Re: Rheingauer Schlemmerwoche
Hallo Rakete,
28.04.-09.05.2005: In einer der schöneren deutschen Landschaften, dem milden Gehügel zwischen Hochheim(Main) und Assmanshausen, giebt's eine Woche lang keinen Anlass, nüchtern zu werden. Allerdings auch keinen, sich abzufüllen. Sondern in einem dionysischen Zwischenzustand von Ort zu Ort zu ziehen, wo während der Rheingauer Schlemmerwoche unzählige Weingüter Keller, Hof oder Scheuer offen haben. Muntere Forellen hängen im Rauch, dito Winzerstöchter fuhrwerken mit vollen Händen im Spundekäs, Ochsenbrust siedet betulich im Kessel. Ein frischer 2004er und ein runder 2003er wetteifern um Deinen Gaumen und um Dein Gemüt, von fern grüßt ein 98er Eiswein oder ein 01er Gewürztraminer. Gregorianisch singts in der Kiedricher Kirche: Geschieht doch all dieses leibliche Vergnügen zum höheren Ruhm der Schöpfung, ist Dispens jedenfalls gegeben.
Wenn man das unsägliche Wiesbaden umgeht, wird man übrigens nicht arm bei diesen irdischen Dingen.
Ein klitzekleiner Wermutstropfen: Der IMHO schönste Hof im Rheingau, das Domdechant Wernersche Gut zu Hochheim, macht bloß zum Hochheimer Weinfest auf.
Anderer Wermutstropfen: Das Wort Winzerstochter kommt von Winzer, das Verb "Winzen" ist wahrscheinlich ausgestorben.
Übrigens: Cannstatter Wasen schreibt man Cannstatter Wasen.
Wohl bekomms!
MM