VT klappt nicht, Analyse ist auch nicht besser

Von: , Frage gestellt am Mo, 23. Mär 2009

Hallo,


ich habe mich wegen einer Bindungsphobie in eine Psychotherapie begeben. Das erste Mal vor etwa vier Jahren (12 Sitzungen), dann nochmal ein halbes Jahr später (wieder 12 Sitzungen). Beides waren Verhaltenstherapeuten. Gebracht hat mir das gar nichts. Wir haben nur geredet und versucht, mein Problem zu definieren. Dass es sich um eine Bindungsphobie handeln könnte, schien den beiden Herren nicht einzufallen.
Damals war ich in einer Ehe. Dann kam etwa ein halbes Jahr nach dem zweiten Therapieversuch die Trennung, die ich als große Erleichterung empfand. Ich begann Frauen zu treffen und war ganz zufrieden, wenn mich die Gefühle (Nervosität, Angst bis hin zur Panik) nicht weiter verfolgt hätten.
Ich wendete mich mit einem konkreten Anlass an dieses Forum (http://www.wer-weiss-was.de/article/4783811) und erhielt den Rat, dass eine Psychoanalyse wohl eher das Richtige für mich sei. Meine Probleme seien zu komplex und müssten gründlich aufgearbeitet werden.
So fand ich also eine Therapeutin (Analytikerin), die mir in der vierten Probesitzung sagte, sie könne mir nicht helfen, weil ich mich selbst schon völlig durchanalysiert hätte. Ich wisse ja schon alles und hätte meine Verhaltens- und Denkmuster rational völlig verstanden. Meine Ratio sei so stark, dass es ihr unmöglich sei, mir auf emotionaler Ebene zu begegnen. Und vom Verstand her lasse sich mein Problem nicht lösen. Sie empfahl mir eine Kollegin, die neben der PA auch Körpertherapie einsetzt.
Ich bekam auch tatsächlich Termine bei dieser nun mittlerweile vierten Therapeutin und bin jetzt nach der vierten Sitzung mit ihr sehr im Zweifel, ob sie mir helfen kann. Sie selbst äußert diese Zweifel ebenfalls. Da geht es schon los: Wie soll ich einem Therapeuten vertrauen, der sich selbst nicht sicher ist und einen fetten Disclaimer voranstellt? Damit meine ich Aussagen wie: Nur dann, wenn sie zu einer umfassenden Reform ihres Lebens und einer gründlichen Aufarbeitung ihrer Probleme bereit sind, kann ich ihnen helfen. Wenn Sie sich allerdings wünschen, so weitermachen zu können wie bisher und nur von ihren störenden Gefühlen befreit werden wollen, dann sind Sie bei mir falsch.
Scheinbar sieht sie in mir einen Casanova (ich date tatsächlich viele Frauen), der seine Gewissensbisse wegtherapiert haben will um seine schändlichen Spiele nur noch ungehemmter treiben zu können. Ich habe sie gefragt, ob sie mich so wahrnimmt, worauf sie eine diplomatische Antwort gab. Moralische Urteile liegen ihr jedenfalls fern.

Da ich mit meinem Leben zufrieden bin, möchte ich tatsächlich so weiterleben wie jetzt und nur von meinen lächerlichen Ängsten befreit werden. Wenn nötig, dann bin ich auch zu Reformen bereit, aber ich habe Zweifel, dass diese nötig sind.
Ich sehe in meinem Fall eine starke Analogie zur Schüchternheit:
In bestimmten Alltagssituationen überfallen mich wie den Schüchternen Angst und Nervosität, die für einen Außenstehenden unbegründet sind. Meine Ängste haben wie Schüchternheit ihre Ursache in den Genen und in Erfahrungen. Es gibt in meiner Kindheit durchaus Gegebenheiten, die meine Bindungsangst erklären können. Schüchternheit lässt sich gut mit VT therapieren, also dadurch, dass man sich den unangenehmen Situationen aussetzt und lernt, dass sie nicht bedrohlich sind.

Meine Therapeutin hingegen verlangt, meine Ängste als wesentlichen Teil meiner Persönlichkeit zu verstehen, als wichtige Signale, die mir sagen, dass ich etwas ändern müsse, in denen der Schlüssel zu einem besseren Selbstverständnis liege. Würde Sie dies zu einem Schüchternen auch sagen? Wie würde sie ihm helfen? Ich werde sie das nächste Mal fragen.

Grundsätzlich bin ich der PA gegenüber relativ skeptisch eingestellt und finde die VT plausibler. Das ist natürlich auch nicht gerade ideal.

