Familie
Von: Μісһаеl Βеutlеr (abgemeldet), 19.2.2005 15:14 Uhr
Hallo Gemeinde!

Es geht hier nicht um das Erschlagen von Steckmücken, sondern um das Anwenden von Gewalt gegenüber Menschen, die in der selben Wohnung leben und sich nicht an die Spielregeln halten.

Ich habe schon weiter unten die These zur Diskussion gestellt: "Dreinreden und Gängeln bei Kindern über 20"
und viele Hinweise bekommen, dass ich mit meiner Einstellung nicht falsch liege - in unserem Fall die Tochter meiner Frau sollte sich an Spielregeln halten, die für das Zusammenleben im gemeinsam bewohnten Haus sinnvoll sind.

Konkreter Fall:
Ich höre aus einem anderen Zimmer, dass die Tochter mit ihrer Mutter streitet, es gibt lautes Gechrei und eine Rangelei. Die Tochter wirft mit Kissen, schmeißt Stühle um, reisst Decken vom Tisch, köpft Blumen in einem Blumentopf und wirft diesen schließlich samt Untersetzer durchs Zimmer, woraufhin Topf und Untersetzer zerbrechen und die Blumentopferde das ganze Zimmer versaut. Ich komme dazu und fordere die Tochter auf, den Dreck den sie gerade gemacht hat wegzumachen. Sie sagt NEIN. Ich sage, hier im Haus kann man sich nicht so aufführen, und wenn sie sich nicht an gewisse Regeln des menschlichen Zusammenlebens hält, werden wir (meine Frau und ich) sie rausschmeißen, und in eine andere Wohnung zu zweit ziehen, ohne sie.
Sie sagt daraufhin: "Du kannst mich gerne rausschmeißen, aber dann mache ich vorher noch alles hier im Hause kaputt!" Meine Antwort war "Die Polizei-Inspektion ist hier gleich ums Eck!!!" - darauf sie: "Dann geh doch oder ruf an, da steht das Telefon!"
Ich habe nicht angerufen, sondern bin persönlich zur Polizei - "Dein Freund und Helfer" - gegangen um mir Rat zu holen.
Die Auskunft des POM war sehr "ernüchternd":
Eine Ankündigung "ich mache alles kaputt, wenn" ist keine Drohung und keine Bedrohung.
Alles was sich hier im Hause bisher abgespielt hat (geht seit Jahren alle paar Monate so, wird nur derzeit langsam schlimmer) interessiert nicht. Die Polizei kann nur bei aktueller Ruhestörung (Tochter randaliert), Sachbeschädigung (Tochter macht was kaputt was ihrer Mutter oder mir oder dem Hauseigentümer gehört), oder Körperverletzung "eingreifen". Die Polizei kann aber nur den Sachverhalt aufnehmen und ggf. darauf hinwirken, dass weitere Ruhestörungen, Sachbeschädigungen oder Körperverletzungen unterbleiben. Sie kann uns aber nicht unterstützen, die Tochter aus dem Haus zu bekommen, oder vor weiteren Sachbeschädigungen oder Körperverletzungen bewahren in dem sie die Tochter "präventiv mitnimmt". Alles was hier abläuft sind "Familienstreitigkeiten"!

Und damit zu meiner Frage der Gewaltanwendung:

Ich hasse Gewaltanwendung da ich sie persönlich verabscheue und als allerletztes Mittel einer Konflikt-"Lösung" betrachte.
Wenn die Tochter wieder randaliert und wir sie aus dem Haus haben wollen, bleibt mir nur brutale physische Gewaltanwendung.
Alternative: Meine Frau und ich gehen zu einem Anwalt (den müssen wir bezahlen, da hilft uns keine Rechtsschutzversicherung!), und der erwirkt einen Gerichtsbeschluss dass die Tochter ausziehen muss (sie kann zu ihrem Vater in eine Drei-Zimmer-Wohnung, stünde also nicht "auf der Straße"). Bei der Durchsetzung dieses Beschlusses würde uns die Polizei helfen (mit polizeilicher Gewalt).

Was bleibt mir / uns anderes übrig?

Michael



  1. Antwort von Αnоnүm (abgemeldet) 5
    Re: Gewaltanwendung gegen Mitbewohner (lang!)
    Hallo Michael,
    ich habe nun alle Beiträge gelesen und auch Deine Antworten dazu.
    Ich möchte Dir nicht zu nahe treten, und sag mir bitte, wenn ich etwas falsches sage, aber,
    möchtest Du WIRKLICH etwas ändern oder möchtest Du eigentlich, dass jemand anderes etwas für Dich ändert?
    Ich lese immer nur Deine relative Hilflosigkeit heraus - die Polizei hilft Dir nicht, der Vater hilft Euch nicht, die Tochter ist zu keiner Kooperation bereit, der einzig mögliche Ausweg scheint Dir Gewalt zu sein, die Du aber nicht anwenden möchtest..
    Und wenn Dir plausible Vorschläge gemacht werden (z.B. das Türschloss auszuwechseln), dann lehnst Du diese mit der Begründung ab, es wäre unfair, dies ohne das Wissen Deiner Tochter zu tun. Sie selbst ist laut Deiner Aussage auch nicht richtig verantwortlich, schließlich ist sie krank.
    Ich habe das Gefühl, als würdest Du Deine Tochter noch immer beschützen wollen, als hättest Du zwar gerne Ruhe, andererseits möchtest Du ihr aber nicht zumuten, ernsthafte Konsequenzen tragen zu müssen und "alleine da zu stehen".
    Solltest Du wirklich etwas erreichen wollen, musst Du aber handeln.
    Ob fair oder nicht, wechsele in ihrer Abwesenheit die Türschlösser aus. Und zucke nicht zusammen, wenn das bei ihr evtl Verzweiflung auslöst. Deine Tochter ist 23 Jahre alt, d.h. seit über 5 Jahren volljährig. Erwachsen aber werden die meisten von uns in Grenzsituationen (wenn diese auch nicht immer so extrem sind), wenn Du sie ewig davor beschützt, wird sie Euch weiter ausnutzen. Und das ist nicht nur für Dich und Deine Frau ein Problem, auch für Deine Tochter.
    Wir leben (zum Glück) in einem Land, in welchem es Sozialhilfe, Streetworker, Wohnheime, Frauenhäuser und Beratungsstellen gibt. Deine Tochter wird nicht umkommen, wenn Ihr sie tatsächlich "rausschmeißt", sie wird hart aber effektiv lernen, dass jedes Handeln Konsequenzen hat, und das wird sie letztendlich vermutlich viel weiter bringen, als wenn ihr weiterhin meint ihr zu helfen. Und nach all dem, was Du geschrieben hast, ist sie intelligent genug, Euch zu manipulieren. Da sollte sie auch intelligent genug sein, sich anderweitig Hilfe - so benötigt - zu holen.
    LG,
    NOrah [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
    7 Kommentare
    • von Μісһаеl Βеutlеr (abgemeldet) 0
      Re^2: Gewaltanwendung gegen Mitbewohner (lang!)
      Hallo Norah,

      Du übersiehst hier einen kleinen aber für mich wichtigen Punkt:
      Es ist nicht meine Tochter, sondern die Tochter meiner Frau aus deren erster Ehe. Ich bin nicht ihr Erziehungsberechtigter, sie lässt sich von ihrer Mutter und ihrem Vater schon wenig sagen, von mir noch weniger. Und meine Frau, wenn ich das mal so brutal ausdrücken darf, ist das eigentliche Problem. Ich an ihrer Stelle hätte die Tochter schon vor Jahren auf die Straße gesetzt bzw. genötigt zu ihrem Vater zu ziehen. Dort hat sie in einer Drei-Zimmer-Eigentumswohnung ein Wohnrecht, und ihr Vater ist selten da (meist bei der Nachbarin).
      Ich verstehe aber die Gefühle meiner Frau bezüglich ihrer Tochter, ich habe selber einen schwierigen Sohn, den ich auch nicht so hart anfassen würde wie "Fremde".

