Telefonaktion der AA - wie verhalten ?

Gibt es hier vielleicht Juristen, die hierzu eine konkrete, am besten ganz sichere Antwort darauf geben können ?

Bei mir klingelte in den letzten Wochen mehrmals das Telefon, ohne dass jemand auf AB sprach. Ich gehe normalerweise nicht ans Telefon bevor der Anrufer etwas gesagt hat.

Jetzt erfuhr ich von dieser unglaublich gescheiten Aktion der AA und weiß nicht, was ich tun soll !

Muss ich wirklich jedesmal abheben, wenn es klingelt, damit ich nicht in den ‚Kreis der Verdächtigen‘ komme ? Ist das Rechtens, was sie tun ?

Für mich ist der AB seit immer ein gutes Hilfsmittel, nicht nur für die Zeit, in der ich nicht zu Hause bin, sondern auch um Anrufe zu filtrieren, für die ich keine Zeit oder Nerven habe. Das wird ja wohl erlaubt sein, oder etwa nicht ? :frowning:

Danke im voraus !

Hallo,
welchen Strick sollte man dir daraus drehen, dass du nicht ans Telefon gehst? Wenn sie was wichtiges von dir wollen, können sie auch einen Brief schreiben.
Nur weil du nicht ans Telefon gehst, heißt das doch noch nicht, dass du irgendeinen Missbrauch betreibst. Schließlich kannst du mit dem Hund draußen sein, Bewerbungen in den Briefkasten schmeißen, die Zeitung kaufen oder einfach nur dein Bier saufen. Das geht die einen Scheissdreck an.
Du musst zwar erreichbar sein, aber nicht telefonisch. Ich habe bei meinem Antrag die Telefonnummer nicht angegeben, was Datenschützer auch raten. Ich bin also nur per Post zu erreichen und darüber hat sich noch niemand beschwert. Wenn du die neugierigen Jungs mal wirklich an der Strippe hast, verweiger einfach jede Aussage. Das ist dein gutes Recht, worüber du eigentlich auch belehrt werden müsstest. Da könnte ja jeder verhinderte Stasispitzel anrufen, um sensible Daten aus dir rauszuquetschen.
Glück auf!
André

Hallo,

ich denke, du solltest Deine Erreichbarkeit steigern. Oder mit ganz erheblichen Konsequenzen rechnen.

Gruß

Peter

Hallo,

ich denke, du solltest Deine Erreichbarkeit steigern. Oder mit
ganz erheblichen Konsequenzen rechnen.

Der Ton deiner Aussgage ist etwas missverständlich. Ist das als Befürchtung (du solltest besser…) gemeint oder als Wunsch (Leuten wie dir sollte man…)?

Gruß
André

Hallo,

ich denke, wenn man in dieser Situation ist, kann man sich solche Eitelkeiten nicht leisten.

Gruß

Peter

Hallo,

Arbeitgeber droht mit Job …
Hallo,

mal ganz ehrlich: Meinst Du, das dieses Verhalten potentielle Arbeitgeber begeistert und Deine Chancen auf einen Arbeitsplatz steigern wird ? M.E. nach hat jemand, der auf echter Jobsuche ist, ans Telefon zu gehen, wenn es klingelt. Wer meint, sich durch das ewige Gebimmel gestört zu fühlen, dem steht das natürlich frei. Aber bitte nicht auf Kosten der Allgemeinheit.

Gruß

S.J.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Andrea, danke für die Begrüßung !! :smile:)

Funkelektronikerin bist du ! Ich habe das machen wollen, vor vielen Jahren, hab’ mich aber dann für Nachrichtengerätemechanikerin entschieden, da Mathematik und technisches Verständis nicht meine größten Stärken sind :wink:. Habe sehr viele Jahre in dem Job gearbeitet und als die Mikroelektronik kam, war es aus. Da machte ich die nächste, dritte, Ausbildung: Fremdsprachenkorrespondentin, auch sehr viele Jahre gearbeitet - und dann arbeitslos geworden.

