Zeit absitzen im Arbeitsamt üblich?

[OK, also nochmal neutral formuliert]

Jemand arbeitet 10 Jahre durchgehend und muss seinen aktuellen Job kündigen, weil in ihrem aktuellen Job eine Teilzeitbeschäftigung nicht (mehr) möglich ist und sie aber ein Kind betreuuen muss.

Die Agentur für Arbeit gesteht dies auch als triftigen Kündigungsgrund zu und wird ohne Sperrfrist ALG I zahlen.

Nun muss diese Person aber vom ersten Tag der Arbeitslosigkeit an, 3 Tage halbtags in der Agentur für Arbeit verbringen ohne weiteres konkretes Programm oder Termine. Sie und eine ganze Gruppe weiterer Arbeitsloser solle sich dort aufhalten und dann würde sich schon was ergeben.

Kurse wie „Deutsch für Ausländer“ und „kaufmännische Grundlagen“ finden zwar statt, sind aber für die Betroffene völlig irrelevant (keine Ausländerin, Handwerkerin). Auch auf Nachfrage konnte kein weiteres Programm genannt werden, außer dass sie gefälligst zu erscheinen habe.

Frage: Ist das (inzwischen) üblich? Vom ersten Tag an?

Mir geht’s jetzt gar nicht um Rechtsmittel o.ä. sondern einfach nur den Erfahrungsaustausch, weil ich von so etwas vorher noch nie gehört hatte.

Kommt mir nicht bekannt vor.
Hallo!

Frage: Ist das (inzwischen) üblich? Vom ersten Tag an?

Also, üblich ist das (zumindest in Hessen) definitiv nicht (was nicht heißt, dass es offenbar in einigen AAs vorkommt). Ich persönlich kenne sowas nur gerüchteweise, habe aber keinerlei Kenntnis davon, dass sowas in unserer oder einer der umliegenden AAs (regelmäßig) praktiziert würde.

LG
Jadzia

P. S.:

Mir geht’s jetzt gar nicht um Rechtsmittel o. ä., sondern einfach nur den Erfahrungsaustausch, weil ich von so etwas vorher noch nie gehört hatte.

Wenn diese Info so explizit in Deinem Vorgängerartikel gestanden hätte, hätte ich ihn wohl nicht gelöscht bzw. löschen müssen, weil dann die Antworter darüber Bescheid gewusst hätten, dass es Dir nicht um rechtliche Infos geht und diese dann auch nicht gegeben worden wären (bzw. diese dann von mir gelöscht worden wären und nicht Dein Ursprungsartikel). Das sind halt die Tücken und Spitzfindigkeiten der auf dem Rechtsberatungsgesetz beruhenden FAQ:1129

Ich kenne das Verfahren auch nur von der ARGE hier vor Ort. Aber das soll ja auch für die AAs durch das Vermittlungsbudget ermöglicht werden, um die Eingliederungschancen zu erhöhen…

Es ist üblich, dass Deutschkurse angeboten werden, um die Eingliederungschancen zu verbessern. Inwiefern das nötig ist, kann nur im Einzelfall entschieden werden. Solche Maßnahmen sollen jedoch dazu dienen, Langzeitarbeitslosigkeit erst gar nicht eintreten zu lassen.

Schlechte Deutschkenntnisse und Abitur schließen sich oft nicht gegenseitig aus. Es gibt viele Menschen, die in ihrem Heimatland studiert haben und trotzdem kaum Deutsch sprechen. Eine verbindliche Aussage ist daher leider unmöglich.

Hallo

Kann so pauschal nicht beantwortet werden. Es ist in Einzelfällen und gelegentlich auch in überraschend vielen Einzelfällen gleichzeitig ( :smile: ) Sitte, Arbeitslose in irgendwelche (un)sinnigen Zwänge zu buchen, um die generelle Verfügbarkeit zu testen. Sehr beliebt bei Alosen, die aus dem Leistungsbezug fallen und als Nichtleistungsempfänger weiterlaufen. Der ein oder andere bemerkt dabei, daß er gar nicht mehr alos sein möchte, wenn er 8 Wochen lang in Vollzeit belustigt werden soll…

Erwähnte ich schon mal das Phänomen eines Arbeitsamtes, wo hunderte von Arbeitslosen eine Einladung zum Gesprächstermin an einem Brückentag bekamen? Nicht nur, daß, wenn wirklich alle gekommen wären, niemand dieser Flut an Gesprächen hätte Herr werden können, nein, die Einladungen kamen bei den Alosen auch zufällig ganz kurzfristig erst am Mittwoch an. Verrückte Zufälle gibt’s. Soll übrigens eine finanziell sehr attraktive Nummer für die AfA gewesen sein.

Gruß,
LeoLo

Schlechte Deutschkenntnisse und Abitur schließen sich oft
nicht gegenseitig aus. Es gibt viele Menschen, die in ihrem
Heimatland studiert haben und trotzdem kaum Deutsch sprechen.

Denkbar, aber an jemanden der in seiner Heimat D studiert hat und trotzdem schlecht deutsch spricht, richten sich die Kurse vermutlich nicht.

Denkbar, aber an jemanden der in seiner Heimat D studiert hat
und trotzdem schlecht deutsch spricht, richten sich die Kurse
vermutlich nicht.

Wenn er trotz Studium immer noch schlecht Deutsch spricht, ist der Kurs doch eine sinnvolle Maßnahme. Ohne gute Deutschkenntnisse ist eine Eingliederung in den Arbeitsmarkt sehr schwierig.