Hauptperson festlegen

Von: , Frage gestellt am Fr, 5. Aug 2005
Hallo Leute,

ein bissel graue Theorie vor dem Wochenende:

James N. Freys "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt" I+II ist bei mir eingetroffen und Teil I habe ich halb durch. Wenn ich das Wissen auf meine Geschichte von Pater Rudolph, deren Anfang ich hier in "Storys" veröffentlicht hatte, anwende, fällt mir einiges auf.

Eine Geschichte soll eine Prämisse haben, die in Zusammenhang mit der Hauptfigur steht. Als Hauptfigur hatte ich den Gauner Mike ausgesucht, da ich mich mit dem am besten identifizieren konnte. Der Hauptteil der Geschichte sollte aus seiner Perspektive erzählt werden. Zum Höhepunk der Handlung tritt aber seine Gehilfin Butch in Aktion um den Konflikt zu lösen und alle zu retten. Nur sie kann das tun, sonst ist die Pointe i.A., vorher spielt sie aber nur eine Nebenrolle.
Ich glaube Frey so verstanden zu haben, dass das nicht gut ist, und die Hauptperson auf dem Höhepunkt den zentralen Konflikt lösen sollte.

Muss ich also den Großteil der Geschichte aus Butchs Perspektive erzählen?

Das wir mir sicher schwerer fallen, Gott-sei-Dank ist sie wenigstens lesbisch... ;-) Ich habe schon eine Idee, wie ich aus der Nebenrolle eine sich entwickelnde Persönlichkeit machen kann, aber ich kenne nicht so besonders viele lesbische Schlägerinnen und habe Sorgen, mich in Klischees zu verfangen.

Danke
Nic

15 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 13 Minuten 0 hilfreich
    Re: Hauptperson festlegen
    Hallo Nic, ein bissel graue Theorie vor dem Wochenende:

    James N. Freys "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt"
    I+II ist bei mir eingetroffen und Teil I habe ich halb durch.
    halb lesen gilt nicht. Wenn ich das Wissen auf meine Geschichte von Pater Rudolph,
    deren Anfang ich hier in "Storys" veröffentlicht hatte,
    anwende, fällt mir einiges auf.

    Eine Geschichte soll eine Prämisse haben, die in Zusammenhang
    mit der Hauptfigur steht. Als Hauptfigur hatte ich den Gauner
    Mike ausgesucht, da ich mich mit dem am besten identifizieren
    konnte. Der Hauptteil der Geschichte sollte aus seiner
    Perspektive erzählt werden. Zum Höhepunk der Handlung tritt
    aber seine Gehilfin Butch in Aktion um den Konflikt zu lösen
    und alle zu retten. Nur sie kann das tun, sonst ist die Pointe
    i.A., vorher spielt sie aber nur eine Nebenrolle.
    Ich glaube Frey so verstanden zu haben, dass das nicht gut
    ist, und die Hauptperson auf dem Höhepunkt den zentralen
    Konflikt lösen sollte.
    1. Frey und wie sie alle heißen sind nicht der liebe Gott.
    2. Der, der für eine Story/eines Romans lieber Gott spielt ist der Autor.
    3. Schreiben lernt man durch Schreiben.
    NICHT dadurch, dass man Schreiblern-Bücher verinnerlicht. Muss ich also den Großteil der Geschichte aus Butchs
    Perspektive erzählen?
    Wir müssen alle sterben.
    Sonst musst Du aber gar nichts.
    Du musst mir nicht einmal glauben. Das wir mir sicher schwerer fallen, Gott-sei-Dank ist sie
    wenigstens lesbisch... ;-)
    hmpf? Was willst Du Dichter mir damit sagen? Ich habe schon eine Idee, wie ich
    aus der Nebenrolle eine sich entwickelnde Persönlichkeit
    machen kann, aber ich kenne nicht so besonders viele lesbische
    Schlägerinnen
    diese Ausage impliziert, dass Du zumindestens eine kennst. Wenn dem so ist, dann frage sie, wie es ist eine leblische Schlägerin zu sein.
    Wer kein Insiderwissen hat, besorgt sich welches.
    Das nennt man Recherche. und habe Sorgen, mich in Klischees zu verfangen.
    erstmal schreiben
    dann liegen lassen - einige Zeit -
    dann wiederlesen und Klischees ausbügeln

    im Übrigen: wer-weiss-was ist kein sonderlich gutes Forum für solche Fragen.

