Inlandspolitik allgemein
Von: Dаrја, 1.9.2010 14:09 Uhr
Ich bin Gegnerin von Stuttgart 21. Die zahllosen Gründe dafür möchte ich hier nicht ausbreiten. Ich bin gegen einen unterirdischen Bahnhof und die großflächige Untertunnelung der Gleise unter dem Stadtgebiet (insgesamt 33 km)und vor allem gegen einen Durchgangsbahnhof. Bekanntlich haben wir in Stuttgart einen gut funktionierenden Kopfbahnhof.
Ich würde gerne wissen, ob andere Landeshauptstädte wie München, Frankfurt, Hannover, Dresden etc. Durchgangsbahnhöfe oder Kopfbahnhöfe haben. Bei Wikipedia ist das leider sehr widersprüchlich aufgelistet, so daß ich daraus nicht viel entnehmen kann.

Bei Verkehrsknotenpunkten und in größeren Städten, die an Wochenenden und bei Veranstaltungen oft Ziel von großen Menschenmengen sind, ist das Umsteigen bei einem Durchgangsbahnhof, rauf und runter mit Gepäck und Kindern, Aufzüge, die langsam und oft überfüllt sind, genauso wie die Treppen oder Rolltreppen, sehr erschwert. Keineswegs kann man davon sprechen, daß ein Durchgangsbahnhof - abgesehen von internationalen ICE-Verbindungen, wo ausnahmsweise nur wenige Passagiere aus-oder umsteigen - den Halt auf dem Bahnhof vereinfacht oder beschleunigt. Das Gegenteil ist für den Regionalverkehr, der über die gleichen Gleise gehen soll, der Fall.
Kann mir jemand sagen, welche von obigen Landeshauptstädten Kopfbahnhöfe haben und welche Durchgangsbahnhöfe als Hauptbahnhof.
Gruß Darja



  1. Antwort von ΤһеЅеdаtеd 0
    Re: Kopfbahnhöfe in Deutschland
    Also erstmal: Frankfurt am Main ist KEINE Landeshauptstadt. Die Landeshauptstadt von Hessen ist und bleibt Wiesbaden, direkt gegenüber der Lndeshauptstadt von Rheinland-Pfalz, Mainz.

    Nun zum Kopfbahnhof:
    Frankfurt hat definitiv einen Kopfbahnhof, wenn ich mich recht erinnere (schon 5 Jahre her, dass ich zum letzten mal vor Ort war) mit 30 Gleisen. Was gerade in Stuttgart läuft finde ich übrigens auch unter aller Sau und ich hoffe, dass da endlich was geschieht, da das ja Ausmaße annehmen könnte, gegen die die Sache mit dem Kölner Stadtarchiv letztes Jahr ziemlich klein wirkt. Ich finde übrigens die Argumentation der Bahn auch ein wenig komisch, auch wenn ich in der Materie nicht wirklich drinstecke. Wenn der geplante Durchgangsbahnhof tatsächlich so viel besser in Sachen Verkehr ist, weshalb plant man dann nicht ähnliches in Frankfurt, wo die Bahn den Frankfurter Hauptbahnhof selbst als wichtigsten Schienenverkehrsknotenpunkt Deutschlands bezeichnet? In Frankfurt gibt es zwar unterirdische Gleise, wenn ich mich nicht täusche, sogar im Durchgangsverkehr, der Großteil des Verkehrs wird aber im überirdischen Kopfbahnhof abgewickelt.
    2 Kommentare
    • Re^2: Kopfbahnhöfe in Deutschland
      Frankfurt hat definitiv einen Kopfbahnhof, wenn ich mich recht
      erinnere (schon 5 Jahre her, dass ich zum letzten mal vor Ort
      war) mit 30 Gleisen.
      Hallo,

