Notruf tätigen, wenn jemand Wespe im Mund hat?

Hallo!

Ich würde gerne mal wissen (für den Fall der Fälle), ob man sofort 112 anruft (zusätzlich zum Kühlen), wenn jemandem eine Wespe in den Mund geraten ist. Oder kühlt man erstmal nur und wartet ab, ob es anschwillt?

Vielen Dank für die Antwort!

Liebe Grüße von Roberta

Hi Roberta,

wenn die Wespe gestochen hat, dann sofort die 112. Warten, bis die Gurgel zuschwillt, ist nicht sehr hilfreich.

Gruß Ralf

Und rohe Zwiebel essen! o.w.T.

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Warum verarscht Du mich?

Wirkt Zwiebelsaft etwa nicht abschwellend bei Wespenstich?

Hallo,

das hat nichts mit Verarsche zu tun. Zwiebelsaft mag bei externen Stichen wirken, bleibt aber bei Wespenstichen im Mund bzw. im Rachenraum weitestgehend wirkungslos, weil Schleimhäute dazu neigen, unkontrolliert anzuschwellen (vor allem, wenn der Stachel nicht entfernt werden kann, so daß das Gift weiter abgegeben wird). Sinnvoller sind das Lutschen von Eiswürfeln und kalte Umschläge um den Hals.

Das richtige Verhalten bei einem Wespenstich im Mund/Rachenraum haben wir vor einiger Zeit hier beschrieben: http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Grüße
Renee

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Zwiebelsaft - gefährlicher Aberglaube
Hi Ze,

Wirkt Zwiebelsaft etwa nicht abschwellend bei Wespenstich?

bei mir überhaupt nicht. Im Mundraum aber generell nicht, weil die Schleimhaut einen recht guten Schutz aufbaut - den der Stachel problemlos durchdrungen hat. Und außerdem geht das Anschwellen mit einer affenartigen Geschwindigkeit vor sich, so schnell findest Du gar keine Zwiebel.

Gruß Ralf

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Warum verarscht Du mich?

Nicht persönlich gemeint! Ich hatte nach Lesen des Threads einfach spontan Lust auf diesden Kalauer.

Wirkt Zwiebelsaft etwa nicht abschwellend bei Wespenstich?

Doch, ja, in Grenzen, sicherlich.
Alles okay.
Gruß,
Branden

EIS???
Hi,

ich hätte eigentlich gar nichts mehr geschrieben, wenn nicht diese zwiebelsaftdiskussion vom zaun gebrochen wäre…

OK. Geklärt ist schonmal, dass man sofort einen notarzt bestellen sollte. Betonung auf NOTARZT, nicht son paar zivi-sanis…

Der andere punkt wäre dann doch wohl EIS!!! Bis zum eintreffen des notarztes sollte der hals gekühlt werden, brustkorb freilegen und beruhigen…

LG Alex:smile:

wenn Du allein bist hilft nur Notruf und dann VOR der Haustür
warten und mit Eis kühlen. Die brauchen eventuell zu lange
dann bist Du vielleicht nicht mehr in der Lage die reinzulassen.
Ausserdem muss der Notarzt dann nicht suchen.
Und einfach im Freien nichts unabgedeckt stehen lassen.

Alex

Hi,

Betonung auf NOTARZT, nicht son paar
zivi-sanis…

Was soll bitte diese arrogante Bemerkung?

Wenn man einen Notruf über 112 absetzt wird je nach Indikationsstellung ein Rettungswagen und ggf. ein Notarzt in Bewegung gesetzt.

Die Besatzung von Rettungswagen besteht nicht aus „son paar zivi-sanis“ sondern Rettungsassistenten, die dafür eine abgeschlossene Berufsausbildung haben. Die Zeiten von „Zivi-Sanis“ oder ehrenamtlichen Kräften im regulären Rettungsdienst ist längst vorbei. Im Rettungsdienst sind heute Spezialisten tätig, die über eine ganze Berufsausbildung hinweg speziell Notfallmedizin gepaukt haben und in der Lage sind auch invasive Maßnahmen notfalls durchzuführen.

Solange Du nichts bist außer Student, und auch wenn Du mehr wärst, solltest Du dich mit sochen arroganten Bemerkungen zurückhalten.

MecFleih

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Hi,

OK. Geklärt ist schonmal, dass man sofort einen notarzt
bestellen sollte. Betonung auf NOTARZT, nicht son paar
zivi-sanis …

Man kann einen Notruf absetzen. Das Leitstellenpersonal wählt dann das geeignete Rettungsmittel.
Bestellen kann man nur den ärztlichen Notdienst, der ist allerdings der Vertreter vom Hausarzt und deshalb notfalltechnisch selten geeignet (bei uns fährt der mit dem Taxi durch die Gegend).

