Herpes?! Jetzt mal sinnvolle Antworten?

Hallo!

Man liest im Netz so dies und das über Herpes Typ1 (Herpes Simplex
Virus) - Lippenherpes.

Doch nichts scheint ins sich stimmig zu sein oder Sinn zu machen.
Gibt es keinen der sich WIRKLICH auskennt (nicht nur: ich hab mal
gehört)

Was mich vor allem interessiert ist folgender Punkt:

90% der Menschen tragen das Herpes Simplex Virus in sich
(lebenslang). Es setzt sich in den Nervenzellen Nähe der Schläfen
fest. Bei geschwächtem Zustand kommt es zum Ausbruch z.B. an den
Lippen.
Warum heißt es trotzdem immer: ACHTUNG! Bei Herpes Ausbruch nicht
küssen nich berühren etc. Wenn doch 90% das Virus sowieso schon in
sich tragen.
Wenn ich z.B. das Virus habe und bei mir, wie bei vielen trotzdem
keine Symptome auftreten, ist es dann noch sinnvoll aufzupassen? Mehr
wie in sich haben kann man das Virus ja nicht.
Oder gibt es einen stärkeren und schwächerne Ansteckungsgrad? Werden
immer mehr Stellen bei häufigerem Kontakt befallen und steigt bei
häufigerem Kontakt die Ausbruchswahrscheinlichkeit der Symptome an??

Wenn nicht
wäre aufpassen nicht so sinnvoll?

Wie ist das zu verstehen???

Vielen Dank im voraus.
wäre um eine wirklich kompetente Antwort froh
kann im ganzen netz nichts brauchbares finden

(bis auf: küssen verboten! aufpassen! jedoch 90% sind eh infiziert,
nur 10% zeigen Symptome)

Zusatzfrage: Wenn sich das Virus einmal festgesetzt hat in den
Nervenzellen, ist man dann an alles stellen für Symptome "gefährdet
oder nur da wo es aufgenommen wurde? also Lippen Nase rechts, links,
etc…
Wie ist das zu verstehen?

hallo!

virus in sich haben und ausgebrochener virus sind ja immer noch 2 paar schuhe, oder?

die flüssigkeit in den blässchen ist hochgradig ansteckend. somit kann sie beim küssen auch direkt übertragen werden!

keine ahnung, ob dir die antwort jetzt sinnvoll erscheint oder nicht. ;o)

viele grüsse
whitby

Herpes
.

Oh je, lieber Tom,

wieviele Jahre gönnst Du mir für die Antwort?

Scherz beiseite:

Ich kann nur extrem kursorisch auf die Angelegenheit eingehen, sie ist zu komplex.

Herpes-Viren „begleiten“ unsere Vorfahren und uns seit sehr sehr langer Zeit. Sie sind dem Menschen extrem angepasst.

Nicht allzu selten sind sie auch nützlich. Sie trainieren im Zustand der „Güte“ das Auto-Immun-System. Andere Auswirkungen sind noch nicht gesichert. Ein Hauptmerkmal von ihnen ist freilich ihr „Opportunismus“. Bei Schwächung schlagen sie zu.

Einige, ich auch, sehen sie hauptsächlich als Symbionten und betrachten auch diese Attacken als Teil des „Vertrages“ „Mensch-Nation/Herpes-Stämme“.

Die Herpes-1 Viren ermöglichen nach dieser Interpretation dem Menschen, schwierigste und folgenreichste emotionale Stress-Situationen adäquat an sich heranzulassen, welchen etliche Individuen sonst nicht gewachsen wären.

Wenn zum Beispiel ein Kind durch die eigenen Eltern ekelerregenden Grenzverletzungen ausgesetzt ist, wird es versuchen, sie zu ignorieren. Psychische Abwehrmechanismen der Verleugnung drohen andere erst in der Entwicklung befindliche reifere Möglichkeiten der Konfliktbewältigungen einfrierend zu blockieren. Der Ausbruch der Herpesbläschen kann dazu beitragen, die Verleugnung zu erschüttern. Ich könnte weitere Beispiele bringen. Anderen Biologen ist dieses theoretisches Modell zu kooperativ und kommunikativ. Was die Kommunikation angeht: als ich die erste Fachwerke las, so mit sechs, sieben, existierte sie in der geistigen Vorstellung der Wissenschaften kaum. Je älter ich werde, desto größer ihr Gewicht in allen Wissenschaften, speziell in der Biologie. Genaues weiß man letzlich nicht über die Kommunikationsarrangements dieser Viren mit ihrem Wirt, erstaunlich ist aber die Genauigkeit, Promptheit und „Angemessenheit“ etlicher dieser Reaktionen, wobei natürlich ein Entgleisen des „Gespräches“ auch in diesem Modell vorgesehen ist.