      Kopfbahnhof mit 23 Gleisen. In
      Frankfurt gibt es zwar unterirdische Gleise, wenn ich mich
      nicht täusche, sogar im Durchgangsverkehr, der Großteil des
      Verkehrs wird aber im überirdischen Kopfbahnhof abgewickelt.
      Es gibt Gleis 101 bis 104 unterirdisch, wobei 101 und 102 zusammengeführt durch die Stadt und 103 und 104 zusammengeführt aus der Stadt heraus führen.
      Unterirdisch fahren nur S-Bahnen Richtung City und weiter in den Osten (Offenbach) und Süden (Darmstadt)

      Gruß, Joshi
      lieberinfrankfurtsterbenalsinoffenbachleben
    • von Αnоnүm (abgemeldet) 0
      Re^2: Kopfbahnhöfe in Deutschland
      Servus, In Frankfurt gibt es zwar unterirdische Gleise, wenn ich mich
      nicht täusche, sogar im Durchgangsverkehr
      das ist dort das Gleiche wie in Stuttgart und München: S-Bahn fährt unterirdisch im Durchgangsbahnhof, der gesamte übrige Verkehr fährt oberirdisch im Kopfbahnhof.

      Im zwanzigsten Jahrhundert, als es noch Wendezüge nur im Nahverkehr mit langsamen Geschwindigkeiten gab und Fernzüge alle lokbespannt fuhren, so daß der Kopfbahnhof ein gewaltiges Verkehrshindernis war, gab es für Frankfurt auch ein immer wieder in die Hand genommenes Projekt, den Hbf zum Durchgangsbahnhof umzubauen; oberirdisch, und mit zwei oder drei Gleisen mehr parallel zum jetzigen S-Bahn-Tunnel. Das Projekt wurde dann wegen der zu erwartenden Kosten nie konkret in Angriff genommen. Der Unterschied zu Stuttgart ist, daß in Frankfurt bei einem Umbau viel weniger wertvoll vermarktbare Grundstücke zur Bebauung frei würden.

      Schöne Grüße



      MM
  2. Antwort von ѕmаlbор 0
    Re: Kopfbahnhöfe in Deutschland
    Hallo

    Ich könnte als Experte für Verkehrsplanung wie für Geotechnik (beides ist immerhin kompliziert genug, um ein Studium draus zu machen) zu S21 sicher vieles sagen, werde das aber - ebenso wie nach Köln - schön bleiben lassen, da derlei von den Laien wie den Medien erfahrungsgemäß sowieso nur halb verstanden, schlecht verdaut und falsch wiedergegeben wird. Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass es eben eine Begleiterscheinung der Demokratie ist, dass jeder Bürger zu jedem Thema eine eigene Meinung äußern darf, auch wenn die nicht von Fachkenntnis getrübt ist.

    Was Deine Anfrage nach Kopfbahnhöfen angeht: Hier sieht man's ganz gut, wenn man in die Karte klickt und zoomt:

    http://kursbuch.bahn.de/hafas/kbview.exe/d.?rt=1&mai...