      Michael
    • von Ηеіkе 4
      Re^3: Gewaltanwendung gegen Mitbewohner (lang!)
      Hallo Michael,

      ich glaube, ich habe den Knackpunkt bei euch gefunden. Lies dir das mal durch: Und meine Frau, wenn ich das mal so brutal ausdrücken darf, ist das
      eigentliche Problem. Ich an ihrer Stelle hätte die Tochter
      schon vor Jahren auf die Straße gesetzt bzw. genötigt zu ihrem
      Vater zu ziehen. ...
      Ich verstehe aber die Gefühle meiner Frau bezüglich ihrer
      Tochter, ich habe selber einen schwierigen Sohn, den ich auch
      nicht so hart anfassen würde wie "Fremde".
      Jeder von euch beiden glaubt scheinbar, das eigene Kind vor dem Partner und der bösen Welt beschützen zu müssen. Die "lieben Kleinen" aber bekommen das natürlich mit und nutzen das schamlos aus.
      Dein Sohn kann seine Greencard-Träume auch als Werktätiger zu verwirklchen versuchen. Wenn er sich einen richtigen Job sucht anstatt nur hier und da zu jobben, kann er vielleicht sogar mehr sparen dafür. Außerdem kann er das eigenständige Leben in einer eigenen kleinen Wohnung so schon mal üben und braucht nicht in einem fremden Land bei Null anzufangen.
      Im Gegenzug dazu hat die Tochter deiner Frau auch auszuziehen und endlich Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen. Wenn sie wieder anfängt durchzudrehen, dann dreht doch mal den Spieß um. Bietet ihr an, ihre Sachen auch zu beschädigen oder macht ihr deutlich, dass sie für die verursachten Schäden aufzukommen hat.
      Wechselt das Schloss aus - wenn sie nicht da ist. Glaubt ihr, wenn ihr lange genug auf sie einredet, dann hilft sie euch noch dabei? Wohl kaum. Gebt den Kindern und euch die Chance auf ein eigenständiges Leben.
      Manchmal muss es erst etwas wehtun, um dann heilen zu können.

      Viele Grüße, Heike
    • von реndrаgоn (abgemeldet) 2
      Kuckucksväter
      Moin, Es ist nicht meine Tochter, sondern die Tochter meiner
      Frau aus deren erster Ehe. Ich bin nicht ihr
      Erziehungsberechtigter, sie lässt sich von ihrer Mutter und
      ihrem Vater schon wenig sagen, von mir noch weniger. Und meine
      Frau, wenn ich das mal so brutal ausdrücken darf, ist das
      eigentliche Problem. Ich an ihrer Stelle hätte die Tochter
      schon vor Jahren auf die Straße gesetzt bzw. genötigt zu ihrem
      Vater zu ziehen.
      Da frag ich mich doch, warum bist du dann überhaupt dort eingezogen, wenn "vor Jahren" schon klar war, dass dir diese Wohnsituation nicht gefällt ?

      Ganz egal ob die Tocher nun krank, "schwierig" oder "verzogen" ist, die wenigstens Mütter werden bereit sein, ihre Kinder aufzugeben, nur weil ein neuer Mann im Haus in Ruhe leben möchte, und das ist auch gut so.

      Gruß
      Marion
    • von Μісһаеl Βеutlеr (abgemeldet) 0
      Re: Kuckucksväter
      Hallo Marion,

      da hast Du sicher Recht.
      Witziger Weise kann meine Frau meinen Sohn noch weit weniger ausstehen als ich ihre Tochter.
      Und mit gut gemeinten Ratschlägen wie ich mit ihm zu verfahren hätte ist sie schnell bei der Hand.
      Wenn ich Vorschläge in Richtung ihrer Tochter bringe, höre ich aber häufig nur "ja, sicher, ist theoretisch wohl richtig, aber praktisch nicht durchführbar" oder "kehr' doch erst mal vor deiner Türe, mach das mit deinem Sohn, dann siehst du, wie undurchführbar das ist".


      Michael
    • von Αnја 3
      Re^2: Kuckucksväter
      Hallo Michael,

      je mehr ich hier lese, desto mehr stellt sich mir die Frage:

      Was erwartest Du denn von diesem Forum? Warum schreibst Du hier überhaupt etwas hinein?

      Normalerweise - so kenne ich das - trägt man sich in ein Forum ein, weil man ein Problem hat, bei deren Lösung man selbst nicht weiterkommt und deshalb nach umsetzbaren Ratschlägen fragt. Wenn Du allerdings de facto selbst zugibst, dass gar keine Lösungsvorschläge durchführbar sind, weil weder Du bereit bist, Konsequenzen aus dem Verhalten Deines Sohnes zu ziehen noch Deine Partnerin dies mit ihrer Tochter tun möchte, hättest Du Dir die Frage auch sparen können. Oder habe ich da etwas missverstanden?

      Gruß,
      Anja

      PS: Mit dem Kehren vor der eigenen Haustür hat Deine Partnerin ja auch irgendwo Recht. Hier lamentierst Du v.a. über die Macken Deiner Stieftochter, während Du Deinen Sohn nur mal nebenbei erwähnt hast und ihn anscheinend gewähren lässt. Dann kannst Du Dich doch aber auch über die Erziehung Deiner Stieftochter nicht beschweren.
    • Re^2: Gewaltanwendung gegen Mitbewohner (lang!)
      Hallo Michael,

      ich kann mich Norah nur anschließen!

      Schau mal, was ich in deiner Vika gefunden habe:
      "Ändere, was Dich stört, oder akzeptiere es: Es gibt keine dritte Alternative!"

      Grüße von
      Tinchen
    • von Μісһаеl Βеutlеr (abgemeldet) 0
      Re^3: Gewaltanwendung gegen Mitbewohner (lang!)
      Hallo Tinchen,

      Du hast natürlich auch 100 %ig Recht!

      Wenn ein Mensch sich selber zum Ziel gesetzt hat, Dinge zu ändern die er ändern kann, und Dinge die er nicht ändern kann so zu akzeptieren wie sie sind, fehlt ihm nur noch die Weisheit in jedem Fall sicher zu erkennen, ob er im konkreten Fall die Dinge selber ändern kann oder sie akzeptieren muss.
      Nach dieser Weisheit strebe ich seit über 30 Jahren.

      Daher werde ich meinen ViKa-Text entsprechend abändern.

      Michael
  2. Antwort von ѕеmіrаmіѕ 0
    Nix Gewalt - Köpfchen!
    Lieber Michael

    Ich habe deine vorherigen Threads nicht gelesen und bin auch kein Rechtsanwalt, sondern versuche jetzt mal nur nüchtern und aus der Distanz das Geschehen in deiner Familie zu begreifen.
    Wie wäre es eigentlich, wenn ihr anstatt einen Anwalt zu konsultieren (weshalb kommen eigentlich immer alle gleich mit dem Anwalt? Kein Wunder, dass manche so steinreich sind... aber das ist ein anderes Thema)einfach das Türschloss auswechseln würdet? So braucht ihr nämlich auch keine Gewalt anzuwenden um sie "raus zu schmeissen". Wie das von der rechtlichen Lage her geregelt ist, das weiss ich nicht, aber falls sie danach beginnt euch buchstäblich die Tür einzuschlagen, weil sie wieder rein will, dann dürft ihr sicher die Polizei alarmieren (hoffe ich). Und überhaupt: Weshalb eigentlich auch die Polizei? Könnt ihr nicht mit ihrem Vater vereinbaren, dass sie ab sofort zu ihm zieht? Bringt ihre Sachen dann doch auch gleich zu ihm. Falls das auch nicht geht: Weshalb macht ihr es ihr nicht einfach sehr ungemütlich?
    Ich vermute, ihr seid einfach psychisch auch gar nicht stark genug um das Gör (wobei ich ja eigentlich auch nur DEINE und nicht IHRE Version der Dinge kenne... deshalb ist "Gör" u.U. nicht korrekt...) in seine Schranken zu weisen. Würdet ihr das ein wenig gelassener sehen, ginge es wohl gleich ein wenig besser.
    Die Polizei und der Anwalt ist für Familienstreitigkeiten (und das ist hier eindeutig der Fall) ganz sicher nicht zuständig. Wendet Euch lieber mal an das Jugendamt!

    Lieber Gruss,

    Semiramis

    Ps: Gewaltanwendung ist fast IMMER ein Zeichen von Hilflosigkeit...
    8 Kommentare
    • Re: Gewaltschutzgesetz
      Hallo Michael,

      die vorhergehenden Tipps finde ich alle sehr gut. Wir zwei hatten ja schon im vorherigen Thread die Ehre.

      Auf keinen Fall Gewalt anwenden, wenn sie wieder austickt. Sofort, noch während ihrer Rage die Polizei herbeitelefonieren. Die geköpften Blumen und zersprungenen Fensterscheiben müsst ihr halt mit einkalkulieren.

      Die Damen und Herren in Grün dann bitten, dass sie die junge Dame (habe ja mitbekommen, dass sie schon lange volljährig ist) mitnehmen und nach dem neuen Gewaltschutzgesetz ein Hausverbot aussprechen.

      Diese Gewaltschutzgesetz wurde zwar ursrpünglich gemacht, dass rabiate Ehemänner das Haus verlassen müssen und die Frau geschützt ist. Inzwischen hat sich herauskristallisiert, dass es häufig die Frauen sind, die Gewalt anwenden und die Polizei muss immer öfters die Ehefrauen auffordern den Ort des Geschehens zu verlassen. Es funktioniert sicherlich auch bei gewaltverbreitenden Abkömmlingen.

      Die Polizisten können noch an Ort und Stelle rechtswirksam fordern, dass sie sich der Wohnung dich nächsten (ich glaube) 8 Tage nicht nähern darf. In dieser Zeit ihre Sachen zusammenpacken und wie angeregt die Schlösser wechseln.

