Ärzte-Bewertung von Patienten - im Web

Hallo,
suche Seite/n Web , auf der Ärzte von Patienten bewertet wurden oder zumindest eine Art Forum, wo man sich über Ärzte austauschen kann. Möchte nicht irgendwen aus dem Telefonbuch nehmen oder eine große Fragerunde bei Arbeitskolleginnen durchführen.
Kennt ihr solche Seiten?

Vielen Dank!

lg
Tara

Hi Tara

suche Seite/n Web , auf der Ärzte von Patienten bewertet
wurden oder zumindest eine Art Forum, wo man sich über Ärzte
austauschen kann.

Ich kenn nur die Seite mit den Patienten-Bewertungen. Da werden Patienten mit Namen, Geburtsdatum und Adresse aufgeführt und dann von Ärzten bewertet, so nach dem Motto: sehr querulatorisch, IQ etwa 95, Allgemeinzustand reduziert usw.
Hättest Du Interesse an der Seite?
fragt
Branden

super antwort. lol
hi branden,

allerdings mußt du zugeben, daß von dilettantischen ärzten (ja, auch sowas gibt es) weit größere gefahren ausgehen als von querulantischen patienten. in sofern wäre taras anliegen doch nicht ganz so gegenstandlos.

gruß
ann

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Hi,

allerdings mußt du zugeben, daß von dilettantischen ärzten
(ja, auch sowas gibt es) weit größere gefahren ausgehen als
von querulantischen patienten. in sofern wäre taras anliegen
doch nicht ganz so gegenstandlos.

Natürlich ist das anliegen nachvollziehbar, brandens allerdings gleichfalls, wobei er die sache treffend auf den punkt bringt.
Sowas will aber keiner wirklich, da von patienten erstellte evaluationen immer subjektiv sind und sollten auf keinen fall, im rahmen eines forums etc., den anschein einer gewissen objektivität bekommen. Da sollte man sich doch lieber an die regelmäßig erscheinenden focus-listen halten oder (noch besser), so wie es üblich ist, sich einfach an die mund-zu-mund-propaganda halten…

soweit erstmal

LG Alex:smile:

Hi Ann

allerdings mußt du zugeben, daß von dilettantischen ärzten
(ja, auch sowas gibt es) weit größere gefahren ausgehen als
von querulantischen patienten. in sofern wäre taras anliegen
doch nicht ganz so gegenstandlos.

Im ersten Moment wollte ich Dir zustimmen, liebe Ann, aber dann war ich mir da garnicht so sicher :wink:.
Nun gut, ich hatte und habe recht viel mit psychisch alterierten Patienten zu tun (auch hier in Berlin-Wilmersdorf ist ganz schön was los, neulich hat der Nachbar ein4es Freundes eine rau auf offner Straße mit der Kettensäge zerlegt), da stellt sich dann wirklich die Frage, von wem die größeren Gefahren ausgehen :wink:.
Ich weiß aber, wie Du es meinst. Bin natürlich befangen, von Berufs wegen. :wink:
Gruß,
Branden

Hallo,
ihr Fachfrauen und -mann/ männer,
gibt es solche Seiten nu oder nicht?!
Danke
Tara

Hallo Tara!

Soweit ich weiss, gibt es solche Seiten nicht, weil es rechtlich ziemlich problematisch ist.
Zum einen unterliegen Ärzte ja einem Werbeverbot. Wenn für einen guten Arzt viel Zuspruch auf so einer Seite erscheint, ist das ja auch Werbung.
Zum anderen könnte schnell eine gewisse Rufschädigung eintreten.

Die genauen Hintergründe, wieso sich keiner solche Bewertungen auf die Seite holt, kann ich Dir nicht nennen, sie haben aber mit oben genanntem zu tun, sind also rechtlicher Natur.

Die ganz andere Sache ist, aus eigener Erfahrung, jeder sieht den Arzt mit anderen Augen. Der eine mag vielleicht gerne einen Arzt, der viel redet und ausschweifend erklärt.
Der andere mag lieber einen, der kurz und knapp umreisst, worum es geht, und fertig.
Welcher ist nun der Arzt mit der besseren Behandlung?