Was die Kooperation angeht, vermut’ ich, daß die Skeptiker ihre globale Bedeutung in der Evolution nicht verstehen (auch schlicht und ergreifend nicht mögen!!!), auch nicht ihre vielfältige Querverbindungen und -einbindungen in die Konkurrenz, sowie die regelrechten Verschränkungen mit ihr.

Was die „Vorsicht“ angeht: infektiös gewordene Viren kann man mit scharf gemachten Handgranaten (schiefer Vergleich!) vergleichen: Du würdest auch nicht behaupten, daß die selbe Farbe, die selbe Konstruktion, die selbe Marke etc. ausreichen, um keinen Unterschied zwischen den Granaten zu sehen.

Die infektiöse Hauptgefahr besteht in der Eigen-Ansteckung: Mit den Fingern zuerst an die wunden Stellen, dann an die Augen gehen.

Was die Fremdansteckung angeht: Es geht um die infektiös gewordene Viren.

Abgesehen davon, beschäftige ich mich mit den beunruhigenden Thesen, daß die Ansteckung mehrere Funktionsebenen betreffen möge. Unter anderem hieße es, daß die Viren untereinander sich über ihre Wirte sozusagen Informationen austauschen. Es klingt wie Science Fiction, ist dennoch ein denkbares Modell.

Bevor man mich hier für einen ganz und gar spiritualistischen Spinner endgültig erklärt, werd’ ich noch ganz ganz schnell eine weitere Ungeheuerlichkeit los: es gibt Hinweise, das einige Viren bei höheren Tieren das Verhalten ihrer Wirte mit-beeinflußen.

Es wäre rein von der thesenhaften Denkfigur nicht ausgeschlossen, daß Herpes-Viren von emotional in vielfacher Hinsicht einander zugetane Menschen untereinander bindungsschützend kooperierten… So, jetzt aber genug der Science Fiction, bevor man mich von der Board-Matrikel streicht…!

Wie Du siehst, sind die Gefahren eigentlich eher bescheiden (bis womöglich beinah inexistent), bis auf Restaspekte von Bedeutung. Arg gefährlich wird es nicht nur für die Augen, sondern auch für Babys und Schwerkranke und Hochgeschwächte.

abifiz

.

Nachtrag! (Meine Vergesslichkeit!!!)
.

Und natürlich und hochgradig für Schwangere!

abifiz

.

Hallo,

soweit ich es in der Ausbildung gelernt habe, persistieren diese Viren vorwiegend im Ganglion stellatum (einem Nervenknoten im Halsbereich, der sich beidseitig befindet). Das bedeutet sie schlummern so vor sich hin, bis sie von unserem Schreck, Ekel, Lippenverletzungen oder sonstigen Ursachen aufgescheucht werden und sich bedroht fühlen. Dann spielen sie halt eine Weile verrückt, vermehren sich gut und gehen dann wieder schlafen.

Ein Arzt mit Zusatzausbildung in Neuraltherapie könnte diese Viren mit einer Stellatumblockade platt machen. Da dadurch jedoch eine kurzzeitige Gesichtslähmung auftritt(max. 20 Min. - Halbwertszeit 10 Minuten) und verschiedene Wahrnehmungstörungen z.B. des Hören, des Geschmackes und des Geruches auftreten kann, wird es nicht so gern gemacht. Dieser Nervenkoten wird größenteils von der Arteria Carotis überdeckt und dieses Blutgefäß darf natürlich nicht verletzt werden. Es erfordert also viel Können und Erfahrung.
Ich habe es in meiner HP-Ausbildung noch lernen könne, darf es jedoch wegen der Änderung der Gesetzelage nicht anwenden. Aber auch Wissen kann ganz nützlich sein. Ich habe kein Problem damit die Pat. zu einem Arzt zu schicken, der das kann. Nur sind diese dünn gesäht.

Gruß Kerstin

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ENDLICH GEHTS MAL ZUR SACHE :wink:

ich habe mir schon gedacht dass das ganze nicht so einfach ist wie es in den meisten „apothekenrundschaublättern“ publiziert wird.

wenn ich das im großen und ganzen jetzt richtig verstanden hab, weiß man eigentlich noch gar nicht so genau über das verhalten der viren bescheid.

trotzdem bleibt bei mir immer noch die frage: warum um alles in der welt, wenn schon 90% infiziert sind, wird ein so großes drama für gesunde (nicht schwangere, nicht kinder, etc.) gemacht mit diesen viren. wenn ich schon infiziert bin und mich „aufs neue“ infiziere, werde ich doch auch weiterhin keine smptome zeigen.

noch eins: gefahr für die augen: wegen den symptomen
oder weil sich dann weitere viren in neuen zellen einlagern und schlafen? oder ist infiziert gleich infiziert?

Hi Kerstin!

