'das' und 'dass'

Von: , Frage gestellt am Do, 21. Jan 2010

Hallo!

Ich weiß nicht, ob das nur mir so geht: Immer häufiger lese ich - vor allem auch hier im Forum - dass jemand "das" statt "dass" schreibt. Beim ersten Mal hält man es noch Wohlwollend für einen Tipp- oder Flüchtigkeitsfehler (davor bin auch ich nicht gefeit), aber meistens stellt sich heraus, dass der Autor konsequenzt nur "das" schreibt.

Dabei ist die Regel erstens nicht schwierig und zweitens hat sie sich bei der Rechtschreibreform nicht geändert, nur die Schreibweise: "das" bleibt "das" und "daß" wird zu "dass".

Mich würde mal interessieren, ob es Untersuchungen zur Häufigkeit dieses Fehlers gibt. Stimmt mein subjektiver Eindruck, dass dieser Fehler in den letzten Jahren rapide zugenommen hat? Korreliert er mit dem Lebensalter (je jünger desto das) und dem Bildungsniveau (je gebildeter desto dass)? Gibt es Erkenntnisse über die Ursache des Fehlers: Gleichgültigkeit, Schlampigkeit, mangelnde Sprachkompetenz, Unkenntnis der Regel, ...

(Nur zur Klarstellung: Mir geht es nicht um diejenigen, die - aus welchen Gründen auch immer - die alte Schreibweise "dass" korrekt anwenden).

Michael

70 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 45 Minuten 1 hilfreich
    Re: 'das' und 'dass'

    Hallo, Mich würde mal interessieren, ob es Untersuchungen zur
    Häufigkeit dieses Fehlers gibt. Stimmt mein subjektiver
    Eindruck, dass dieser Fehler in den letzten Jahren rapide
    zugenommen hat?
    Schwer zu beurteilen, ich finde, dass es im Verhältnis zu anderen Schlampigkeiten nicht mehr zugenommen hat. Was m.M. nach hauptsächlich damit zu tun hat, dass man viel mehr von Menschen liest, die sozusagen "privat" für die Öffentlichkeit schreiben (früher hat man nur die Erzeugnisse von beruflichen Schreibern gelesen und Privatbriefe).
    Aber welcher unserer Eindrücke ist repräsentativ?
    Untersuchungen dazu kenne ich keine. Korreliert er mit dem Lebensalter (je jünger
    desto das)
    Ich glaube eher: je jünger, desto unbeeindruckter durch Rechtschreibregeln. Es ist den jüngeren einfach nicht mehr so wichtig. und dem Bildungsniveau (je gebildeter desto dass)?
    Tendentiell eventuell, das hat dann aber mit Können/Wissen nicht mit Lockerheit zu tun. (Nur zur Klarstellung: Mir geht es nicht um diejenigen, die -
    aus welchen Gründen auch immer - die alte Schreibweise "dass"
    korrekt anwenden).
    Du meinst sicher "die alte Schreibweise 'daß', oder?

    Gruß
    Elke

  2. Antwort von nach 3 Stunden 0 hilfreich
    Re: 'das' und 'dass'

    Hallo,
    So eine Untersuchung würde mich auch sehr interessieren! Und sie wäre auch relativ leicht durchführbar, denk ich mir.

    Was wohl der Hauptauslöser für die Verwechslung sein dürfte, ist erst einmal die Aussprache, die im Hochdeutschen und den meisten Dialekten identisch ist. Wir neigen dazu, beim Schreiben eher auf die Aussprache zurückzugreifen als auf grammatikalische Regeln oder Wortarten.
    Deswegen verwechseln einige auch "seit" und "seid". Eben weil sie gleich gesprochen werden.

    Gruß,
    - André

  3. Antwort von nach 12 Stunden 4 hilfreich
    Re: 'das' und 'dass'

    Nach eigener Erfahrung hat das schon was mit der Schuldbildung zu tun. Wer eine umfassendere hat, kann meistens besser rechtschreiben. Aber nicht immer. Sprachgefühl ist IMHO auch angeboren, so wie ich nunmal nicht singen kann und es auch nach angestrengtem Üben nicht können würde.