Freunde sagen, dass ich diesen ganzen Psychoquatsch lassen solle. Ich sei doch viel zu gescheit für diese Therapeuten. Jeder hat doch so seine Macken und über kurz oder lang werde ich sie in den Griff kriegen. Einer z.B. hatte Angst, vor mehreren Menschen zu reden. Er besuchte Rhetorikkurse und hat seine Angst durch Konfrontation überwunden. Genauso soll ich es auch machen: Lernen, dass die Welt nicht untergeht, wenn ich eine Frau enttäusche (das ist nämlich, was vermutlich meine Angst unbewusst auslöst).

Ich habe jetzt natürlich auch keine Lust mehr, mir noch einen Therapeuten zu suchen. Ich bin kurz davor, einen Haken an Therapie zu machen und mich damit abzufinden, dass ich nicht therapierbar bin oder keine Therapie brauche.

Ein PA wird jetzt bestimmt sagen, es sei der Widerstand, der mich so denken lässt :-)

Was sagt ihr zu alledem?

Danke schonmal, Herbert

41 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 28 Minuten 3 hilfreich
    Re: VT klappt nicht, Analyse ist auch nicht besser

    Hi Da ich mit meinem Leben zufrieden bin, möchte ich tatsächlich
    so weiterleben wie jetzt und nur von meinen lächerlichen
    Ängsten befreit werden.
    Ein Widerspruch in sich selbst! Wenn du mit deinem Leben zufrieden wärst und deine Ängste nur als lächerlich empfinden würdest, wären es ja keine Ängste und mit Ängsten bist du nicht zufrieden. Freunde sagen, dass ich diesen ganzen Psychoquatsch lassen
    solle. Ich sei doch viel zu gescheit für diese Therapeuten.
    Man kann nicht zu gescheit sein für Therapie. Im Gegenteil - es gibt einen Vorwurf, dass die Psychoanalytiker nur YAVIS-Patienten nähmen: young, active, vital, intelligent, social. Psychoanalyse funktioniert fast nur mit intelligenten Patienten. Das Problem ist eher umgekehrt: Patienten, die nicht genug Introspektionsvermögen haben, haben wenig Chancen auf Änderung. Jeder hat doch so seine Macken und über kurz oder lang werde
    ich sie in den Griff kriegen.
    Tja, bisher siehts ja nicht so aus, oder? Einer z.B. hatte Angst, vor
    mehreren Menschen zu reden. Er besuchte Rhetorikkurse und hat
    seine Angst durch Konfrontation überwunden.
    Das ist ein völlig anderes Problem. Genauso soll ich
    es auch machen: Lernen, dass die Welt nicht untergeht, wenn
    ich eine Frau enttäusche (das ist nämlich, was vermutlich
    meine Angst unbewusst auslöst).
    So einfach ist es wahrscheinlich eben nicht, sondern eher narzisstisch oder ödipal akzentuiert.
    Ich habe jetzt natürlich auch keine Lust mehr, mir noch einen
    Therapeuten zu suchen. Ich bin kurz davor, einen Haken an
    Therapie zu machen und mich damit abzufinden, dass ich nicht
    therapierbar bin oder keine Therapie brauche.
    Eher ersteres als letzteres, aber das ist natürlich eine größere Kränkung für dich als andersherum.
    Gruß,
    Branden

    • Antwort von nach 54 Minuten 0 hilfreich
      Re^2: VT klappt nicht, Analyse ist auch nicht bess