    Gruß
    smalbop
    • Antwort von Wоlf 0
      Re: Kopfbahnhöfe in Deutschland
      Moin, Ich würde gerne wissen, ob andere Landeshauptstädte wie
      München, Frankfurt, Hannover, Dresden etc. Durchgangsbahnhöfe
      oder Kopfbahnhöfe haben.
      Kopfbahnhöfe:
      München, Frankfurt, Kiel, Wiesbaden
      Durchgangsbahnhöfe:
      Hannover, Dresden, Berlin, Magdeburg, Hamburg, Rostock, Mainz, Düsseldorf, Potsdam, Erfurt, Bremen, Saarbrücken Bei Verkehrsknotenpunkten und in größeren Städten, die an
      Wochenenden und bei Veranstaltungen oft Ziel von großen
      Menschenmengen sind, ist das Umsteigen bei einem
      Durchgangsbahnhof, rauf und runter mit Gepäck und Kindern,
      Aufzüge, die langsam und oft überfüllt sind, genauso wie die
      Treppen oder Rolltreppen, sehr erschwert. Keineswegs kann man
      davon sprechen, daß ein Durchgangsbahnhof - abgesehen von
      internationalen ICE-Verbindungen, wo ausnahmsweise nur wenige
      Passagiere aus-oder umsteigen - den Halt auf dem Bahnhof
      vereinfacht oder beschleunigt. Das Gegenteil ist für den
      Regionalverkehr, der über die gleichen Gleise gehen soll, der
      Fall.
      Ohne mich weiter damit beschäftigt zu haben, gebe ich zu bedenken: Es ist auch bei Kopfbahnhöfen nicht einfach, von einem auf das andere Gleis zu kommen: Naturgemäß kann nicht jeder der Bahnreisenden am Kopfende des Zuges aussteigen, so dass die Wege sogar noch weiter sind (Treppen / Fahrstühle oder Rolltreppen fallen allerdings weg, da hast Du Recht). Und nicht nur bei Veranstaltungen am Wochenende, sondern insbesondere im Berufsverkehr macht sich auch hier das Problem der schieren Masse bemerkbar.

      Gruß vom Wolff
      2 Kommentare
      • Re^2: Kopfbahnhöfe in Deutschland
        Hallo Wolf,
        wobei die Hauptstadt von Meck-Pomm nicht Rostock sondern Schwerin ist.
        Sorry, ich musst einfach mal klugscheissen...
        Grüße
        Almut
      • von Wоlf 0
        Re^3: Kopfbahnhöfe in Deutschland
        Moin, wobei die Hauptstadt von Meck-Pomm nicht Rostock sondern
        Schwerin ist.
        Sorry, ich musst einfach mal klugscheissen...
        Na, wenn's Dir hilft... Einen Stern kriegst Du trotzdem nicht (von mir, aber sicherlich von anderen, wenn man manche Threads hier betrachtet).

        Gruß vom Wolff
    • Antwort von RЅΝеmо (abgemeldet) 0
      Re: Kopfbahnhöfe in Deutschland
      Hallo Daria.

      München hat einen Kopfbahnhof. Wer noch, weiß ich nicht.
      Kopfbahnhöfe haben den Nachteil, dass, zumindest bei herkömmlichen Zügen, die Lok umgesetzt werden muss.

      Kopfbahnhöfe wurden hauptsächlich in großen Städten gebaut, wo man halt früher ankam oder abreiste, aber kaum durchreiste.

      Das bedingt, dass die Passagiere beim Umsteigen teilweise sehr lange Wege zurück legen müssen. Etwa einmal um den ganzen Zug herum.

      Dass, und das ist wohl das Wichtigste, die Züge die in gleicher Richtung weiter fahren, erstmal einen großen Bogen in den Bahnhof hinein und dann auch wieder heraus fahren müssen, wobei dann auch wieder alle anderen Gleise überquert werden müssen. (Sicherheit!)

      Stell dir einfach eine Einbahnstraße vor.

      Gruß, Nemo.
      3 Kommentare
      • von Оlаf 0
        Re^2: Kopfbahnhöfe in Deutschland
        Kopfbahnhöfe haben den Nachteil, dass, zumindest bei
        herkömmlichen Zügen, die Lok umgesetzt werden muss.
        Das Thema ist heutzutage eigentlich nicht mehr aktuell, da es fast nur noch Wendezüge mit Lok und Steuerwagen gibt. Oder Steuerwagen und Steuerwagen, mit verteiltem Antrieb.
      • von RЅΝеmо (abgemeldet) 0
        Re^3: Wo du recht hast,
        hast du recht. :)
        Kopfbahnhöfe sind ein (schönes) Relikt aus vergangenen Zeiten.
        Bei Eisenbahnern unbeliebt, bei Modellbahnern beliebt, wobei denen leider meist der Platz fehlt.