      Damit dürfte sich vermutlich dann das Problem lösen, dass sie evtl. die Öffnung der Tür erzwingen kann, weil sie ja einwohnerrechtlich in dieser Wohnung gemeldet ist.

      Wenn das Gewaltschutzgesetz angewendet wird, besteht auch die größte Chance (zusammen mit ihrer Faulheit), dass sie bezüglich des § 1611 BGB den Unterhaltsanspruch verwirkt hat - somit kann auch das Sozialamt nicht auf die Mutter zurückgreiben.

      Gruß
      Ingrid
    • von Μісһаеl Βеutlеr (abgemeldet) 0
      Re^2: Gewaltschutzgesetz
      Hallo Ingrid,

      Du schreibst: "Auf keinen Fall Gewalt anwenden, wenn sie wieder austickt. Sofort, noch während ihrer Rage die Polizei herbeitelefonieren. Die geköpften Blumen und zersprungenen Fensterscheiben müsst ihr halt mit einkalkulieren.
      Die Damen und Herren in Grün dann bitten, dass sie die junge
      Dame (habe ja mitbekommen, dass sie schon lange volljährig
      ist) mitnehmen und nach dem neuen Gewaltschutzgesetz ein
      Hausverbot aussprechen."

      Schön, wenn das so wäre - der POM hat aber gesagt dass sie sie bei Sachbeschädigung NICHT mitnehmen würden sondern nur eine Ermahnung aussprechen würden, erst bei Körperverletzung wäre das möglich.

      Das Auswechseln des Haustürschlosses müsste man später machen, nach so einem Streit / Austick-Vorfall und nachdem sie wieder mal ausser Haus gegangen ist, und heimlich. Das wäre für mich nicht korrekt!

      Außerdem ist da das Problem meiner Frau: sie lässt sich provozieren und wird ggf. in ein Handgemenge verwickelt, bei dem sie aber (aus Körperkraftgründen sagt sie) unterliegt.

      Und da kommt dann mein Problem: Ich konnte mich bis jetzt beherrschen, nicht zuzuschlagen, aber es fällt mir von Mal zu Mal schwerer, vor Allem deshalb, weil die junge Dame ja Argumenten nicht zugänglich erscheint.
      Und aus meiner Erziehung in den Fünfiger Jahren des letzten Jahrhunderts gründet sich die Einstellung "wer nicht hören will muss fühlen", was ich für mich bisher immer abgelehnt hatte, nur übersetzt als "wer etwas tut, muss die Konsequenzen tragen" gebilligt hatte, aber - wie so schön geschrieben steht: wer Gewalt anwendet ist hilflos.
      Genau! Das Einzige das einem sonst Hilflosen einfällt in so einer Situation ist eben, mit körperlicher Gewalt die junge Dame aus dem Haus zu werfen und falls sie sich (was zu 99% so sein wird) dagegen wehrt und damit zuerst erfolgreich ist, sie mit körperlichen Maßnahmen schachmatt zu setzen.
      Das will ich nicht, befürchte aber dass es irgendwann mal so weit kommt.

      Michael
    • Re^3: Gewaltschutzgesetz
      Hallo Michael,

      ich habe jetzt mal das Gewaltschutzgesetz nachgelesen. Ist wohl so, dass bei Gefahr gegen Sachen, dieses nicht greift.

      Hier mal der Paragraf: GewSchG § 1 Gerichtliche Maßnahmen zum Schutz vor Gewalt und Nachstellungen
      (1) Hat eine Person vorsätzlich den Körper, die Gesundheit oder die Freiheit einer anderen Person widerrechtlich verletzt, hat das Gericht auf Antrag der verletzten Person die zur Abwendung weiterer Verletzungen erforderlichen Maßnahmen zu treffen. Die Anordnungen sollen befristet werden; die Frist kann verlängert werden. Das Gericht kann insbesondere anordnen, dass der Täter es unterlässt, ..............

      Wobei Du von Rangeleien schreibst - das setzt für mich körperlichen Einsatz voraus. Zumal Du immer von der körperlichen Unterlegenheit der Mutter sprichst. Somit ist evtl. doch körperliche Gewalt gegen eine Person im Spiel.

      Ich habe aber bei der Suche im Internet noch etwas gefunden:


      § 31 Platzverweisung

      (1) Die Gefahrenabwehr- und die Polizeibehörden können zur Abwehr einer Gefahr eine Person vorübergehend von einem Ort verweisen oder ihr vorübergehend das Betreten eines Ortes verbieten. Die Platzverweisung kann ferner gegen eine Person angeordnet werden, die den Einsatz der Feuerwehr oder andere Hilfs- oder Rettungsmaßnahmen behindert.

      (2) Die Gefahrenabwehr- und die Polizeibehörden können eine Person bis zu einer richterlichen Entscheidung über zivilrechtliche Schutzmöglichkeiten ihrer Wohnung und des unmittelbar angrenzenden Bereichs verweisen, wenn dies erforderlich ist, um eine von ihr ausgehende gegenwärtige Gefahr für Leib, Leben oder Freiheit von Bewohnern derselben Wohnung abzuwehren. Unter den gleichen Voraussetzungen kann ein Betretungsverbot angeordnet werden. Eine solche Maßnahme darf die Dauer von vierzehn Tagen nicht überschreiten. Die Maßnahme kann um weitere vierzehn Tage verlängert werden, wenn bis zu diesem Zeitpunkt eine wirksame richterliche Entscheidung über den zivilrechtlichen Schutz nicht getroffen worden ist. Das Gericht hat der zuständigen Gefahrenabwehrbehörde oder der Polizeibehörde die Beantragung des zivilrechtlichen Schutzes sowie den Tag und den Inhalt der gerichtlichen Entscheidung unverzüglich mitzuteilen.

      (3) Rechtfertigen Tatsachen die Annahme, dass eine Person in einem bestimmten örtlichen Bereich innerhalb einer Gemeinde eine Straftat begehen wird, so können die Gefahrenabwehr- und die Polizeibehörde ihr für eine bestimmte Zeit verbieten, diesen Bereich zu betreten oder sich dort aufzuhalten, es sei denn, sie hat dort ihre Wohnung oder sie ist aus einem vergleichbar wichtigen Grund auf das Betreten des Bereichs angewiesen (Aufenthaltsverbot). Das Aufenthaltsverbot ist zeitlich und örtlich auf den zur Verhütung der Straftat erforderlichen Umfang zu beschränken. Das Verbot darf die Dauer von drei Monaten nicht überschreiten. Die Vorschriften des Versammlungsrechts bleiben unberührt

      Von diesem § 31 hatte ich noch nicht gehört. Ich weiß auch nicht zu welchem Gesetz (Gewaltschutz, Polizeigesetzt oder ähnlichem) er gehört.

      Gruß
      Ingrid [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
    • von Μісһаеl Βеutlеr (abgemeldet) 0
      Re: Nix Gewalt - Köpfchen!
      Hallo Semiramis,

      das mit dem "Anwalt und Gericht beauftragen" ist ja nicht meine Idee.
      Der POM hat das so gesagt, dass die Polizei für solche Familienstreitigkeiten eben nicht zuständig ist und nur zur Durchsetzung von Gerichtsurteilen wie "muss ausziehen", "darf sich nicht mehr als 500 m nähern" etc. zu Hilfe gerufen werden kann.
      Das heisst, wenn ein Mensch "guten Argumenten" nicht zugänglich ist muss man einen Gerichtsbeschluss erwirken, der dann unter Einsatz von Polizei-Gewalt ausgeführt wird.
      Wieder Gewalt!
      Und was die junge Dame in der Zeit zwischen dem Moment wo ihr klar wird dass wir zu Anwalt und Gericht gehen und dem Moment des tatsächlichen Auszugs an unserem Mobiliar und dem Miet-Haus kaputt macht, "müssen wir in Kauf nehmen", da hilft uns die Polizei nicht.

      Ich bin auch immer dafür Dinge erst selber in die Hand zu nehmen, bevor man solche Ausweitungen und Verschärfungen wie Anwalt und Gericht bemüht - aber das würde in unserem Fall ja eben bedeuten dass wir körperliche Gewalt anwenden müssten, um zu verhindern dass unser Zuhause zu Schrott gemacht wird.