Dein Tip: Genau das würde ich am liebsten machen, einfach der AA mitteilen, was Sache ist. Es ist auch wirklich unsinnig was sie machen. Sie HABEN alle meine Daten, da ist nichts zu fragen ! Ich bin auch sofort da wenn sie auf’s Band sprechen, meine e-mail-Adresse haben die auch ! Meine Telefonnummer habe ich denen gegeben für den Fall dass sie einen Job haben, aber auf AB sollten die schon sprechen.

Habe die Erfahrung gemacht, dass man ihnen leider nichts mitteilen kann bzw. man kann ihnen einen Brief oder mail schicken oder anrufen aber auf die ersten beide reagieren sie nicht und beim Anrufen landet man in einem Callcenter, das nicht informiert ist und auch nichts weiter gibt.
Habe das vor 2 Wochen mal wieder erlebt, da sie mal wieder Papieren von mir verloren haben und es half nur dahin zu gehen und sehr lange warten. Alles andere: nix. E-mail steht auf deren Briefbögen aber niemand antwortet.

Ich denke auch, dass sie einfach auf AB sprechen werden/müssen/sollten. Was soll das denn sonst ?

Liebe Grüße :smile:

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi André,

normalerweise sollte es so sein, wie du schreibst. So denke ich auch. Aber anscheinend ändert sich in der letzten Zeit, (nicht nur) in diesem Land und (nicht nur) auf diesem Gebiet einiges gewaltig zum Schlechten hin.

Hätte ich das gewußt, so hätte ich ihnen meine Telefon-Nr. niemals mitgeteilt. Wie gesagt habe ich sie der AA nur deshalb gegeben, weil ich dachte, es könnte passieren, dass sie einmal effektiv und schnell sind (man hat Pferde … sehen :wink: und mir einen Job per Telefon mitteilen wollen. Aber nein, Jobs haben sie keine ! Sie geben eine enorme Menge Geld aus, um uns anzurufen, um uns zu zeigen, dass sie uns verdächtigen (!?). Oder um denen, die NOCH Arbeit haben zu zeigen, dass sie „sich kümmern“ oder weil die „Änderung“ von ihrem Logo nicht genug verschlungen hat … ich weiß es nicht :frowning:

Die beste Form, festzustellen, ob man „arbeitswillig“ ist oder ob man nicht schwarz arbeitet wäre doch, einem ganz einfach eine Arbeitsstelle anzubieten.

Grüße :wink:

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo!

Man soll also für jeden den Hampelmann machen? Nur weil man arbeitslos ist? Wenn jemand dringend etwas von einem möchte, kann er auch auf den AB sprechen oder einen Brief bzw. eine Mail schicken!

Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass es sich bei den tagtäglichen Anrufen ständig um Callcenter handelt. Sie wollen einem irgendetwas andrehen und wissen genau, dass sie nicht zurückgerufen würden. Deshalb sprechen sie nicht auf den AB. Nicht nur ich (ich arbeit von zuhause aus) sondern auch viele Verwandte, die schon in Rente sind, beklagen sich über diese ständigen Belästigungen durch Callcenter-Agenten.

Außerdem, selbst wenn ein Arbeitgeber mal anrufen sollte, ist es für den potentiellen Bewerber nicht unbedingt vorteilhaft, aus einem ganz anderen Vorgang (z.B. kochen) heraus mit beruflichen Fragen konfrontiert zu werden. Er ist dann gedanklich bei seiner bisherigen Tätigkeit und macht sich u.U. Gedanken darüber, was schiefgehen (überkochen) könnte und soll dann Fragen zu seinen beruflichen Vorstellungen beantworten - Super!

Besser ist es, er hört sich an, was derjenige will und entscheidet dann, ob er sofort zu einem Gespräch bereit ist, oder lieber zurückrufen möchte. So kann er sich gedanklich vorbereiten, nötige Unterlagen zusammensuchen und dann z.B. 15 Minuten später anrufen. Diese kurze Verzögerung wird ein Arbeitgeber verschmerzen können!

