Schweiz gibt Franken frei

Hallo,

die Schweiz hat überraschend die Kopplung an den Euro aufgehoben.
Sie ist frei vom Euro.
Was bedeutet dies für die Euro-Zone?
Sind die Gewinner diejenigen deutschen Reichen, die alles geahnt haben und dort ihren Wohnsitz haben?

Hat es noch Sinn Euro in SFR umzutauschen?

Kokos 

 

Hallo,
Gewinner sind alle Besitzer von Schweizer Geld. Auslaender und auch Inlaender, sie koennen sich jetzt alle von diesem Geld mehr beim deutschen Discounter nebenan kaufen.
Gruss Helmut

Hallo!

Sind die Gewinner diejenigen deutschen Reichen, die alles
geahnt haben und dort ihren Wohnsitz haben?

Währungsparitäten können sich jederzeit ändern. Sie waren gewiss noch nie ein Anlass, allemal kein Grund zur Wohnsitzverlagerung. In aller Regel waren und sind es steuerliche Überlegungen und/oder ein günstiger Deal mit dem in Aussicht genommenen Kanton. Um Steuern zu sparen, machen manche Leute die seltsamsten Sachen.

Natürlich kann auch die fraglos schöne Landschaft in die Schweiz locken.

Gruß
Wolfgang

Hallo,

ob der schweizerische Hotelier, der aktuell 1000 Franken im Geldbeutel (und 20.000 auf der Bank) hat, dies so sehen wird wie Du?

Der dürfte mit Sorge auf die Buchungszahlen der Saison blicken :wink:.

Gruß
vdmaster

Hallo,

die schweizer Wirtschaftsbosse beabsichtigen, die Verteuerung schweizer Produkte durch Kürzung der Gehälter und Verlängerung der Arbeitszeit bei den Angestellten zum Teil auszugleichen.

_ mki _

Hallo,

die Schweiz hat überraschend die Kopplung an den Euro aufgehoben.
Sie ist frei vom Euro.

War sie ja vorher auch schon.

Was bedeutet dies für die Euro-Zone?

Exporte in die Schweiz werden billiger. Das Einkaufen und Urlauben für Schweizer in der Eurozone wird billiger. Importe aus der Schweiz werden teurer. Einkaufen und Urlauben für Euro-Touristen in der Schweiz wird teurer. Die SNB wird nicht mehr soviele Staatsanleihen in Euro kaufen brauchen. Kreditnehmer in der Eurozone, die Kredite in SFR aufgenommen haben, müssen nun mehr bezahlen. Kreditgeber aus der Schweiz, die Kredite in Euro vergeben haben, bekommen nun weniger.

Sind die Gewinner diejenigen deutschen Reichen, die alles geahnt haben und dort ihren Wohnsitz haben?

Der Wohnsitz wird eher steuerliche und weniger Anlagegründe haben. Wenn ein Deutscher seinen Wohnsitz in der Schweiz hat und Zinsen oder Dividenden in Millionenhöhe in Euro kassiert, dann sind diese Einnahmen (und auch sämtliches in Euro angelegtes Vermögen) jetzt auch um den Kurseinbruch weniger wert.
Die Frage ist also auch, worin ich investiert habe und wie sich das entwickeln wird. Investitionen in Schweizer Aktien waren ja von der Freigabe des Wechselkurses auch nicht alle nur positiv betroffen.

Hat es noch Sinn Euro in SFR umzutauschen?

Von welchen Erwartungen für die Zukunft geht man denn aus? Was kostet der Umtausch und ein eventueller Rücktausch? Wie soll das Geld bis dahin investiert werden?

Grüße

die schweizer Wirtschaftsbosse beabsichtigen, die Verteuerung
schweizer Produkte durch Kürzung der Gehälter und Verlängerung
der Arbeitszeit bei den Angestellten zum Teil auszugleichen.

Ist doch gar nicht durchsetzbar.

Wie soll das denn funktionieren, wenn die Schweizer Normalverdiener die exorbitanten Lebenshaltungskosten nicht mehr zahlen können?

MG

Servus,

gibt es dafür irgendwelche Anhaltspunkte? Dinge, die man lesen oder beobachten kann vielleicht?

Schöne Grüße

MM

Hallo,

die schweizer Wirtschaftsbosse beabsichtigen, die Verteuerung
schweizer Produkte durch Kürzung der Gehälter und Verlängerung
der Arbeitszeit bei den Angestellten zum Teil auszugleichen.