    Für Möchtegern-Autoren in Schreibnöten:

    http://www.kurzgeschichten.de/vb/kgdestart.php
    http://www.leselupe.de/lw/startseite.php
    http://www.autorenforum.de/
    http://autorenforum.montsegur.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl

    und ganz speziell für die Jünger von James Frey:
    http://www.wwgpro.de/

    ... und google kennt noch viele mehr

    viele Grüße
    geli


    Danke Nic
    Buchtrailer
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    • Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
      Re^2: Hauptperson festlegen
      Hallo Geli,
      danke für die Antwort. Wir müssen alle sterben.
      Sonst musst Du aber gar nichts.
      Du musst mir nicht einmal glauben.
      Ich wollte mich als Anfänger lieber etwas an eine Kochrezept halten, damit ich nicht so ein Buch wie Wieseigel (Titel vergessen) schreibe, mit einer wunderschönen Geschichte aber ein bissel konfus. Das wir mir sicher schwerer fallen, Gott-sei-Dank ist sie
      wenigstens lesbisch... ;-)
      hmpf? Was willst Du Dichter mir damit sagen?
      Das ich als Hetero-Mann das Begehren sicher authentischer hinbekomme, wenn die Angebetete eine Frau ist. Ich habe schon eine Idee, wie ich
      aus der Nebenrolle eine sich entwickelnde Persönlichkeit
      machen kann, aber ich kenne nicht so besonders viele lesbische
      Schlägerinnen
      diese Ausage impliziert, dass Du zumindestens eine kennst.
      Wenn dem so ist, dann frage sie, wie es ist eine leblische
      Schlägerin zu sein.
      Wer kein Insiderwissen hat, besorgt sich welches.
      Das nennt man Recherche.
      Auch das war leider noch übertrieben. Gibts hier ein Brett für lesbische Schlägerinnen? ;-)

      ..und Danke für die Links, da werde ich die anderen auch noch nerven, hihi!

      Nic
      • Antwort von nach 2 Stunden 2 hilfreich
        Re^3: Aber Obacht!
        Mahlzeit, Das ich als Hetero-Mann das Begehren sicher authentischer
        hinbekomme, wenn die Angebetete eine Frau ist.
        vielleicht, vielleicht aber nicht. Du solltest z.B. nicht schreiben: "Sobald sie ihre Angebetete sah, bekam sie einen Ständer."

        Gruß

        Sancho
  2. Antwort von (abgemeldet) nach 6 Stunden 0 hilfreich
    Re: Hauptperson festlegen
    hallo nic,

    ich habe "wie man einen verdammt guten roman schreibt" nicht gelesen. weder teil 1 noch 2.

    die sache mit diesen wie-schreibe-ich-richtig-büchern ist, daß zum einen tausende davon gibt, und - wie horoskope - meist ein bißchen was davon immer stimmt. aber welches bißchen?

    wenn man weiterhin darüber reflektiert, daß es einem großteil dieser schreibratgeber-autoren noch nie gelungen ist, ihre eigenen erkenntnisse erfolgreich einzusetzen (sprich: von denen hat man noch nie einen roman gelesen!), läßt das doch einige berechtigte skepsis zu.

    allenfalls könnte es in ansätzen sinn machen, wenn man erfolgreiche autoren ausquetscht und nach ihrem erfolgsrezept fragt. und während man dann die erkenntnisse des erlauchten autors von dessen lippen trinkt wie nektar, wird man vielleicht merken, daß es aber diese rezepte nicht gibt und ein erfolg auch schon mal von parametern wie dem luftdruck, der laune des vertriebschefs im verlag oder ob der mann der lektorin mal wieder den geschirrspüler nicht ausgeräumt hat, abhängt.
    also sollte man dieser art von ratgeberliteratur nicht allzuviel bedeutung beimessen. das wollte ich nur damit sagen.

    hauptperson eines roman ist der, der denkt. nur in den einen (oder die natürlich) kann sich der leser hineinversetzen, nur den können wir glaubwürdig fühlen lassen, riechen, angst haben und lieben lassen. was er (oder sie) dann denkt, fühlt, liebt, riecht, muß schlüssig sein. er darf nicht über geheimwissen des autors verfügen, sondern der komissar muß durch erfahrung bzw. ermittlung und eigenes nachdenken den mörder entlarven. und nicht, weil er plötzlich über kenntnisse verfügt, die der autor einsickern läßt, weil er jetzt langsam mal zum ende kommen muß.