Viele Grüße

Anne

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

ich denke, wenn man in dieser Situation ist, kann man sich
solche Eitelkeiten nicht leisten.

Ich weiß nicht ob es Eitelkeit ist, sich als Arbeitsloser einen AB zu leisten und den auch zu nutzen. Wenn es etwas wirklich wichtiges ist, etwa ein Jobangebot, wird der Anbieter ja wohl aufs Band sprechen - sonst ist es nichts wichtiges. Was, wenn ich kurz auf dem Pott sitze und das Telefon klingelt und mir das Jobangebot meines Lebens durch die Lappen geht, weil der Anrufer nicht aufs Band quatschen will? Aber das ist sowieso hypothetisch. Denn erstens wollen die Anrufer keine Jobs vermitteln, sondern Leute bespitzeln, um neue Parasiten-Broschüren auf den Markt zu werfen und zweitens wäre es das erste mal, dass das Arbeitsamt einen Job anzubieten hätte.

Gruß
André

1 „Gefällt mir“

Hr. Clement bei Fr. Christiansen
Hallo zusammen,

vorab: Ich bin selber nicht von Hartz IV betroffen. Allerdings habe ich auch einige Bekannte und Freunde in dieser Stuation und bin zudem politisch interessiert.

Wenn ich hier einige Kommentare lesen, dann kann ich nur mit dem Kopf schütteln.

  1. Herr Clement hat in der Sendung von Christiansen ungefähr folgende Aussage gemacht: „Wenn die Callcenter bei einem Arbeitslosen 6 - 8 mal anrufen, und dieser nie erreichbar ist, dann kann das nichts sein.“ Diese Aussage war im direkten Zusammenhang mit „Sozialbetrug“ und „Schwarzarbeit“. Daraus ist zu schlußfolgern, dass nicht um Rückruf gebeten wird, sondern lediglich ein Kontrollanruf erfolgt. Ist der ALG II- Empfänger nie erreichbar, wird dies als Indiz gewertet, dass er wohl einer Tätigkeit nachgeht oder sich gar nicht wirklich unter dieser Anschrift (Tel-nummer) aufhält. Somit wird der Betroffene und seine Angaben im Antrag genauer überprüft.

  2. Es gibt in den gesetzlichen Bestimmungen keine einzige Regelung, die einen AL II- Empfänger verpflichtet tel. erreichbar zu sein bzw. sofort ans Telefon zu gehen.

  3. Jeder durchschnittliche Personalchef bzw. -sachbearbeiter ruft bei einem Bewerber nicht x-mal an um ihn persönlich zu sprechen, sondern hinterlässt eine Nachricht auf dem AB mit Bitte um Rückruf.

  4. Es handelt sich hierbei doch eindeutig um eine Kampagne zur Vorbereitung von Kürzungen bei Hartz VI und zur Durchsetzung noch schärferer Kontrollmöglichketen. Warum wohl fing diese ganze Parasitendiskussion just zu dem Zeitpunkt an, als erstmals in den Medien bekannt wurde, dass man sich bei den Ausgaben im Rahmen von Hartz IV mächtig verspekuliert hatte.

  5. Man spricht von ca. 5 Millionen Arbeitslosen. Von politischer Seite wird von einer Betrugsquote zwischen 10 und 30 Prozent gesprochen. (Alleine das finde ich schon eine Unverschämtheit - da mit nichts wissenschaftlich zu belegen). Gleichzeitig wird suggeriert, dass die Kostenexplosion beim ALG II durch die „Betrüger“ verursacht wird. Das Defizit (Mehrausgaben als geplant) liegt jedoch im zweistelligen Milliardenbereich! Ich denke man muss kein Mathegenie sein um zu merken, dass es sich hier um eine Kampagne handelt.