    Außerdem bin ich grundsätzlich der Meinung, daß das Sprachkönnen immer schlechter wird. Ansonsten wäre so etwas Unsägliches wie eine Rechtschreibreform ja gar nicht nötig gewesen.

    Wenn man so Dinge liest wie "wegen starkem Schneefall auf allen Linien Verspätungen", dann ist sonnenklar, worin der Trend sich bewegt. Irgendwann wird eben die s-Regel eben komplett fallen, weil sie keiner mehr kann und es jedem egal ist.

    Ein Grund dafür ist sicher, daß viele Schulkinder gar nicht mehr richtig mit Deutsch aufwachsen.

    Dazu kommt, daß durch Internet und Microsoft jeder Idiot Texte veröffentlichen kann. Daher rühren auch so schlimme Dinge wie Apostrophiti's und das Deppen Leerzeichen. Früher konnten nur ausgebildete Leute Text produzieren. Deswegen las man nur Texte von Profis. Je öfter man etwas falsch liest, desto mehr prägt sich der Fehler ein.

    Erschwerend dazu kommt, daß die Deutschsprecher immer Dialektsprecher sind. Die richtige Schreibung läßt sich nicht aus der Aussprache ableiten, sondern man muß sie lernen.

    Schlimmes wird auch vom Fernsehen und der Sychronitis- und Denglischbranche verbrochen. Da Dinge wie "das macht Sinn" als modern gelten, hat die Werbung oft keine andere Wahl als auf den Zug aufzuspringen. So verfestigen sich Fehler. Es ist vielen einfach egal, wie geschrieben wird.

    Grüße Bellawa.

    • Antwort von nach 19 Stunden 3 hilfreich
      Re^2: 'das' und 'dass'