        Wir wollen auch den Dienstmann Nr.: 172, Alois Hingerl und dessen Kollegen nicht vergessen, die mit ihren Gepäck- Karren ja schlecht über Treppen fahren konnte. :)

        Gruß, Nemo.
      • Re^4: Wo du recht hast,
        hast du recht. :)
        Kopfbahnhöfe sind ein (schönes) Relikt aus vergangenen Zeiten.
        Ja, Nemo,
        da hast du auch Recht.
        Und, neben dem Dienstmännern Hingerl und Hans Moser ("Den packma krowotisch"), nicht zu vergessen:
        Die deutschen Hauptstädte mit ihren Kopfbahnhöfen waren bis zum Ende des 1. WK ja auch die Sitze regierender Fürsten. Da sollte man nicht einfach durchfahren. Da hatte man hinzufahren.
        Gruß!
        H.
    • Antwort von Оlаf 0
      Re: Kopfbahnhöfe in Deutschland
      Bei Verkehrsknotenpunkten und in größeren Städten, die an
      Wochenenden und bei Veranstaltungen oft Ziel von großen
      Menschenmengen sind, ist das Umsteigen bei einem
      Durchgangsbahnhof, rauf und runter mit Gepäck und Kindern,
      Aufzüge, die langsam und oft überfüllt sind, genauso wie die
      Treppen oder Rolltreppen, sehr erschwert. Keineswegs kann man
      davon sprechen, daß ein Durchgangsbahnhof - abgesehen von
      internationalen ICE-Verbindungen, wo ausnahmsweise nur wenige
      Passagiere aus-oder umsteigen - den Halt auf dem Bahnhof
      vereinfacht oder beschleunigt. Das Gegenteil ist für den
      Regionalverkehr, der über die gleichen Gleise gehen soll, der
      Fall.
      Das ist eine blöde Verallgemeinerung. Auf dem Berliner Ostbahnhof ist z.B. nah am Idealbild eines guten Umsteigebahnhofs. Alle Gleise sehr nah beinander, drei parallele Tunnel, Rolltreppen (nur leider ein paar zu wenige). Damit kann man auch mit viel Gepäck innerhalb kürzester Zeit schnell umsteigen. Negativbeispiele sind da Kopfbahnhöfe (vom einen zum anderen Ende) oder der Berliner Hauptbahnhof mit viel zu langen Wegen und zu langsamen und zu wenigen Rolltreppen.
      • Antwort von Ѕсоttү 0
        • von Ulf Еlbеrlіng (abgemeldet) 0
          Re^2: Kopfbahnhöfe in Deutschland
          Leipzig fehlt auch noch in den aufgeführten Beispielen.
          Bei den Landeshauptstädten fehlt Leipzig nicht. Dieser Bahnhof hat schon Klasse und Geschichte.
          Das stimmt allerdings.
      • Antwort von ΜесFlеіһ 0
        Re: Kopfbahnhöfe in Deutschland
        Hi, Ich würde gerne wissen, ob andere Landeshauptstädte wie
        München, Frankfurt, Hannover, Dresden etc. Durchgangsbahnhöfe
        oder Kopfbahnhöfe haben. Bei Wikipedia ist das leider sehr
        widersprüchlich aufgelistet, so daß ich daraus nicht viel
        entnehmen kann.
        Unter http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Kopfbahnh%C3%... ist es eigentlich sehr gut aufgelistet. Du musst nur die Spalte "von - bis" beachten, daraus lässt sich entnehmen, ob ein Bahnhof auch heute noch Kopfbahnhof ist oder inzwischen nicht mehr.