      Hallo vanBranden, Da ich mit meinem Leben zufrieden bin, möchte ich tatsächlich
      so weiterleben wie jetzt und nur von meinen lächerlichen
      Ängsten befreit werden.
      Ein Widerspruch in sich selbst! Wenn du mit deinem Leben
      zufrieden wärst und deine Ängste nur als lächerlich empfinden
      würdest, wären es ja keine Ängste und mit Ängsten bist du
      nicht zufrieden.
      Sie sind wie ein Stein im Schuh. Ich würde ja auch lieber den Stein entfernen (Ängste beseitigen) als mich in einen Rollstuhl setzen (Leben verändern). Die Ängste sind lächerlich, weil es für sie keinen "vernünftigen" Anlass gibt. Wenn man eine Gewebeprobe abgibt, dann ist die Angst, dass man Krebs finden könnte, vernünftig. Aber wenn ich eine halbe Nacht nicht schlafen kann, weil eine Frau sagt, sie freue sich auf ein Treffen, dann ist dies zumindest in Hinblick auf die Ursache lächerlich. Das unangenehme Gefühl ist natürlich nicht lächerlich. Freunde sagen, dass ich diesen ganzen Psychoquatsch lassen
      solle. Ich sei doch viel zu gescheit für diese Therapeuten.
      Man kann nicht zu gescheit sein für Therapie. Im Gegenteil -
      es gibt einen Vorwurf, dass die Psychoanalytiker nur
      YAVIS-Patienten nähmen: young, active, vital, intelligent,
      social. Psychoanalyse funktioniert fast nur mit intelligenten
      Patienten. Das Problem ist eher umgekehrt: Patienten, die
      nicht genug Introspektionsvermögen haben, haben wenig Chancen
      auf Änderung.
      Eine selbstimmunisierende Voraussetzung.
      Wenn der Patient dem Therapeuten in seiner Intelligenz oder Analysefähigkeit überlegen ist, dann ist er doch wohl zu gescheit. So, wie jemand im Judo mit einem schwarzen Gürtel nicht viel lernen kann von jemandem mit einem blauen Gürtel.
      Ich behaupte nicht, dass ich den Therapeuten tatsächlich überlegen sei (Freunde vermuten dies), sondern ich will nur dagegenhalten, dass man sehr wohl zu gescheit sein kann. Jeder hat doch so seine Macken und über kurz oder lang werde
      ich sie in den Griff kriegen.
      Tja, bisher siehts ja nicht so aus, oder?
      Kurz oder lang ist vielleicht auch noch nicht vorbei. Einer z.B. hatte Angst, vor
      mehreren Menschen zu reden. Er besuchte Rhetorikkurse und hat
      seine Angst durch Konfrontation überwunden.
      Das ist ein völlig anderes Problem.
      Hier wird es interessant: Worin liegen die Unterschiede? Für mich ist es dasselbe in grün. Genauso soll ich
      es auch machen: Lernen, dass die Welt nicht untergeht, wenn
      ich eine Frau enttäusche (das ist nämlich, was vermutlich
      meine Angst unbewusst auslöst).
      So einfach ist es wahrscheinlich eben nicht, sondern eher
      narzisstisch oder ödipal akzentuiert.
      Solche Erklärungen lassen sich doch sicher auch für Schüchternheit oder soziale Phobie finden. Trotzdem kann die VT helfen, ohne diese Erklärungen zu berücksichtigen. Ich habe jetzt natürlich auch keine Lust mehr, mir noch einen
      Therapeuten zu suchen. Ich bin kurz davor, einen Haken an
      Therapie zu machen und mich damit abzufinden, dass ich nicht
      therapierbar bin oder keine Therapie brauche.
      Eher ersteres als letzteres, aber das ist natürlich eine
      größere Kränkung für dich als andersherum.
      Was wäre die größere Kränkung? Dass ich nicht therapierbar sei. Och, ich empfinde bei dem Gedanken eher Stolz. => Narzissmushypothese bestätigt?

      Viele Grüße, Herbert

      p.s. Auch wenn ich mich hier etwas unbelehrbar zeige, ist die fettgedruckte Frage entscheidend für mich.

      • Antwort von nach einer Stunde 4 hilfreich
        Re^3: VT klappt nicht, Analyse ist auch nicht bess

        Hallo Herbert Wenn der Patient dem Therapeuten in seiner Intelligenz oder
        Analysefähigkeit überlegen ist, dann ist er doch wohl zu
        gescheit. So, wie jemand im Judo mit einem schwarzen Gürtel
        nicht viel lernen kann von jemandem mit einem blauen Gürtel.
        Der Vergleich geht so ins Leere wie ein Elfmeter, wenn wir schon den Sport bemühen müssen. ;-)
        Es geht bei einer Therapie nicht darum, ob einer von beiden dem anderen "überlegen" ist - allein dieser Gedankengang ist, mit Verlaub, schon einigermaßen auffällig, um nicht "pathologisch" zu sagen. Ich behaupte nicht, dass ich den Therapeuten tatsächlich
        überlegen sei (Freunde vermuten dies)
        Als erstes such dir mal intelligentere Freunde, das wär ein Anfang ;-:sondern ich will nur dagegenhalten, dass man sehr wohl zu gescheit sein kann.
        Nö, das bestreite ich entschieden. In der Regel kann man sogar sagen: Je intelligenter, desto bessere Voraussetzungen in einer Therapie.
        Intelligenzmangel ist für eine analytisch orientierte Therapie eines der größten Hindernisse.
        . Das ist ein völlig anderes Problem.
        Hier wird es interessant: Worin liegen die Unterschiede?
        Für mich ist es dasselbe in grün.