Meines Wissens hat das Ganglion stellatum mit der Herpes-simplex-Virus Persistenz so viel gemeinsam wie das Weihnachtsfest mit dem Osterhasen. Die Viren persistieren in sensiblen Ganglien und im Gesichtsbereich daher gern im Ganglion Gasseri, also des V. Hirnnerven, was praktisch ist, da dieser ja das Gesicht sensibel innerviert. „Platt machen“ könnte man die Viren höchstens mit einer völligen Zerstörung des Ganglions.

Gruß
Peter

Hallo Tom,

trotzdem bleibt bei mir immer noch die frage: warum um alles
in der welt, wenn schon 90% infiziert sind, wird ein so großes
drama für gesunde (nicht schwangere, nicht kinder, etc.)
gemacht mit diesen viren.

Mir ist nicht bewußt, dass irgendwer ein Drama daraus macht…was meinst Du denn damit genau?

wenn ich schon infiziert bin und
mich „aufs neue“ infiziere, werde ich doch auch weiterhin
keine smptome zeigen.

Das ist es ja gerade, wenn Dein Immunsystem gerade anderweitig beschäftigt oder geschwächt ist, kann man durchaus erkranken und dann mitunter sogar ziemlich heftig.

noch eins: gefahr für die augen: wegen den symptomen
oder weil sich dann weitere viren in neuen zellen einlagern
und schlafen? oder ist infiziert gleich infiziert?

Normalerweise heilen die Bläschen ohne jegliche Narbenbildung wieder ab. Nicht so im Auge, eine Infektion im Auge kann im schlimmsten Falle eine Blindheit nach sich ziehen.
Es gibt verschiedene Herpes Arten, die auch unterschiedliche Krankheitsbilder liefern:
http://de.wikipedia.org/wiki/Herpes

Wenn man jetzt bei dem was Du vermutlich meinst klassischen „Fieberbläschen“ bleibt:
Selbst hier gibt es Unterschiede.
Siehe Wiki-Link HSV-1, HSV-2 und:
http://www.herpes.com/hsv1-2.html
…so besteht bei diesen die Möglichkeit, sie an andere Stellen zu transferieren, da die Flüssigkeit der Bläschen hochgradig virenbelastet ist.

Hier noch etwas zu Lesen für Dich, vielleicht beantwortet Dir das auch einigen Fragen:

http://www.hiss-dx.de/html/aktuelles.html
und daraus:
www.kgu.de/zhyg/virologie/handout19.pdf

Gruß
Maja

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Hallo Peter,

also mein Lehrer mit 35-jähriger Erfahrung in Neuraltherapie behandelt es so.

Lt. Taschenatlas der Neuraltherapie bestehen zwischen dem Ganglion stellatum Verbindungen zu den Hirnnerven Nervus vagus, Nervus glossopharyngeus, Nervus hypoglossus und dem Spinalnerv Nervus phrenicus.

Indikationen für diese Injektion sind: Erkrankungen des Kopfes, des Halses, der oberen Extremitäten und des Brustraumes.
Es zählt zu einer der wichtigsten Injektionen in der Neuraltherapie mit sehr unfangreichen Indikationen, die Sie gern selbst nachlesen können.
Dazu gehören bakterielle und virale Erkrankungen des Hirn- und Gesichtsschädels sowie des Auges und der Augenhöhle und weiterer Bereiche.
Gerade Ihnen als HNO-Arzt bieten sich mit dieser Injektion weitreichende Behandlungsmöglichkeiten Ihrer Patienten bei verschiedenen HNO-Erkrankungen. Informieren Sie sich bitte.

Mit freundlichen Grüßen

Kerstin

Das ist es ja gerade, wenn Dein Immunsystem gerade anderweitig
beschäftigt oder geschwächt ist, kann man durchaus erkranken
und dann mitunter sogar ziemlich heftig.

mir ist bewusst was das herpes virus bewirkt! jedoch verstehe ich nicht warum man wenn man sowieso schon infiziert ist (wie 95% der weltbevölkerung) man dann noch aufpassen müsste?? man kann sich ja „nicht mehr wie infizieren“??? wenn mans schon ist,… also hinfällig… ???

wenn ich seit 12 jahren infiziert bin und nie symptome zeige, werde ich doch auch weiterhin keine zeigen… ??

versteh ich was falsch?

http://www.hiss-dx.de/html/aktuelles.html
6. und letzter Punkt des Steckbriefes

Da das Virus im Laufe Deines Lebens diverse Zyklen durchläuft, kann es durchaus passieren, dass irgendwann einmal Symptome auftauchen…oder auch nicht, das Virus macht, was es will.
Es ist zwar ungewöhnlich, dass man als Erwachsener erstmals Symptome zeigt oder sich erstmals infiziert, aber nicht unmöglich.