        Gruß,

        MecFleih
        1 Kommentare
        • von Dаrја 0
          Re^2: Kopfbahnhöfe in Deutschland
          Ich danke für die Antwort. Ich habe mich für alle Antworten pauschal schon bedankt, aber leider an der falschen Stelle.
          Ich konnte mir gar nicht vorstellen, daß es so viele Kopfbahnhöfe geben soll, wie bei Wikipedia erstichtlich, und dann meint man, der Stuttgarter Kopfbahnhof müßte mit Gewalt weg, obwohl er bestens funktioniert, und das was kommen soll, ist zumindest für die Bahnfahrer in der Region schlechter.
          Gruß Darja
      • Antwort von Rеіnеrlеіn 0
        Re: Kopfbahnhöfe in Deutschland
        Salve.


        Dresdens Hauptbahnhof ist - im Gegensatz zum Neustädter Bahnhof - ein Sackbahnhof. (Er hat aber auch einige Hochgleise, die Durchfahrten ermöglichen.)

        Leipzig ist keine Landeshauptstadt, hat aber seit je einen sehr schönen Sackbahnhof.


        reinerlein
        • Antwort von ΗіgһQ 0
          Re: Kopfbahnhöfe in Deutschland
          So... ich lass jetzt mal gerne auf mich einprügeln.

          Ich kenne den Stuttgarter Bahnhof gut auch wenn ich vom Bodensee bin.

          Ich sag ganz ehrlich: Ich bin für Stuttgart 21.

          - Grund Infrastrukturpolitisch macht es durchaus Sinn
          - Der alte Bahnhof ist ein hässlicher Klotz
          - Wenn Stuttgart 21 nicht kommt, wird die Strecke am Bodensee wohl nie elektifiziert werden.

          Ja... auch andere Städte haben Kopfbahnhöfe... selbst in meiner Arbeitsstadt Zürich.
          Nur sind diese immer der ineffizienteste Teil vom ganzen Bahnhofsystem unter die man längst die S-Bahnen als Durchgangsstrecken gelegt hat... übrigens auch in Stuttgart.
          Warum ist da kein S-Bahn-Sackbahnhof drunter? Weil es ineffizient und umständlich ist.
          • Antwort von Αnоnүm (abgemeldet) 0
            Re: Kopfbahnhöfe in Deutschland
            Servus,

            vor dem Hintergrund der Technik aus dem 19. Jahrhundert, die bei der Eisenbahn Ende der 1970er Jahre ihr Ende fand, haben alle bedeutenden Städte in D Kopfbahnhöfe. Die waren zum Lokwechsel im Dampfbetrieb notwendig, störten den Betrieb mit E- und Dieseltraktion allerdings nur, solange mit lokbespannten Zügen ohne Steuerwagen gefahren wurde.

            Zu Durchgangsbahnhöfen umgebaut wurden Braunschweig, Ludwigshafen/Rh und Heidelberg.

            Schöne Grüße



            MM
            • Antwort von Τһоmаѕ Fіѕсһbасһ (abgemeldet) 0
              Mmmmh [MOD] Thomas
              Hallo,

              obwohl sowohl begeisterter Modell-Eisenbahner als auch Bahnfahrer hat diese Frage und die Antworten vergleichsweise wenig mit Innenpolitik zu tun.

              Ich habe den Artikelstrang erst einmal stehen und laufen lassen, da mir auch kein passenderes Brett einfiel.

              Wie auch immer: Morgen werde ist hier mal sperren. Nutzt die Zeit.

              [MOD] Thomas
              6 Kommentare
              • von Αnоnүm (abgemeldet) 0
                Re: Politik und Geld
                Servus,

                mit meines Wissens vermutlich rund 1,5 Mrd. € öffentlicher Mittel, die unabhängig von der Neubaustrecke für den neuen Bahnhof nebst Zufahrtstunneln vergraben werden, darf man das Thema schon als Politikum betrachten, meine ich:

                Und auch mit dem in der Diskussion angesprochenen Aspekt, daß der Widerstand gegen das Projekt in einer Weise organisiert ist, die den Eindruck macht, als gäbe es keine Raumordnungsverfahren, Planfeststellungsverfahren, Anhörung der Träger öffentlicher Belange und dergleichen, und als sei die Heimerl-Trasse nicht seit 1988 bekannt.