      Hallo Bellawa,
      Darauf möchte ich auch kurz eingehen, obwohl viele das hier schon taten. Nach eigener Erfahrung hat das schon was mit der Schuldbildung
      zu tun. Wer eine umfassendere hat, kann meistens besser
      rechtschreiben. Aber nicht immer. Sprachgefühl ist IMHO auch
      angeboren, so wie ich nunmal nicht singen kann und es auch
      nach angestrengtem Üben nicht können würde.
      Sicherlich, wer wenig Bildung genossen hat (und die evtl. noch nicht einmal genossen hat), ist meist schlechter in Rechtschreibung als Leute mit Abitur und vllt. sogar einer weiterführenden Bildung. Muss aber nicht so sein. Es sind eher Tendenzen als klare Anzeichen.
      Zum Sprachgefühl: ob es so etwas wirklich gibt, ist ja strittig (war's nicht Fritz hier im Brett, damals, der das vehement abstritt?), vielleicht gibt es nur das gute oder schlechte Beherrschen der Regeln. Ich möchte mich nicht auf eine Seite stellen, aber es ist schon klar, dass einige sowas im Schlaf beherrschen und andere das auch unter Anstrengungen nicht zufriedenstellend hinbekommen. Außerdem bin ich grundsätzlich der Meinung, daß das
      Sprachkönnen immer schlechter wird. Ansonsten wäre so etwas
      Unsägliches wie eine Rechtschreibreform ja gar nicht nötig
      gewesen.
      Damit meinst du jetzt sicher nicht das angeborene Sprachgefühl, sondern die Beherrschung der Rechtschreibung? Das kann wirklich viele Faktoren haben. Oder meinst du das Beherrschen der deutschen Sprache auch im Gesprochenen? Da gehe ich nämlich nicht so recht mit. Man ist leicht geneigt, das Deutsch von früher als schöner und besser zu empfinden und neuere Tendenzen als Fehler zu empfinden. In 100 Jahren gilt das Deutsch von heute als toll und das Deutsch des Jahres 2110 als furchtbar. Das war auch 1910, 1810 und 1410 schon so. Hier ist also nicht wirklich ein objektiver, feststellbarer Abstieg der Sprachqualität festzustellen, sondern eine kontinuierliche Veränderung, wie sie in jeder lebenden Sprache vorkommt.
      Und dass diese Veränderung schlecht sein soll, müsstest du erst einmal beweisen. Ich möchte die "schlimmen" Anglizismen mal außer Acht lassen, aber was siehst du als Ziel dieser Veränderung? Wenn die Leute weiter so schlecht sprechen und das Sprachkönnen weiter so sinkt, wie es für dich erscheint, was glaubst du, wird uns in 200, 300 oder 400 Jahren erwarten? Was wird mit der deutschen Sprache passieren, wenn die Leute immer weniger auf den Dativ achten, auf die richtigen Konjugationsformen oder was du ihnen noch so unterstellst? Wenn man so Dinge liest wie "wegen starkem Schneefall auf
      allen Linien Verspätungen", dann ist sonnenklar, worin der
      Trend sich bewegt. Irgendwann wird eben die s-Regel eben
      komplett fallen, weil sie keiner mehr kann und es jedem egal
      ist.
      Der Trend bewegt sich dahin, dass der Genitiv in vielen Konstruktionen durch den Dativ ersetzt wird. Und ja, vielleicht wird es ihn irgendwann nicht mehr geben, den Genitiv. Da wird dann auch "der Mutter ihr Auto" zur Norm werden.
      Und dann? Was für Auswirkungen wird das auf die Sprache haben? Und auf die Sprecher? Werden wir uns dann schlechter verständigen können, weil wir nur noch 3 statt 4 Kasus haben? Wie stellst du dir das vor? Ein Grund dafür ist sicher, daß viele Schulkinder gar nicht
      mehr richtig mit Deutsch aufwachsen.
      Sondern? Mit Dialekt? Ist das etwa kein richtiges Deutsch?
      Oder meinst du die Immigranten? Dazu kommt, daß durch Internet und Microsoft jeder Idiot Texte
      veröffentlichen kann. Daher rühren auch so schlimme Dinge wie
      Apostrophiti's und das Deppen Leerzeichen. Früher konnten nur
      ausgebildete Leute Text produzieren. Deswegen las man nur
      Texte von Profis. Je öfter man etwas falsch liest, desto mehr
      prägt sich der Fehler ein.
      Wenn ich mir öffentliche Texte (also Zeitung o.Ä., keine privaten Briefe) von vor 1900 angucke, wimmeln die ehrlich gesagt genauso von Fehlern wie die von heute. Wimmeln ist natürlich stark übertrieben. Aber Deppenapostrophe, Deppenlehrzeichen, Nichteinhaltungen der ss/ß-Regeln gab es früher auch. So sehr Profis waren die Leute damals also auch nicht. Und die Texte, die früher bereits von Profis geschrieben wurden, sind heute auch noch genauso fehlerarm wie damals. Es sind nur einige Medien mehr hinzugekommen... eben das Internet. Hätte früher jeder Idiot seine Meinung auf Zettel geschrieben an eine öffentliche Pinnwand im Rathaus geheftet, fändest du genau so viele Fehler, vllt. anderer Natur.
      Es schreiben also nicht mehr Leute falsch, sondern du liest nur mehr Texte von Leuten, die nicht gut in Rechtschreibung sind. Das ist ein Unterschied. Und daraus zu schließen, dass die Deutschen immer schlechter schreiben könnten, wäre etwas voreilig. Erschwerend dazu kommt, daß die Deutschsprecher immer
      Dialektsprecher sind. Die richtige Schreibung läßt sich nicht
      aus der Aussprache ableiten, sondern man muß sie lernen.
      Es sind nicht alle Dialektsprecher. Aber es sprechen auch nicht alle (besser: fast keiner) nativ Hochdeutsch. Schlimmes wird auch vom Fernsehen und der Sychronitis- und
      Denglischbranche verbrochen. Da Dinge wie "das macht Sinn" als
      modern gelten, hat die Werbung oft keine andere Wahl als auf
      den Zug aufzuspringen. So verfestigen sich Fehler. Es ist
      vielen einfach egal, wie geschrieben wird.
      Dass das ein weit verbreiteter Aberglaube ist, wurde ja schon weiter unten mehrmals gesagt. "Sinn machen" ist kein Anglizismus, und selbst wenn's einer wäre, so ist er ja nicht unsinnig. Bastian Sicks erklärung, Sinn könne man nicht kneten oder im Hau-Ruck-Verfahren herstellen, ist natürlich absoluter Humbug (denn dann müsste ja auch das Englische "make sense" falsch sein).
      Leider reden viele Leute Bastian Sick und anderen Sprachpuristen einfach nach dem Munde und hinterfragen nichts. Die Leute, die das dennoch tun werden meist einfach nicht beachtet oder gar als Neider beschimpft, wenn sie es dann zu veröffentlichen versuchen. Grüße Bellawa.
      Gruß,
      - André