      Michael
    • Re^2: Nix Gewalt - Köpfchen!
      Lieber Michael

      Kann es sein, dass du (ihr) "Gewaltphobiker" seid? Aus deinem Posting lese ich wiederholt heraus, dass du richtiggehend Angst davor hast Gewalt (physisch und psychisch) anzuwenden und/oder "unfair" zu werden. Im Prinzip ist das ja auch äusserst lobenswert und tugendhaft, aber eine 20 jährige Frau ist durchaus fähig das zu erkennen. Beim Erkennen bleibt es freilich bei ihr nicht, sie beginnt diese Gelegenheit auszunutzen und spielt diese Erkenntnis sozusagen als andauernden Joker gegen euch aus. Sie hat natürlich längst gemerkt wie man euch manipulieren kann, ihr spielt ja auch so nett mit.
      Wahrscheinlich betont ihr auch ihr gegenüber immer wieder, dass ihr diesen Konflikt gewaltfrei und fair lösen möchtet. Wie oben schon erwähnt, spricht das zwar für euch, aber wenn der Gegenüber mit unfairen Waffen zu hantieren beginnt seid ihr chancenlos. Ihr handelt momentan, so dünkt mich, nach der Maxime: Wenn dir einer auf die linke Wange schlägt so halt ihm auch die rechte hin. Das Problem dabei ist nur, dass man dann auch wirklich echte Ruhe und (psychische)Stärke ausstrahlen sollte wenn man so denken und Erfolg haben möchte. Und das tut ihr mit Sicherheit nicht.
      Wieso versucht ihr um alles in der Welt fair zu bleiben wo doc nirgendwo auch nur ein Fünkchen dieser Fairness bei euch zu finden wäre? Ihr fordert die Tochter ja geradezu heraus, euch nicht ernst zu nehmen. Fällt endlich mal gemeinsam (damit meine ich dich und deine Frau - ohne die Tochter) einen Entschluss und setzt den durch. Ich persönlich hätte schon lange die Schlösser ausgewechselt. Klar wird es so wahrscheinlich erst zum grossen Eklat kommen, aber dann kann man sich, wenn man auch Distanz gegangen ist, auch wieder annähern.

      Wenn man jemandem der sich derart asozial benimmt auch noch Verständnis und Fairness versucht entgegenzubringen, so zeigt man ihm nur, dass er sich benehmen kann wie er will und trotzdem immer Verständnis und Fairness ernten wird. Ihr schützt das Kind geradezu vor der Begegnung mit der realen Welt und zerstört euch dabei selbst. Auch ihr tut ihr keinen Gefallen mit eurem Überbeschützen, auch wenn das eigentlich eure Absicht ist. Sagt ihr ganz klar NACHDEM ihr eine Massnahme eingeleitet habt (z.B. Schlösser auswechseln)dass ab sofort gilt: "Ab heute wird zurückgeschossen". Sagt ihr aber auch, dass ihr immer für sie da sein werdet, wenn sie Hilfe braucht UND SICH ANSTÄNDIG BENIMMT (!!!) Sie wird zwar toben und euch wahrscheinlich Worte um die Köpfe schmeissen, die ihr nicht gerne hört, und hineinkommen wollen, doch öffnet jetzt keinesfalls die Tür sondern ignoriert sie nachdem ihr das Gefühl habt, dass sich das Gespräch beginnt im Kreise zu drehen. Lasst sie ruhig toben. Seid auch wirklich bereit sie wieder aufzunehmen, falls sie sich Euren Wünschen gemäss verändert. Schliesslich seid ihr diejenigen, die für ihren Unterhalt aufkommt! Sollte sie in Drogen abrutschen etc. so solltet ihr ihr (wenns ihr dann WIRKLICH dreckig geht) auch helfen. Aber so weit sind wir ja noch lange nicht. Jetzt Sie soll erst mal zum Vater ziehen. Das wird die Lage meiner Meinung nach etwas beruhigen.

      Lieber Gruss,

      Semiramis [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
    • von Lоttі-lu (abgemeldet) 3
      Re^3: Nix Gewalt - Köpfchen!
      Hallo Michael,
      ich habe jetzt alles gelesen und frage mich, ob du und vermutlich auch deine Frau ( sofern du sie hier im Forum eingebunden hast) eigentlich gar kein Problem habt. Warum?
      1. Alle guten Vorschläge, welche von anderen Mitgliedern gemacht wurden, wurden bisher von dir mit - für mich- nicht nachvollziehbaren Argumenten abgespeist.
      2. Du verschwendest in dieser nach aussen doch sehr angespannt wirkenden Situation sehr viel Zeit damit rumzudisskutieren ohne Nutzen daraus zu ziehen oder wirklichen Lösungsvorschlägen zu folgen.
      3. Suchst du regelrecht eine Bestätigung dafür, dass eine Gewalteinwirkung deinerseits doch eigentlich ok ist in eurer Situation.
      4. ... auch wenn du sie angeblich eigentlich nicht willst ... die Betonung in allen meinen Argumenten liegt auf "eigentlich", denn "eigentlich" ist immer eine Einschränkung.
      5. Gibt es viele Möglichkeiten, Hilfe zu finden auch ohne Polizei, Anwälten etc.
      6.Ist diese Schilderung eurer Lebenssituation eine Projektion von nicht genutzter Lebensenergie, die ein Ventil benötigt, eine Beschäftigungstherapie gegen Langeweile; oder wie muß ich dass verstehen, dass du zwar viel erzählst, schilderst, aber nicht den Eindruck machst, wirklich zu leiden, denn dann würdest du auf gute Vorschläge der Leute hier eingehen.

      Wenn die Situation so unerträglich ist und bereits Ärzte eingebunden sind, die Gewaltbereitschaft der jungen Frau bekannt ist, besteht auch die Möglichkeit einer vorübergehenden Zwangseinweisung mit anschließender Therapie. Für wen diese Zwangsmaßnahme nötig ist, kann ich nicht beurteilen, bin kein Therapeut... Aber vielleicht fängst du besser an zu handeln als dich hier zu profilieren?
      Ich wünsche dir und deiner Familie viel Kraft und vor allem die Einsicht zur Änderung eurer Lebenssituation!
      Viele Grüße
      Lotti-Lu [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
    • von Μісһаеl Βеutlеr (abgemeldet) 0
      Re^4: Nix Gewalt - Köpfchen!
      Hallo Lotti-Lu,

      danke für Deine umfassende Analyse unserer Situation.

      Natürlich sind wir, meine Frau und ich, selbst nicht in der Lage, Entscheidendes an unserer Situation zu ändern, da nicht nur die Tochter meiner Frau (zu ca. 90%) und mein Sohn (zu ca. 70%) sondern auch meine Frau (zu ca. 80%) und ich (zu ca. 60%) BPS haben (Schätzungen von mir). Eine Borderline-Persönlichkeits-Störung ist für alle Beteiligten anstrengend, aber komischer Weise weniger für die direkt "Gestörten" als für deren Partner.

      Michael
    • von Lоttі-lu (abgemeldet) 0
      Re^5: Nix Gewalt - Köpfchen!
      Guten Morgen,
      ich kann deinen Ausführungen nicht folgen, ist mir zu hoch. Du gehst wieder nicht auf die konkreten Punkte ein, was mich nur bestätigt in meiner Annahme. Wenn dir langweilig ist, lies doch mal ein Buch oder ... geh`arbeiten! Das hilft, seinen Geist frei zu machen und gesund zu werden :o) ... Dann brauchst du dich und andere nicht mehr krank reden mit einer Krankheit, mit der man nicht spaßt.
      Gruß L-L [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
  3. Antwort von Ѕuе 3
    Re: Gewaltanwendung gegen Mitbewohner (lang!)
    Hallo Michael,

    ich würde den Vater anrufen und ihm mitteilen dass Ihr Euch ab sofort nicht mehr in der Lage seht eine Wohnung mit dem Mädchen zu teilen.

    Dann einen Termin setzen zu dem sie aus der Wohnung raus sein muss.
    Wenn sie nicht selber packt Sachen vor die Tür und Schlüssel auswechseln.

    Ich denke das Mädchen braucht mal einen Schuß vor den Bug - so ein Verhalten ist nicht akzeptabel.
    Es gab bei uns auch Zeiten in denen ich mich meinen Eltern bis aufs Blut gestritten habe - aber ohne Handgreiflichkeiten oder Sachbeschädigung. Was momentan da abläuft geht einfach zu weit.
    Dass Du selber "dazwischengehst" halte ich für kontraprodukiv - dann lieber wirklich die Polizei rufen wenn sie das nächste Mal austickt. Vielleicht merkt sie ja dann dass ihr es ernst meint. Auf jeden Fall bist Du dann aus dem Schneider. Denn wenn Du ihr wirkliche "eine verpassen" solltest bist Du auf ewig der "Gewalttätige Freund Der Mutter".
    Noch etwas - ich will wirklich nicht den Teufel an die Wand malen aber kann es sein dass das agressive Verhalten auf Alkohol und/oder Drogengenuss in irgendeiner Form zurückzuführen ist?

    viele Grüße und gute Nerven
    Sue
    2 Kommentare
    • von Μісһаеl Βеutlеr (abgemeldet) 0
      Re^2: Gewaltanwendung gegen Mitbewohner (lang!)
      Hallo Sue,

      Du meinst, Du würdest den Vater anrufen und ihm mitteilen dass Ihr Euch ab sofort nicht mehr in der Lage seht eine Wohnung mit dem Mädchen zu teilen.
      DAS ist eine gute Idee - warum bin ich noch nicht darauf gekommen?
      Vielleicht deshalb, weil die Tochter immer noch seit der Scheidung vor 6 Jahren Mutter und Vater gegeneinander ausspielt. Aber das könnte man eventuell bewusst ausnutzen?

