Osterbräuche - Pesachbräuche?

Von: , Frage gestellt am Di, 15. Apr 2003

hallo,

ich suche experten, die mir die frage beantworten können, ob es einen zusammenhang zwischen folgenden bräuchen gibt:

- das grillen von lämmern (bei griechen zu ostern): erinnert an das pesachopfer. ist der zusammenhang bewußt gewählt oder nur "zufall"?

- kinder suchen versteckte eier und kriegen ein geschenk. das erinnert an das afikomen. gibt es einen zusammenhang?

- das "osterfeuer" vs. das verbrennen des chametz.

- die typische "ostermahlzeit" enthält dinge, die man auf dem sederteller findet: harte eier, radieschen und kren (meerrettich?) alles zufall?

- spezielles "osterbrot", das anders ist als normales brot (nämlich süß) vs. matzot. osterbrot sieht außerdem aus wie challah und schmeckt aus so. zufall? außerdem ist interessant, daß ausgerechnet brot zu ostern gegessen wird, während dieses an pesach tabu ist. invertierte bräuche?

irgendwas mit fleisch gibt es auch noch, das gesegnet wird. da dürfte wieder das opfer im hintergrund stehen. stimmt das?

ich weiß, daß das trinken von wein und das essen der runden ungesäuerten "tortenböden" (wie heißt das nochmal) in der kirche, und das "brechen des brotes", eindeutig von einem sedermahl stammt. der zusammenhang ist mir bekannt ("letzes abendmahl" usw). wie sieht es aber mit den obengenannten spezifischen osterbräuchen aus? kennt sich dort jemand aus? sind die ähnlichkeiten zufall?

werweisswas?

chag sameach und frohe pstern, je nachdem :)

gruß datafox

19 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 6 Stunden 0 hilfreich
    Re: Osterbräuche - Pesachbräuche?

    hallo, datafoxie,

    natürlich gibt es eine Übernahme von Pesach-Bräuchen zu Osterbräuchen. Du hast ja offensichtliche "Parallelen" genug genannt.

    Aber frag doch mal in die andere Richtung!
    Was haben die Juden von den Ägyptern, den Kannanitern, den Babyloniern etc. übernommen?

    Pesach ist ein auf jüdisch getrimmtes Frühjahrsfest, dem eine der Geschichte des Volkes Israel entsprechende Deutung untergeschoben wurde. Dies legen sowohl der Termin als auch die von dir genannten Bräuche nahe.

    Gruß Fritz

    • Antwort von nach 7 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Osterbräuche - Pesachbräuche?

      hallo, Was haben die Juden von den Ägyptern, den Kannanitern, den
      Babyloniern etc. übernommen?
      auch eine interessante frage. leider kenne ich die bräuche der kanaaniter und babylonier nicht, um das beantworten zu können. der einfluß ist sicher mannigfaltig, wie man schon am jüdischen kalender deutlich sieht. Pesach ist ein auf jüdisch getrimmtes Frühjahrsfest, dem eine
      der Geschichte des Volkes Israel entsprechende Deutung
      untergeschoben wurde. Dies legen sowohl der Termin als auch
      die von dir genannten Bräuche nahe.
      diese historisch-kritische interpretation trifft auf alle feste aller kulturen zu. es war nicht das thema meiner frage...

      interessanter wäre es jetzt doch heruaszufinden, ob meine konkreten beobachtungen jetzt nun wirklich stimmen oder ob es zufälle sind, oder vielleicht sogar einflüsse in die gegenrichtung. das judentum wurde ja auch beeinflußt. wer hat zb. wen beeinflußt beim verstecken, suchen und geschenkemachen? und wie kam es dazu? das sind ja ganz spezifische elemente, die sich erstaunlich gleichen.

      das würde mich sehr interessieren.

      gruß datafox

      • Antwort von nach 10 Stunden 1 hilfreich
        Re^3: Osterbräuche - Pesachbräuche?

        Hallo, Lehi! interessanter wäre es jetzt doch heruaszufinden, ob meine
        konkreten beobachtungen jetzt nun wirklich stimmen
        Ich habe keine Belege dafür, aber das gemeinsame Essen eines Tieres, sei es nun Hase oder Lamm oder Zicklein, ist - meiner Ansicht nach - sicher ein Element, das von älteren Kulturen an die Israeliten und von den Juden an die Christen weitergegeben wurde. Die Kommunion / Eucharistie ist ja die Erinnerung an das Pesachmahl, das Jesus als guter Jude mit seinen Jüngern feierte.
        Wobei sicher auch die Griechen und Römer und Germanen solche gemeischaftsstiftenden Gelage kannten.