  6. Ergo: Man hat sich mit Hartz IV verkalkuliert. Man könnte natürlich auch sagen, dass man absichtlich mit falschen Zahlen gerechnet hat um die Planung des Staatshaushalt noch einigermaßen im Rahmen zu halten. Um von diesen Fehlern abzulenken, versucht man nun einen sehr großen Teil der Hilfeempfänger als Sündenböcke zu deklarieren.

MfG Steffen B.

PS: Zur ursprünglichen Frage: Du musst Dich wohl auf eine verschärfte Überprüfung Deiner Antragsangaben und Lebensumstände einrichten…

Erreichbarkeit der AA
Hi!

Habe die Erfahrung gemacht, dass man ihnen leider nichts
mitteilen kann bzw. man kann ihnen einen Brief oder Mail
schicken oder anrufen, aber auf die ersten beide reagieren sie
nicht und beim Anrufen landet man in einem Callcenter, das
nicht informiert ist
Habe das vor 2 Wochen mal wieder erlebt, da sie mal wieder
Papiere von mir verloren haben, und es half nur, dahin zu gehen
und sehr lange zu warten. Alles andere: nix. E-Mail steht auf
deren Briefbögen, aber niemand antwortet.

Da bin ich aber froh, dass es offenbar in anderen Agenturen auch nicht besser ist als bei uns… :wink: Eigentlich sogar schlechter nach deinen Schilderungen…

Grüße von der anderen Seite,
Liza

Hallo Andre,

ist halt die Frage, für wen es wichtig ist!

Folgende Situation:
Du möchtest irgendetwas nützliches und teures anschaffen und hast mehrere Händler zur Auswahl. Bei wem kaufst Du?

Gruß

Peter

Hallo,

ich denke, wenn man in dieser Situation ist, kann man sich
solche Eitelkeiten nicht leisten.

Gruß

Peter

Hallo Anne,

Ich kann durchaus verstehen, dass Du über das AA verärgert bist, aber Du hilfst Dir damit ganz bestimmt nicht.

Hallo!

Man soll also für jeden den Hampelmann machen? Nur weil man
arbeitslos ist?

Ganz genau. So ist das Leben nun mal.

Wenn jemand dringend etwas von einem möchte,
kann er auch auf den AB sprechen oder einen Brief bzw. eine
Mail schicken!

Die Frage ist, WER etwas möchte und wer etwas zu verteilen hat.

Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass es sich bei den
tagtäglichen Anrufen ständig um Callcenter handelt. Sie wollen
einem irgendetwas andrehen und wissen genau, dass sie nicht
zurückgerufen würden. Deshalb sprechen sie nicht auf den AB.
Nicht nur ich (ich arbeit von zuhause aus) sondern auch viele
Verwandte, die schon in Rente sind, beklagen sich über diese
ständigen Belästigungen durch Callcenter-Agenten.

Wenn Das AA dich in ein Call-Center vermitteln will, schickt es Dir einen Brief. Mit Rechtsbehelfsbelehrung. (In dem von uns allen so geschätzten Behördenton)

Außerdem, selbst wenn ein Arbeitgeber mal anrufen sollte, ist
es für den potentiellen Bewerber nicht unbedingt vorteilhaft,
aus einem ganz anderen Vorgang (z.B. kochen) heraus mit
beruflichen Fragen konfrontiert zu werden. Er ist dann
gedanklich bei seiner bisherigen Tätigkeit und macht sich u.U.
Gedanken darüber, was schiefgehen (überkochen) könnte und soll
dann Fragen zu seinen beruflichen Vorstellungen beantworten -
Super!

Ist mir schon passiert. Die Gefahr habe ich mit jeden Bewerbungsschreiben - und es waren wirklich viele - gehabt und manch einer hat damals angerufen. Und es waren einige Einladungen zu Vorstellungsgesprächen dabei. Ich glaube nicht, dass auch nur ein einziger davon auf einen AA gesprochen hätte.

