Hi,
in meiner Wohnung wurde „nur“ 12-adriges doppelt verdrilltes, einfach geschirmtes Telefonkabel verlegt. (Ich glaube, man nennt den Kabeltyp JYSTY.) Kabelkanäle gibt es nicht (grrr!) und für eine vernünftige Vernetzung müsste man Wände aufstemmen und viel Dreck machen.
Die Telefondosen gehen seriell von Zimmer 1 über Wohnzimmer zur Küche und dann zu Zimmer 2.
Testweise habe ich die 8 freien Drähte in der Küchendose kurzgeschlossen und in WZ und Z2 jeweils einen Ethernet-Stecker an die freien Drähte angeschlossen. Kabellänge zwischen den beiden Dosen mit Brücke insgesamt vermutlich 15 bis 20 Meter.
Zu meiner Überraschung waren damit 80 MBit/s möglich (gemessen per wget-HTTP-Download von internem Rechner). Damit könnte ich leben.
Nun habe ich hier im Archiv und anderswo gelesen, dass man von so einer Verkabelung eher abrät und man froh sein kann, wenn damit 10 MBit/s erreicht werden.
Welche Probleme können auftreten?
Stören sich ISDN und Ethernet stark gegenseitig, wenn sie die 4 + 8 Drähte des gleichen einfachen 12-Draht-Kabels verwenden?
Können andere Geräte die Verkabelung stören?
Danke,
Hanno
Moien
Testweise habe ich die 8 freien Drähte in der Küchendose
kurzgeschlossen und in WZ und Z2 jeweils einen
Ethernet-Stecker an die freien Drähte angeschlossen.
Da liegt das eigentliche Problem: 100MBit Ethernet arbeitet mit 2 Paaren (also 4 Leitungen). Diese Paare sollten über die ganze Länge verdrillt sein. Wenn du wahlfrei irgendwas daziwschen klemmst gibt es Ärger.
Bei 4 verdrillten Paaren (8 Leitungen), 20m Kabellänge und ein bisschen Glück sind auch 1000MBit drin.
Zu meiner Überraschung waren damit 80 MBit/s möglich (gemessen
per wget-HTTP-Download von internem Rechner). Damit könnte ich
leben.
Die Geschwindigkeit sagt nicht so viel aus. Wieviele dropped packages gab es pro Sekunde und waren die übertragenen Daten korrekt?
cu
Hi,
Da liegt das eigentliche Problem: 100MBit Ethernet arbeitet
mit 2 Paaren (also 4 Leitungen). Diese Paare sollten über die
ganze Länge verdrillt sein. Wenn du wahlfrei irgendwas
daziwschen klemmst gibt es Ärger.
Was meinst Du mit „Ärger“?
Bei 4 verdrillten Paaren (8 Leitungen), 20m Kabellänge und ein
bisschen Glück sind auch 1000MBit drin.
Die 4 Kabelpaare sind ja verdrillt, aber für 100 und 1000 MBit werden (dachte ich) Kabel empfohlen, wo die Kabelpaare jeweils zusätzlich abgeschirmt sind.
Bei meinen einfachen Telefonleitungen ist aber nur eine einzige Abschirmung drum, mehr nicht.
Die Geschwindigkeit sagt nicht so viel aus. Wieviele dropped
packages gab es pro Sekunde und waren die übertragenen Daten
korrekt?
Dropped packages habe ich nicht gemessen. Teste ich aber gerne heute abend mal.
Daten waren korrekt (md5summe geprüft). Aber: Sollte das TCP/IP-Protokoll nicht dafür sorgen, dass die Daten korrekt oder gar nicht ankommen?
Danke,
Hanno
Moien
Was meinst Du mit „Ärger“?
Fehler in den Daten, keine Verbindung, ewiger Verbindungaufbau, kein Fullduplex,… Ärger halt.
Die 4 Kabelpaare sind ja verdrillt, aber für 100 und 1000 MBit
werden (dachte ich) Kabel empfohlen, wo die Kabelpaare jeweils
zusätzlich abgeschirmt sind.
Nö. Es soll ein Schirm um alle vorhanden sein. 1000MBit Ethernet ist für 100m auf Cat5 Kabel spezifiziert (und funktioniert ganz gut).
Richtig wichtig sind nur die Paarungen der Leitungen. Und da bauen die Leute Mist.
Aber: Sollte das
TCP/IP-Protokoll nicht dafür sorgen, dass die Daten korrekt
oder gar nicht ankommen?
In der Theorie ja. Aber wenn genug Müll von der Netzwerkkarte kommt versagt auch TCP/IP mal. Deshalb sollte man solche Aufbauten immer mit ein paar GB Daten testen. Am besten gleichzeitig hin und zurück schicken.
Ethernet hat an sich auch eine eingebaute Fehlererkennung und sollte dementsprechend nur korrektes Zeug weiter geben. Aber die Erkennung läst rein rechnerisch bei richtigen Cat5 Kabel, Karten,… usw einen Fehler pro Sekunde durch.
cu
Hi,
Die Geschwindigkeit sagt nicht so viel aus. Wieviele dropped
packages gab es pro Sekunde und waren die übertragenen Daten
korrekt?
dropped packages: Kannst Du ein Linux-Werkzeug empfehlen, mit dem man das messen kann? Ich hatte „sehr viele“ dropped packages mit „ifconfig eth0“, aber gleichzeitig über einen längeren Zeitraum keinen einzigen CRC-Fehler im TCP/IP-Monitor.
Daten waren, wie gesagt, bei allen Tests korrekt.
Gruß,
Hanno
Moien
dropped packages: Kannst Du ein Linux-Werkzeug empfehlen, mit
dem man das messen kann? Ich hatte „sehr viele“ dropped
packages mit „ifconfig eth0“, aber gleichzeitig über einen
längeren Zeitraum keinen einzigen CRC-Fehler im
TCP/IP-Monitor.
Ich weiss nicht auf welcher Schicht die gemeldeten CRC’s bei dem Programm liegen und ob das mit dem melden immer so klappt. 20% Verlust (80MBit über 100MBit Leitung) sind aber so krass, das würde ich so nicht einsetzen.
Generel: wenn ifconfig bei einer fullduplex Verbindung regelmässig dropped und/oder errors findet sollte man einen Gang runter schalten (mii-tool) und das Kabel überprüfen ( in deinem Fall vorallem die Paarung => http://www.ertyu.org/steven_nikkel/ethernetcables.html ).
cu
Hallo Hanno.
Meines Wissens ist das durchaus möglich. Störungen von Außen werden durch den Schirm abgehalten. 4 Paare bei zwei Räumen ist auch super, nur das seriell ist schlecht. Hast mal an beiden Dosen was drangehängt?
Du solltest auf jeden fall splitten wenn du an beiden „Ausgängen“ gleichzeitig ein gerät betreibst.2 Paare pro Dose und einen Switch/Router am anderen Ende.
Gruß Ralf
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