        Erstens hat der Schüchterne eine Minus-Symptomatik, während du augenscheinlich eine Plus-Symptomatik hast, zweitens hast du vermutlich ein zu großes Maß an sekundärem Krankheitsgewinn. ...eher
        narzisstisch oder ödipal akzentuiert.
        Solche Erklärungen lassen sich doch sicher auch für
        Schüchternheit oder soziale Phobie finden. Trotzdem kann die
        VT helfen, ohne diese Erklärungen zu berücksichtigen.
        Ich denke, du hast schon zwei erfolglose VT-Versuche hinter dir?!!
        Gruß,
        Branden

        • Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
          Re^4: @Branden/ ot

          Hi Branden,

          war zu langsam beim Schreiben, sonst hätte ich das in meiner Antwort nicht auch nochmal geschrieben. Es geht bei einer Therapie nicht darum, ob einer von beiden
          dem anderen "überlegen" ist
          Es grüßt dich
          jeanne

          • Antwort von nach 5 Stunden 0 hilfreich
            Re^5: @Jeanne: Kein Problem, ist ja alles richtig

            ;-)

        • Antwort von nach 2 Stunden 0 hilfreich
          Re^4: VT klappt nicht, Analyse ist auch nicht bess

          Hallo vanBranden Es geht bei einer Therapie nicht darum, ob einer von beiden
          dem anderen "überlegen" ist - allein dieser Gedankengang ist,
          mit Verlaub, schon einigermaßen auffällig, um nicht
          "pathologisch" zu sagen.
          Ja, schon recht. Nur wenn ich bei den beiden VT das Gefühl hatte, dass die Therapeuten mich nicht verstehen, dass man immer alles nochmal erklären muss und von ihrer Seite nur wenig Nahrhaftes kommt, dann habe ich nicht den Eindruck, dass sie mir helfen können und komme, ganz natürlich, zu dem Schluss, sie seien wohl etwas zu blöd.

          Ich will aber diesen Teil der Diskussion nicht weiter verfolgen. Das hilft mir nicht. Meine gegenwärtige Therapeutin ist bestimmt nicht zu blöd. Wir reden ja nur deshalb darüber, weil du die Aussage der Freunde zitiert und behauptet hast, man könne nicht zu intelligent sein.


          Das ist ein völlig anderes Problem.
          Hier wird es interessant: Worin liegen die Unterschiede?
          Für mich ist es dasselbe in grün.

          Erstens hat der Schüchterne eine Minus-Symptomatik, während du
          augenscheinlich eine Plus-Symptomatik hast, zweitens hast du
          vermutlich ein zu großes Maß an sekundärem Krankheitsgewinn.
          Kannst du hier bitte ausführlicher werden? Was heißt Plus- bzw. Minus-Symptomatik und worin besteht der Krankheitsgewinn? ...eher
          narzisstisch oder ödipal akzentuiert.
          Solche Erklärungen lassen sich doch sicher auch für
          Schüchternheit oder soziale Phobie finden. Trotzdem kann die
          VT helfen, ohne diese Erklärungen zu berücksichtigen.
          Ich denke, du hast schon zwei erfolglose VT-Versuche hinter
          dir?!!
          Ja schon, ich glaube aber dass die Therapeuten nicht viel taugten. Die Therapieform halte ich trotzdem für gut. Außerdem hat es mit der Analyse bisher auch nicht geklappt. Die eine Therapeutin gibt mich auf und mit der anderen habe ich hier beschriebene Probleme. Gruß,
          Herbert

          • Antwort von nach 5 Stunden 0 hilfreich
            Re^5: VT klappt nicht, Analyse ist auch nicht bess

            Hallo Herbert Kannst du hier bitte ausführlicher werden? Was heißt Plus-
            bzw. Minus-Symptomatik und worin besteht der Krankheitsgewinn?
            In der Psychiatrie wird z.B. bei Psychosen damit gearbeitet. Jemand, der eine "sehr produktive" Psychose mit vielen bunten Symptomen (Wahnwahrnehmungen, Halluzinationen usw.) hat, hat sozusagen eine "Plussymptomatik", also viel "dazu", während einer mit einer zunehmend "verarmenden" Psychose, der nur noch dasitzt nd nichts mehr sagt, oft eine "Minussymptomatik" hat.
            Auch bei den Neurosen gibt es eine gleichsam "lärmende" Symptomatik und einen nahezu symptomlosen Verlauf.
            Mit dem "Krankheitsgewinn" ist es wiederum speziell: Jemand, der so krank geworden ist, dass er berentet wird, hat sozusagen die Rente als sekundären Kankheitsgewinn.
            Jemand, der sich nicht binden kann, hat die "ewige reiheit" als Krankheitsgewinn usw. usf.
            Jede Medaille hat zwei Seiten, sagt der Volksmund dazu.
            Gruß,
            Branden