Das versteh ich nicht. Warum soll ein gekürztes Gehalt oder längere Arbeitszeit ein Ausgleich für verteuerte Produkte sein?

Greetz
T.

Hallo,

die schweizerischen Arbeitgeber wollen so die Lohnkosten drücken, die ja einen nicht unerheblichen Anteil der Produktionskosten eines Produkts darstellen. Somit wird das Produkt günstiger und kann leichter ins Ausland exportiert werden.

Denn der hohe Wert des Fränklis im Vergleich zum Euro mindert natürlich das Interesse der Euro-Besitzer am Einkauf eines Produkts aus der Schweiz :wink:.

http://www.suedkurier.de/region/hochrhein/kreis-wald…

Gruß
vdmaster

die schweizer Wirtschaftsbosse beabsichtigen, die Verteuerung
schweizer Produkte durch Kürzung der Gehälter und Verlängerung
der Arbeitszeit bei den Angestellten zum Teil auszugleichen.

Ist doch gar nicht durchsetzbar.

Doch, denn die Schweizer haben nicht nur eine andere Währung sondern auch ein anderes Arbeitsrecht als Deutschland. Hier kann man sich einen ersten Überblick zum Thema Änderungskündigung verschaffen. Ist also wesentlich einfacher als in Deutschland.

Wie soll das denn funktionieren, wenn die Schweizer Normalverdiener die exorbitanten Lebenshaltungskosten nicht mehr zahlen können?

Sind denn dort die Lebenshaltungskosten der Maßstab für den Lohn?

Grüße

Hallo,

gibt es dafür irgendwelche Anhaltspunkte? Dinge, die man lesen oder beobachten kann vielleicht?

Ja, in den Schweizer Medien. Bisher sind das aber eher Gedankenspiele von Verbänden und natürlich ist die Frage, inwieweit das der Arbeitsmarkt hergibt. Das wird also wie bisher eher über Innovationen gelöst werden, zumal sich die stark exportabhängigen Unternehmen vielleicht gegen sowas abgesichert haben.

Grüße

Hallo,

ich finde es nachvollziehbar, dass die Schweizer keine Lust mehr haben, Goldman-Sachs und andere nichtschweizer Banken per Zahlung griechischer Außenstände zu horrenden Zinsen durch gut spekulierte und teils sebst unterstützte (Mogelhilfe) Schulden über die EZB reich zu machen.

Ich frage mich eher, ob die EZB im Sinne Europas handelt - oder den derzeitig Entscheidungsbevollmächtigten nicht ev. Vorstandsposten bei bestimmten Banken winken, in näherer Zukunft.
Sollte man vielleicht im Auge behalten.

Die Finanzwelt ist ein Haifischbecken allererster Güte.
Wenn schon der kleinste Bankberater Rentnern Schmuh erzählt, was kann man dann von den großen Bankfranseln erwarten?

Ehrlichkeit wäre das absolut Letzte, womit ich rechnen würde.

Gruß, Paran

Hallo,

Du darfst getrost davon ausgehen, dass schon letzte Woche einige Unternehmen den Lohn der Grenzgänger (Arbeitnehmer die in der EU wohnen und in der Schweiz arbeiten) um 10% und mehr gekürzt haben. Durch die schon angesprochene arbeitgeberfreundliche Gesetzgebung in der Schweiz ist das auch durchsetzbar. Die Löhne für Arbeitnehmer mit Schweizer Wohnsitz werden wahrscheinlich später nachziehen.
Die Arbeitszeit zu verlängern, ist weniger einfach, weil es hier auch in der Schweiz Grenzen gibt. Es kann vielleicht sein, dass in Einzelfällen aus 40 neu 42 Stunden werden, aber das ist eher annehmbar.

Gruß
Bernd

Bündnerfleisch mit Gold aufzuwiegen?
Ei Hallo,

wenn man mal die letzten vierzig Jahre anschaut, während denen der Trend im Wechselkurs CHF/DM und später CHF/EUR ohne starke Störungen immer in die gleiche Richtung lief, bloß eben weniger plötzlich als in den vergangenen paar Tagen, scheint es zunächst nicht gar so wahrscheinlich, dass die Unternehmer in der CH plötzlich ganz was anderes machen als bisher.

Schöne Grüße

MM

Hallo Bernd,

kannst Du welche von diesen Unternehmen benennen oder ist das eine freie Erfindung?

