Zählerkasten ohne Trennung Schutz-/Neutralleiter

Von: , Frage gestellt am Mo, 14. Jun 2010
Hallo zusammen,

ein Bekannter sagte mal, er habe den Eindruck, daß bei mir wohl Nullung herrscht.
Da der Drehstrom-Zählerkasten vor nicht langer Zeit installiert wurde, habe ich aus Neugier einmal hineingeschaut. Mit fiel auf, daß unter den Zählern 5 Kupferschienen vorgesehen sind, aber nur 4 vorhanden waren und Schutz- und Neutralleiter beide an dieselbe Schiene geschraubt wurden.
Wie interpretieren die Experten das? Gibt es Risiken? Funktioniert der FI trotzdem?

Besten Dank und Grüße,
Mika

12 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 2 Stunden 0 hilfreich
    Re: Zählerkasten ohne Trennung Schutz-/Neutralleit
    Hallo zusammen,
    Hallo,
    ein Bekannter sagte mal, er habe den Eindruck, daß bei mir
    wohl Nullung herrscht.
    Da der Drehstrom-Zählerkasten vor nicht langer Zeit
    installiert wurde, habe ich aus Neugier einmal hineingeschaut.
    Mit fiel auf, daß unter den Zählern 5 Kupferschienen
    vorgesehen sind, aber nur 4 vorhanden waren und Schutz- und
    Neutralleiter beide an dieselbe Schiene geschraubt wurden.
    Wie interpretieren die Experten das? Gibt es Risiken?
    Funktioniert der FI trotzdem?

    So wie es ausschaut liegt bei Dir ein TNC Netz vor. Da kommst du mit einem PEN Leiter ins Haus. Man muesste nun die Verdrahtung des Zaehlerschrankes oder der UV sehen und messen um da weiteres sagen zu können. In dem Zählerschrank wird höchstwahrscheinlich aus dem TNC Netz ein TN-C-S Netz gebaut (Spätestens dann in der UV) und da können dann Problemlos RCD's installiert werden. Besten Dank und Grüße,
    Mika
    MfG Alex
  2. Antwort von nach 3 Stunden 0 hilfreich
    Re: Zählerkasten ohne Trennung Schutz-/Neutralleit
    Moin,
    ein Bekannter sagte mal, er habe den Eindruck, daß bei mir
    wohl Nullung herrscht.
    ... Mit fiel auf, daß unter den Zählern 5 Kupferschienen
    vorgesehen sind, aber nur 4 vorhanden waren und Schutz- und
    Neutralleiter beide an dieselbe Schiene geschraubt wurden.
    Vom VNB(EVU) wird meistens mit TN-C eingespeist.
    Am Hausanschlußkasten(HAK verblombt) sollte dann die Trennung
    von PEN auf PE + N erfolgen.
    Siehe -> http://www.baunetzwissen.de/standardartikel/Elektro_...
    http://www.elektropraktiker.de/fileadmin/ep_upload/p... Wie interpretieren die Experten das? Gibt es Risiken?
    Wenn keine Trennung vorgenommen wurde,
    ist das Pfusch !

    Seit 1997 gilt die VDE 0100 Teil 610,
    die eine "regelmäßige Überprüfung der Anlage
    und Prüfung gegen die aktuellen Bestimmungen" vorsieht.
    Bei Versäumnis der Umrüstung kann daher gegebenenfalls
    eine Schadenersatzpflicht abgeleitet werden
    bzw. bestehender Versicherungsschutz kann erlöschen. Funktioniert der FI trotzdem?
    Nein, nicht bei einer Nullung. Besten Dank und Grüße,
    Mika
    mfg
    W.
    • Antwort von nach 11 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Zählerkasten ohne Trennung Schutz-/Neutralle
      moin Wolfgang, Vom VNB(EVU) wird meistens mit TN-C eingespeist.
      Am Hausanschlußkasten(HAK verblombt) sollte dann die Trennung
      von PEN auf PE + N erfolgen.
      in einem Neubau würde man ein 5-adriges Kabel zum Z-Schrank legen, im "Altbau" ist das aber in seltensten Fällen so. Eine Forderung nach VDE ist es aber nicht, sondern eine Empfehlung nach EMV. Das betrifft nicht Privatwohnungen, sondern Gewerbe. Siehe ->
      http://www.baunetzwissen.de/standardartikel/Elektro_...
      http://www.elektropraktiker.de/fileadmin/ep_upload/p...
      an welcher Stelle? Wie interpretieren die Experten das? Gibt es Risiken?
      Wenn keine Trennung vorgenommen wurde,
      ist das Pfusch !
      Themaverfehlung. In der Frage steht bereits, daß die Trennung dort vorgenommen wurde. Er hat ja nicht gesagt, daß das Hauptkabel erneuert wurde, sondern nur der Z-Schrank. Seit 1997 gilt die VDE 0100 Teil 610,
      die eine "regelmäßige Überprüfung der Anlage
      und Prüfung gegen die aktuellen Bestimmungen" vorsieht.
      Bei Versäumnis der Umrüstung kann daher gegebenenfalls
      eine Schadenersatzpflicht abgeleitet werden
      bzw. bestehender Versicherungsschutz kann erlöschen.
      so eine Aussage ist schlicht fehl am PLatz, da es mit der Frage nichts zu tun hat. Die Formulierung ist auch in sich noch falsch. Das Wort "Umrüstung" kommt hier in einen völlig falschen Zusammenhang. Funktioniert der FI trotzdem?
      Nein, nicht bei einer Nullung.
      s.o. das Thema heisst Zählerschrank und Hauptkabel