            • Antwort von nach 6 Stunden 0 hilfreich
              Zusammenfassung und neue Frage

              Hallo Branden, Erstens hat der Schüchterne eine Minus-Symptomatik, während du :augenscheinlich eine Plus-Symptomatik hast, zweitens hast du
              vermutlich
              ein zu großes Maß an sekundärem Krankheitsgewinn.
              Mein Krankheitsgewinn ist leicht zu verstehen: Ich bin frei und muss mich auf nichts Verbindliches einlassen. Wenn eine Frau dies wollte, müsste ich sagen: "Sorry, ich kann nicht" und würde damit sogar die Wahrheit sagen. Wie praktisch.

              Der Schüchterne hat keinen solchen Vorteil.
              Das habe ich verstanden.

              Nun aber zu + und -.
              Der Schüchterne bekommt alle möglichen Angst-Empfindungen (Herzpochen, Schwitzen, trockenen Mund,...) wenn er in eine bestimmte Situation gerät.
              Ich bekomme diese Symptome, wenn ich in ein andere Situation gerate.

              Ich kann nicht sehen, warum die gleichen Empfindungen unter der Form nach gleichen Bedingungen (bestimmte Situationen) bei ihm ein + und bei mir ein - sein sollen. Bekommen wir beide nicht etwas dazu, nämlich die Empfindungen?

              Viele Grüße, Herbert

            • Antwort von nach 7 Stunden 0 hilfreich
              Re: Zusammenfassung und neue Frage

              Welt nicht untergeht, wenn ich eine Frau enttäusche (das ist nämlich, was vermutlich meine Angst unbewusst auslöst).
              Das ist interessant und wirft bei mir die Frage auf, ob in Deinen bisherigen Therapien auch auf die Untersuchung der Träume: nach Freud der "Königsweg in das Unbewusste" und das Kernstück der Psychoanalyse, zurückgegriffen worden ist, bzw. ob Du bereits erwogen hast, es eventuell noch ein 4- oder 5tes Mal mit etwas Neuem zu versuchen? Im Bereich des Bewusstseins (der allerdings winzig und entsprechend schnell zu durchschauen = klären ist, verglichen mit den offenbar unbegrenzt-grundlosen Ausdehnungen des "Dark Continent" im Unbewusten) scheinst Du in der Tat so gut wie 'austherapiert' zu sein. wenn ich schon ausgebildete Therapeuten mit Approbation bezweifele, dann erst recht einen Coach, der noch nicht mal eine geregelte Ausbildung durchlaufen hat
              Das Argument erweckt bei mir den Eindruck eines "typisch deutschen". In Wirklichkeit sagt es doch nichts über die tatsächlichen, momentanen Befähigungen eines Mechanikers, Therapeuten usw. aus, ob und von welcher gesellschaftlich allgemein gehuldigter Institution die Ausbildung "geregelt"/ überwacht und ihr "Gelingen" zuletzt mit der offiziellen Titelsverleihung abgesegnet) wurde, sondern gilt: "An ihren Werken werdet ihr sie erkennen!" Zumindest sollte Dein offensichtlich wohlbegründetes Mißtrauen Dich nicht davon abhalten, Dein Gegenüber einer Prüfung auf eigene Gefahr zu unterziehen, anstatt die Verantwortung Institutionen wie den genannten zu überlassen, zumal sie ihre Legitimation aus einem von der Massenmeinung regulierten 'demokratischen' System beziehen. Du hättest jetzt die Gelegenheit... Ich kann nicht sehen, warum die gleichen Empfindungen unter der Form nach gleichen Bedingungen (bestimmte Situationen) bei ihm ein + und bei mir ein - sein sollen. Bekommen wir beide nicht etwas dazu, nämlich die Empfindungen?
              Das ist richtig, und anhand Analyse Deiner Träume bräuchtest Du nicht sozusagen nur im Kopf darüber spekulieren, warum etwa ein Schüchterner in der oder der Situation diese und jene Symptome zeigt; Du erhieltest statt dessen direkt von Unten Informationen über Deine jeweils aktuelle Innere Situation. Bis sich eine Diagnose zu den Ursachen Deiner Problematik erstellen läßt, würde freilich eine ganze Weile vergehen...



Keine passende Antwort gefunden? Jetzt eigene Frage stellen!