Gruß
Juhe

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Arroganz
Hi,

Betonung auf NOTARZT, nicht son paar
zivi-sanis…

Was soll bitte diese arrogante Bemerkung?

Tatsächlich mag meine bemerkung so, ohne den nötigen zusammenhang, durchaus arrogant erscheinen.
Das sollte keinesfalls gegen die sanis bzw. assis auf den rettungswagen gemümzt sein. Sollte das so verstanden worden sein, tut es mir natürlich leid.

Was ich (leider zu) überspitzt ausdrücken wollte, ist dass man schon beim anruf dem leitstellenmenschen klarmachen muss, dass ein notarzt gebraucht wird.
Ich wohne in der stadt (hier sind notärzte allesamt anösthesisten). Auf dem land mag das sone sache sein mit der verfügbarkeit eines arztes, aber hier habe ich bisher nicht so positive erfahrungen gemacht.

So hatten wir z.b. in der schule mal ein mädel mit einem herzfehler. Als die dann aschfahl kollabierte und nach einem NOTARZT gerufen wurde, kamen erst die sanis, die dann erst bemerkten, dass da nicht nur eine hysterische schulsekretärin alarm geschlagen hat, sondern dass tatsächlich was im argen lag. Das mädel konnte dann 10 minuten später (also insg. nach 20 min) erfolgreich reanimiert werden.

Anderes beispiel: Arme alte dame mit schrittmacher geht es seit mittags nicht gut. Abends ist der puls bei 28… Natürlich fragte der herr in der zentrale, warum die denn nicht beim hausarzt gewesen sei, wenns doch schon tagsüber nicht gut ging…
BITTE, ich will nicht diskutieren, sondern einen arzt. PUNKT

So auch bei dem fall mit der biene. Der gute wird mit sehr großer wahrscheinlichkeit innerhalb von 10 min intubationspflichtig.

Natürlich geht da viel qua notstandsindikation. Auf dem land, OK.
Aber hier, will ich nicht von jemandem intubiert werden, der das 10 mal an einer puppe gemacht hat, sondern von jemandem, der das 10mal täglich am menschen macht.

Und das hat der leitstellenmann zu erkennen.

Also, ich hoffe es fühlt sich niemand mehr auf den schlips getreten…

BTW. EIS, EIS, EIS!!! Bis der arzt kommt…

LG Alex:smile:

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Hallo Alex,
ich will ja nicht korinthenkacken, aber seit wann wird bei einem Wespenstich intubiert? Ich habe selber eine Wespenallergie und bin auch schon das eine oder andere mal gestochen worden. Spritze intravenös mit Cortison und gut wars.
Grüße
Almut

Hi!

ich will ja nicht korinthenkacken, aber seit wann wird bei
einem Wespenstich intubiert?

Ganz einfach: wenn der Hals innen zuschwillt :wink:
Ist ja logisch, denn wenn der Hals zu ist, kommt ja auch keine Luft mehr in die Lunge, dann erstickst du :wink:

Das blöde ist, daß man da rechtzeitig intubieren muss, da sonst der Tubus auch nicht mehr durch geht und man einen Luftröhrenschnitt machen muß. Ob man intubieren muß, wird jeweils für den einzelnen Fall entschieden. Wenn der Pat. Atemschwierigkeiten hat oder Schluckstörungen oder der Rachen sichtbar anschwillt zum Bleistift.

Ich habe selber eine
Wespenallergie und bin auch schon das eine oder andere mal
gestochen worden. Spritze intravenös mit Cortison und gut
wars.

Es kommt manchmal vor (wenn auch selten), daß auch wenn du nur am Zeh gestochen worden bist, die allergische Reaktion aber dennoch so heftig ausfällt, daß der Pat. beatmet weden muss.
Häufiger ist dies jedoch der Fall, wenn der Stich sich mitten im Mund oder gar am Rachen befindet. Da es dort ja sowieso schon recht eng ist, reicht schon eine mäßige Schwellung und der Weg wird noch enger bzw. ist bald ganz zu.

Gruß,
Sharon

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Hallo!

Ich denke, was Max in dem Fall sagt, das macht auch insofern Sinn, als dass, wenn ich mich jetzt nicht stark irre, die Rettungsassistenten in der Regel keine Medikamente geben dürfen.

