Moin Steffen,
Nützlicherweise wollte ich noch anmerken, dass das SAE 30
genau das richtige Motorenöl für luftgekühlte
4-Takt-Rasenmäher ist. Irgend ein 15 W-40 oder 20 W-50 geht
auch,
aber das SAE 30 ist halt billiger und für diesen speziellen
Zweck besser geeignet.
Richtig, wird auch von den Herstellern so empfohlen.
Was mir bei der ganzen Geschichte noch einfiel:
Im Osten wurde ja bis Anfang der 90er noch selber gerührt, während es im Westen seit den 70er Jahren (oder gar früher) schon selbstmischendes Zweitaktöl und Getrenntschmierung gab.
Als ich mit einem Freund 1990 und dem alten TS250/1-Gespann zu einem Kurztrip nach Stralsund aufbrach und wir tanken mussten begab sich folgendes Szenario, was mir bis heute in guter Erinnerung ist:
Wir fuhren da so lustig im Osten rum und mussten tanken. Irgendwo, ich meine es war Bad Doberan, entdeckten wir sogar ein Hinweisschild zu einer Tankstelle. Wir hatten sie zuerst nicht endeckt, als Wessi versteht man unter einer Tankstelle etwas grösseres als eine Bretterbude mit zwei Zapfsäulen davor ;-)
Naja, war ja kurz nach dem Mauerfall.
Der Tankwart sah die Emme, holte einen Blecheimer hervor und begrüsste uns mit den Worten "Wir haben aber nur VK88". Mein Kumpel und ich sahen uns fragend an. "Wir tanken Normalbenzin" entgegneten wir. Daraufhin schaute uns der Tankwart genauso an wie wir uns vorher gegenseitig. Nun, kurz war geklärt das es sich bei VK88 nicht um irgendein mysteriöses Zeug handelte, sondern schlicht Vergaserkraftstoff mit 88 Oktan handelte.
Also Normalbenzin ;-)
Als er das Benzin nun schon in den Eimer füllen wollte erhoben wir Einspruch und baten doch darum, den Zapfrüssel bitte in den Tank zu halten. "Da muss aber doch erst Öl rein" grummelte er.
Wir hielten dagegen. das wir zum einen unser eigenes Öl dabei hätten und zum anderen ja noch nicht wüssten wieviel Öl man bräuchte, da ja noch unbekannt sei wieviel Sprit nun in den Tank ging.
Er versuchte uns zu überzeugen dass diese Vorgehen nicht richtig sei, aber wir beharrten darauf.
Als nach dem Tankvorgang nun bekannt war, wieviel Sprit nachgefüllt wurde, hatten wir kurz auf der Flasche des sich immer an Bord befindlichen Castrol-TTS auf der Skala abgelesen wieviel Öl nötig ist und kippten es also kurzerhand in den Tank.
Der Tankwart grinste hämisch und meinte nun "Ja, vorher umrühren im Eimer wäre einfacher gewesen". Das wir erwiderten, dass man dieses Öl nicht uumrühren muss, da es sich um selbstmischendes Vollsynthetiköl handele, konnte er nicht begreifen. Wir gaben ihm die Ölflasche, er las es sich erstaunt durch und nickte dann anerkennend ;-)
Soviel also zu meinen Erlebnissen mit dem Osten, dem Tanken und dem Öl.
Ach ja, die Emme läuft bis heute ausschliesslich mit Castrol-TTS oder adäquatem Stoff perfekt. Den Motor hatten wir schon vorher zerlegt, sämtliche Lager getauscht und das Kurbelgehäuse poliert.
Der Auspuff ist blitzblank von innen und der Motor läuft ruhig und kraftvoll (so man denn da von Kraft reden kann).
Gruss Jakob