                Und auch mit den Reaktionen von Kommune und Land, die einen eher aufgescheuchten und ziellosen Eindruck machen, ganz als sei z.B. Pro Bahn e.V. ein Verein von Schienenküssern und Modelleisenbahnern und dessen seit Langem bekannte, fundierte Äußerungen zum Thema müßten in einem effizienten Verwaltungsbetrieb sinnvoll genau so behandelt werden wie die Werbung von Büromöbelhändlern.

                Daß man ein solches Politikum nicht ohne dessen sachlich/technische Aspekte diskutieren kann, halte ich für naheliegend - ich habe bei dieser Diskussion ein paar Äußerungen von Gegnern von Stuttgart 21 kennen gelernt, die mich an die Kuriositäten erinnern, die in der Zeit zum Thema "Zwischenlager" zu hören waren, als ich mich öfter mal in Gorleben von der Polizei habe nassspritzen lassen, um das Duschen zu sparen. Das "Wie" und das "Was" greifen bei dem Stuttgarter Projekt in ähnlicher Weise ineinander wie "damals" (und heute!) in Gorleben, und insbesondere das "Wie" ist ein politisches Thema.


                Schöne Grüße, auch vom Grafen Eberhard im Bart




                MM
              • von Τһоmаѕ Fіѕсһbасһ (abgemeldet) 0
                Re^2: Politik und Geld
                Hallo Martin,

                niemand versteht mich ...

                Natürlich ist "Stuttgart 21" ein innenpolitisches Thema und soll hier so viel Raum wie gewünscht haben.

                Die Frage allerdings, wer wann, wer mit welchem Kopfbahnhof usw., historische Entwicklung, Pro & Contra eines Kopfbahnhode (HH-Altona, wenn auch nicht mehr lange) ist ja nur indirekt ein innenpolitsches Thema.

                Mehr wollte ich nicht gesagt haben.

                Grüße mir die Bretagne (seufzzzzz).

                Schönen Tag noch

                [MOD] Thomas
              • von Αnоnүm (abgemeldet) 0
                Re^3: Pufferknutscher und der Horizont
                Servus,

                ja, so isches noch au wieder.

                Sicher ist es sinnvoll, wenn Du die Schienenküsser hier herum dran erinnerst, daß es ein Leben jenseits von Hp 1 / Vr 1 gibt.

                Schöne Grüße



                MM
              • von Dаrја 0
                Re^2: Politik und Geld
                Verzeihung, aber ich verstehe nicht ganz, ob Sie (oder Du) Befürworter oder Gegner von S21 sind.
                Manches finde ich auch recht kurios, was die Gegner anstellen, um Gehör zu finden. Im Großen und Ganzen sind die Argumente aber sachlich.
                Schließlich sind es weder Chaoten noch rechthaberische Menschen sondern Menschen, die einfach besorgt sind, und vor allem sind es Menschen, die mit der Bahn fahren und nicht nur gelegentlich mit dem ICE und ansonsten mit ihren großen Limousinen oder per Flugzeug reisen.
                Rechthaberei habe ich bei den Befürwortern kennengelernt. Da schwärmt man von Stuttgart als Herz Europas, davon daß wir den Fortschritt verhindern wollen, daß wir Chaoten sind, die gegen alles protestieren. Die sind natürlich auch vehement gegen die Proteste gegen Endlager, Atomkraft etc. - Was unterscheidet die Stuttgarter Protestierer von denen gegen Atomkraft - mal menschlich gesehen?
                Darja
              • von Αnоnүm (abgemeldet) 0
                Re^3: S21 vs. K21
                Servus,

                an einem Durchgangsbahnhof mit zwölf Gleisen und ausreichend Abstellfläche meinetwegen gerne auch außerhalb des Tunnelbereiches hätte ich wenig auszusetzen, solange gewährleistet ist, daß der Flugverkehr zahlt, was ihm die neue Flughafenanbindung bringt. Bloß - mit zwölf Gleisen würde S21 wohl vollends unbezahlbar. K21 scheint mir bei gegebenen Kosten die viel größere und flexiblere Kapazität für den Nah- und Regionalverkehr zu erhalten, einschließlich einer Option auf künftige umsteigefreie Verknüpfung von Stadtbahn und DB-Netz.