    in fortgeschrittenem stadium, also wenn man das o.g. beherrscht, kann mal ja mal probieren, mehrere personen denken zu lassen. das geht aber nur nacheinander und fein säuberlich getrennt (also einmal die story aus ihrer sicht und einmal aus seiner...) und nie in einem kapitel/einer szene gleichzeitig.

    probier mal einfach ein bißchen aus, denn wie geli schon sagte: nur das übt das schreiben.

    schöne grüße und viel erfolg
    ann
    • Antwort von nach 2 Tagen 1 hilfreich
      Re^2: Hauptperson festlegen
      Hi! ich habe "wie man einen verdammt guten roman schreibt" nicht
      gelesen. weder teil 1 noch 2.
      Ich habe sie gelesen. Beide. Und ich halte sie für nur eingeschränkt brauchbar. die sache mit diesen wie-schreibe-ich-richtig-büchern ist, daß
      zum einen tausende davon gibt, und - wie horoskope - meist ein
      bißchen was davon immer stimmt. aber welches bißchen?
      Das ist die Kunst des Herausfilterns. Ich weiß nicht, welche der Tausende von Wie-schreibe-ich-richtig-Bücher du gelesen hast. Das Problem dabei ist, dass es kein vernünftiges Buch gibt, mit dem ein "Anfänger" wirklich das Schreiben anfangen kann. Entweder sind die Bücher zu pauschal und selbstverliebt (dazu zähle ich z.B. die beiden oben genannten) oder sie sind - zumindest für Anfänger - viel zu spezifisch. Andererseits gibt es aber Wahrheiten beim Schreiben, die sind derart banal, dass man sich schämen müsste, sie in ein Wie-schreibe-ich-richtig-Buch zu setzen. wenn man weiterhin darüber reflektiert, daß es einem großteil
      dieser schreibratgeber-autoren noch nie gelungen ist, ihre
      eigenen erkenntnisse erfolgreich einzusetzen (sprich: von
      denen hat man noch nie einen roman gelesen!), läßt das doch
      einige berechtigte skepsis zu.
      Das ist das altbekannte Problem des von-außen-Betrachtens. Wie viele Lektoren kennst du, die ihren Beruf an den Nagel gehängt und einen solchen Megaseller geschrieben haben, durch den sie ihren Wohnsitz nach Monaco verlegen oder sich eine eigene Insel in der Karibik leisten konnten? Vermutlich nicht sehr viele (wenn überhaupt). Trotzdem sind es Lektoren, die entscheiden, was gut und was schlecht ist, was von den eingereichten Manuskripten in den Mülleimer oder in die Druckerei geht. Sie entscheiden letztlich, was auf dem Markt erscheint und was nach ihrer Meinung ein guter Roman ist. allenfalls könnte es in ansätzen sinn machen, wenn man
      erfolgreiche autoren ausquetscht und nach ihrem erfolgsrezept
      fragt. und während man dann die erkenntnisse des erlauchten
      autors von dessen lippen trinkt wie nektar, wird man
      vielleicht merken, daß es aber diese rezepte nicht gibt und
      ein erfolg auch schon mal von parametern wie dem
      luftdruck, der laune des vertriebschefs im verlag oder ob der
      mann der lektorin mal wieder den geschirrspüler nicht
      ausgeräumt hat, abhängt.
      Das ist richtig. Erfolg ist ein Zufallsfaktor. Patrick Süßkind hat seinen Erfolgsroman "Das Parfüm" etwa 100 Mal erfolglos eingereicht. Dass das Buch erschienen ist - reiner Zufall.

      Joanne K. Rowlings "Harry Potter" brauchte ein Jahr, bis sich ein Agent für das Buch interessierte. Der wiederum musste bei einigen Verlagen Klinken putzen, ehe Bloomsbury sich erbarmte, das Buch in einer Auflage von 500 Stück herauszubringen (mit der Empfehlung an die Autorin, sich einen Job zu suchen, weil sie von diesem Buch niemals würde leben können). Was aber gerade bei Rowling besonders auffällt: Der erste "Harry Potter" hat noch sehr stark die Schreibe der "Anfängerin Rowling". Mit jedem Band wird ihre handwerkliche Profssionalität besser - und entspricht dabei weitgehend dem, was in den Wie-schreibe-ich-richtig-Büchern propagiert wird. Gleiches kann ich von einem Bekannten berichten, der ein entschiedener Gegner des erlernbaren Schreibhandwerks war. Er hielt auch nichts von diesen Handwerk-Schreib-Ratgebern, fand Plotten, Charakterentwicklung, strukturiertem Handlungsaufbau, klare Zielsetzung der Romanhandlung nur blöd. Dann bekam er seinen ersten Verlagsvertrag. Sein zuständiger Lektor hat sein Manuskript von vorne bis hinten auseinander genommen. Heute sagt mein Bekannter, das Wichtigste sei plotten, plotten plotten. Und eine vernünftige Charakterentwicklung. Sauberes Handwerk eben.