Das Ganze ist einfach zu subjektiv, um dadurch einen geeigneten Arzt zu finden.
Allein schon, weil man denjenigen, der darüber urteilt, nicht kennt. Wenn Du vom Bekanntenkreis Rat bekommst, hast Du zumindest eine Ahnung über den Background desjenigen, und kannst seine Meinung vielleicht besser einordnen.

Ausserdem scheint es immer wieder so zu sein, dass medizinische Laien Diagnosen und Behandlungen in Frage stellen, ohne auch nur die geringste Ahnung darüber zu haben, was ihnen fehlt und was es für Möglichkeiten gibt. Wenn so jemand dann schlecht über den Arzt redet, muss der Arzt deswegen ein schlechter Therapeut sein?
Andersrum, wenn ein „normaler“ Arzt einen Volltreffer landet und jemanden besonders gut behandelt, ist der dann automatisch für jede Krankheit seines Fachgebietes genauso gut, und kann der dann genau Deine Problematik genauso ausnehmend gut behandeln?

Ich denke, gerade bei der Arztwahl sollte man sich nicht auf so allgemein-öffentliche Meinungen verlassen. Zu gerne hetzen und zetern da Leute, die eigentlich nicht wirklich wissen, wovon sie reden.
Eher würde ich Dir empfehlen, durch Haus- oder Facharzt zu einem Kollegen überweisen zu lassen, wenn Du ansonsten keine Möglichkeit siehst, Dich über die vorhandenen Ärzte zu informieren. Natürlich kannst Du auch da bei einem Arzt landen, der nicht dem entspricht, was Du Dir vorstellst. Aber Garantie gibt es nirgends.

Ich kann Dir also keine Links nennen, aber Dir vielleicht dadurch offenlegen, wieso es solche Seiten nicht gibt bzw. wieso die Ärzteschaft sehr massiv dagegen vorgeht, wenn irgendwo Kritiken mit Namensnennung auftauchen.

Liebe Grüsse und viel Erfolg bei der Arztsuche!
Bine

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Hi Branden,

Nun gut, ich hatte und habe recht viel mit psychisch
alterierten Patienten zu tun (auch hier in Berlin-Wilmersdorf
ist ganz schön was los, neulich hat der Nachbar ein4es
Freundes eine rau auf offner Straße mit der Kettensäge
zerlegt), da stellt sich dann wirklich die Frage, von wem die
größeren Gefahren ausgehen :wink:.

Neulich sollen in unsrer Stadt mehrere(!) Ärzte einen Patienten mittels Skalpellen zerlegt haben - Also die Tat bleibt die gleiche, lediglich die Tatwaffe ist unterschiedlich!

SCNR
und freundliche Grüße
HylTox

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Hallo Tara,

im Hinblick auf Gynäkologen bzw. -innen gibt es sowas durchaus bei einzelnen Frauengesundheitszentren.

Viele Grüße

Iris

Hallo,

sicher wird es solche Seiten geben, genau wie neulich hier ja auch ein Link auf eine entsprechende Richter- und Rechtsanwaltsdatenbank verkündet wurde. Allerdings dürfte die Qualität und der Hintergrund solcher Seiten ebenfalls identisch sein. D.h. da geht es dann nur um Anklage angeblicher Versager, ohne jegliches eigenes Fachwissen, was eine solche Beurteilung (zumal anhand von Einzelfällen) erlauben würde.

Um sich damit mal eine Weile zu vergnügen, sicherlich ganz amüsant, aber mehr ganz sicher nicht.

Gruß vom Wiz

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

macht das denn Sinn? *grübel*
Hallo Tara,

hmm - selbst wenn es so eine Seite gäbe, wer sagt Dir denn, dass der „Patient Müller“ der so vom „Doktor Brinkmann“ schwärmt nicht ein Zweinick desselben ist. Und dafür die „Patientin Baumann“ die mit dem Doktor Brinkmann angeblich gar nicht zufrieden ist in Wirklichkeit seine Konkurrentin :smile: Wie gesagt, hier kannst Du dann wohl allerlei nachlesen aber neben von den anderen ja schon beschriebenen subjektiven Eindrücken sind da Fakes Tür und Tor geöffnet.