                Das Anbaggern des Stuttgarter Mineralwassers einerseits (S21) und die Anbindung Untertürkheim-Wendlingen andererseits (K21) werden sich nicht viel nehmen, beides sind problematische Eingriffe, aber beide sind harmlos im Vergleich zu dem dramatischen Flächenbedarf von Autobahnen vergleichbarer Kapazität.

                Mich ärgert halt, wie das Projekt weitgehend von der Exekutive durchgezogen wird - ich könnte mir denken, daß bei etwas mehr Respekt vor den Parlamenten deren Arbeit auch auf etwas größeres Interesse bei den Bürgern stieße, wahrscheinlich zum Wohl aller. Wenn ich mir allein vor Augen führe, wie bei Nachbars die NEAT-Projekte, die für die Schweiz wahrlich kein kleiner Brocken zu schultern sind, diskutiert, verabschiedet und realisiert worden sind...

                Andererseits geht mir das plötzliche Erstarken des Widerstands zum jetzigen Zeitpunkt, wo alle Chancen im Verfahren schon vergeigt sind, auch ziemlich gegen den Strich. Während der letzten zwanzig Jahre war von dem Thema bei keiner einschlägigen Wahl mehr als ganz am Rande zu hören, VCD und Pro Bahn wurden von sämtlichen Parteien grade so stehen gelassen, auch die Grünen, die sich an ihrem Programm gemessen eigentlich in der Frage engagieren müßtenm, haben sich lieber mit solchen Dingen wie der Reaktivierung der Bahnverbindung Müllheim - Mulhouse beschäftigt.

                Jo, und jetzt hammer den Salat.


                Schöne Grüße




                MM
              • von Dаrја 0
                Re: Mmmmh Thomas
                Hallo Mmmmh Thomas,
                mir ging es genauso, ich habe rauf und runter gesucht und keine passende Stelle für meine Frage gefunden. Immerhin wurde sie beantwortet, wofür ich mich an der falschen Stelle bedankt habe. Solange es geht, möchte ich mich nochmal, dieses Mal hoffentlich an der richtigen Stelle, für die Antworten bedanken.
                Darja
            • Antwort von Ηеlmut_Τаunuѕ 0
              Re: Kopfbahnhöfe in Deutschland
              Hallo,
              wieso reisst man in Stuttgart eigentlich oberirdisch Gebaeude ab, um darunter einen Tunnel mit Bahnsteig zu graben. Hat von weitem betrachtet nichts miteinander zu tun. In Frankfurt an der Zeil haben sie auch nicht die Kaufhaeuser plattgemacht wegen des U-Bahn-Baus im Kellerbereich.
              Gruss Helmut
              1 Kommentare
              • Re^2: Kopfbahnhöfe in Deutschland
                Hallo Helmut wieso reisst man in Stuttgart eigentlich oberirdisch Gebaeude
                ab, um darunter einen Tunnel mit Bahnsteig zu graben. Hat von
                weitem betrachtet nichts miteinander zu tun.
                Du musst es halt mal von nahem betrachten, nicht von weitem. In Frankfurt an
                der Zeil haben sie auch nicht die Kaufhaeuser plattgemacht
                wegen des U-Bahn-Baus im Kellerbereich.
                In Frankfurt an der Zeil hat man auch nicht acht Gleise an vier Bahnsteigen nebeneinander vergraben.

                Gruß
                smalbop