Federlesen

Von: , Frage gestellt am Do, 3. Aug 2000

Warum sagt man eigentlich, "von etwas nicht viel Federlesen machen"?

schon mal danke,

Heike

3 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 55 Minuten hilfreich
    Re: Federlesen

    Hallo Heike!

    Das ist von Goethe :

    "Ich bin ein Mensch gewesen, und das heißt : ein Kämpfer sein ". aus Goethes Gedichtsammlung "Der westöstliche Diwan" (1818).
    Davor : "Nicht so vieles Federlesen! Laßt mich immer nur herein!"

    Federlesen = umständlicher Empfang des Gastes (dem man z.B. den Rock (von Federn) säuberte).
    Daher die Redensart - nicht so viel Federlesens machen = ohne Umschweife aufs Ziel losgehen..

    Gruß Werner [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  2. Antwort von nach einer Stunde hilfreich
    Re: Federlesen

    Hallo Heike
    "...nicht viel Federlesens machen" (rettet den Genitiv!)
    Um normale Gänse-/Hühner-/Enten-federn für Betten und Kissen aufzubereiten mußten sie "geschlissen" werden, d.h. die Fahnen der Federn wurden vom Kiel abgerissen. Man nannte das auch Federn "lesen".
    Wenn jemand nun nicht viel (des) Federlesens machte, gerieten die Kiele der Federn in die Kissen und pieksten dann natürlich. Schlampige Arbeit, geht aber schneller! Wer also nicht viel Federlesens von einer Sache macht, nimmt es nicht so genau.
    Übrigens mit ähnlicher Bedeutung "... wenig Aufhebens machen" steht im Zusammenhang mit dem Ährenlesen (Aufheben der beim Garbenbinden vergessenen Ähren). wer hier wenig aufhebt, läßt viel liegen, macht seine Sache also nicht sehr sorgfältig und genau.
    Erklärt es das?
    Gruß Eckard.


    • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
      Re^2: Federlesen

      Hallo Eckard:
      Danke fuer Deine wirklich gute Erklaerung, ich wusste das naemlich auch nicht und empfinde es als Bereicherung.
      Angelika
      Colima, Mexico

      Hallo Heike "...nicht viel Federlesens machen" (rettet den Genitiv!)
      Um normale Gänse-/Hühner-/Enten-federn für Betten und Kissen
      aufzubereiten mußten sie "geschlissen" werden, d.h. die Fahnen
      der Federn wurden vom Kiel abgerissen. Man nannte das auch
      Federn "lesen".
      Wenn jemand nun nicht viel (des) Federlesens machte, gerieten
      die Kiele der Federn in die Kissen und pieksten dann
      natürlich. Schlampige Arbeit, geht aber schneller! Wer also
      nicht viel Federlesens von einer Sache macht, nimmt es nicht
      so genau.
      Übrigens mit ähnlicher Bedeutung "... wenig Aufhebens machen"
      steht im Zusammenhang mit dem Ährenlesen (Aufheben der beim
      Garbenbinden vergessenen Ähren). wer hier wenig aufhebt, läßt
      viel liegen, macht seine Sache also nicht sehr sorgfältig und
      genau.
      Erklärt es das?
      Gruß Eckard.

Keine passende Antwort gefunden? Jetzt eigene Frage stellen!