Medikamentenabbau im menschlichen Körper

Hallo,

ich habe letzte Woche 2 Medikamente bekommen (habe die Namen gerade nicht bei Hand, kann diese aber gerne noch nachreichen), die ich über einen Zeitraum von 1 Woche nehmen soll.
Kann man generell sagen, wie lange die Substanz nach einer Woche in etwa noch im Körper bleibt, oder ist das zu unterschiedlich von Medikament zu Medikament?

Herzlichen Dank und Entschuldigung dass ich wegen der Medikamente, momentan nicht konkreter bin.

Angenehmen Montag,

Alex

Hallo,

Kann man generell sagen, wie lange die Substanz nach einer
Woche in etwa noch im Körper bleibt, oder ist das zu
unterschiedlich von Medikament zu Medikament?

Lässt sich ohne Kenntnis der Medikamente noch nichteinmal erahnen.

Gruss na_nu?

Okay, danke.
Wird heute noch nachgereicht! :wink:

Moin,

Kann man generell sagen, wie lange die Substanz nach einer
Woche in etwa noch im Körper bleibt,

nein, kann man nicht.
Man spricht, ähnlich wie bei radioaktiven Nukliden, von einer Halbwertzeit. Die kann im Minutenbereich liegen, aber auch im Bereich von Tagen oder gar Wochen.

oder ist das zu
unterschiedlich von Medikament zu Medikament?

Genau das und zwar t.T erheblich.

Gandalf

Zum einen Motifene 75mg
und das andere heißt Doc Omepra 20 (aus Belgien).

Jeweils 1 Kapsel pro Tag während 7 Tagen.

Zum einen Motifene 75mg
und das andere heißt Doc Omepra 20

Hallo,
beim ersten Medikament handelt es sich um ein Diclofenac Präparat mit einer HWZ bis zu 6 Stunden.
Beim zweiten um Omeprazol mit einer HWZ von bis zu 2 Stunden, jedoch einer Wirksamkeit von bis zu 24 Stunden.
Bei begründeter Indikation macht diese Kombination schon Sinn, eine längerfristige Auswirkung sollte eigentlich nicht möglich sein, da es sich nicht um Depotpräparate handelt und vorausgesetzt, Du nimmst keine anderen Medikamente ein.

Gruss na_nu?

Hallo und herzlichen Dank für die ausführliche Antwort.
Dann weiss ich ja jetzt Bescheid.
Nochmals danke und einen angenehmen Dienstag!

Hallo,
beim ersten Medikament handelt es sich um ein Diclofenac
Präparat mit einer HWZ bis zu 6 Stunden.
Beim zweiten um Omeprazol mit einer HWZ von bis zu 2 Stunden,
jedoch einer Wirksamkeit von bis zu 24 Stunden.
Bei begründeter Indikation macht diese Kombination schon Sinn,
eine längerfristige Auswirkung sollte eigentlich nicht möglich
sein, da es sich nicht um Depotpräparate handelt und
vorausgesetzt, Du nimmst keine anderen Medikamente ein.

Gruss na_nu?

Guten Tag,
man kann allerdings mit der HWZ an sich wenig anfangen. Wenn man es genau wissen will, muss neben der HWZ auch die Eliminationskinetik, Verteilungsvolumen und Clearanceleistung berücksichtigt werden.

Die meisten Pharmaka werden nach der Eliminationskinetik nullter Ordnung abgebaut, d.h. in einem proportionalem Verhältnis. Andere werden nach der Eliminationskinetik erster Ordnung abgebaut, also in einem exponentiellem Kontext. Es gibt auch Mischformen, z.B. bei Organinsuffizenzen.
Weiterhin ist das Verteilungsvolumen wichtig, d.h. wenn sich ein Stoff aufgrund chemischer Eigenschaften (besonders fettaffin (lipophil) oder wasseraffin (hydrophil)) in unterschiedlichen Organkompartimenten lösen kann, ist das Volumen, in dem er gelöst ist, u.U. größer als das Volumen eines anderen Pharmakons und wird deswegen bei angenommener gleichartiger Kinetik und Clearance trotzdem langsamer eliminiert, d.h. die HWZ ist länger.
Ist die Ausscheidung des Stoffes durch Organinsuffizienzen beeinträchtigt, sinkt die Clearanceleistung, was die HWZ wiederum beeinflusst.

Das Problem ist, dass man sich die HWZ bezüglich Medikamente nicht konstant wie bei radioaktiv zerfallenden Stoffen vorstellen kann, sondern u.a. durch die drei genannten Umstände beeinflusst werden. Wichtig wird dieses Wissen z.B. bei Behandlung älterer Menschen mit langsamerem Stoffwechsel, verändertem Verteilungsverhalten etc.

Kleiner Exkurs in Allgemeiner Pharmakologie, Kapitel 1. :wink:

HG
sunconure

Theorie ist, wenn man alles weiss und nix funzt
Hallo,

Kleiner Exkurs in Allgemeiner Pharmakologie, Kapitel 1. :wink:

Sehr schöner Exkurs, für wen war er denn gedacht Herr angehender Kollege?
Die Praxis wird Ihnen zeigen, dass ein Patient mit soviel Theorie nicht umgehen mag, deshalb beschränke ich mich, wie auch in diesem Falle auf die Praxis, die dem Fragesteller weiterhilft. Die ausführliche Theorie spare ich mir dann für die dramatischen Fälle auf.

Viel Spass noch in der Ausbildung.

Gruss na_nu?