      Gruss
    • Antwort von nach 14 Stunden 1 hilfreich
      Re^2: Zählerkasten ohne Trennung Schutz-/Neutralle
      Vom VNB(EVU) wird meistens mit TN-C eingespeist.
      Am Hausanschlußkasten(HAK verblombt) sollte dann die Trennung
      von PEN auf PE + N erfolgen.
      Das ist eine Aussage, die ich für Neuinstallationen akzeptiere. Wenn keine Trennung vorgenommen wurde,
      ist das Pfusch !
      Bitte präziser:
      Wenn nirgendwo eine Trennung durchgeführt wurde.
      Hier, im Bereich des Zählers, wird man in den seltensten Fällen separate Neutral- und Schutzleiter finden.
      Falls die Steigleitungen/Wohnungszuleitungen noch 4adrig sind, wäre eine Aufteilung in N und PE sogar als "Pfusch" zu bezeichnen. Seit 1997 gilt die VDE 0100 Teil 610,
      die eine "regelmäßige Überprüfung der Anlage
      und Prüfung gegen die aktuellen Bestimmungen" vorsieht.
      Bei Versäumnis der Umrüstung kann daher gegebenenfalls
      eine Schadenersatzpflicht abgeleitet werden
      bzw. bestehender Versicherungsschutz kann erlöschen.
      Mag ich so nicht stehen lassen. Jede Anlage darf weiter betrieben werden, wenn:
      - sie den zum Zeitpunkt der Errichtung geltenden Regeln entspricht
      - keine Erweiterungen oder Änderungen vorgenommen wurden. Funktioniert der FI trotzdem?
      Nein, nicht bei einer Nullung.
      Präziser, präziser!

      Sollte die "Nullung" bis hin zu den Endstromkreisen durchgeführt sein, also von der Unterverteilung zu den Steckdosen, Leuchten, usw. nur zweiadrige Leitungen liegen, dann kann (und darf!) ein FI nicht gesetzt werden.
      In allen älteren Häusern wird man noch bis zu den Unterverteilungen 4adrige Zuleitungen (Wechselstrom: 2adrig) finden, erst dort wird der PEN in PE und N getrennt, dort sitzen die FI-Schalter, hinter denen wird dann 3adrig (Drehstrom: 5adrig) zu den Verbrauchern gelegt.
    • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
      Re^2: OT
      Moin,

      @xstrom: Am Hausanschlußkasten(HAK verblombt) sollte dann die Trennung
      von PEN auf PE + N erfolgen.
      Das ist eine Aussage, die ich für Neuinstallationen akzeptiere.
      - Sollte genau so,
      schon seit 1973 in den alten und seit 1990 auch in den neuen Bundesländer,
      bei einem elektr.Hausanschluß erfolgen. Seit 1997 gilt die VDE 0100 Teil 610, ....
      - keine Erweiterungen oder Änderungen vorgenommen wurden. ... der Drehstrom-Zählerkasten vor nicht langer Zeit installiert
      Also ist Prüfung notwendig.

      Ok, werde es nächstes mal wieder präziser ausführen. :-(
      - - - - - - - -
      @Team an welcher Stelle?
      Beispielansicht zu HAK und ZK mit PAS(ZEP), ist hier gemeint.
      Dachte das wäre klar.
      Genauso die Erläuterungen zur DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410):2007-06 :-) ...In der Frage steht bereits, daß die Trennung dort vorgenommen wurde. Mit fiel auf,
      daß unter den Zählern 5 Kupferschienen vorgesehen sind,
      aber nur 4 vorhanden waren
      und Schutz- und Neutralleiter beide an dieselbe Schiene geschraubt wurden.
      Na wo steht das denn ??
      Nur weil es 5-adrig ist, heißt das nicht, das auch eine Trennung erfolgte !
      Schlimmer noch, wenn da nach der Trennung dann PE+N wieder zusammen geführt wurden,
      ist es PFUSCH !
      Ab dem Einspeisepunkt müssen PE + N isoliert verlegt werden und dürfen nicht wieder miteinander verbunden werden. Er hat ja nicht gesagt, daß das Hauptkabel erneuert wurde,
      sondern nur der Z-Schrank.
      Kann schon sein, möglich das er es auch nicht besser weiß.
      Definition:
      Hauptleitungen und Betriebsmittel hinter der Übergabestelle
      (Hausanschlusskasten) des Elektrizitätsversorgungsunternehmers
      (EVU) bzw. Verteilungsnetzbetreibers (VNB),
      die nicht gemessene elektrische Energie führen
      mit anderen Worten:
      von der Abgangsklemme der Hausanschlusssicherung bis zum Zähler.
      so eine Aussage ist schlicht fehl am PLatz,
      da es mit der Frage nichts zu tun hat.
      Die Formulierung ist auch in sich noch falsch.
      Das Wort "Umrüstung" kommt hier in einen völlig falschen Zusammenhang. Bei Versäumnis der Umrüstung .....
      Ok, ab hier paßt es nicht. :-(


