Arbeitslos - Zumutbarkeit

Hallo,

ich bin seit dem 01.01.06 arbeitslos gemeldet habe jetzt das Angebot eines Unternehmens, welches mir von der Arbeitsagentur vermittelt wurde, abgelehnt. Grund ist das angebotene Gehalt, welches erheblich unter meinem letzten Gehalt liegt. Letztes Gehalt: 34.000,- € jährlich, Angebot: ca. 25.600,- € jährlich (incl. diverser Provisionen/Zulagen, die geschätzt wurden). Muß ich ein solches Angebot annehmen und welche Zumutbarkeitsregeln gibt es? Gibt es bestimmte Fristen, ab denen man jedes Angebot annehmen muß? Vielen Dank für Eure Hilfe. Gruß Stefan

Du solltest Dich verpflichtet fühlen, dieses Angebot anzunehmen. Alleine, dass sich die Frage der Zumutbarkeit hier stellt zeigt deutlich das Problem im System. Ist es zumutbar, dass ich/wir Deinen Lebensunterhalt finanzieren, weil Du Dich mit 25.600 Euro nicht ausreichend finanziell ausgestattet fühlst und statt dessen lieber gemütlich zu Hause bleibst, während Deine Finanzierer morgens Ihren Arbeitsplatz aufsuchen?

Zu rechtlich festegesetzten Zumutbarkeitsregeln kann ich leider keine Auskunft geben.

moe.

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hallo.

ich bin seit dem 01.01.06 arbeitslos gemeldet habe jetzt das
Angebot eines Unternehmens, welches mir von der Arbeitsagentur
vermittelt wurde, abgelehnt. Grund ist das angebotene Gehalt,
welches erheblich unter meinem letzten Gehalt liegt. Letztes
Gehalt: 34.000,- € jährlich, Angebot: ca. 25.600,- € jährlich
(incl. diverser Provisionen/Zulagen, die geschätzt wurden).

also wenn „o gott, da muß ich ja meinen gewohnten lebensstandard etwas runterschrauben und vielleich ein kleineres auto fahren!“ wirklich der grund für deine ablehnung ist, dann [zensiert]!

Muß ich ein solches Angebot annehmen und welche
Zumutbarkeitsregeln gibt es?

wie und wo’s offiziell geregelt ist, weiß ich nicht, aber hier steht was:
http://www.betacare-infoservice.de/betanet/download/…

gruß

michael

Hallo?!
Wieso nimmst du den Job nicht an und bewirbst dich dann aus der Stelle heraus auf andere, besserbezahlte oder Stellen, die dir mehr zusagen?

Was meinst du was wohl auf potentielle Zukünftige Arbeitgeber einen besseren Eindruck macht:

  • wenn du nach monatelanger Arbeitslosigkeit bei einem Vorstellungsgespräch sitzt, wo du den Job unbedingt haben möchtest und gefragt wirst: ist Ihnen denn in den ganzen Monaten nichts vom AA angeboten worden und du zugeben musst: doch, aber da war mir das Gehalt ja deutlich niedriger als vorher und da wollte ich lieber noch ein bisschen zuhause rumsitzen, das ALG lag ja auch nur knapp unter dam was mir da angeboten wurde!?
  • oder wenn du dann in der selben Firma sitzt und zugeben musst, ja, ich bin erst seit kurzem in der Firma, aber ich hab den Job angenommen, weil ich NICHT zuhause rumsitzen wollte OBWOHL ich dort weniger bekam als in meinem alten Job!?

Ist doch klar welchen von den Beiden o.g. der Personalchef aussucht!!

Ich kanns garnicht fassen! Bist du dermassen einmalig qualifiziert, daß du dir das leisten kannst und lieber noch ein paar Monate dem Staat auf der Tasche liegst? Oder durch welche besonderen Eigenschaften hebst du dich aus der Masse der Arbeitslosen mit genau deiner Qualifikation ab? Mit der Einstellung kannst du erwarten, daß dich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keiner einstellt.

Bitte, jetzt könnt ihr auf mich einhauen aber meine Meinung musste ich dazu auf jeden Fall loslassen, denn in meiner Familie hab ich das GENAU SO- Wörtlich fast erlebt… der Mensch ist jetzt seit fast 10 Jahren ohne Job! Obwohl ihm im ersten Jahr 4 oder 5 Stellen angeboten wurden.
Kopfschüttelnde Grüsse,
Anja

Hallo,

da ist man schon sprachlos!