Wenn es diesen Automatismus gäbe, wären die Löhne in der CH im Lauf der letzten vierzig Jahre permanent gesunken. Sieht aber nicht so aus.

Schöne Grüße

MM

Hallo,

ich finde es nachvollziehbar, dass die Schweizer keine Lust
mehr haben, Goldman-Sachs und andere nichtschweizer Banken per
Zahlung griechischer Außenstände zu horrenden Zinsen durch gut
spekulierte und teils sebst unterstützte (Mogelhilfe) Schulden
über die EZB reich zu machen.

Ich frage mich eher, ob die EZB im Sinne Europas handelt -
oder den derzeitig Entscheidungsbevollmächtigten nicht ev.
Vorstandsposten bei bestimmten Banken winken, in näherer
Zukunft.
Sollte man vielleicht im Auge behalten.

Die Finanzwelt ist ein Haifischbecken allererster Güte.
Wenn schon der kleinste Bankberater Rentnern Schmuh erzählt,
was kann man dann von den großen Bankfranseln erwarten?

Ehrlichkeit wäre das absolut Letzte, womit ich rechnen würde.

Moin paran,

nicht mehr mit Ehrlichkeit zu rechnen im Schwimmbecken der Finanzhaie, ist ein wichtiger Selbstschutz. Zudem eine grosse Hilfe immum zu werden gegen Werbung für „ehrliche Banke“ und Lotto. Wenigstens haben es die Finanzhaie ein wenig schwieriger uns abzuzocken, dank der Sozial media.

Gruss: Gerrit

Gruß, Paran

Hallo Bernd,

kannst Du welche von diesen Unternehmen benennen oder ist das
eine freie Erfindung?

Moin Aprilfisch,

die Antwort dieser Anfrage würde auch mich sehr interessieren. Nach meiner Erfahrungen, ist die Arbeitswelt in der CH viel sozialer als Bernd sich vorstellt.

Gruss: Gerrit

Wenn es diesen Automatismus gäbe, wären die Löhne in der CH im
Lauf der letzten vierzig Jahre permanent gesunken. Sieht aber
nicht so aus.

Schöne Grüße

MM

Hallo Martin und Gerrit,

Ich habe die Information über zweistellige Lohnkürzungen im Unternehmen gestern von einem Kunden nahe der Grenze bekommen, aber ich kann und will keinen Beweis dafür vorlegen. Folglich werde ich wohl mit dem Vorwurf leben müssen, das nur erfunden zu haben.
Ich bin aber sicher, dass die Medien solche Fälle auch jetzt wieder publik machen werden. So geschah es ja auch vor vier Jahren, als der Franken ebenfalls an Wert verlor:

http://www.20min.ch/finance/news/story/29891333
http://bazonline.ch/basel/land/Weniger-Lohn-fuer-Gre…
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/lohnkue…

Dass die Arbeitswelt in der Schweiz unsozial ist, will ich auch gar nicht nicht behaupten. Allerdings ist die Gesetzeslage in meinen Augen deutlich arbeitgeberfreundlicher als etwa in Deutschland oder Österreich - eine „Änderungskündigung“ (mit nachfolgender temporärer Streichung des Arbeitslosengeldes) wäre in Deutschland eben schwerer durchzusetzen und auch sonst ist der Kündigungsschutz ausgeprägter. Auf der anderen Seite wird natürlich auch in der Schweiz nicht alles strikt nach dem Gesetz durchgezogen und je nach Unternehmen und Branche ist gewiss vieles relativ „sozial“. Soweit ich das beurteilen kann…

Grüße
Bernd

Hallo Bernd,

mit diesem Vorwurf musst Du keineswegs leben, da Du ja Deine Prognose mit den verlinkten Nachrichten aus früheren, vergleichbaren Situationen untermauert hast.

Allerdings mit diesem, dass Du ein nicht unwichtiges Detail in Deiner Prognose verschwiegen hast: In allen drei Nachrichten aus zurückliegenden Fällen geht es um Grenzgänger; also lediglich nominale Lohnsenkungen, die im Ergebnis nur die durch den veränderten Wechselkurs veranlassten effektiven Lohnerhöhungen neutralisieren sollten.

Im Fall Stöcklin fehlt übrigens auch die Nachricht, zu welchem Ergebnis die Untersuchung durch die Schweizer Behörden führte.

Schöne Grüße

MM