        Auch Eier gab es schon bei Ägyptern und im Zweistromland als "rituelle" Speisen und Geschenke.

        Also wohl keine zufälle!
        oder vielleicht sogar einflüsse in die gegenrichtung. das judentum wurde ja auch beeinflußt. wer hat zb. wen beeinflußt beim verstecken, suchen und geschenkemachen?
        In dem Buch von Gabriele Tergit, das ich dir schon genannt habe, fand ich Hinweise, dass z. B. das Purimfest, zunächst ein Fest der Dankbarkeit für Errettung aus großer Not, wohl durch den Einfluss der Fasnacht bzw. des Karnevals zu einem Fest ausgelassener Fröhlichkeit wurde, mit Tanz und Maskerade und vielleicht ist die Wahl der "Königin Esther", von der Tergit aus dem Tel-Aviv der 30er Jahre berichtet, von der Wahl des Prinzen Karneval inspiriert.

        Ebenso war das Sukkotfest zuerst wohl ein Obst- und Weinlesefest - wohl auch mit kanaanäischen Hintergrund - und ist im Verlauf der Zeit und fern von Erez Israel in der Galuth - zu einem allgemeinen Erntedankfest geworden.

        Und wird nicht auch Chanukka - vor allem in den USA - immer mehr von dem christlichen Weihnachten überformt?

        Um aber da über die Richtung der Beeinflussung zu entscheiden, weiß ich zu wenig über die jüdischen Jahresfeste.

        Man müsste da genauer nachsehen, wie sich die jüdischen Feste entwickelt haben. Und da bin ich nicht kompetent.
        Wenn du aber das zusammen suchst, werde ich gern die christlichen Parallelen dazu stellen.

        Gruß Fritz

  2. Antwort von nach 12 Stunden 5 hilfreich
    Rituale und Mythen

    Hi datafox

    deine speziellen Fragen kann ich dir ad hoc auch nicht beantworten - wäre viel Wühlerei in Bibliotheken nötig.

    Aber etwas Allgemeines zur Grundstruktur und -bedeutung von Ritualen (kulturkreisübergreifend sozusagen) könnte vielleicht dienlich sein, um zu sehen, in welcher Richtung die Antworten zu suchen wären - insbesondere zur Frage der Ähnlichkeit zwischen rituellen Details.

    Es gibt grundsätzlich drei verschiedene Prototypentypen von Ritualen (ich nehme diesen allgemeineren Ausdruck statt "Feste". Lat. feria leitet sich von fari = "sakrales Sprechen" ab):

    - jahreszyklische Rituale (I), die an besondere astronomische Erscheinungen gekoppelt sind
    - singuläre Rituale (II), die jahreszyklisch wiederholt werden (Gründungen, Einweihungen, Initiationen, Hochzeiten, Geburten usw.).
    - singuläre Rituale (III), die an bestimmte wiederholte Handlungen gebunden sind (Vertragsschlüsse, Umgang mit Jagdbeuten usw.)

    Zu den Ritualen I gehören insbesondere die Feste, die an die vier Jahresfixpunkte gebunden sind: die Tag-Nacht-Gleichen am Frühlings- und Herbstanfang und der längste Tag im Sommer und die längste Nacht im Winter. Alle Ritualformen, die dazugehören, haben den (mythologischen) Zweck, das Jahresende über diesen Fixpunkt hinaus mit einem neuen Jahresanfang zu verknüpfen - also sozusagen den Fortlauf der Geschichte zu garantieren.

    Diese Verknüpfung "gelingt" nach der mythisch-magischen Logik dadurch, daß dieses Ritual als im Hier&Jetzt reaktualisierte Kosmogonie verstanden wird. Die mythische Weltenstehung, die "während" des Rituals also "jetzt" geschieht (deshalb wird genau bei dieser Gelegenheit der Mythos auch rezitiert) garantiert, daß das Ende eines Zyklus (Tod, Weltuntergang) in einen Anfang (Auferstehung, Weltenstehung) umgewandelt wird.