      • Antwort von nach 19 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: 'das' und 'dass'

        Es sind eher
        Tendenzen als klare Anzeichen.
        Och es gibt studierte Doktoren, die die S-Regel nicht können. Das sagt gar nix. Ich denke, das hängt eher an der ganz frühen Schulbildung, ob man das kann oder nicht. Und ob man als Kind viel gelesen hat oder nicht. So entsteht ein Gefühl dafür. (Ich kann es schwer beschreiben.) Und dann? Was für Auswirkungen wird das auf die Sprache haben?
        Und auf die Sprecher? Werden wir uns dann schlechter
        verständigen können, weil wir nur noch 3 statt 4 Kasus haben?
        Wie stellst du dir das vor?
        Derzeit ist es ja noch falsch. Ein Grund dafür ist sicher, daß viele Schulkinder gar nicht
        mehr richtig mit Deutsch aufwachsen.
        Sondern?
        Wenn in einer Klasse 80% Türkisch sprechen, wie soll der Rest dann Deutsch lernen? Und das sind keine Erfindungen, solche Grundschulen gibt es. Nichts gegen Türkisch, das sieht mir nach einer komplizierten und schwierigen Sprache aus, aber so geht es nicht, da lernt niemand etwas. Hätte früher jeder Idiot seine Meinung auf
        Zettel geschrieben an eine öffentliche Pinnwand im Rathaus
        geheftet, fändest du genau so viele Fehler, vllt. anderer
        Natur.
        Ja, nur gab es das nicht. Meiner Meinung nach spielen das Internet und Powerpoint die größte Rolle beim Untergang der deutschen Sprache. LOL. Es schreiben also nicht mehr Leute falsch, sondern du liest
        nur mehr Texte von Leuten, die nicht gut in Rechtschreibung
        sind. Das ist ein Unterschied.
        Ja, und dadurch wird man selbst unsicher. Je öfter man Falsches sieht, desto normaler wird es. Es sind nicht alle Dialektsprecher. Aber es sprechen auch
        nicht alle (besser: fast keiner) nativ Hochdeutsch.
        Zweisprachigkeit ist die Norm. Dass das ein weit verbreiteter Aberglaube ist, wurde ja schon
        weiter unten mehrmals gesagt. "Sinn machen" ist kein
        Anglizismus, und selbst wenn's einer wäre, so ist er ja nicht
        unsinnig.
        Das steht noch zur Debatte :)

        Grüße Bellawa.