Möchte nicht irgendwen aus dem Telefonbuch
nehmen oder eine große Fragerunde bei Arbeitskolleginnen
durchführen.

Aber wieso denn nicht? *grübel* Ich mach bei sowas immer nen Trick: ich such mir einen Menschen, der mir recht „ähnlich“ ist. Also einer, der (auch) bei langatmigen Erklärungen mit den Augen rollt und der (auch) entsetzlich wehleidig ist - oder was eben auch. Und vor allem jemanden, der schon lange in der jeweiligen Stadt wohnt und eventuell andere Ärzte ausprobiert hat :wink: Und wenn man dann die Leute noch fragt warum sie diesen Arzt gut finden haste ne echte Beurteilung. Und schlimmstenfalls „passt“ Dir der Doc nicht, dann musste eben Dich nochmal umhören und wechseln.

*wink*

Petzi

hi Loussy,

Deine Antwort gefällt mir gut! Es ist sicher vernünftig, eine(n)
gute(n) HausarztIn zu haben, der/die dann eine Überweisung zu einem/r guten FacharztIn gibt, vielleicht sogar anrufen lässt für einen Termin. Dafür hält man sich eine(n) HA, nicht nur für nächtliche Hausbesuche und Pipifax. Wenn jeder Patient wg. Kleinkrams zu Fachärzten geht, sind diese überlastet und können sich nicht um wirklich wichtige Dinge kümmern, und die Hausärzte sterben langsam aus, weil sie Pleite machen. Wär schad drum…
Gruß synapse

Hallo,

ich fände die Idee einer solchen Seite gar nicht schlecht und verstehe auch nicht warum es so viele Bedenkenträger gibt.

Jedem nur halbwegs intelligenten Menschen ist doch klar daß derartige Bewertungen keine fachlich fundierte Beurteilung der Leistungen eines Mediziners sind, sondern nur etwas über die individuelle Zufriedenheit einzelner Patienten aussagen.
Daß da immer ein paar Deppen dazwischen sind, die Unsinn hinterlassen oder Kunstfehler nicht erkennen und den zugehörigen Arzt trotzdem loben - das weiß doch jeder Internet-Nutzer aus jedem anderen Forum auch.

Wenn da aber ein paar glaubwürdige Beschreibungen auftauchen würden könnte ein Patient allerdings eine gewisse Vorauswahl treffen ob ihm die Behandlungsmethoden, der Umgang des Arztes mit dem Patienten etc. gefallen könnten, ob er nach Meinung vieler Patienten eine vertrauensvolle Athmosphäre geschaffen hat, seine Diagnosen und Maßnahmen verständlich erklärt hat, Zeit für Patienten hat und zuhört usw.

Man kann sich ja im Netz auch über Gebrauchtwagen informieren und da weiß auch jeder ernstzunehmende Interessent daß einem anonyme Poster aus dem Netz nicht wirklich sagen können ob ein bestimmter Wagen wirklich etwas taugt oder nicht. Trotzdem tragen derartige Diskussionen zur Meinungsbildung bei.

Die rechtlichen Bedenken halte ich wieder mal für ein typisch deutsches Problem. Da wird wieder mal mit enormem Bürokratismus reglementiert und Vorschriften erlassen wer wie wann warum welches Forum betreiben darf ohne sich angreifbar zu machen. Manchmal kommt mir das vor wie eine unsichtbare Einschränkung der Meinungsfreiheit…
Deutscher Bürokratismus-Unsinn, manchmal noch angereichert mit EU-Vorgaben… so wie in jeder privaten Ebay-Auktion der Schmarrn mit dem Ausschluß der Gewährleistung steht, obwohl jedem normal denkenden Menschen klar sein muß daß kein privater Verkäufer jemals Garantieleistungen erbringen würde. Trotzdem muß sich jeder die Mühe machen den Quatsch hinzuschreiben.

Man glaubt ja als normal denkender Mensch auch sonst nicht alles was im Netz steht. Aber manchmal findet man sehr gute und interessante Infos. Warum soll das nicht auch mit Erfahrungsberichten von Ärzten funktionieren?

