugehen, einen Kompromiss zu finden, usw.

Der rote Faden ist Konfliktbereitschaft.
Im Gegensatz zu meinen KollegInnen bin ich bereit auch beim 13. mal einen Fehler als Fehler zu erkennen und die Person direkt darauf aufmerksam zu machen.
Meine KollegInnen haben schon beim 3. Mal aufgegeben, erzählen jetzt jedem wie behämmert die Person ist und machen halt die Arbeit selbst. Ich bin quasi der Einzige der Klartext redet und deshalb war ich bisher immer der Mobber (bzw. so lange gibts den Begriff noch gar nicht)

Gruss D.K.