        • Antwort von nach 19 Stunden 4 hilfreich
          Re^4: 'das' und 'dass'

          Es sind eher
          Tendenzen als klare Anzeichen.
          Och es gibt studierte Doktoren, die die S-Regel nicht können.
          Das sagt gar nix. Ich denke, das hängt eher an der ganz frühen
          Schulbildung, ob man das kann oder nicht. Und ob man als Kind
          viel gelesen hat oder nicht. So entsteht ein Gefühl dafür.
          (Ich kann es schwer beschreiben.)
          Ja, das begünstigt die Tendenzen. All-Aussagen kann man da nicht treffen. Ich kenne auch Leute, die extrem viel lesen, sich sehr gewählt ausdrücken können, Sprachwissenschaften studieren und in der Schule sehr gut waren, die aber trotzdem eine miserable Rechtschreibung haben.
          Das hängt also nicht zwangsläufig zusammen. Manche Leute sind in sowas einfach schlechter als andere. Und dann? Was für Auswirkungen wird das auf die Sprache haben?
          Und auf die Sprecher? Werden wir uns dann schlechter
          verständigen können, weil wir nur noch 3 statt 4 Kasus haben?
          Wie stellst du dir das vor?
          Derzeit ist es ja noch falsch.
          Joa, bald aber vllt. nicht mehr. Ersetze am besten "falsch" einfach durch "nicht vom Duden anerkannt", denn was richtig und falsch ist, entscheidet nicht die Logik, sondern der Dudenverlag. Und man muss sich ja meist auch nicht daran halten. Ein Grund dafür ist sicher, daß viele Schulkinder gar nicht
          mehr richtig mit Deutsch aufwachsen.
          Sondern?
          Wenn in einer Klasse 80% Türkisch sprechen, wie soll der Rest
          dann Deutsch lernen? Und das sind keine Erfindungen, solche
          Grundschulen gibt es. Nichts gegen Türkisch, das sieht mir
          nach einer komplizierten und schwierigen Sprache aus, aber so
          geht es nicht, da lernt niemand etwas.
          Türkisch ist sehr logisch und regelmäßig, aber auch wieder sehr anders aufgebaut als Deutsch.
          Ich weiß, dass es solche Schulen gibt... bin allerdings im Osten Deutschlands aufgewachsen; in meiner Klasse hatten wir damals genau einen Nichtmuttersprachler (einen Russen), der konnte aber fast perfekt Deutsch. Hätte früher jeder Idiot seine Meinung auf
          Zettel geschrieben an eine öffentliche Pinnwand im Rathaus
          geheftet, fändest du genau so viele Fehler, vllt. anderer
          Natur.
          Ja, nur gab es das nicht. Meiner Meinung nach spielen das
          Internet und Powerpoint die größte Rolle beim Untergang der
          deutschen Sprache. LOL.
          Das ist in der Tat lustig. :)
          Vor allem der "Untergang" der deutschen Sprache... ich möchte noch einmal fragen, wie du dir den vorstellst. Lass mal deiner Fantasie freien Lauf. Was passiert dann mit dem Deutschen und seinen Sprechern?

          Viel ließe sich da über Anglizismen schreiben, aber gerade die möchte ich lieber mal außen vorlassen. Viele Sprachen auf der Welt sind durch das Englische ausgerottet wurden, das lief aber ganz anders ab. Ob die Anglizismen unserer Sprache schaden, ist schwer absehbar. Französismen, Latinismen und Co. haben's bisher nicht getan, wer weiß, vllt. schaffen's ja die englischen Wörter.

          Ich dachte eher an die Veränderungen in der deutschen Sprache, die scheinbar durch Schludrigkeit und Faulheit oder mangelnde Schulbildung entstehen. Fälle verschwinden, Imperative werden nicht mehr richtig gebildet und solche Sachen...
          ...wenn das so weitergeht, was wird passieren? Im Ernst. Es schreiben also nicht mehr Leute falsch, sondern du liest
          nur mehr Texte von Leuten, die nicht gut in Rechtschreibung
          sind. Das ist ein Unterschied.
          Ja, und dadurch wird man selbst unsicher. Je öfter man
          Falsches sieht, desto normaler wird es.
          Ja, wenn man das auf Rechtschreibung bezieht, muss ich dir zustimmen. Mir geht's nicht so, aber wer von vornherein nicht so firm in Orthographie ist, wird von sowas sicherlich stärker beeinflusst.