    Diese Formen und deren Verständnis sind sehr alt - älter als die davon abgeleiteten Formen heute aktueller Religionen und ihrer Gebräuche - und die Grundstrukturen der elementaren mythischen Kosmogonien sind die Prototypen der im Ritual vorhandenen Objekte und
    Handlungen:

    - Das Ur-Ei, aus dem, wenn es zerbricht, der Kosmos entsteht, findet sich bereits in Ägypten im Alten Reich und in Indien wird es in den älteren Teilen der Rgveda erwähnt

    - der primordiale Weltberg (sumeru usw.), der aus dem Urwasser auftaucht, wird im Prototyp des Altars reaktualisiert (im altindischen Agni-Kult wird er aus 365 ungebrannten Ziegeln nachgebildet)

    - die Zerstückelung eines primordialen Wesens (purusha, ymir, ouroboros, tiamat/tamtu usw.), aus dessen Körperteilen die Welt gebildet wird, geht über in die Opferung eines (Totem-)Tieres, das in der Regel das mit dem Schöpfergott (oder Stammesgründer oder Kultgründer) magisch identisch ist

    - das primordiale Feuer, aus dessen Asche die Welt gebildet wird.

    Die anderen zwei Ritualtypen sind für den Hintergrund deiner Fragen jetzt nicht so relevant. Aber immerhin geht es um die Frühlingsfeste (zu denen ja auch pesach gehört), die übrigens terminlich verschieden identifiziert bzw. werden, je nachdem, ob sie sich allein am Sonnenstand oder an einer Kombination aus Sonnen- und Mondzyklus orientieren.

    Viele Formen bilden sich im Laufe der Geschichte dann durch Synkretismen: Die Vernetzung verschiedener Kulturen führen zu Superpositionen auch der Kulte. Und so haben wir im christlichen Osterfest z.B. eine Überlagerung des pesach, an das es ja ursprünglich assoziiert war, mit orientalischen Frühlings-Tieropfern (z.B. die frisch geworfenen Lämmer) und mit einem germanischen Frühlingsfest der Morgen(stern)göttin Ostara, deren Totemtier der Hase ist. Die Eier-Geschichte kommt über viele spätere Legendenbildungen und halbverstandene Mythologien letztlich aus dem primordialen kosmogonischen Ei ... man erkennt das noch an vielen Zeremonien, bei denen die Eier zerstört werden.

    Das Verstecken und Suchen von Geschenken ist übrigens sicherlich ein Rest einer Eigenart von Ritualen des Typs II: Zu Initiationsritualen gehört der (reale oder symbolische) zeitweilige Ausschluß des Probanden aus der sozialen Gruppe - der symbolische Tod, aus dem der Initiand dann (oft am dritten Tag des Rituals) mit Hilfe des Initiators wieder "auferweckt" wird (nämlich zur neudefinierten Lebensrolle in der Stammesgruppe.

    Der Ähnlichkeit zwischen Ritualformen liegt also generell einerseits eine Überlagerung verschiedener Kulte zu Grunde und andererseits eine weltweit verbreitete sehr alte Mythologie, die sich primär an Kosmogonien orientiert, dann - daraus abgeleitet - an bedeutsamen Handlungen (in der Terminologie: "archetypische Präzenzfälle") von Stammesgründern und Kultgründern.