Besser ist es, er hört sich an, was derjenige will und
entscheidet dann, ob er sofort zu einem Gespräch bereit ist,
oder lieber zurückrufen möchte. So kann er sich gedanklich
vorbereiten, nötige Unterlagen zusammensuchen und dann z.B. 15
Minuten später anrufen. Diese kurze Verzögerung wird ein
Arbeitgeber verschmerzen können!

Können tut er schon, aber Wollen tut er nicht.

Gruß

Peter

Viele Grüße

Anne

Offensichtlich gibt es keinen Leistungsmissbrauch
Hallo,

jeder weiß, dass es einen nicht unerheblichen Anteil von ALG Empfängern gibt, die betrügen. Das ist eine unumstößliche Tatsache.

Ich finde es schon erschreckend, wie dieses Thema von Gewerkschaften und anderen Organisationen tabuisiert wird.

Wer Anspuch hat, soll Leistungen bekommen. Wer betrügt, bescheißt die Solidargemeinschaft, hat ergo keinen Anspruch und gehört bestraft.

Jeder, der zu recht Leistungen bezieht, sollte doch hochgradig daran interessiert sein, Leistungsmissbrauch zu bekämpfen, allein schon um sein eigenes Image zu sichern. Stattdessen wird vollmundig behauptet, dass es keinen Leistungsmissbrauch gebe oder dieser minimal sei.

Das verstehe ich einfach nicht.

Gruß

S.J.

  1. Man spricht von ca. 5 Millionen Arbeitslosen. Von
    politischer Seite wird von einer Betrugsquote zwischen 10 und
    30 Prozent gesprochen. (Alleine das finde ich schon eine
    Unverschämtheit - da mit nichts wissenschaftlich zu belegen).
    Gleichzeitig wird suggeriert, dass die Kostenexplosion beim
    ALG II durch die „Betrüger“ verursacht wird.

Hallo,

merkwürdige Einstellung:

Der Arbeitslose sitzt zu Hause, geht nicht ans Telefon. Das AA hat sowieso keine Jobs. Also sitzt er zuhause, tut nichts und lässt das Telefon klingeln…solange der Rubel rollt.

Kopfschüttel …

S.J.

Ich weiß nicht ob es Eitelkeit ist, sich als Arbeitsloser
einen AB zu leisten und den auch zu nutzen. Wenn es etwas
wirklich wichtiges ist, etwa ein Jobangebot, wird der Anbieter
ja wohl aufs Band sprechen - sonst ist es nichts wichtiges.
Was, wenn ich kurz auf dem Pott sitze und das Telefon klingelt
und mir das Jobangebot meines Lebens durch die Lappen geht,
weil der Anrufer nicht aufs Band quatschen will? Aber das ist
sowieso hypothetisch. Denn erstens wollen die Anrufer keine
Jobs vermitteln, sondern Leute bespitzeln, um neue
Parasiten-Broschüren auf den Markt zu werfen und zweitens wäre
es das erste mal, dass das Arbeitsamt einen Job anzubieten
hätte.

Gruß
André

Hallo Steve,

jeder weiß, dass es einen nicht unerheblichen Anteil von ALG
Empfängern gibt, die betrügen. Das ist eine unumstößliche
Tatsache.

Woher nimmst Du diese Behauptung? Welche Belege hast Du dafür? Etwa die Reportagen, die auf den Kampagnenzug aufgesprungen sind? Warum wohl werden keine klaren Zahlen genannt, nach dem Motto: Bei der Überprüfung von 1000 Bezugspersonen in Berlin, wurden 200 Fälle entdeckt, bei denen durch Betrug ein Schaden von 10000 Euro entstanden ist.

Ich finde es schon erschreckend, wie dieses Thema von
Gewerkschaften und anderen Organisationen tabuisiert wird.