      mfg
      W.
  3. Antwort von nach 10 Stunden 0 hilfreich
    Re: Zählerkasten ohne Trennung Schutz-/Neutralleit
    hi, ein Bekannter sagte mal, er habe den Eindruck, daß bei mir
    wohl Nullung herrscht.
    ...wie, Nullung? Bis zum Zählerschrank ist praktisch IMMER Nullung!
    NACH dem Z-Schrank oder sogar erst ab dem Sicherungskasten sollte dann aber auf jeden Fall KEINE Nullung mehr sein, also mit getrenntem Neutral- und Schutzleiter verkabelt sein. Da der Drehstrom-Zählerkasten vor nicht langer Zeit
    installiert wurde, habe ich aus Neugier einmal hineingeschaut.
    Mit fiel auf, daß unter den Zählern 5 Kupferschienen
    vorgesehen sind, aber nur 4 vorhanden waren und Schutz- und
    Neutralleiter beide an dieselbe Schiene geschraubt wurden.
    ganz genau, so wird das gemacht. bzw bis vor kurzem noch. Erst in jüngster Vergangenheit wird dazu übergegangen, die Trennung von 4-adrig auf 5-adrig schon im Hausanschluss vorzunehmen!

    In 99,9 % aller privaten Anschlüsse ist es aber exact so wie bei Dir! Wie interpretieren die Experten das? Gibt es Risiken?
    s.u. Funktioniert der FI trotzdem?
    Selbstverständlich JA, mit den Fi-Schaltern hat es nach dieser Beschreibung REIN GAR NICHTS ZU TUN, da du Hauptversorgungskabel ansprichst.

    Der von deinem Bekannten angesprochene Fall trifft zu, wenn die enzelnen Stromkreiskabel (Licht/Steckdosen) im SICHERUNGSKASTEN immernoch (2-adrig ) keinen separaten Neutralleiter haben, also klassisch genullt sind. Das trifft die Baujahre VOR ca 1965-1970.

    Erst DANN hat es etwas mit Fi-Schaltern zu tun!

    Die möglichst frühzeitige Trennung von Neutral- und Schutzleiter bereits ab dem HAK hat LEDIGLICH mit dem Aufkommen von Datenverarbeitenden Geräten der letzten Zeit zu tun. Und gewissen Leckströmen, was aber den Rahmen deiner Anfrage sprengt. (Stichwort: verPENte Installation, wenn du dich in das Thema weiter vertiefen möchtest)

    also keine Sorge, der von dir beschriebene Fall ist Standard

    Gruss
    • Antwort von nach einem Tag 1 hilfreich
      Re^2: Zählerkasten ohne Trennung Schutz-/Neutralle
      Vielen Dank für die zahlreichen und ausführlichen Erläuterungen!

      Ich muß noch hinzufügen, daß es sich bei meinem nachträglichen Zähler um eine Art Zwischenzähler handelt, der im Obergeschoß steht.
      Im Keller sind nach dem Zähler PE und N getrennt, von dort wurde eine 5x6mm-Mantelleitung hochgelegt und dann wie beschrieben verdrahtet. Wenn ich richtig verstanden habe, spielt das keine große Rolle, da es auf die Trennung nach dem jeweiligen Zähler im Sicherungskasten ankommt.

      Gruß Mika
      • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
        Re^3: Zählerkasten ohne Trennung Schutz-/Neutralle
        Moin, ... Zwischenzähler handelt, der im Obergeschoßsteht.
        Im Keller sind nach dem Zähler PE und N getrennt, ....
        ...da es auf die Trennung nach dem jeweiligen Zähler im Sicherungskasten ankommt.
        Doch.
        PE + N müssen nach dem Auftrennen vom PEN,
        isoliert verlegt werden
        und dürfen nicht wieder miteinander verbunden werden. Gruß Mika
        mfg
        W.
        • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
          Re^4: Zählerkasten ohne Trennung Schutz-/Neutralle
          Hallo Wolfgang

          -PE + N müssen nach dem Auftrennen vom PEN,
          -isoliert verlegt werden und dürfen nicht wieder miteinander verbunden - werden.

          Aha, genau das ist hier geschehen.
          Wie gut, daß man auf Nummer sicher geht und nur Innungs-Meister mit solchen Arbeiten beauftragt! ;-)
          Er war ein Sparfuchs, das war mir schon aufgefallen. Die Halter für die Schutzrohre bekamen Gipsplattenschrauben in die Dübel. Und die Kupferschiene fehlte sicherlich schon vorher in dem gebrauchten Zählerkasten.

          Grüße
          Mika


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