Rasenmäher, welches Benzin ?

Von: , Frage gestellt am Mo, 14. Jul 2008

Ich mähe den Rasen meiner älteren Vermieterin. Nun sollte ich demnächst Benzin kaufen, aber mmmh, welches ?

Reicht es wenn ich Benzin Bleifrei kaufe und dann im Verhältnis 1:25 Zweitaktöl einfülle ?
oder gibt es an der Tanke schon die Richtige Mischung, ich glaube zumindest die wäre 1:25 !?

Danke

16 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 9 Minuten 1 hilfreich
    Re: Rasenmäher, welches Benzin ?

    Hast Du einen Steinzeitrasenmäher? Ca. 99% aller Rasenmäher die die letzten 30 Jahre auf den Markt gekommen sind haben 4-Takt Motoren und benötigen gar kein Gemisch sondern nur Bleifrei normal. Falls Du doch einen 2-Takter haben solltest sollte es eigentlich irgendwo auf dem Tank stehen oder auf einem Typenschild was rein kommt. Im Zweifelsfall aber 1:25. Selbst mischen ist erheblich billiger als das Gemisch an der Tanke zu kaufen. Wenn dein 2-Takter recht alt ist solltest Du auch keine 0815 standard 2-Takt-Öl reinschütten, wie es die modernen Roller brauchen, das vertragen die alten Motoren nicht. In so einem Fall am besten unlegiertes Motoröl SAE 30 zum mischen verwenden. (Rasenmähermotoren sind aber in der Regel recht anspruchslos, da es ja keine hochgezüchteten Hochleistungsagregate sind die im Drehzahlbereich von 15.000 U/min laufen und auch selten die 100 PS Marke erreichen.)
    Ich würde mich aber erstmal vergewissern, ob es wirklich ein 2-Takter ist. Wenn er irgendwo einen Ölmessstab, eine Öleinfüllöffnung oder unten, wenn man das alte Gras weggekratzt hat eine Ölablassschraube besitzt ist es definitiv ein 4-Takter. Wenn Du da 2-Taktöl mit reinschüttest, sifft es Dir den Vergaser zu.

    Horst

    • Antwort von nach 4 Stunden 2 hilfreich
      Bist Du des Teufels?

      Moin, Wenn dein 2-Takter recht alt ist solltest Du
      auch keine 0815 standard 2-Takt-Öl reinschütten, wie es die
      modernen Roller brauchen, das vertragen die alten Motoren
      nicht.
      Das vertragen die schon. Und sie danken es Dir mit einem sauberen Brennraum und Auspuff. In so einem Fall am besten unlegiertes Motoröl SAE 30
      zum mischen verwenden.
      Ja bist Du denn des Wahnsinns fette Beute?
      In diesem Fall darf nur selbstmischendes Zweitaktöl verwendet werden.
      Das von Dir genannte Öl setzt sich ab und Du hast die Schwimmerkammer nur noch voll Öl. Der Rasenmäher wird nicht mehr anspringen.
      SAE 30 nimmt man als Motoröl für 4-Takter. Wenn Du da 2-Taktöl mit reinschüttest, sifft es
      Dir den Vergaser zu.

      Von Wegen. Nur qualmt die Kiste dann wohl recht ordentlich und die Kerze verrusst.

      Gruss Jakob

      • Antwort von nach 6 Stunden 1 hilfreich
        Re: Bist Du des Teufels?

        1. Fahr mal ne alte MZ oder einen Wartburg, Trabant, DKW oder was auch immer mit modernem 2-Taktöl, dann wirst Du schon sehen wie gut sich das verträgt wenn nach 20.000 km der Motor fest ist. Die alten 2-Takt Motoren mögen das moderne Hochleistungsöl nicht.
        Für einen Modernen 2-Takter wie ich ihn aktuell beim Rollerhändler meines Vertrauens kaufen kann ist die SAE 30 Lösung selbstverständlich völlig indiskutabel. Der braucht das moderne Öl.

        2. Das Öl läuft schon mit durch, sofern Du den Tank komplett leer verbrauchst. Aber stell mal den Rasenmäher länger ab und mach die Schwimmerkammer im Vergaser nicht leer, dann kannst den Vergaser erst mal putzen wenn nichts mehr durchgeht. Ich kenn das Phänomen zur Genüge von den alten Bosch-Sachs Stromaggregaten mit 2-Takt Motor. Die stehen recht lang und dann laufen sie nicht mehr vernünftig, weil bei der letzten Benutzung der Vergaser nicht leergemacht wurde.

        Aber mal abgesehen davon glaube ich nicht, daß der Rasenmäher einen 2-Takt Motor hat.

        • Antwort von nach 9 Stunden 0 hilfreich
          Re^2: Bist Du des Teufels?