Ich bin nun wahrlich kein großer Fan der Gewerkschaften. Doch wird das Thema Sozialbetrug da keineswegs tabuisiert. Es wird sich nur strikt dagegen verwahrt die Bezieher von Sozialleistungen unter Generalverdacht zu stellen.

Wer Anspuch hat, soll Leistungen bekommen. Wer betrügt,
bescheißt die Solidargemeinschaft, hat ergo keinen Anspruch
und gehört bestraft.

Da stimme ich Dir genau so zu, wie sicherlich der größte Teil der Menschen, die die derzeitige Kampagne kritisieren.

Jeder, der zu recht Leistungen bezieht, sollte doch hochgradig
daran interessiert sein, Leistungsmissbrauch zu bekämpfen,
allein schon um sein eigenes Image zu sichern.

Ich gehe einmal davon aus, dass die meisten ehrlichen Leistungsbezieher auch daran interessiert sind.

Stattdessen
wird vollmundig behauptet, dass es keinen Leistungsmissbrauch
gebe

Ich kenne niemanden, der das behauptet hat.

oder dieser minimal sei.

Davon (oder zumindest von wesentlich weniger % Betrugsfällen) gehe ich aus, bis man mit Fakten (!!!) das Gegenteil behauptet. Alleine die Tatsache, dass die Ausgaben höher sind als geplant bzw. dass viele Medien sich jetzt auf die Betrüger fokusieren kann wohl kaum ein Beleg für massenhaften Betrug sein.

Das verstehe ich einfach nicht.

Eventuell verstehst Du es jetzt etwas besser und lässt Dich von Stimmungsmache nicht mehr so leicht beeinflussen. Wenn morgen die Regierung sagt, dass alle schwarzhaarigen Männer schwul sind und die Medien in dieses Lied einstimmen, dann nimmst Du das doch ohne Beweise auch nicht gleich für bare Münze.

MfG Steffen B.

PS: Eventuell solltest Du einmal mit Empfängern von ALG II reden. Dann würdest Du deren Wut über diesen Generalverdacht wohl besser verstehen. Wer inzwischen solche Leistungen bezieht, muss förmlich die Hosen herunter lassen und sein ganzes Leben offen legen. Dazu bekommt er in vielen Kommunen Quadratmeterpreise für den Wohnraum vorgegeben, die bar jeder Realität sind. Über 140 erfolglose Bewerbungen sind für viele keine Seltenheit. Dafür werden Sie dann noch in vielen Ämtern von überforderten Sachbearbeitern verwaltet (und nicht betreut) bzw. werden von oben herab behandelt. Ich war vor einigen Jahren einmal ein Sozialhilfefall in München. Da wurde ich als von den Sachbearbeitern als letzter Abschaum behandelt und verwaltet. Daher kann ich die Gefühle und Schilderungen vieler heutiger Hartz IV- Empfänger gut nachempfinden. Du bist ein Mensch 2.Klasse und stehst noch zusätzlich unter Generalverdacht zu betrügen! Das nimmt man natürlich gerne hin…

2 „Gefällt mir“

Hallo,

merkwürdige Einstellung:

Der Arbeitslose sitzt zu Hause, geht nicht ans Telefon. Das AA
hat sowieso keine Jobs. Also sitzt er zuhause, tut nichts und
lässt das Telefon klingeln…solange der Rubel rollt.

Und wie der Rubel rollt bei Alg2! Heissa, die Arbeitslosen sitzen ja gar nicht zuhause. Im Gegenteil fahren sie durch die Weltgeschichte und hauen ihre großzügige Stütze auf den Kopf. Heute Paris, morgen Tokio, übermorgen Rio. Da muss man ja den AB laufen lassen.

Und wer sagt eigentlich, dass man nichts tut, nur weil man den AB laufen lässt? Es zeugt doch im Gegenteil von Naivität und Antriebslosigkeit, wenn man darauf wartet, dass das Amt anruft und einem einen Job vermittelt. Wer das Arbeitsamt heiraten will, der kann das vielleicht tun.