          Auf die gesprochene Sprache würde ich das nicht unbedingt beziehen. Denn wenn alle Sprecher eine vormals falsche Konstruktion verwenden, gibt es keinen Grund mehr, sie noch als falsch anzusehen.

          Gruß,
          - André

          • Antwort von nach 20 Stunden 0 hilfreich
            Re^5: 'das' und 'dass'

            ...wenn das so weitergeht, was wird passieren? Im Ernst.
            Eine, wenn nicht unbedingt ernste, dann aber umso ehrlichere Antwort:

            Es gibt wieder eine Reform der Reform, und "einen Job machen" steht im Duden, und man kann Beistriche setzen wie man will, und die ganze Arbeit, die wir als Schüler hatten, war umsonst, wenn plötzlich alles falsch ist, was wir schreiben. Ich habe in der Schule nie Rechtschreibfehler gemacht, und jetzt brauche ich eine Rechtschreibprüfung auf dem PC und fühle mich dumm und unwissend. Und das trotz nur Einser in Deutsch. Es ist ärgerlich, frustrierend und einfach überflüssig. Denn es geht nicht nur mir so.

            Grüße Bellawa.

            • Antwort von nach 22 Stunden 2 hilfreich
              Re^6: 'das' und 'dass'

              Hallo,
              Danke für die Antwort. Ja, das kann ich mir vorstellen, auch wenn's überspitzt gewesen sein mag. Ich musste irgendwann in der 6. oder 7. Klasse umlernen, aber das ging noch.

              Dass die Menschen in der Übergangsphase Umstellungsschwierigkeiten haben und sich die alten Zustände wieder herbeiwünschen, ist bei jeder Reform so, das bedeutet nicht unbedingt, dass die Reform schlecht war (dafür gibt's andere Gründe). Ich selbst hab eigentlich wenig an der jetzigen Fassung auszusetzen. Der Weg dahin war nur ziemlich blöd und schlecht durchdacht.

              Aber diejenigen, die jetzt in der Schule die neue Rechtschreibung lernen, haben damit genau so viel oder wenig Probleme wie diejenigen, die vor der Reform schreiben lernten. Die Regeln sind nur unwesentlich einfacher geworden. Aber die Verwirrung ist eher in der Übergangsgeneration zu finden.

              Was ich aber eigentlich mit meinem Nachbohren meinte, sind Veränderungen in der Sprache an sich. Viele behaupten immer, die (gesprochene) deutsche Sprache ginge den Bach runter, können dann aber nichts erwidern, wenn man nachfragt, was sie damit meinen und wie sie sich das vorstellen.
              Mit dem Deutschen soll's bergabgehen und so, aber bisher ist noch keine Sprache auf diesem Planeten an seinen Sprechern kaputtgegangen. Noch nie ist eine Sprache unsprechbar und unverständlich geworden, weil die Sprecher schludrig und gedankenlos mit ihr umgingen.

              Davor muss man sich also nicht fürchten.
              Gruß,
              - André

            • Antwort von nach 4 Tagen 0 hilfreich
              Hier noch ein Schmankerl für dich

              Auf

              http://www.akademie.de/gestalten/textgestaltung/kurs...

              gibt es folgendes als Beispielsatz:

              "Manche interessieren sich für die neue Rechtschreibreform nicht (,) oder sie sind einfach zu faul zum Üben."

              Dazu die Beschreibung:

              "Bislang galt es, vor den Konjunktionen und bzw. oder ein Komma zu setzen, wenn es sich um zwei gleichberechtigte Hauptsätze handelt. Diese Regel ist zwar nicht allzu schwierig, aber zeitraubend. Denn meistens musste man den Satz zweimal lesen, um die Hauptsätze überhaupt zu erkennen. Mit der neuen Reform entfällt dies."

              Das fand ich sehr lustig. Ich hatte bisher keine Probleme, während des Schreibens selbst einen Hauptsatz zu erkennen. Aber offenbar sind die SchülerInnen von heute damit überfordert. Ein klassischer Fall von Blödschreibreform.

              Grüße Bellawa.



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