Gruß,

MecFleih

Nachteile
Hi!

Ulkigerweise hab ich bis vor kurzem auch die Meinung vertreten, daß doch nichts dagegen späche, eine Art Bestenliste von Ärzten zu veröffentlichen - würde doch den Interessen der Patienten entgegenkommen.

Dann jedoch stolperte ich über einige Meldungen aus den USA, wo solche Listen existieren. Dabei stellte man ein Problem fest:

Um keine Nachteile aus einer schlechten Plazierung zu erlangen, wurde von so einigen alles dafür getan, „gut dazustehen“. Leider bedeutete das auch, daß die Ärzte eben überwiegend leichtere, komplikationslose Patienten behandelten und die mit höherem Risiko ungern - da die ja eher zu schlechteren Bewertungen führten.

Die Folge war:
Diejenigen Patienten, die besonders auf Spezialisten angewiesen waren wegen schwererer Erkrankung und somit auf solche Listen, waren die großen Dummen…

Also erreicht man mit solchen Listen eher das Gegenteil.

Leider finde ich grad die besagten Artikel nicht, nur etwas ähnliches, dies tut es aber wohl auch:
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=18815

Also, ich bin nun auch skeptisch. Einerseits klingt sowas ja toll, aber in der Praxis…? *hmpf*

Gruß,
Sharon

Rufmord
Hi!

Außerdem würden dann einige Ärzte bestimmt ihre Kollegen schlechte Kritiken geben - Geld regiert die Welt. Und das würde ja auch schon an Rufmord grenzen. Oder irgendwelche nörgeligen Patienten machen wegen einer Kleinigkeit gleich den ganzen Arzt schlecht, dabei waren sie es, die nach 1 Tag wieder das Bein belastet haben und der Arzt sagte: 1 Woche nicht laufen.

Das ist wie mit diesen Kritiken über Hotels. Viele schreiben „super“, andere schreiben „Katastrophe“. Und hab mal im TV gesehen, dass RTL oder so da mal hingeflogen ist und dann war’s gar nicht so schlecht wie im Internet behauptet. Dann würde nachher ja mehr geklagt als operiert werden :wink:
Also theoretisch find ich das ein super Vorschlag! Aber in der Realität nicht durchsetzbar…

Steffie

P.S.: Die Amis ticken meist ja auch nicht richtig.

Hallo Iris,
vielen Dank für deinen Tipp - hab ihn an eben an die Suchende weitergegeben!
LG
Tara

im Hinblick auf Gynäkologen bzw. -innen gibt es sowas durchaus
bei einzelnen Frauengesundheitszentren.

Viele Grüße

Iris

Hi,

gegen solche statistisch geführten Listen habe ich auch etwas, denn natürlich sind solche Zustände wie in den USA nicht wünschenswert und es leuchtet auch ein daß Ärzte, die risikobehaftete, komplexe Behandlungen durchführen dort regelmäßig schlechter abschneiden als Ärzte, die fast nie vital bedrohte Patienten versorgen.
Am Ende rennen dann alle Leute wegen ihrer Hypertonie zu den Augenärzten weil die statistisch weniger Patienten „verlieren“ als Kardiologen oder Internisten :smile:

Deswegen habe ich weniger an eine Statistik gedacht, die von offizieller Seite geführt wird und anhand von Zahlen irgendwelche Ergebnisse ausspukt.
Ich habe meinem Posting mehr an der Idee ausgerichtet daß Patienten aus ihrer individuellen, subjektiven Sicht beschreiben welche Erfahrungen sie mit einem Arzt gemacht haben, wie zufrieden sie waren.

Ich denke daß Patienten sehr gut wahrnehmen ob der Arzt ihnen Diagnose und Therapie ausreichend erklärt, ob er sich Zeit nimmt, auf den Patienten eingeht, seine Behandlung routiniert absolviert oder ob er einen unfreundlichen und inkompetenten Eindruck macht.