Natürlich besitzen sie eine Erlaubnis im Notfall. Aber wenn es nicht gleich erlaubt ist, Medikamente zu geben, dann könnte das zu Behandlungsverzögerungen führen, die dann zu tragischen Entwicklungen werden könnten.

Beim DRK hatten wir vor nicht allzulanger Zeit jemanden, der hatte sich bei nem Fest verschiedene Drogen legal-illegal reingezogen, ua eben auch inhalatorisch. Bei Asthma brionchiale war das nicht ganz empfehlenswert (Asthmaanfall gabs halt…) und entsprechend war es nur zu sinnvoll, den Transport mit einem Notarzt-Einsatz-Fahrzeug zu machen. Es war anscheinend auch nötig, dem Patienten kreislaufstabilisierende Medikamente zu verabreichen. Ich kann gut verstehen, weshalb da lieber ein Notarzt kommen sollte…

Vom DRK kenne ich einige Rettungssanitäter und auch Assistenten, auch Freunde und Kommilitonen. Ohne die angreifen zu wollen, halte ich es für fraglich, ob die genügend Kenntnisse bezüglich Medikamentengabe und Intubation haben, wobei die Sanitäter das ja eh nicht machen…

Das ist echt nicht bös gemeint und ich selbst werde auch bald Sanitäter sein und richte das damit auch gegen mich persönlich irgendwie. Naja, mit dem Studium zusammen lernt man dann vielleicht ein wenig mehr Physiologie usw, so dass die eigene Kompetenz dann hoffentlich steigt.

VG, Stefan

Hallo Sharon,
dann werd ich mal keine Wespe in den Mund nehmen… *ggg*
Aber wie gesagt, ich habe eine Wespenallergie. Und ich bin auch schon im Halsbereich gestochen worden. Und meine allergische Reaktion läuft ab wie im Lehrbuch. Und dagegen krieg ich dann immer Cortison.
Grüße
Almut

Hi,

Was ich (leider zu) überspitzt ausdrücken wollte, ist dass man
schon beim anruf dem leitstellenmenschen klarmachen muss, dass
ein notarzt gebraucht wird.

das ist der in der Lage allein zu erkennen.

Aber hier, will ich nicht von jemandem intubiert werden, der
das 10 mal an einer puppe gemacht hat, sondern von jemandem,
der das 10mal täglich am menschen macht.

Bei weitem nicht alle Notärzte sind Anästhesiologen, und ich bin mir sicher, ein erfahrener RettAss ist wesentlich routinierter im Intubieren als ein junger Internist, der grad mal seinen Fachkundenachweis hat.

Und das hat der leitstellenmann zu erkennen.

Das kann er. Auch ohne, dass irgendein Laie ihm das erklärt. Er weiß die richtigen Fragen zu stellen und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Genau wie auch die RTW-Besatzung, die nicht aus „Sanis“ oder gar „Zivis“ besteht, sondern in den meisten Bundesländern aus mindestens einem Rettungsassistenten, der heutzutage idR eine mind. zweijährige, intensive rettungsmedizinische Ausbildung genossen hat und nicht nur diese bestanden hat, sondern allein schon aufgrund der Arbeitsmarktsituation in diesem Bereich _entweder_ sehr erfahren _oder_ sehr gut _oder_ beides ist. Die Nulpen der Branche halten sich nicht lang in der Notfallrettung.

Gruß,

Malte

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Hallo,

Ich kann gut verstehen, weshalb da lieber ein Notarzt kommen sollte…

das bestreitet ja auch keiner. Die Entscheidung, ob ein Notarzt vonnöten ist, trefen aber genau zwei Personen:

a) der Leitstellendisponent ODER b) der höchstqualifizierte Retter vor Ort.

Wer anruft, entscheidet das nicht. Ein Anrufer kennt in der Regel überhaupt die Kriterien für einen (erheblich teuren!) Notarzteinsatz, und WENN er sie kennt, dann ist er auch in der Lage, die Einsatzsituation so zu schildern, dass einer rausgeschickt wird.

Kleiner Tip: Bewusstlosigkeit ist (fast) immer eine Notarztindikation.

Gruß,

Malte

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Hallo!

Kleiner Tip: Bewusstlosigkeit ist (fast) immer eine
Notarztindikation.

Der Asthmapatient bei uns war noch nicht ohnmächtig. Aber kurz davor… Noch auf der Trage ist er unansprechbar geworden, bzw man konnte zumindest nichtmehr von geistiger Anwesenheit sprechen.

VG, Stefan