  1. Gehälter pflegen zu steigen. Einstiegsgehälter sind immer an der Schmerzgrenze. Du hättest nach 2 Jahren wieder dort sein können, wo du vorher warst und weiter. Viel Spaß mit ALG2. (Das kann ich dir jetzt schon versprechen: das wird noch weniger.)

  2. Aus einer bestehenden Stelle bewirbt es sich VIEL besser als mit ‚gehöre zur großen Schar der Arbeitslosen‘.

Gruß

Peter

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Hallo,

Danke schon mal für Eure Antworten. Ich kann verstehen, wenn man für meine o.g. Angaben wenig Verständnis zeigt. Trotzdem möchte ich das ganze etwas präzisieren: Natürlich spielte bei der Ablehnung hauptsäschlich das Gehalt die Rolle. Dazu kommt allerdings auch, daß die angebotene Tätigkeit von den Qualifikationen erheblich unter dem liegt, was ich jahrelang gemacht habe. Natürlich kann ich mich aus der neuen Stelle heraus weiter bewerben. Der Arbeitegeber wird aber mit Sicherheit Lunte riechen, wenn ich immer wieder Urlaub haben möchte, um Vorstellungstermine wahrnehmen zu können. Dann ist es mit der neuen Stelle ganz schnell wieder vorbei und die Suche beginnt von vorn. Vielleicht ist es dann doch besser, noch ein oder zwei Monate zu warten und die Stelle zu bekommen, die sehr gut zu einem passt und die man dann auch langfristig bekleiden wird.

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Hallo Stefan,
hier die gesamten Vorraussetzungen, wann eine Arbeit unzumutbar ist:
Einem Arbeitslosen, der Arbeitslosengeld bezieht, sind alle seiner Arbeitsfähigkeit entsprechenden Beschäftigungen zumutbar, soweit allgemeine oder personenbezogene Gründe der Zumutbarkeit nicht entgegenstehen:
– Einem Arbeitslosen ist generell jede Beschäftigung unzumutbar, bei der gegen gesetzliche oder tarifliche Bestimmungen oder gegen Bestimmungen aus Betriebsvereinbarungen verstoßen wird. Unzumutbar ist auch die Beschäftigung unter Verstoß gegen Regeln des Arbeitsschutzes.
– Unzumutbarkeit aus personenbezogenen Gründen liegt vor, wenn das in einer anderen Beschäftigung zu erzielende Arbeitsentgelt erheblich niedriger ist, als das Arbeitsentgelt im Bemessungszeitraum vor der Arbeitslosigkeit. Zumutbar ist eine Minderung des Arbeitsentgeltes:
bis zu 20 % in den ersten 3 Monaten,
bis zu 30 % vom 4. bis 6. Monat der Arbeitslosigkeit.
Ab dem 7. Monat ist die neue Beschäftigung nur dann unzumutbar, wenn das zu erzielenden Nettoeinkommen unter Berücksichtigung der Aufwendungen niedriger als das Arbeitslosengeld ist.
– Unzumutbar ist eine anderweitige Beschäftigung auch dann, wenn die täglichen Pendelzeiten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte unverhältnismäßig lang sind. Bei einer Arbeitszeit bis zu 6 Stunden sind mehr als 2 Stunden Pendelzeit unzumutbar, über 6 Stunden tägliche Arbeitszeit ist eine Pendelzeit von mehr als 2,5 Stunden unzumutbar. Sind jedoch in einer Region unter vergleichbaren Arbeitnehmern längere Pendelzeiten üblich, so bilden diese längeren Pendelzeiten den anzulegenden Maßstab.
– Bei längeren Pendelzeiten ist ein Umzug des Arbeitslosen zumutbar, wenn nicht zu erwarten ist, daß der Arbeitslose innerhalb von 3 Monaten eine Beschäftigung mit zumutbaren Pendelzeiten findet. Ab dem 4. Monat der Arbeitslosigkeit ist ein Umzug zur Aufnahme einer Beschäftigung regelmäßig zumutbar. Etwas anderes gilt nur dann, wenn ein wichtiger Grund, insbesondere aus familiären Bindungen, besteht.
– Unzumutbarkeit einer Beschäftigung liegt nicht schon deshalb vor, weil die neue Tätigkeit befristet ist oder vorübergehend eine getrennte Haushaltsführung erfordert.
– Unerheblich für die Zumutbarkeitsprüfung ist der Umstand, daß der Arbeitnehmer für die neue Tätigkeit nicht ausgebildet ist oder eine solche Tätigkeit bisher nicht ausgeübt hat.
Grüße
Almut
Ps. Für einen ein-euro-jobber ist Deine Frage der blanke hohn…