      Allerdings wundert mich ein Rat den ich hier schon ein paar Mal gelesen habe - ich solle nicht dazwischen gehen, wenn sich die Tochter wieder mit ihrer Mutter "zankt".
      Mein Selbstverständnis als ihr Ehemann drängt mich aber dazu, meiner Frau zu helfen und ihr in solchen Situationen zur Seite zu stehen, sie leidet ja auch unter diesen Attacken ihrer Tochter, und schließlich sind es manchmal auch Gegenstände die mir gehören oder die meine Frau und ich gemeinsam angeschafft haben. Auch die Schäden im Haus (Kratzer und Löcher im Wandputz und auf dem Parkettboden sowie zerbrochene Steckdosen, kaputte Türschlösser etc.) sind ja durch den auf mich und meine Frau gemeinsam laufenden Mietvertrag von uns Beiden zu gleichen Teilen ersatzpflichtig.
      Da kommt dann auch noch dazu, dass die Tochter leider öfters das Licht brennen lässt wenn sie das Haus verlässt oder in 5 Räumen gleichzeitig Licht anhat obwohl sie sich nur in einem länger aufhält. Diese Stromkosten sind ja von mir und meiner Frau zu gleichen Teilen zu tragen, wie auch alle anderen Nebenkosten, die Tochter zahlt davon ja nichts. Das bringt sozusagen schon permanent eine miese Stimmung rein!

      Michael
    • Re^3: Gewaltanwendung gegen Mitbewohner (lang!)
      hallo micha,

      deiner frau kämest du zuhilfe, wenn du sie in solchen momenten aus der schusslinie nehmen würdest. die aufforderung, den "dreck" wegzumachen, kannste auch ein paar minuten später ablassen.
      aber nicht wenn sie gerade am toben ist.
      sie ist in dem moment sozusagen besinnungslos unsd eingeschränkt schuldfähig.
      egal was du sagst, du gießt in diesem moment öl ins feuer.
      grundlegende diskussionen nur außerhalb solcher szenen. abbruch, wenn es zu anfällen kommt.


      strubbel
      3:O)
  4. Antwort von mаnоu (abgemeldet) 0
    Re: Gewaltanwendung gegen Mitbewohner (lang!)
    Hallo Michael

    musste erst einmal deinen Anderen Text suchen, du hast 2 Namen,aber ich hab dich dann doch gefunden;)

    Was geht denn bei euch ab?
    Normal ist es nicht!!!

    Wieso tickt eure Tochter so ab?
    Und seit wann?

    Wie ist euer Verhältnis zueinander, du schreibst recht kühl, also dein Verhältnis zur Stieftochter?
    Kann ich teils verstehen, denn angenehm ist eure Situation wohl nicht.
    Sehr traurig, das man in einer Familie nicht mehr reden kann. Es muss dich irgendetwas vorgefallen sein!?
    Von alleine dreht ein Mensch nicht so ab. Möchte keinem von euch die Schuld auflasten, aber vielleicht solltet ihr erst einmal überlegen, was der Grund ist!
    Sucht eine Wohnung für sie, vielleicht zusammen mit ihrem leiblichen Vater. Setzt sie vor vollendeter Tatsache! Das ist nun ihre Wohnung!!!! Oder ihr alle ändert etwas an eurem Zusammenleben!
    Sie und Ihr!

    Gruß Manu
    13 Kommentare
    • von Μісһаеl Βеutlеr (abgemeldet) 0
      Re^2: Gewaltanwendung...
      Hallo Manu,

      ich hatte meinen Namen geändert von Karl Michael auf nur Michael, weil in den Antworten mal Karl mal Michael stand, das war mir zu durcheinander.

      Du fragst:
      "Wieso tickt eure Tochter so ab? Und seit wann?"

      Seit ich sie kenne (5 Jahre), vorher war sie aber auch schon so sagt meine Frau, ihre Mutter. Die Tochter ist jetzt über 23 Jahre alt, hat die Hauptschule nicht fertig gemacht, zwei Ausbildungen abgebrochen und lebt auf unsere Kosten zusammen mit uns in einem Reihenhaus.

      "Von alleine dreht ein Mensch nicht so ab. Möchte keinem von euch die Schuld auflasten, aber vielleicht solltet ihr erst einmal überlegen, was der Grund ist!"

      Wir waren bei mehreren Volkshochschulkursen und haben einen Psychotherapeuten konsultiert.
      Die Erkenntnis daraus ist, dass die Tochter zum Kreis der Borderline-Persönlichkeiten gehört.

      Michael
    • von Ѕuе 1
      Borderline
      Wir waren bei mehreren Volkshochschulkursen und haben einen
      Psychotherapeuten konsultiert.
      Die Erkenntnis daraus ist, dass die Tochter zum Kreis der
      Borderline-Persönlichkeiten gehört.
      Hallo Michael,

      das ist aber eine sehr schwerwiegende Diagnose - ich will Euch nicht zu nahetreten aber hat der Psychotherapeut eure Tochter selber gesehen oder hat er die Diagnose auf Grund Eurer Schilderungen gestellt?
      Denn wenn Eure Tochter wirklich an einer Borderline Psychose leidet muss sie dringend psychiatrisch bzw psychotherapeutisch behandelt werden!
      Sie ist dann für ihr Verhalten auch nur bedingt verantwortlich....die Ausraster wären auch Ausdruck ihrer Krankheit und nicht nur "unmögliches Benehmen".

      Habt Ihr schon mal die Möglichkeit der Familientherapie in Betracht gezogen?
      Wahrscheinlich hat Eure Tochter überhaupt keine Lust zu einem Psychotherapeuten zu gehen aber wenn alle gehen....vielleicht liesse sich so ein Zugang finden.



      Viele Grüße
      Sue
    • von Μісһаеl Βеutlеr (abgemeldet) 0
      Re: Borderline
      Hallo Sue,

      die Tochter meiner Frau war schon vor 3 und vor 2 Jahren bei zwei Psychotherapeuten, aber nur etwa zwei Sitzungen, ist dann nicht mehr hingegangen. Ich habe mit meinem Psychotherapeuten das Thema in etwa 50 Sitzungen besprochen. Die Tochter weigert sich bis jetzt, weiterhin zu Therapeuten zu gehen, das ist nach Aussage vom Psychologen auch ein Aspekt der Borderline-Störung.
      Eine psychotherapeutische Behandlung der ganzen Patchworkfamilie wäre zwar wünschenswert, und ich wäre dazu bereit. Das scheitert aber einerseits an der geringen Bereitschaft meiner Frau und an der völlig fehlenden Bereitschaft ihrer Tochter dazu, andererseits an der fehlenden Kostenübernahme der Krankenkasse.

      Michael
    • von mаnоu (abgemeldet) 0
      Re^2: Borderline
      Hi Michael,
      schade, das die Mutter nicht mitmacht, so läuft es nicht!

      Hab dir mal ne interessante Seite rausgesucht( kennst du vielleicht ja schon):
      http://www.borderline-selbsthilfe.de/Index/Page10357...

      Versuche es doch nochmal mit einer Familientherapie!!!
      Verstehe nicht, das deine Frau nicht mitmacht, es ist ihr Tochter!!!

      Gruß Manu
    • von Μісһаеl Βеutlеr (abgemeldet) 0
      Re^3: Borderline
      Hi Manou,

      meine Frau würde schon mitmachen wenn ihre Tochter hinginge und das von der Krankenkasse bezahlt würde.
      Bei unserem Sozialsystem ist es aber doch so, dass die Krankenkasse eine Psychotherapie nur bezahlt für den Betroffenen, und der muss sich auch als so von seiner psychischen Störung betroffen darstellen dass er als arbeitsunfähig krank betrachtet werden kann. Dann würde ggf. eine Erweiterung der Therapie durch Einbeziehung von Beziehungspersonen (im Stunden-Zeitverhältnis 3:1 maximal) von der Kasse genehmigt.

      Michael
    • von mаnоu (abgemeldet) 0
      Re^4: Borderline
      Hi,

      mir würd die Tochter schon wichtiger sein.

      Aber wenn sie sich nicht helfen lassen will, gehts natürlich auch nicht.
    • von Μісһаеl Βеutlеr (abgemeldet) 0
      Re^5: Borderline
      Hi manou,

      Du schreibst: "mir würd die Tochter schon wichtiger sein."