Klar, die Gefahr ist immer daß ein Arzt zu Unrecht eine schlechte Kritik bekommt, von einem Patienten, der die Ratschläge seines Arztes nicht beachtet hat und ein selber verursachtes schlechtes Heilungsergebnis ungerechtfertigt dem Arzt anlastet. Aber ich denke daß man bei einer ausreichenden Anzahl an Berichten durchaus herausfiltern kann was einen bei einem bestimmten Arzt vermutlich erwartet.

Das Problem daß jemand zu Unrecht schlecht bewertet wird, besteht natürlich in jeder Wissens-Tauschbörse im Netz - jeder normal denkende Mensch weiß das allerdings und glaubt nicht alles, was fremde Leute im Internet erzählen. Zur Orientierung hilft das aber sicher sehr…

Sowas klappt anderswo absolut problemlos, egal ob es um Hotelkritiken, Gebrauchtwagen etc. etc. geht. Und da weiß auch jeder daß solche Kritiken immer nur Ausdruck einer persönlichen Bewertung sind und nie objektiv richtig sein werden.
Wenn sich aber positive oder negative Erfahrungsberichte häufen zeigt das IMHO durchaus einen Trend wie gut ein Arzt auf Bedürfnisse seiner Kunden eingeht.

In der Zahnmedizin haben wir ja schon den Fall daß man sich bei verschiedenen Ärzten Kostenvoranschläge holen muß bevor man sich behandeln läßt. Wenn es schon diese Form der Marktwirtschaft gibt sollte es auch erlaubt sein sich darüber auszutauschen wo man ausgezeichneten Service zu einem guten Preis bekommt.

Industrie und Gewerbe müssen sich ja auch imer wieder der „Stiftung Warentest“ beweisen. Warum gibt es aber keinen Austausch über die Zufriedenheit mit Ärzten?

Gruß,

MecFleih

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Hi!

Nicht daß wir uns falsch verstehen, ich bin eigentlich ein Befürworter solcher Bewertungslisten, aber je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr Nachteile bzw. Argumente gegen eine Durchführbarkeit in der Praxis finde ich, was mich zunehmend skeptisch macht.
Ist halt ein zweischneidiges Schwert diese Sache :wink:

Ich habe meinem Posting mehr an der Idee ausgerichtet daß
Patienten aus ihrer individuellen, subjektiven Sicht
beschreiben welche Erfahrungen sie mit einem Arzt gemacht
haben, wie zufrieden sie waren.
Ich denke daß Patienten sehr gut wahrnehmen ob der Arzt ihnen
Diagnose und Therapie ausreichend erklärt, ob er sich Zeit
nimmt, auf den Patienten eingeht, seine Behandlung routiniert
absolviert oder ob er einen unfreundlichen und inkompetenten
Eindruck macht.

Ok, der Ansatz klingt ja nicht schlecht. Aber ich finde schon wieder ein „Aber“ :wink:
Nehmen wir doch mal die hohen Tiere (Professoren) einer großen Uni-Klinik. Da eben diese für die Studi-Ausbildung verantwortlich sind, lernt der Medizinstudi diese Sorte der Halbgötter recht gut kennen. Sprich, derer kenn ich ziemlich viele :wink:
Ulkigerweise sind die hohen Herren fast alle gleich: arrogant, abgehoben, schroff und unfreundlich zu Patienten. Und die Pat. kriegen sie manchmal nur selten zu sehen, woraus folgt: sie würden sagen „er nimmt sich keine Zeit für die Pat.“ - Tatsächlich aber wird im Hintergrund sehr wohl häufig über den Pat., seine Diagnose und THerapie gesprochen, die Prof. kennen ALLE Pat, die bei ihnen liegen (da sie ja auch letztendlich neben dem behandelnden Stationsarzt für ihn verantwortlich sind), nur kriegt davon der Pat. nichts mit.
Noch zum Thema Diagnosen und Therapien erklären: die Herren Profs reden scheinbar grundsätzlich nie MIT dem Pat, sondern meist ÜBER ihn - in seiner Anwesenheit. Erklärungen? Sogar verständliche? Öööhhhm… :wink:

So, wie würden Pat. diese Sorte bewerten?
Tatsächlich sind diese besagten Herren Professoren zwar üble Gesellen, aber die meisten von ihnen fachlich absolut top. Nur kann genau das der Pat. manchmal nicht einschätzen…
(Die Profs waren jetzt nur ein Beispiel, weil es hier am deutlichsten wird. Dies kann man aber durchaus auf alle Docs ausdehnen)

Dann rennen die Pat. zu den netten, redseligen und sich zeitnehmenden Docs, weil die tolle Bewertungen haben - aber ob die wirklich fachlich sooo gut sind?