Hallo

Vielleicht ist es dann doch besser,
noch ein oder zwei Monate zu warten und die Stelle zu
bekommen, die sehr gut zu einem passt und die man dann auch
langfristig bekleiden wird.

Nimm lieber die nächste Stelle, die du kriegen kannst. Du wartest doch schon seit 3 Monaten, oder? Wenn du erst langzeitarbeitslos bist, und das passiert ganz schnell, kriegst du doch gar nichts mehr.

Viele Grüße
Thea

hallo.

daß die angebotene Tätigkeit von den
Qualifikationen erheblich unter dem liegt, was ich jahrelang
gemacht habe.

dann ist das erheblich niedrigere gehalt ja sogar gerechtfertigt. du kannst das mit der qualifikation auch positiv sehen: wenn du mehr kannst, als eigentlich verlangt wird, kannst du dich umso schneller „nach oben“ arbeiten.

Natürlich kann ich mich aus der neuen Stelle
heraus weiter bewerben. Der Arbeitegeber wird aber mit
Sicherheit Lunte riechen, wenn ich immer wieder Urlaub haben
möchte, um Vorstellungstermine wahrnehmen zu können. Dann ist
es mit der neuen Stelle ganz schnell wieder vorbei und die
Suche beginnt von vorn.

das argument gilt nicht.

Vielleicht ist es dann doch besser,
noch ein oder zwei Monate zu warten und die Stelle zu
bekommen, die sehr gut zu einem passt und die man dann auch
langfristig bekleiden wird.

au ja. vorher solltest du aber unbedingt die rosarote brille abnehmen!
langfristige jobs, die außerdem noch sehr gut zu einem passen, sind momentan eher dünn gesät.

gruß

michael

Hallo Wishbone,

welche
Zumutbarkeitsregeln gibt es?

Bei alg diese http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__121.html

Gibt es bestimmte Fristen, ab
denen man jedes Angebot annehmen muß?

Das ergibt sich aus dem obigen link.

MfG

Sperrzeit
Hi Stefan.

Zu Deutsch: Du wirst - weil die Stelle nach den gesetzlichen Regelungen zumutbar war - eine dreiwöchige Sperrzeit wg. (erstmaliger) Arbeitsablehnung bekommen.

Beim nächsten Mal sind’s schon sechs Wochen. Und dann zwölf…

Gruß
Liza

Hallo Almut

Almut
Ps. Für einen ein-euro-jobber ist Deine Frage der blanke
hohn…

wie recht du hast, der gute Stefan scheint in ganz anderen Sphären zu schweben, hoffe mal, dass AA ihn von seinem hohen Ross mal bischen runter holt

LG
Mikesch

Hi

Sorry, aber nur weil es so was PERVERSES wie 1-Euro-Jobs gibt muß man ja nun nicht von jedem erwarten, dass er nur noch buckelt!

Wenn wir uns alle nach unten orientieren - wohin wird es wohl gehen?

Ok, klar, geht es sowieso, aber laßt doch wenigstens die Leute in Ruhe mit diesen bescheidenen „sei froh wenn Du wenigstens für irgendwas für irgendwelche Bezahlung arbeiten darfst“.

Und mich als Steuer und Rentenzahler (die später sicher nix mehr von der vielen Kohle haben wird) kotzt es viel mehr an, wenn mittels „Aufstockung“ ausbeuterische Firmen finanziert werden, als wenn eine arme Seele mit 50 für Arbeitsmarktuntauglich erklärt wird und Harz4-und-voll-kontrolliert-und-dafür-ein Gnadenbrot bekommt.