      Verstehe nicht ganz wie Du das meinst.
      Willst Du damit sagen dass Du eine Psychotherapie (ob Familien- oder Einzel-) SELBST bezahlen würdest?
      Toll, würde ich sofort auch machen wenn ich im Geld schwimmen würde.
      Eine Stunde kostet rund hundert Euro, bei veranschlagten 50 Stunden mindestens wären das 5.000 Euro!
      Meine Frau und ich verdienen derzeit nicht mal genug um das Haus in dem die Tochter kostenlos mitwohnt zu halten, wenn sich das Familien-Einkommen nicht bald wieder erhöht, müssen wir sogar aus finanziellen Gründen in eine Zwei-Zimmer-Wohnung umziehen und die Tochter MÜSSTE dann sowieso zu ihrem Vater ziehen.

      Michael
    • von mаnоu (abgemeldet) 0
      Re^6: Borderline
      Hi Michael, Verstehe nicht ganz wie Du das meinst.
      Willst Du damit sagen dass Du eine Psychotherapie (ob
      Familien- oder Einzel-) SELBST bezahlen würdest?
      Das meinte ich!! Aber wie du oben schon schreibst, es ist nicht meine Tochter , so kann ein " normales" Familienleben auch nicht laufen! Toll, würde ich sofort auch machen wenn ich im Geld schwimmen
      würde.
      Eine Stunde kostet rund hundert Euro, bei veranschlagten 50
      Stunden mindestens wären das 5.000 Euro!
      Meine Frau und ich verdienen derzeit nicht mal genug um das
      Haus in dem die Tochter kostenlos mitwohnt zu halten, wenn
      sich das Familien-Einkommen nicht bald wieder erhöht, müssen
      wir sogar aus finanziellen Gründen in eine Zwei-Zimmer-Wohnung
      umziehen und die Tochter MÜSSTE dann sowieso zu ihrem Vater
      ziehen.
      Und das wäre dir sicherlich auch ganz recht, entschuldige bitte, wenn ich falsch liege, aber so kommt es langsam für mich rüber!
      Ich hab vor einigen Jahren mit einem Mann zusammengelebt, der ein "bös" ADHS - kranke Tochter hat, ich habe sie akzeptiert, so wie sie ist( kommt deiner Tochter nahe, nur das sie da erst 1o/11 Jahre war), habe mir den A... aufgerissen, damit dieses Kind richtig therapiert wird. Es gibt immer einen Weg!
      Ich find es eigentlich recht normal, wenn Kinder kostenlos mitwohnen!!!(solange sie nichts verdienen, bzw wenig verdienen)

      Gruß Manu Michael
    • Re^7: Borderline
      Hi, Verstehe nicht ganz wie Du das meinst.
      Willst Du damit sagen dass Du eine Psychotherapie (ob
      Familien- oder Einzel-) SELBST bezahlen würdest?
      Das meinte ich!!
      Wovon, wenn Du das Geld nicht hast? Und das wäre dir sicherlich auch ganz recht, entschuldige
      bitte, wenn ich falsch liege, aber so kommt es langsam für
      mich rüber!
      Und bei mir kommt es so rüber, daß Du nicht den Hauch einer Ahnung davon hast, was für ein Terror es sein kann, mit einem Borderliner zusammenzuleben. Da gibt es eigentlich nur eins: Zusehen, daß man wegkommt. So schnell wie möglich, so weit wie möglich.

      Gruß,

      Malte.
    • von mаnоu (abgemeldet) 1
      Re^8: Borderline
      Hallo Malte,

      Klasse, wenn man seinen eigenen Kindern nicht helfen kann, weil man zusehen muss, das man wegkommt!!!!Klasse Einstellung!
      Ich gucke als Mutter, das ist wahrscheinlich unser Unterschied!
      Manu
    • von Μісһаеl Βеutlеr (abgemeldet) 1
      Re^9: Borderline
      Hallo Manou,
      hallo Malte,

      ich kann dazu nur feststellen:

      Meine Frau und ich haben sich vor 4 Jahren mit dem Reihenhaus finanziell übernommen, weil wir

      1.) davon ausgegangen sind, dass ich genau so wie meine Frau von einem "gesicherten" Einkommen ausgehen kann.

      2.) gehofft haben, dass unser Einkommen eher noch steigt und die Tochter meiner Frau ebenso wie mein Sohn so langsam in die Gänge kommt mit dazuverdienen.

      3.) tatsächlich mein Einkommen schon vor 4 Jahren nicht sicher war, eigentlich habe ich damals schon weniger verdient als ich ausgeben musste, und den fehlenden Rest habe ich - wie unsere Bundesregierung, das soll jetzt keine Entschuldigung sein, nur ein Vergleich - durch Neuverschuldungen eingebracht. Klar, dass das "dicke Ende" irgendwann kommen musste! Inzwischen habe ich eine private Insolvenz laufen, verdiene als selbstständiger Kurierfahrer halb so viel wie früher, und "sehe kein Licht am Ende des Tunnels".

      Unser "Angebot" an unsere Kinder, kostenlos bei uns mit zu wohnen in einem Haus, das wir zu großen Teilen ausgesucht haben nach den Wünschen unserer Kinder, können wir seit Monaten schlicht nicht mehr aufrecht erhalten!

      Daher kommen uns alle "Verhaltensauffälligkeiten", "Undankbarkeiten" und "Vorwürfe" unserer Kinder besonders schlimm vor.

      Michael
    • von Ρһоеbе (abgemeldet) 2
      Re^10: Borderline
      Hallo Michael,

      ich lese jetzt schon eine ganze Weile mit.
      Unser "Angebot" an unsere Kinder, kostenlos bei uns mit zu
      wohnen in einem Haus, das wir zu großen Teilen ausgesucht
      haben nach den Wünschen unserer Kinder, können wir seit
      Monaten schlicht nicht mehr aufrecht erhalten!

      Warum um Himmels willen, ändert ihr dann nichts an der Situation? Ihr könnt eure Kinder einfach nicht mehr finanziell mit durchziehen und damit basta. Sie sind alt genug um sich ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Du hast inzwischen eine Menge gute Ratschläge bekommen, was zu tun wäre. Mache dich an die Umsetzung. Vorraussetzung dafür ist allerdings, dass deine Frau und du am selben Strang zieht. Ansonsten funktioniert das Ganze nicht. Ihr müsst euch klar werden was ihr wollt und dieses dann gemeinsam den beiden "Kindern" unterbreiten, ohne wenn und aber.

      Gruß

      Phoebe
    • Re^9: Borderline
      Hi, Klasse, wenn man seinen eigenen Kindern nicht helfen kann,
      weil man zusehen muss, das man wegkommt!!!!Klasse Einstellung!
      Ich gucke als Mutter, das ist wahrscheinlich unser
      Unterschied!
      Ja, kann sein. Das ändert aber nichts. Sie sollen ihre Tochter ja nicht verstoßen - nur dafür sorgen, daß die Gute mit ihren 23 Jahren und ihrem asozialen Verhalten endlich auszieht. Denn an der gegenwärtigen Situation werden sie nichts verbessern können. Das ist in meinen Augen unmöglich und ohne jede Aussicht.

      Hast Du Erfahrungen mit Borderlinern? Das kann die absolute Hölle sein, die auch eine Mutter nicht aushalten muß - unzumutbar.

      Gruß,

      Malte.
  5. Antwort von Μаrеіkе (abgemeldet) 0
    Re: Gewaltanwendung gegen Mitbewohner (lang!)
    Hallo Michael,

    lachst du dich eigentlich selber aus? Sorry, dass ich das hier so hart sage, zumal ich in dem Alter deiner "Stief"tochter bin. Aber eigentlich will ich nur sagen: Schau mal in deine eigene VIKA: Da steht unter Bemerkung:

    "Ändere, was Dich stört, oder akzeptiere es: Es gibt keine dritte Alternative!"

    dich stört was massiv, aber du kannst es noch nicht mal akzeptieren!

    Bei 100 guten Ideen.... Sorry, aber gib mir bitte nie einen Ratschlag, was ich mal besser machen soll oder auch nicht.....

    Gruß
    Mareike
    1 Kommentare
    • von Μісһаеl Βеutlеr (abgemeldet) 0
      Re^2: Gewaltanwendung gegen Mitbewohner (lang!)
      Hi Mareike,

      natürlich - Du hast 100 %ig Recht!

      Wenn ein Mensch sich selber zum Ziel gesetzt hat, Dinge zu ändern die er ändern kann, und Dinge die er nicht ändern kann so zu akzeptieren wie sie sind, fehlt ihm nur noch die Weisheit in jedem Fall sicher zu erkennen, ob er im konkreten Fall die Dinge selber ändern kann oder sie akzeptieren muss.
      Nach dieser Weisheit strebe ich seit über 30 Jahren.

      Michael
  6. Antwort von Μісһаеl Βеutlеr (abgemeldet) 0
    Re: Gewaltanwendung gegen Mitbewohner (lang!)
    Hallo Gemeinde!

    Erst mal Danke für die vielen zum Teil sehr hilfreichen Hinweise!