      So kann's passieren. also sollte man dieser art von ratgeberliteratur nicht
      allzuviel bedeutung beimessen. das wollte ich nur damit sagen.
      Das hängt davon ab, was für eine Art von Literatur man schreiben will. Wer scharf auf den Georg-Büchner-Preis oder auf einen Erfolg beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb ist, der sollte diese Ratgeberbücher mit einer möglichst langen Kneifzange anfassen und sie verbrennen (deutsche Edel-Literatur lebt bekanntlich seit Goethe und Schiller vom Gedanken des Genies: Wenn der Autor nicht mehr versteht, was er schreibt, so meint er, der Genius spräche aus ihm).

      Wer aber "nur" handlungsorientierte Unterhaltungsromane schreiben will, der sollte sich durchaus mit den handwerklichen Aspekten des Schreibens befassen. hauptperson eines roman ist der, der denkt.
      Sorry, aber das ist purer Unsinn. In einem Roman können viele Leute denken. In den Romanen des 19. Jahrhunderts denken sogar alle Leute, und das mitunter gleichzeitig (okay, ich übertreibe, aber die Romane des 19.Jahrhunderts sind größtenteils auktorial). In den heutigen Romanen denken ebenfalls mehrere Leute, allerdings nicht mehr gleichzeitig, sondern nach Kapiteln getrennt. Richtig ist, dass in heutigen Romanen eine eindeutige Erzählperspektive innerhalb eines Kapitels als anstrebenswert gilt. Gestattet man nur der Hauptperson das Denken, dann müsste sie zwangsläufig in jedem Kapitel des Romans vorkommen - was aber nicht der Realität entspricht.

      Nach meiner Auffassung sollte die Hauptperson eines Romans immer derjenige Romancharakter sein, für den am meisten auf dem Spiel steht und der die stärkste Wandlung im Roman durchläuft, weil dadurch diese Figur für den Leser am interessantesten ist. Eine Romanfigur, die sich durch die Ereignisse der Romanhandlung nicht wandelt, ist eine Schablone (für bestimmte Genres sind schablonenhafte Hauptfiguren durchaus von Vorteil, siehe James Bond, oder die bekannten Agatha-Christie-Hauptfiguren wie Hercule Poirot oder Miss Marple, aber auch Figuren wie Sherlock Holmes und Dr. Watson - hier kommt es nicht auf die Wandlung der Hauptfiguren an, sondern auf den Wettstreit zwischen den Hauptfiguren und dem Leser: Wer bekommt früher heraus, wer der Täter ist?).

      Grüße
      Heinrich
      • Antwort von (abgemeldet) nach 3 Tagen 0 hilfreich
        Re^3: Hauptperson festlegen
        hallo heinrich,

        ich sehe nicht, wo deine aussage der meinen im wesentlichen widerspricht (außer im letzten absatz). nur begründe ich meine nicht unbedingt auf meiner meinung.
        im übrigen soll dir deine auffassung unbenommen bleiben - aber es gibt nun mal regeln beim schreiben. DIE zu kennen und zu beherrschen macht das schreibhandwerk aus.
        regeln durchbrechen kann man natürlich auch, aber immer erst, wenn man sie aus dem ff beherrscht.

        aber ob und wie viele lektor-kollegen in der karibik wohnen hat damit nicht das geringste zu tun.

        nach wie vor rate ich eher zu einem fundierten schreibkurs vor ort als zu einem (zumeist) teuren und nutzlosen fernkurs oder (zumeist) ebenso nutzlosen und mitunter auch recht kostspieligen schreib-lern-kochbüchern. dort findet man oft nur die literarische entsprechung des "malen nach zahlen" - oder sie schmeißen im gegenteil alle regeln über bord und erklären allen ernstes, daß nur der gut schreibt, der völlig unbeleckt ist.

        wer wirklich schreiben lernen möchte, der sollte schreibforen/-gruppen beitreten und sich dort mit anderen messen, der sollte themenbezogen in vorgegebenem rahmen schreiben üben oder auch an wettbewerben teilnehmen. und daran wachsen!

        gruß
        ann
        • Antwort von nach 3 Tagen 0 hilfreich
          Re^4: Hauptperson festlegen
          Hi! aber ob und wie viele lektor-kollegen in der karibik wohnen
          hat damit nicht das geringste zu tun.
          Nun, du hast in deinem Beitrag den Schreibern von Wie-schreibe-ich-richtig-Büchern ganz kräftig vors Schienbein getreten. Ich zitiere dich:

          "wenn man weiterhin darüber reflektiert, daß es einem großteil dieser schreibratgeber-autoren noch nie gelungen ist, ihre eigenen erkenntnisse erfolgreich einzusetzen (sprich: von denen hat man noch nie einen roman gelesen!), läßt das doch einige berechtigte skepsis zu."

