Antwort von
nach 4 Tagen
hilfreich
Re^4: richtig/ falsch?!
Hi leute...
Vlado schrieb:
Sprache wandelt sich, und wenn nur genug
Leute behaupten, dass zwei mal zwei
gleich fuenf ist, dann glaubt es
irgendwann auch jeder...
Spass beiseite:
(wo war der spass? solange nur nicht behauptet wird, dass gleichzeitig auch zwei und drei fünf ergibt...
=> was legt begriffe fest? außer lautmalerei (u.ä.) fällt mir nix ein.)
Natuerlich kann der
Gebrauch von Ausdruecken in einer
Sprache, der urspruenglich "falsch" war,
sich einbuergern, und irgendwann wird er
von den meisten Menschen nicht mehr als
falsch wahrgenommen.
"falsch"= nicht den alten regeln gemäß. da aber sprache ein spiel ist, dass seine regeln selber ins spiel bringt, bedeutet "falsch" eignetlich nur: eine neue regel (wie z.b., dass "weil" auch als HS-Konjunktion verwendet werden kann; siehe andere diskus.) oder eben eine neue ausnahme für die alten regeln. aber ausnahmen gabs schon immer.
Trotz alledem gilt natuerlich: man kann
niemandem vorschreiben, wie er zu
sprechen / schreiben hat. Doch solange
ich von anderen verstanden werden
moechte, habe ich keine 100%-ige Freiheit
bei der Gestaltung meiner privaten
Sprache.
wer will schon 100% ? ;)
gut, das privatsprachenproblem wird im pandimensionalen raum von philosophen erörtert*. aber ich schätze, dass ein des englischen unmächtiger Deutschsprachiger, der zum ersten mal "es macht keinen sinn" hört, es vielleicht ungewöhnlich, nicht aber unverständlich finden wird. das kreativitäts-/phantasiepotential ist erstaunlich hoch. wenn du genau hinhörst, wirstdu im alltäglichen sprechakt mehr "fehler" als wörter (?) hören (gemeint ist >ziemlich viel!<). und der sprache und damit den menschen regeln aufzwingen/ festschreiben zu wollen, halte ich für zu steif und unlebendig. versuch, einem trend einen gegentrend entgegenzusetzen (wie man das ja schon in diesem rahmen tun kann), und solang deine version der aussage noch inhaltlich richtig verstanden wird - null problemo. aber vorschriften können mir zu leicht in orwells "newspeak" umschlagen, und das passt mir nicht :)
und falsch/ richtig [natürlich gebrauche ich sie auch selbst] können sehr leicht wertend, urteilend verstanden werden - ohne so gemeint zu sein.
isnbissnlanggewornn, sorry
Gruesse,
Vlado
gruesse, jonas
PS: da fällt mir nochn buch ein: "phantasie und kalkül. über die polarität von kreativität (??) und struktur in der sprache" von Hans-Julius(?) Schneider. eher lang und mühsam, der anschnitt über wittgenstein ist zentral und passt hier.
*spontaner assoziationsschub: was heißt "verorten"?