    Jetzt habe ich "nur" noch das Problem, dass die Tochter auf den Hinweis, dass sie sich jetzt arbeitslos melden muss nach Hartz4 - um die Kosten, die sie für ihren Aufenthalt in unserem Hause verursacht, und die wir schlicht nicht mehr aufbringen können, wenigstens zum Großteil erstattet zu bekommen - mit größtem Widerwillen reagiert hat ("dann muss ich ja eventuell JEDE Arbeit annehmen, die mir das Arbeitsamt anbietet"), und sofort mit der Retourkutsche gekommen ist, "warum ich mich nicht um eine besser bezahlte Arbeit bei einer Zeitarbeitsfirma bemüht hätte".
    Das habe ich gefressen!!!!!
    Es IST nun mal so, dass meine Frau und ich sich schlicht - von falschen Annahmen über mein Einkommen ausgehend - finanziell übernommen haben, als wir vor 4 Jahren das Haus gemietet haben und Tochter und Sohn gesagt haben, "ihr könnt hier mit uns wohnen".
    Inzwischen musste ich Insolvenz anmelden, das bedeutet so ungefähr: Egal was ich verdiene, mehr wie 1000 Euro kann ich nicht beisteuern, der Rest wird gepfändet. Mein Sohn zieht im Mai aus und hat dann eine eigene Existenz.
    Also: WIE kann ICH meine Frau davon überzeugen, dass WIR uns den Unterhalt ihrer Tochter nicht mehr leisten können???
    Ich habe den Eindruck, dass meine Frau sich dem Problem verschließt und abwarten möchte, ob sich ihre Tochter doch noch zu einem finanziellen Beitrag zu unserer Lebensgemeinschaft entschließt, oder eben das gemeinsame Haus einfach aufgeben möchte und eine billigere Wohnmöglichkeit für uns Beide ins Auge fasst, unbeschadet dessen, dass wir für unser Haus einen unkündbaren Vertrag bis Mitte nächsten Jahres haben.
    Ich habe natürlich unseren Vermieter bereits um Mietreduzierung, alternativ frühere Beendigung des Mietvertrages gebeten, dessen Antwort steht noch aus.
    Aber ich sehe das Problem eigentlich nicht darin, ob und was wir zur Kostenreduzierung unternehmen, sondern darin, der jungen Dame UNMISSVERSTÄNDLICH und UNWIDERSRECHBAR klar zu machen, dass wir uns OHNE ihr finanzielles Dazutun ihre Unterbringung und Verköstigung in Zukunft NICHT mehr leisten können.
    Da fehlt m.E. auch die Mitarbeit meiner Frau: Sie meint so nett, dass eine solche radikale Änderung der Lebensgewohnheiten ihrer Tochter nicht vermittelbar wäre, schließlich hätten wir ihr ja 4 Jahre lang es ermöglicht, kostenlos bei uns zu leben.
    Ich sage aber, dass es eben schlicht ein FAKT ist, dass wir "sie uns nicht mehr leisten können", und sie daher jetzt am Zuge wäre etwas dafür zu tun.

    Irgendwelche Vorschläge???

    Michael
    - ziemlich verzweifelt -
    10 Kommentare
    • von nіtа ј 1
      Re^2: Gewaltanwendung gegen Mitbewohner (lang!)
      Hallo Michael,

      anscheinend bist du wirklich sehr verzweifelt. Schnauf erst mal ein paar Mal tief durch!
      Vielleicht ist ein Ansatz zunächst die Abstrahierung des Problems. Damit meine ich folgendes: Es fällt mir auf, dass du mehrfach schreibst: "Wir können uns die Tochter meiner Frau nicht mehr leisten". Natürlich verstehe ich, was du meinst, in der Diskussion wird ein solcher Satz aber m.E. als auf die Person bezogene Provokation verstanden. Dies wird in der Regel vehementes Zurückweisen zur Folge haben. Fazit: "Warum besorgst DU dir nicht einen besseren Job" wenn es gutgeht und Sachbeschädigung, wenn die Agressivität durchschlägt.
      Deshalb geht mein Vorschlag dahin von der personenbezogenen Lösungssuche weg dahin zu kommen zu sagen: WIR haben nicht mehr genug Geld, was können WIR tun?
      Dann kann jeder darlegen, was der einzelne zur Lösung beiträgt.

      Außerdem ist darzulegen, dass keine Zeit mehr bleibt, um weiter abzuwarten. Evtl. kann man als äusserste Frist den Auszug deines Sohnes im Mai ansetzen?
      Bis dahin sollte jeder darlegen, welche Aktionen er zur Lösung des Finanzproblems aufgegriffen hat und wie die Ergebnisse sind. Für dich wäre das evtl. die Verhandlung mit dem Vermieter.
      Wichtig ist aber m.E. vor allen Dingen, dass ihr alle von der emotionalen Schiene runterkommt. Es geht nicht um eure Sympathien oder Antipathien, sondern allein um den fehlgeschlagenen Finanzplan der Familie.
      Vormals eingegangene Verpflichtungen müssen deshalb auf den Prüfstand und einer Revision unterzogen werden, dass sind Fakten und keine gegen einzelne Familienmitglieder gerichtete Strafaktionen.
      Solange ihr jedoch euch gegenseitig nur an den Kopf haut, dass einer oder mehrere nur "Mitesser" im Hause sind, bleibt diese Tatsache zwar bestehen, aber die Diskussionen rutschen in den emotionalen Streitbereich ab.
      Also nochmal: Tief durchschnaufen und versuchen die Emotionen wegzulassen, auch bei direkten Provokationen. Wenn z.B. die Tochter sagt: "Warum hast du keinen besseren Job" dann nicht erwidern, dass sie das nichts angeht und sie gefälligst ihren Hintern hochheben soll, sondern evtl. noch einmal darlegen, warum es nicht geht oder das es eben einfach nicht geklappt hat.
      Das hört sich jetzt zwar an, als stellte ich mir dass alles ganz einfach vor, aber mir ist schon bewusst, dass genau diese Vorgehensweise die schwierigste ist.
      Was ich aber auch weiss, ist, dass ihr - solange ihr im emotionalen Bereich miteinander sprecht - zu keinem Ergebnis kommt, an dem dir ja sehr dringend gelegen ist.
      Vielleicht helfen dir dabei auch schriftliche Aufstellungen, was kommt rein, was geht raus, wo kann, wo muss gespart werden. Schreib schon mal auf, was reinkommt, wenn die Tochter Hartz IV beziehen würde, ob man dann wohnen bleiben könnte etc. Schreib auch auf, was euch das unentgeltliche Wohnen der Kinder kostet.
      Gibt übrigens dein Sohn bis Mai Geld zu Hause ab? Wenn nein, kannst du nicht von dem Kind deiner Frau verlangen, dass sie was abgibt. Gleiche Pflicht für alle.
      Evtl. habt ihr euren Kindern auch noch nie so genau und evtl. auch schriftlich die Misere vorgelegt? Wenn sie nur vermuten, dass ihr weniger Geld habt, aber nicht genau wissen wie wenig, immer nur hören, ihr seid zu teuer, dann fehlt das Verständnis.
      Soweit also jetzt mein Rat. Als lediglich arbeitstechnisch konfliktgeschulter Mensch kann ich mehr nicht tun. Versuch es mal. Ich drück ganz fest die Daumen.

      Gruss
      Nita
    • von Μісһаеl Βеutlеr (abgemeldet) 0
      Re^3: Mitfinanzieren der Kinder
      Hallo Nita,

      danke für Deine ruhige Analyse. Du hast Recht, DAS ist das Problem bei uns: Vorschläge werden gleich als Schläge empfunden, Diskussionen gleiten ins Emotionale ab.
      Ich habe einiges gelernt an Kommunikationsfähigkeit, habe z.B. die Streitschule von Simone Pöhlmann und Angela Roethe in München besucht, befasse mich intensiv mit Partner- und Finanz-Problemen, auch psychologisch bin icht nicht ganz unbeleckt.
      Was ich in den letzten 20 Jahren diesbezüglich aber oft gelesen habe und noch öfter zum Teil sehr schmerzlich am eigenen Leibe erfahren musste, hat mir erst neulich ein Psychotherapeut persönlich von sich bestätigt:
      Man kann nicht Mitglieder der eigenen Familie "therapieren", dazu sind sie einem zu nah. Und bei Streitigkeiten innerhalb der eigenen Familie versagt die ganze Kunst des ruhigen, überlegten Sprechens und Handelns oft, weil einem selbst das Thema viel zu sehr persönlich nahe geht.

      By the way - ich habe unserem Vermieter schon vorgeschlagen die Miete zu senken, und mein Sohn wird ja im Mai ausziehen und sein eigenes Leben in den USA bestreiten.
      Ruhig vorzurechnen, dass wir uns von Anfang an verrechnet haben mit dem teuren 5-Zimmer-Haus für 4 Leute, von denen nur zwei Geld verdienen, und dass mir nach der Pfändungstabelle wegen privater Insolvenz nicht mehr als etwa 1000 Euro monatlich bleiben, was 500 Euro weniger sind als nötig, kann ich nur meiner Frau, und die weiss das eigentlich. Ihre Tochter will so was aber gar nicht hören, weil sie ja dann ihr Hotel Mama verlieren würde.

