Hi!
Nicht daß wir uns falsch verstehen, ich bin eigentlich ein Befürworter solcher Bewertungslisten, aber je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr Nachteile bzw. Argumente gegen eine Durchführbarkeit in der Praxis finde ich, was mich zunehmend skeptisch macht.
Ist halt ein zweischneidiges Schwert diese Sache 
Ich habe meinem Posting mehr an der Idee ausgerichtet daß
Patienten aus ihrer individuellen, subjektiven Sicht
beschreiben welche Erfahrungen sie mit einem Arzt gemacht
haben, wie zufrieden sie waren.
Ich denke daß Patienten sehr gut wahrnehmen ob der Arzt ihnen
Diagnose und Therapie ausreichend erklärt, ob er sich Zeit
nimmt, auf den Patienten eingeht, seine Behandlung routiniert
absolviert oder ob er einen unfreundlichen und inkompetenten
Eindruck macht.
Ok, der Ansatz klingt ja nicht schlecht. Aber ich finde schon wieder ein „Aber“ 
Nehmen wir doch mal die hohen Tiere (Professoren) einer großen Uni-Klinik. Da eben diese für die Studi-Ausbildung verantwortlich sind, lernt der Medizinstudi diese Sorte der Halbgötter recht gut kennen. Sprich, derer kenn ich ziemlich viele 
Ulkigerweise sind die hohen Herren fast alle gleich: arrogant, abgehoben, schroff und unfreundlich zu Patienten. Und die Pat. kriegen sie manchmal nur selten zu sehen, woraus folgt: sie würden sagen „er nimmt sich keine Zeit für die Pat.“ - Tatsächlich aber wird im Hintergrund sehr wohl häufig über den Pat., seine Diagnose und THerapie gesprochen, die Prof. kennen ALLE Pat, die bei ihnen liegen (da sie ja auch letztendlich neben dem behandelnden Stationsarzt für ihn verantwortlich sind), nur kriegt davon der Pat. nichts mit.
Noch zum Thema Diagnosen und Therapien erklären: die Herren Profs reden scheinbar grundsätzlich nie MIT dem Pat, sondern meist ÜBER ihn - in seiner Anwesenheit. Erklärungen? Sogar verständliche? Öööhhhm… 
So, wie würden Pat. diese Sorte bewerten?
Tatsächlich sind diese besagten Herren Professoren zwar üble Gesellen, aber die meisten von ihnen fachlich absolut top. Nur kann genau das der Pat. manchmal nicht einschätzen…
(Die Profs waren jetzt nur ein Beispiel, weil es hier am deutlichsten wird. Dies kann man aber durchaus auf alle Docs ausdehnen)
Dann rennen die Pat. zu den netten, redseligen und sich zeitnehmenden Docs, weil die tolle Bewertungen haben - aber ob die wirklich fachlich sooo gut sind?
Beispielsweise hab ich auch grad eine Erfahrung in der Richtung gemacht. Hab mich vor kurzem einer LASIK unterzogen, war dazu bei einem „Spezialisten“. Fachlich war der super, machte pro Tag mehrere dieser Eingriffe, war also sehr erfahren - ich war also fachlich in den besten Händen.
Bloß, gerade WEIL er so viel operierte, blieb keine Zeit für Geplänkel, schön alles erklären, ausführlich Fragen beantworten (hat er zwar, aber eben nur kurz und knapp) usw. Hätte ich ihn beurteilen müssen, hätte er keine sooo tolle Note bekommen, wenn man mal vom fachlichen (und vom tollen Ergebnis *hüpf*) absieht.
Zweischneidiges Schwert also…
Andererseits bin ich grad am überlegen…
Wie wäre es mit einer Kombination beider Faktoren, der fachlichen Beurteilung („Statistik“) und subjektiven Eindrücken?
Da mir das grad so in den Sinn kam, fällt mir noch kein gravierender Nachteil ein, außer vielleicht, daß ich beiden Faktoren eine unterschiedliche Gewichtung zukommen ließe, da ich der subjektiven Beurteilung auch nicht so ganz traue 
Hmm, sagen wir in die Endnote fließt das fachliche zu 60% ein und der Rest 40%, oder so?
Aber auch hier könnten die schon angesprochenen Probleme (nur Pat. mit geringem Risiko behandeln usw., „beschönigen“ der Statistiken) trotzdem einfließen.
Hmmm, schwierig…
*grübelgrübel*
Gruß,
Sharon