Beispielsweise hab ich auch grad eine Erfahrung in der Richtung gemacht. Hab mich vor kurzem einer LASIK unterzogen, war dazu bei einem „Spezialisten“. Fachlich war der super, machte pro Tag mehrere dieser Eingriffe, war also sehr erfahren - ich war also fachlich in den besten Händen.
Bloß, gerade WEIL er so viel operierte, blieb keine Zeit für Geplänkel, schön alles erklären, ausführlich Fragen beantworten (hat er zwar, aber eben nur kurz und knapp) usw. Hätte ich ihn beurteilen müssen, hätte er keine sooo tolle Note bekommen, wenn man mal vom fachlichen (und vom tollen Ergebnis *hüpf*) absieht.

Zweischneidiges Schwert also…

Andererseits bin ich grad am überlegen…
Wie wäre es mit einer Kombination beider Faktoren, der fachlichen Beurteilung („Statistik“) und subjektiven Eindrücken?
Da mir das grad so in den Sinn kam, fällt mir noch kein gravierender Nachteil ein, außer vielleicht, daß ich beiden Faktoren eine unterschiedliche Gewichtung zukommen ließe, da ich der subjektiven Beurteilung auch nicht so ganz traue :wink:
Hmm, sagen wir in die Endnote fließt das fachliche zu 60% ein und der Rest 40%, oder so?

Aber auch hier könnten die schon angesprochenen Probleme (nur Pat. mit geringem Risiko behandeln usw., „beschönigen“ der Statistiken) trotzdem einfließen.
Hmmm, schwierig…

*grübelgrübel*

Gruß,
Sharon

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Bloß, gerade WEIL er so viel operierte, blieb keine Zeit für
Geplänkel, schön alles erklären, ausführlich Fragen
beantworten (hat er zwar, aber eben nur kurz und knapp) usw.

Aber genau das ist es, was ich von einem guten Arzt erwarte!! Auch dies gehört zur Qualifikation unbedingt dazu! Wer „fachlich top“ ist, aber mich als nicht als Menschen, sondern als Krankeakte ansieht, ist für mich auch kein guter Arzt. Schließlich gibt es auch immer die psychische Seite einer Behandlung, die mit zur Heilung beiträgt. Bei wem fühle ich mich besser aufgehoben? Beim „fachlich obertop Super-Prof“ oder jemandem, der mehr als nur Latein mit mir redet?

Viele Grüße
Anna

Hi!

Ich bestreite ja nicht, daß ein Arzt dann ein Top-Arzt ist, wenn er sowohl fachlich wie auch menschlich toll ist.
Bloß, wenn man nach solchen Listen geht, bedeutet fehlende Humanität ja gleichzeitig fachlich schlecht (was du ja auch unter „Qualifikation“ in EINEN Topf wirfst) - und genau das stimmt ja nicht.

Die Befürchtung ist ja:
Sobald einige Schlaumeier merken, daß sie mit humanem Vorgehen viele Pat. anlocken können, die ihnen anschließend top-Bewertungen geben, wird dies ihr Hauptziel sein. Dann hast du an der Spitze der Liste diejenigen, die toll reden können und die Pat. einlullend um den kleinen Finger wickeln, aber fachlich wenig drauf haben.
Die Kompetenten rutschen dagegen weit nach unten in der Liste.

Eventuell findet man dann irgendwo in der Mitte die wirklichen Top-Ärzte, aber wer soll sie denn dann noch erkennen in der Mitte der Liste unter tausend anderen?

Sprich, solche Listen werden dadurch irgendwie ad absurdum geführt.

Gruß,
Sharon