          Hallo Horst! 1. Fahr mal ne alte MZ oder einen Wartburg, Trabant, DKW oder
          was auch immer mit modernem 2-Taktöl, dann wirst Du schon
          sehen wie gut sich das verträgt wenn nach 20.000 km der Motor
          fest ist. Die alten 2-Takt Motoren mögen das moderne
          Hochleistungsöl nicht.
          Das entspricht nicht meinen Erfahrungen.
          Ich fahre auch eine alte MZ, (viel über 20 000 km hält so ein Motor ehr selten), die bekommt normales, modernes 2-Takt-Motorenöl. Und auch ehr bischen weniger als die vorgeschriebenen 1:50.
          Damit gibt es keine Probleme. Wichtig ist halt bei den 2-Taktern, dass das Öl bei den hohen Kolbentemperaturen nicht verkokt, und die Kolbenringe nicht festgammeln. Und genau für diesen Zweck sind diese Öle hergestellt.
          2. Das Öl läuft schon mit durch, sofern Du den Tank komplett
          leer verbrauchst. Aber stell mal den Rasenmäher länger ab und
          mach die Schwimmerkammer im Vergaser nicht leer, dann kannst
          den Vergaser erst mal putzen wenn nichts mehr durchgeht. Ich
          kenn das Phänomen zur Genüge von den alten Bosch-Sachs
          Stromaggregaten mit 2-Takt Motor. Die stehen recht lang und
          dann laufen sie nicht mehr vernünftig, weil bei der letzten
          Benutzung der Vergaser nicht leergemacht wurde.
          Das Problem kenne ich auch, und entleere die Vergaser auch immer.
          Allerdings liegt das Problem meiner Meinung nach am Benzin.
          Ich hab mal irgendwo gelesen, dass sich der "neuere", bleifreie Sprit irgendwie entraffinieren oder sowas soll.
          Wenn der Vergaser nach einem Jahr Standzeit ausgedunstet ist, hat man dann innen so eine Art Teerschicht, welche kleine Düsen verkleistert.
          Mit dem Öl hat das nichts zu tun, oder nicht hauptsächlich. Aber mal abgesehen davon glaube ich nicht, daß der Rasenmäher
          einen 2-Takt Motor hat.
          Das sehe ich auch so.

          Grüße, Steffen!

          • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
            Re^3: Bist Du des Teufels?

            Moin Steffen, Das Problem kenne ich auch, und entleere die Vergaser auch
            immer.
            Allerdings liegt das Problem meiner Meinung nach am Benzin.
            Ich hab mal irgendwo gelesen, dass sich der "neuere",
            bleifreie Sprit irgendwie entraffinieren oder sowas soll.
            Wenn der Vergaser nach einem Jahr Standzeit ausgedunstet ist,
            hat man dann innen so eine Art Teerschicht, welche kleine
            Düsen verkleistert.
            Mit dem Öl hat das nichts zu tun, oder nicht hauptsächlich.

            In der Regel setzt sich nach längerer Standzeit in der Schwimmerkammer Kondenswasser ab. Ich habe schön völlig verkalkte Düsen gesehen nach längerer Standzeit. Beim Zweitakter kann sich das Öl auch mal nach längerer Zeit entmischen und sich wieder absetzen, daher sollte man dann den Tank ordentlich schütteln um dem vorzubeugen.
            Aber wie gesagt, da SAE30 nicht selbstmischend ist, ist so kein kontinuierliches Öl/Krafstoff-Gemisch möglich. Du fährst also, je nach Verhältnis, ab und zu mit 1:50, 1:1 oder 1:150. Dieser Tipp wäre bestenfalls bei einem Motor mit Getrenntschmierung machbar. Da sorgt die Ölpumpe für gleichbleibenden Ölanteil.
            SAE30 wurde vor rund 50 Jahren für Zweitakter verwendet und musste mühsam per Hand vermischt werden, nach längerer Standzeit musste erneut per Hand gemischt werden. Und wehe dem der es nicht tat.
            Wohlgemerkt sprechen wir hier von 2-Taktern, auch wenn wir zwischenzeitlich wissen dass es sich bei dem Rasenmäher um einen 4-Takter handelt.
            Gruss Jakob

            • Antwort von nach einem Tag 2 hilfreich
              Re^4: Nein bin ich nicht!

              Bei Wikipedia gibts nen schöne Artikel zum Thema 2-Taktöle.

              Horst

              PS: Ich misch mein Öl immer noch selbst mit der Mischkanne.

            • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
              Re^5: Nein bin ich nicht!

              Moin, Bei Wikipedia gibts nen schöne Artikel zum Thema 2-Taktöle.

              Richtig, der genau das bestätigt was ich geschrieben habe.
              Der Rest stammt aus der Erfahrung aus ein paar Jahren Mopedmechaniker an Zweitaktern, was zugegebenermassen schon etliche Jahre zurückliegt. Aber auch damals waren selbstmischendes Öl Standard und Getrenntschmierungen gab es auch.
              PS: Ich misch mein Öl immer noch selbst mit der Mischkanne.
              Das mag sein, stammt aber aus grauer Vorzeit. Und selbst dann hättest Du zwingend erwähnen müssen dass die Sosse gut gerührt (nicht geschüttelt) werden muss. Da ein Rasenmäher in der Regel mindestens eine Woche steht, darfst Du das dann jedesmal vorm Start machen.
              Versetze Dich bitte immer in die Lage des Fragestellers. Aus dessen Formulierungen konnte man deutlich entnehmen dass er Laie ist.
              Und wenn er Grossmüttercherns Rasenmäher auf dem Gewissen hätte, so gäbe es nach dem Rasen mähen bestimmt nicht mehr Kaffee und Gebäck ;-)

