Was heißt: bhähp

Hallo,

ich suche nach der Bedeutung (und Herkunft) des schwäbischen Wortes:
phäb
oder auch so ausgesprochen:
phähp

z.B.: sei nedd so phäb!
oder: der isch aber phäb!

also die Erklärung, die ich gehört habe kann ich nämlich nicht glauben: es soll beschränkt heißen, das stimmt doch nicht? oder?

hallo Finus,

wie so oft im schwäbischen gibt es keine genaue hochdeutsche Entsprechung.
Das Wort phäb kann je nach Situation mit einem anderen hochdeutschen Wort widergegeben werden.

z.B.: sei nedd so phäb!
oder: der isch aber phäb!

wenn jemand phäb ist, dann ist er geizig

wenn etwas phäb ist, dann ist es eng / knapp.Z.B. wenn man mit dem Auto an einer Mauer steht: „des isch phäb“ (das ist eng, das ist knapp)

Es gibt sicher noch mehr Facetten des Wortes phäb, allerdings fällt mir grad nicht mehr ein. Aber ich würde es nicht mit ‚beschränkt‘ übersetzen.

Grüßle,
Sandra

Hallo Sandra,

vielen Dank für die Erklärung.
Jetzt bin ich aber beruhigt, dass ich nicht ganz so falsch lag, bzw. dass „beschränkt“ nicht stimmt.

Grüßle Finus

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Finus,

ich würde es mit eng, dicht, knapp übersetzen. Und das zeigt
auch, dass es – auf Menschen bezogen – geizig heißt: einer, der
sein Geld dicht bei sich behält, die Ausgaben knapp hält. Die
Herkunft ist mir nicht ganz klar, es klingt so ein bisschen nach
Behäbig, aber das ergibt keinen rechten Sinn. Vielleicht so was
wie „bei haben“, dicht bei haben/sein oder so??
Mit bhäbem Gruß
Bolo2

Du bist auf der richtigen Spur, Rudolf!

Behäbig, aber das ergibt keinen rechten Sinn.

Dochdoch! Von „beheben, behaben“ = „festhalten, behalten“ abgeleitetes Adjektiv „behäb“ = etwas, was behebt, also fest hält, fest schließt, dicht ist, genau, eng und knapp ist.

Kann von Gefäßen z. B. Flaschen, Knoten, Fenstern, Gürteln etc. gesagt werden, wenn es konkret gemeint ist.

Und übertragen kanne es einen genauen, pünktlichen, pingeligen, genau rechnenden, genau aufs Geld sehenden, sparsamen, geizigen Menschen meinen. (Man beachte den allmählichen Bedeutungswandel.)

Z. B. sagt man: Der hôt a bhäbe Tischlad. (= eine fest schließende und geschlossenen Schublade, aus der er nichts gibt, weder Geld, noch Kuchen, noch Bonbons, wenn er solche hätt´, noch sonst was)
Substantiviert: Des isch a Bhäber!

Es gibt auch das Gegenteil: ôbhäb = unbehäb, aber nicht in Schwaben!:wink:

Gruß (keinen bhäben) Fritz

Also ich bin ein Sachse der in Schwaben lebt und könnte mir das so erklären.

Die Schwaben sagen statt halten (im Sinne von festhalten) heben. Also nicht „Halt mal bitte meinen Ordner fest“ sondern „Hebscht bidde mol mein Ordner“ Also scheint die Erklärung mit dem festhalten, geizig sein und so, schon richtig zu sein.

MfG