Was ich u.a sagen will: Jeder von uns noch geregelt Arbeitenden würde es locker verkraften einen Teil seines Verdienstes abzugeben, wenn dadurch vielleicht global eine Verbesserung der Lebensbedingungen zustande käme. ABer warum soll man was aufgeben, nur damit ein paar Überreiche noch mehr haben?

Open your eyes!

Die Welt ist reich genug! Das Manko liegt in der Verteilung der Reichtümer. Menschenskinder, das ist doch nix Neues!

Genervt von dieser Rumhackerei auf allen die nur ein bischen was fordern von dem was möglich wäre

Mopedhexle

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Hallo,

da scheine ich ja eine schöne Diskussion losgetreten zu haben, wobei ich eigentlich nur eine Information über die gesetzlichen Regelungen haben wollte. Diese Infos habe ich von Xolophos, Almut und Liza bekommen. Euch vielen Dank dafür. Und an die „Moralapostel“: Ihr habt mich dazu gebracht meine Einstellung nochmal gründlich zu überdenken (und das meine ich nicht ironisch, sondern durchaus ernst) und mich bei zukünftigen Jobangeboten gründlich zu hinterfragen, ob es nicht doch angemessen ist, Angebote wie das ursprünglich erwähnte anzunehmen. Vielleicht bin ich wirklich ein bißchen blauäugig, was die momentane Arbeitsmarktlage angeht. Aber wie mopedhexle auch bereits schrieb: „Sorry, aber nur weil es so was PERVERSES wie 1-Euro-Jobs gibt muß man ja nun nicht von jedem erwarten, dass er nur noch buckelt!“ Und wenn ich meine, einen Job ablehnen zu müssen und gesetzlich dafür eine Sperre des Arbeitslosengeldes in Kraft tritt, so tue ich das, ohne zu lamentieren und auf diese Gesetze zu schimpfen.

In diesem Sinne. Das soll’s aber jetzt auch gewesen sein. Danke nochmals für die Infos.

Gruß

Stefan

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Hi

Sorry, aber nur weil es so was PERVERSES wie 1-Euro-Jobs gibt
muß man ja nun nicht von jedem erwarten, dass er nur noch
buckelt!

Nur soviel, wie er auch als Gegenleistung bekommt und da würden auch für den Beginner dieses Postings einige Stunden zusammenkommen.

Wenn wir uns alle nach unten orientieren - wohin wird es wohl
gehen?

Was verstehst Du in diesem Zusammenhang unter „nach unten orientieren“?

Ok, klar, geht es sowieso, aber laßt doch wenigstens die Leute
in Ruhe mit diesen bescheidenen „sei froh wenn Du wenigstens
für irgendwas für irgendwelche Bezahlung arbeiten darfst“.

Und warum sollten wir das? Ich bin der Meinung, dass es enorm wichtig ist, die Einstellung „Leistung für Gegenleistung“ wieder ins öffentliche Bewusstsein zu bringen.

Und mich als Steuer und Rentenzahler (die später sicher nix
mehr von der vielen Kohle haben wird) kotzt es viel mehr an,
wenn mittels „Aufstockung“ ausbeuterische Firmen finanziert
werden, als wenn eine arme Seele mit 50 für
Arbeitsmarktuntauglich erklärt wird und
Harz4-und-voll-kontrolliert-und-dafür-ein Gnadenbrot bekommt.

Wie werden denn diese „ausbeuterischen Firmen“ nach Deinen Informationen finanziert?

Was ich u.a sagen will: Jeder von uns noch geregelt
Arbeitenden würde es locker verkraften einen Teil seines
Verdienstes abzugeben, wenn dadurch vielleicht global eine
Verbesserung der Lebensbedingungen zustande käme. ABer warum
soll man was aufgeben, nur damit ein paar Überreiche noch mehr
haben?

Was sind „Überreiche“?

Open your eyes!

?

Die Welt ist reich genug! Das Manko liegt in der Verteilung
der Reichtümer. Menschenskinder, das ist doch nix Neues!

Und je länger der Bart wird, umso erstaunlicher, dass es immer noch Leute gibt, die daran glauben.

Genervt von dieser Rumhackerei auf allen die nur ein bischen
was fordern von dem was möglich wäre

Vielleicht hilft es, sich zu vergegenwärtigen, dass das „Fordern, von dem was möglich wäre“ immer eine Forderung eines Untätigen an einen Arbeitenden ist.

moe.