Das Problem ist doch, dass beim Hartz-Konzept eklatante Fehler gemacht wurden, die man nun den Arbeitslosen in die Schuhe schiebt. Beispiel Ich-AG, Beispiel Jugendarbeitslosigkeit. Dass die Möglichkeit zum Leistungsbezug ausgenutzt wird, ist doch nur verständlich.
Tausende Jugendliche sind zuhause ausgezogen oder haben einen Untermietvertrag mit den Eltern aufgesetzt, um Alg2 und Mietzuschuss zu beziehen. Das ist völlig legal. Nur wer ist an dieser Fehlkonstruktion schuld? Nicht etwa die Hartz-Herren, sondern die Arbeitslosen.
Hartz IV war vor allem als soziale Sparmaßnahme konstruiert. Jobs schafft diese Reform nicht. Du solltest mal den Blick eines Sachbearbeiters erleben, wenn du ihm mitteilst, dass du aufgrund eigener Initative einen Job gefunden hast. Der fällt vor Dankbarkeit fast auf die Knie, weil er selbst ein schlechtes Gewissen hat und dir innerhalb eines halben Jahres keinen einzigen Job anbieten konnte.
Aber: Was soll das Amt auch vermitteln, wenn es nichts zu vermitteln gibt?

André

Hallo Peter,

Ich kann durchaus verstehen, dass Du über das AA verärgert
bist, aber Du hilfst Dir damit ganz bestimmt nicht.

Wie kommst Du darauf, dass ich verärgert wäre, oder Hilfe bräuchte?

Die Frage ist, WER etwas möchte und wer etwas zu verteilen
hat.

Jobs hat die AA aber in der Regel nicht zu verteilen.

Wenn Das AA dich in ein Call-Center vermitteln will, schickt
es Dir einen Brief. Mit Rechtsbehelfsbelehrung. (In dem von
uns allen so geschätzten Behördenton)

Da hast Du mich wohl missverstanden. Ich meinte die Call-Center, die anrufen, um Dir irgendeinen Kram zu verkaufen: Versicherungen, SKL-Lose, „Sie haben gewonnen!“-Meldungen mit 0190er Nummern etc… Keine Jobangebote von Call-Centern oder Call-Center-Anrufe von der AA.

Ist mir schon passiert. Die Gefahr habe ich mit jeden
Bewerbungsschreiben - und es waren wirklich viele - gehabt und
manch einer hat damals angerufen. Und es waren einige
Einladungen zu Vorstellungsgesprächen dabei. Ich glaube nicht,
dass auch nur ein einziger davon auf einen AA gesprochen
hätte.

Und - hast Du eine der Stellen bekommen? Nach meiner Erfahrung schicken Firmen mit guten Jobs Briefe, Saftläden rufen aber auch an. Aber das ist ja nur mein persönlicher Eindruck. Vielleicht gibt es da Ausnahmen??

Können tut er schon, aber Wollen tut er nicht.

Das kann ich allerdings gut verstehen - ich spreche auch nicht auf ABs und telefoniere auch nicht gern, aber wenn ich etwas von jemandem will, schreibe ich lieber eine Mail.

Trotzdem bin ich der Meinung, dass auch Arbeitslose ihre Würde behalten dürfen. Es ist nicht ihre Schuld, dass die Wirtschaftslage schlecht und Arbeitsplätze knapp sind. Ich finde es unfair, wenn Arbeitsplatzbesitzer mit Sprüchen wie „Wer arbeiten will, findet auch Arbeit!“ oder „Du musst jede Arbeit annehmen!“ die Arbeitslosen fertig machen. Ihnen selbst kann es innerhalb von ein paar Wochen genauso gehen. Und ich möchte den ehemaligen Gruppenleiter, Sachbearbeiter oder technischen Angestellten sehen, der erfreut nach kurzer Arbeitslosigkeit einen Hilfjob animmt.

Viele Grüße

Anne