Aufwandschätzung oder Aufwandsschätzung?

Von: , Frage gestellt am Mi, 28. Mai 2008

Hallo,

so lange beschäftigt mich das Thema schon...
Was ist bitte korrekt?

Danke!
Sebastian

6 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 21 Minuten 1 hilfreich
    Die Schätzung des Aufwandes bzw. des Aufwands


    Hallo, Sebastian

    Es handelt sich um die Schätzung des Aufwandes bzw. des Aufwands, also um einen Genitiv. Deshalb: die
    'Aufwandsschätzung'. Das 's' ist hier also kein Fugen-s.


    Gruss
    Adam

    • Antwort von nach 30 Minuten 2 hilfreich
      Re: Die Schätzung des Aufwandes bzw. des Aufwands

      Es handelt sich um die Schätzung des Aufwandes bzw. des Aufwands, also um einen Genitiv. Deshalb: die 'Aufwandsschätzung'. Das 's' ist hier also kein Fugen-s.
      Oh, Adam!

      Das Fugen-s stammt vom Genitiv!

      In Zusammensetzungen mit "Aufwand-" sind meist beide Varianten möglich:

      Au}f|wands|steu|er, Auf|wand|steu|er, die; -, -n: Steuer, die auf bestimmte Einkommensverwendungen erhoben wird (z.B. Kfz-Steuer, Hundesteuer).

      © Duden - Deutsches Universalwörterbuch 2001


      => http://www.stefan-baur.de/cs.se.aufwand.html

      =>http://www.projektmagazin.de/glossar/gl-0013.html

      Gruß Fritz

    • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
      Auslandpolitik, Inlandpolitik, Satzesende

      Hallo, Sebastian
      Beispiele für falsche Fugen-s bzw. Genitiv-s aus diesem Forum:

      'Auslandpolitik' nicht 'Auslandspolitik' (nicht Politik des Auslands, sondern das Ausland betreffend)
      'Inlandpolitik' nicht 'Inlandspolitik'
      'Pietätlosigkeit' nicht 'Pietätslosigkeit'

      Es gibt keinen Grund, den Genitiv zu verdrängen. Also:
      'Satzesende' (Ende des Satzes) nicht 'Satzende'
      'Texteserörterung' (Erörterung des Textes) nicht 'Texterörterung'

      Du musst selbst entscheiden, ob du zur Gruppe gehörst, die von Duden & Co. alles gehorsam und passiv
      übernimmt, oder ob du – wie ich – dich als aktiv MITWIRKENDER in der Sprachentwicklung siehst. Gruss
      Adam

      • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
        Re: Auslandpolitik, Inlandpolitik, Satzesende

        Moin, Adam, Du musst selbst entscheiden, ob du zur Gruppe gehörst, die von
        Duden & Co. alles gehorsam und passiv
        übernimmt, oder ob du – wie ich – dich als aktiv MITWIRKENDER
        in der Sprachentwicklung siehst.
        da fehlt doch das Wörtchen positiv hinter dem aktiv, oder?

        Adam, ich fürchte, da liegst Du falsch. Jeder, der spricht oder schreibt, beeinflusst die Sprachentwicklung. Jeder.

        Gruß Ralf

      • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
        Re: Auslandpolitik, Inlandpolitik, Satzesende

        Beispiele für falsche Fugen-s bzw. Genitiv-s aus diesem Forum:

        'Auslandpolitik' nicht 'Auslandspolitik' (nicht Politik des
        Auslands, sondern das Ausland betreffend)
        'Inlandpolitik' nicht 'Inlandspolitik'
        'Pietätlosigkeit' nicht 'Pietätslosigkeit'

        Es gibt keinen Grund, den Genitiv zu verdrängen. Also:
        'Satzesende' (Ende des Satzes) nicht 'Satzende'
        'Texteserörterung' (Erörterung des Textes) nicht
        'Texterörterung'
        Entschuldige, aber das ist die blödeste Begründung, die ich bisher hörte. Wer will denn entscheiden, ob es eine "Schätzung den Aufwand betreffend" oder eine "Schätzung des Aufwandes" ist?

        Nach deiner Beschreibung gibt es nie ein Fugen-S. Aber die Wissenschaftler, die sich mit der Entwicklung der deutschen Sprache beschäftigen, haben herausgefunden, dass dieses S nicht aufgrund der Genitivbildung einfügte, sondern um die Aussprache einfach zu erleichtern. Du musst selbst entscheiden, ob du zur Gruppe gehörst, die von
        Duden & Co. alles gehorsam und passiv
        übernimmt, oder ob du – wie ich – dich als aktiv MITWIRKENDER
        in der Sprachentwicklung siehst.
        Und unter diesem Gesichtspunkt ist es erst recht falsch, zu behaupten, die gängige Bildung von Komposita sei falsch. Du kannst höchstens sagen, du findest deine Variante ästhetischer und möchtest sie daher durchsetzen, aber die verbreitete Variante ist deshalb noch lange nicht falsch - eben weil die lebendige Sprache sich so entwickelt hat.

        Bis denne
        Schnoof

        PS: Ich halte "Aufwandsschätzung" für die richtige Variante, "Aufwandschätzung" ist Amtsdeutsch (ebenso wie "Einkommensteuer").

        • Antwort von nach 2 Tagen 2 hilfreich
          Fugenzeichen

          Hallo! Nach deiner Beschreibung gibt es nie ein Fugen-S. Aber die Wissenschaftler, die sich mit der Entwicklung der deutschen Sprache beschäftigen, haben herausgefunden, dass dieses S nicht aufgrund der Genitivbildung einfügte, sondern um die Aussprache einfach zu erleichtern.
          Dies geschieht erst in der zweiten Phase der Fugungen.

          Ursprünglich sind das "Fugen-(e)S, das Fugen-er und das Fungen-en" Flexionszeichen und zwar für den Genitiv!

          Der Hof des Königs wird zum Königshof; die Sache des Herzens zur Herzenssache, der Fürst des Friedens zum Friedensfürst!

          Ebenso wird das Zimmer der Kinder zum Kinderzimmer und selbst der altertümliche Schnabel des Storchen wird zum Storchenschnabel.

          Wenn man allerdings dan eine Fügung wie Arbeitszimmer bildet, so ist dies just nicht mehr ein Genitiv - es heißt ja nicht

          die Arbeit, der Arbeits, der Arbeite, die Arbeiten

          sondern

          die Arbeit, der Arbeit, der Arbeit, die Arbeit.

          Hier greift man also zu einem bewährten Fungenzeichen, um die Aussprache zu erleichtern.

          Und das hat mit einem "Dem-Duden-Nachlaufen" so wenig zu tun, wie "kreative Sprachgestaltung" darin besteht, einen Satz wie:

          "Da werden Sie geholfen!"

          zu kreieren.

          Gruß Fritz

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