      Michael
    • von Ρһоеbе (abgemeldet) 0
      Re^4: Mitfinanzieren der Kinder
      Hallo Michael,

      anscheinend hast du die zweite Intension von Nita überlesen.

      Du solltest eine Familienkonferenz einberufen. Dort die Finanzielle Lage offenlegen und jeden sachlich dazu auffordern Vorschläge zu machen was DERJENIGE SELBER zur Verbesserung der finanziellen Lage beitragen kann.

      Außerdem solltest du die Konsequenzen offen legen, die sich ergeben, falls die finanzielle Situation sich nicht bessert. Erkläre ruhig und sachlich, dass ihr das Haus dann nicht halten könnt und eine kleine Wohnung stattdessen gemietet werden müsste.

      Das ist erst einmal der beste Weg.

      Gruß

      Phoebe [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
    • von Μісһаеl Βеutlеr (abgemeldet) 0
      Re^5: Mitfinanzieren der Kinder
      Hallo Phoebe,

      ich habe nichts überlesen / übersehen.
      Das Einberufen einer ("Patchwork")-Familien-Konferenz setzt den Teilnahmewillen ALLER Familienmitglieder voraus.
      Wenn meine Frau schon nicht will, weil sie voraussieht dass ihre Tochter nicht mitmacht, fehlt damit schon die Hälfte.
      So kann man nichts gemeinsam beschließen.

      Ich habe allerdings vor, der Tochter meiner Frau einen Brief zu schreiben, in dem ich ruhig und sachlich die Fakten und deren Auswirkungen auf unser Zusammenwohnen darlege, und ihr schildere, welche Möglichkeiten SIE hat am drohenden Verlust der Wohnung etwas zu ändern.
      Vielleicht hilft das!?

      Michael
    • von Ρһоеbе (abgemeldet) 0
      Re^6: Mitfinanzieren der Kinder
      Hallo Michael, Hallo Phoebe,

      ich habe nichts überlesen / übersehen.
      Das Einberufen einer ("Patchwork")-Familien-Konferenz setzt
      den Teilnahmewillen ALLER Familienmitglieder voraus.
      Wenn meine Frau schon nicht will, weil sie voraussieht dass
      ihre Tochter nicht mitmacht, fehlt damit schon die Hälfte.
      So kann man nichts gemeinsam beschließen.
      Deiner Frau sollte doch bewusst sein, dass ihr bald das Haus aufgeben müsst, wenn sich an eurer Situation nichts ändert! Vielleicht solltest du erst noch einmal deiner Frau unmissverständlich klar machen, dass ihr das Haus aufgeben müsst, wenn sich die Tochter finanziell nicht beteiligt. Außerdem solltest du ihr sagen - was ihr eigentlich selber klar sein müsste - dass die Tochter als Konsequenz des Hausverlustes auf ihren eigenen Beinen stehen müsste. Denn ihr würdet euch nur noch eine kleine Wohnung leisten können, so dass die Tochter sich etwas eigenes suchen müsste.

      Vor diesen Tatsachen kann man sich einfach nicht verschließen, das sollte auch deiner Frau klar sein. Solange ihr nicht am selben Strang zieht, wird sich an der Gesamtsituation nichts ändern.
      Ich habe allerdings vor, der Tochter meiner Frau einen Brief
      zu schreiben, in dem ich ruhig und sachlich die Fakten und
      deren Auswirkungen auf unser Zusammenwohnen darlege, und ihr
      schildere, welche Möglichkeiten SIE hat am drohenden Verlust
      der Wohnung etwas zu ändern.
      Vielleicht hilft das!?

      Einen Versuch ist es wert, ich bin aber nach wie vor der Meinung, dass ein Gespräch mit allen betroffenen Familienmitgliedern die bessere Lösung ist. Vor allem sollte deine Frau einer Meinung mit dir sein, was den Brief angeht. Ist sie das nicht, wird es der Tochter ein leichtes sein das auszunutzen und euch gegeneinander auszuspielen. Michael
      Gruß

      Phoebe
    • von Μісһаеl Βеutlеr (abgemeldet) 0
      Re^7: Mitfinanzieren der Kinder
      Hallo Phoebe,

      den Brief habe ich vor drei Tagen geschrieben, er war ein voller Erfolg.
      Die Tochter spricht seit dem selbst über Arbeitsamt und Sozialamt und Wohnungsamt und denkt zumindest daran da was zu unternehmen.

      Werde berichten wenn sich noch was ändert.

      Michael
    • von nіtа ј 1
      Re^4: Mitfinanzieren der Kinder
      Hi Michael,

      na klar, in der Familie mit der emotionalen Verflechtung ineinander ist ruhiges diskutieren bei solchen Problemen fast unmöglich.
      Nichtsdestoweniger sollte immer wieder der VERSUCH gemacht werden alle auf diese Basis zurückzubringen.
      Deine Tochter rastet sofort aus, sagst du. Klar, sie ist diejenige, die am meisten verliert (ihrer Ansicht nach). Versuche also, die Dinge auch aus ihrer Sicht zu sehen. Das aber bringt nicht die Lösung, da die Lage sich nicht ändert. DU siehst das sofort, ihr aber muss klargemacht werden, dass sich ihre große Verärgerung leider nicht in bare Münze umwandeln lässt.
      Tatsächlich dachte ich daran, dass es evtl. sein könnte, dass die Tochter immer nur mit den Ergebnissen konfrontiert wurde. Also: "Liebe Tochter, das Geld ist weg, bitte zieh aus!"
      Auch du würdest in so einem Fall sicherlich erst einmal negativ reagieren.
      Sollte es also so sein, hilft es evtl. die Tochter in den LÖSUNGSWEG mit einzubeziehen. Richtet also konkret die Frage an sie: "Wie würdest DU - mit uns zusammen - das weitere Familienleben finanzieren?"
      Dann ist sie gefordert etwas anderes als nur Gemeckere beizutragen.
      Verweigert sie das, dann sollte selbst ihr klar sein, dass das Konsequenzen haben wird, die ihr evtl. auch nicht so angenehm sein werden.
      Wie an anderer Stelle noch gesagt: Setzt Fristen fest. Eine letzte Frist könnte der Auszug deines Sohnes sein. Bis dahin muss eine Klärung erfolgt sein. Danach darf auch deine Frau nicht mehr zögern. Es müssen dann konkrete Schritte erfolgen. Dies bringt euch wieder in einen "Betriebsmodus". Anstatt sich immer im Kreis zu bewegen, könnt ihr euch ein zeitliches Ziel setzen und agieren.
      So noch einmal: Ganz viel Mitgefühl für diese bedrängte Situation und die Krise! Bleibe besonnen, setze alles Gelernte ein und um! Ihr schafft das! Auch mit und bei diesen Agressionspotentialen.

      Gruss
      Nita
    • von Μісһаеl Βеutlеr (abgemeldet) 0
      Re^5: Mitfinanzieren der Kinder
      Hi Nita,

      das mit der Fristsetzung ist gut. Ich habe das zwar schon seit drei Jahren immer wieder versucht, bin aber am Widerstand der Mutter (das geht nicht so plötzlich, und sie kommt dann sowieso wieder angekrochen, um...) gescheitert.
      Wie in meiner Antwort zu Phoebe beschrieben, werde ich mich jetzt aber mal schriftlich an die Tochter wenden.

      Michael
    • von Ρһоеbе (abgemeldet) 0
      Re^2: Gewaltanwendung gegen Mitbewohner (lang!)
      Hallo Michael,

      spreche mit deiner Frau und lege die Fakten auf den Tisch. Knallhart mit Zahlen und Konsequenzen, die euch bevorstehen. Du solltest ihr das in aller Deutlichkeit schildern und um nichts herumreden.

      Gruß

      Phoebe [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
    • von Μісһаеl Βеutlеr (abgemeldet) 0
      Re^3: Gewaltanwendung gegen Mitbewohner (lang!)
      Hallo Phoebe!

      Ruhig kann ich nur mit meiner Frau sprechen, und ihr noch mal vorrechnen, dass wir uns von Anfang an verrechnet haben mit dem teuren 5-Zimmer-Haus für 4 Leute, von denen nur zwei Geld verdienen, und dass mir nach der Pfändungstabelle wegen privater Insolvenz nicht mehr als etwa 1000 Euro monatlich bleiben, was 500 Euro weniger sind als nötig. Das weiss sie aber eigentlich.
      Mit ihrer Tochter kann ich nicht so ruhig sprechen, weil die sofort aggressiv wird wenn sie hört dass sie ihr Hotel Mama verlieren wird.

      Michael