              Gruss Jakob

            • Antwort von nach einem Tag 1 hilfreich
              SAE 30

              SAE30 wurde vor rund 50 Jahren für Zweitakter verwendet und
              musste mühsam per Hand vermischt werden, nach längerer
              Standzeit musste erneut per Hand gemischt werden. Und wehe dem
              der es nicht tat.
              Wohlgemerkt sprechen wir hier von 2-Taktern, auch wenn wir
              zwischenzeitlich wissen dass es sich bei dem Rasenmäher um
              einen 4-Takter handelt.
              Gruss Jakob
              Hallo Jakob!

              Nützlicherweise wollte ich noch anmerken, dass das SAE 30 genau das richtige Motorenöl für luftgekühlte 4-Takt-Rasenmäher ist. Irgend ein 15 W-40 oder 20 W-50 geht auch,
              aber das SAE 30 ist halt billiger und für diesen speziellen Zweck besser geeignet.

              Grüße, Steffen!

            • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
              Eine Anekdote dazu

              Moin Steffen, Nützlicherweise wollte ich noch anmerken, dass das SAE 30
              genau das richtige Motorenöl für luftgekühlte
              4-Takt-Rasenmäher ist. Irgend ein 15 W-40 oder 20 W-50 geht
              auch,
              aber das SAE 30 ist halt billiger und für diesen speziellen
              Zweck besser geeignet.

              Richtig, wird auch von den Herstellern so empfohlen.
              Was mir bei der ganzen Geschichte noch einfiel:
              Im Osten wurde ja bis Anfang der 90er noch selber gerührt, während es im Westen seit den 70er Jahren (oder gar früher) schon selbstmischendes Zweitaktöl und Getrenntschmierung gab.
              Als ich mit einem Freund 1990 und dem alten TS250/1-Gespann zu einem Kurztrip nach Stralsund aufbrach und wir tanken mussten begab sich folgendes Szenario, was mir bis heute in guter Erinnerung ist:
              Wir fuhren da so lustig im Osten rum und mussten tanken. Irgendwo, ich meine es war Bad Doberan, entdeckten wir sogar ein Hinweisschild zu einer Tankstelle. Wir hatten sie zuerst nicht endeckt, als Wessi versteht man unter einer Tankstelle etwas grösseres als eine Bretterbude mit zwei Zapfsäulen davor ;-)
              Naja, war ja kurz nach dem Mauerfall.
              Der Tankwart sah die Emme, holte einen Blecheimer hervor und begrüsste uns mit den Worten "Wir haben aber nur VK88". Mein Kumpel und ich sahen uns fragend an. "Wir tanken Normalbenzin" entgegneten wir. Daraufhin schaute uns der Tankwart genauso an wie wir uns vorher gegenseitig. Nun, kurz war geklärt das es sich bei VK88 nicht um irgendein mysteriöses Zeug handelte, sondern schlicht Vergaserkraftstoff mit 88 Oktan handelte.
              Also Normalbenzin ;-)
              Als er das Benzin nun schon in den Eimer füllen wollte erhoben wir Einspruch und baten doch darum, den Zapfrüssel bitte in den Tank zu halten. "Da muss aber doch erst Öl rein" grummelte er.
              Wir hielten dagegen. das wir zum einen unser eigenes Öl dabei hätten und zum anderen ja noch nicht wüssten wieviel Öl man bräuchte, da ja noch unbekannt sei wieviel Sprit nun in den Tank ging.
              Er versuchte uns zu überzeugen dass diese Vorgehen nicht richtig sei, aber wir beharrten darauf.
              Als nach dem Tankvorgang nun bekannt war, wieviel Sprit nachgefüllt wurde, hatten wir kurz auf der Flasche des sich immer an Bord befindlichen Castrol-TTS auf der Skala abgelesen wieviel Öl nötig ist und kippten es also kurzerhand in den Tank.
              Der Tankwart grinste hämisch und meinte nun "Ja, vorher umrühren im Eimer wäre einfacher gewesen". Das wir erwiderten, dass man dieses Öl nicht uumrühren muss, da es sich um selbstmischendes Vollsynthetiköl handele, konnte er nicht begreifen. Wir gaben ihm die Ölflasche, er las es sich erstaunt durch und nickte dann anerkennend ;-)
              Soviel also zu meinen Erlebnissen mit dem Osten, dem Tanken und dem Öl.
              Ach ja, die Emme läuft bis heute ausschliesslich mit Castrol-TTS oder adäquatem Stoff perfekt. Den Motor hatten wir schon vorher zerlegt, sämtliche Lager getauscht und das Kurbelgehäuse poliert.
              Der Auspuff ist blitzblank von innen und der Motor läuft ruhig und kraftvoll (so man denn da von Kraft reden kann).

              Gruss Jakob



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