          Genau darauf bezog ich mich. Es gibt - so habe ich deine Aussage verstanden - Leute, die in Buchform beschreiben, wie man richtig/gut schreibt, es selbst aber nicht auf die Reihe bekommen (laut deiner Aussage hat keiner der Schreibratgeber es zu einem Erfolg gebracht). Schlussfolgerung: Sei skeptisch gegenüber diesen Verfassern.

          Mein Argument ist, dass jemand, der das Handwerkliche zu beschreiben weiß, nicht zwangsläufig auch ein erfolgreicher Autor sein muss. Das sieht man m.E. hervorragend an den Lektoren der Verlage. Jeder von denen kann dir haarklein erklären, warum diese Figur schwach und jene Szene völlig überflüssig ist und warum das Romanende grundsätzlich überarbeitet gehört. Darf der Lektor einem solche Kritik um die Ohren hauen, wenn er selbst bislang kein eigenes erfolgreiches Buch auf den Markt gebracht hat? Genau das wirfst du den Wie-schreibe-ich-richtig-Autoren vor.

          Grüße
          Heinrich
          • Antwort von (abgemeldet) nach 3 Tagen 0 hilfreich
            Re^5: Hauptperson festlegen
            hallo, Nun, du hast in deinem Beitrag den Schreibern von
            Wie-schreibe-ich-richtig-Büchern ganz kräftig vors Schienbein
            getreten.
            nur den allerweltswischiwaschischreibern, die die gutgläubigkeit ernsthaft bestrebter hobbyschreiber ausnutzen wollen, indem sie ihnen instant-schreibkurse aufschwatzen. "lies dieses buch und du kannst schreiben!"
            so läuft das nicht! Mein Argument ist, dass jemand, der das Handwerkliche zu
            beschreiben weiß, nicht zwangsläufig auch ein erfolgreicher
            Autor sein muss. Das sieht man m.E. hervorragend an den
            Lektoren der Verlage. Jeder von denen kann dir haarklein
            erklären, warum diese Figur schwach und jene Szene völlig
            überflüssig ist und warum das Romanende grundsätzlich
            überarbeitet gehört. Darf der Lektor einem solche Kritik um
            die Ohren hauen, wenn er selbst bislang kein eigenes
            erfolgreiches Buch auf den Markt gebracht hat? Genau das
            wirfst du den Wie-schreibe-ich-richtig-Autoren vor.
            ja, und ich bleibe dabei.

            ich weiß nicht, ob und wieviel ahnung du von lektorenarbeit hast - ich arbeite seit jahren als lektorin. als solche traue ich es mir zu, die stellen, die haken zu glätten unlogische handlungsverläufe zu begradigen, stil zu verbessern und vieles mehr. ich kann mich sogar vor eine bleiwüste setzen und die story aus viel text herausschälen und ergründen, was der autor mir eigentlich sagen will. ich kann auch sagen, wo mir die handlung zu dünn ist oder - im gegenteil - zu dicke kommt. dann mache ich vorschläge. schreiben muß es der autor. (oder er sagt vielleicht auch: nö, ich will, daß alles genauso stehenbleibt.)

            im rahmen meiner erfahrung könnte ich auch checklisten erstellen und dem autor sagen, wo er drauf achten, bzw. was er vermeiden soll.

            dafür muß aber erst etwas da sein! material, mit dem man arbeiten kann! natürlich, das kann man sehr gut in einem kurs/seminar mit mehreren erstellen und gemeinsam dran arbeiten. DAS traue ich mir zu und vielen anderen auch. aber ein solcher kreativer prozeß ist niemals eine einbahnstraße!
            einen ratgeber zu schreiben - selbst wenn er noch so gut sein sollte! - kann immer nur ein teil des schreiben lernens sein.

            und jemand, der diamanten schleifen kann, kann noch lange keine herstellen.

            gruß
            ann


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