    Grüße

    Metapher

  3. Antwort von nach 20 Stunden 0 hilfreich
    Re: Osterbräuche - Pesachbräuche?

    hallo datatfox, ich suche experten [...]
    bin ich bei solchen vergleichen nicht! in kuerze meine kurzen gedanken und wissen und fragen zu einzelnen punkten: - das grillen von lämmern (bei griechen zu ostern): erinnert
    an das pesachopfer. ist der zusammenhang bewußt gewählt oder
    nur "zufall"?
    bewusst. aus tradition und ursprung des christentums aus dem judentum. frueher siehe auch die naehe vieler christen zum judentum bis zum kaiserlichen verbot, dass christen nicht "judaisieren" sollen. - kinder suchen versteckte eier und kriegen ein geschenk. das
    erinnert an das afikomen. gibt es einen zusammenhang?
    halte ich fuer puren zufall. das eiersuchen ist weiter imho recht neu, viel juenger denn das suchen eines afikoman. die verbindungen zwischen judentum und christentum waren da aber schon lange so ziemlich gekappt, der brauch findeet nur in westlich-christlichen kulturkreisen statt. purer zufall. "ostereier" haben weiter einen heidnischen ursprung in europa. - das "osterfeuer" vs. das verbrennen des chametz.
    halte ich ebenso fuer puren zufall. chametz verbrennen ist nur eine symbolische handlung wirklich das letzte chametz zu beseitigen. es zu verbrennen kommt wohl eher vom kaschern. das osterfeuer hat hingegen ganz andere urspruenge seinerseits. - die typische "ostermahlzeit" enthält dinge, die man auf dem
    sederteller findet: harte eier, radieschen und kren
    (meerrettich?) alles zufall?
    typische ostermahlzeit kenne ich gar nicht. "ostereier" haben hierzulande in europa und von dort in andere westl. kulturkreise exportiert einen heidnischen ursprung, hatte gar nichts mit dem christentum zu tun und schon gar nicht mit dem judentum. radieschen werden gerade reif (die ersten, wenn ueberhaupt).
    halte ich eher fuer zufall. so nicht, so wuerde ich es eher betrachten aus dem aspekt eines festes im fruehjahr mit parallel entwickelten traditionen. - spezielles "osterbrot", das anders ist als normales brot
    (nämlich süß) vs. matzot. osterbrot sieht außerdem aus wie
    challah und schmeckt aus so. zufall? außerdem ist interessant,
    daß ausgerechnet brot zu ostern gegessen wird, während dieses
    an pesach tabu ist. invertierte bräuche?
    zufaellig invertiert auch noch? hmmm, nein, vielleicht ist es wirklich eine naehe herstellbar zu matzot. im sinne von: "iss besonderes brot". vielleicht aber auch aus dem ende der fastenzeit entstanden? ich habe keine rechte ahnung. aber wenn man sagen wollte, es waere bewusst invertiert, geht mir das zu weit. denn waere das brot aehnlich, vermuten wir einen zusammenhang, ist es unaehnlich, vermuten wir bewusste invertierung? nein, mit solch einer argumentation koennte man immer einen bezug zueinander herstellen, mal bewusst angelehnt, wenn man aehnlichkeiten sucht und meint zu finden, mal einen bezug kontraer zueinander, wenn man unaehnlichkeiten meint auszumachen. irgendwas mit fleisch gibt es auch noch, das gesegnet wird. da
    dürfte wieder das opfer im hintergrund stehen. stimmt das?
    das vermute ich auch. wobei, ein gegenargument waere, dass wir hier feste haben, zum fest isst man endlich mal wieder fleisch, weil fleisch eine seltene und begehrenswerte speise war. zumal dazu noch junges, zartes fleisch zur verfuegung steht in form von laemmchen, zuviele laemmchen sind oekononisch auch nicht sinnvoll. also zartes fleisch zum fest essen fuer die oekonomie waere ein schlaghaftes gegenargument, sollte ich eines finden moechten. dann waere es purer zufall aufgrund von aehnlichkeiten der jahreszeit und des festlichen charakters, aber keine vermischung von judentum und christenum aufgrund gemeinsamer urspruenge. aber ja, hier sehe ich einen religioesen zusammenhang. ich weiß, daß das trinken von wein und das essen der runden
    ungesäuerten "tortenböden" (wie heißt das nochmal) in der
    hihi, ich ueberlege auch gerade, wie die oblaten in der kirche heissen. die meinst du doch. irgendwie "der leib christi". aber die dinger werden doch das ganze jahr gefuttert nach dem gottesdienst in kirchen. kirche, und das "brechen des brotes", eindeutig von einem
    sedermahl stammt. der zusammenhang ist mir bekannt ("letzes
    abendmahl" usw). wie sieht es aber mit den obengenannten
    spezifischen osterbräuchen aus? kennt sich dort jemand aus?
    sind die ähnlichkeiten zufall?
    hmm, fest = wein trinken. genauso wie oben zu fleisch. wuerde ich den ursprung eher aus dem festlichen charakter sehen, denn aus gemeinsamen religioesen urspruengen, zum geburtstag, zur grillparty oder zum ""beschneidungsfest" jesus am achten tage nach der geburt am 31.12/01.01.xxxx" wird auch gerne das zellgift ethylalkohol genossen. das brot essen, diese oblaten, hat doch einen rein christlichen ursprung aus dem NT: "mein leib fuer euch gebrochen und mein blut fuer euch vergossen", das abendmahl vor ostern, also trinke wein und esse brot als abendmahl aus dem NT. jaja, damals feierte auch jesus pessach just zu der zeit, ich weiss, aber der konkrete hintergrund ist nicht das pessach-fest, sondern das abendmahl aus dem NT mit der symbolik, das jesus im christentum allen vergeben kann mit seinem blut und leib.

    hope that helps zur anregung, meine albernen gedanken dazu. chag sameach und frohe pstern, je nachdem :)
    yep! je nach fasson! was tun eigentlich halbwegs observante moslems, hindus, buddhisten tun zur zeit? tun die auch etwas tun tun? *g*

    viele gruesse, peter

    • Antwort von nach einem Tag 1 hilfreich
      Re^2: Osterbräuche - Pesachbräuche?

      Moin lego yep! je nach fasson! was tun eigentlich halbwegs observante
      moslems, hindus, buddhisten tun zur zeit? tun die auch etwas
      tun tun? *g*
      Nun ja, eigentlich gibt es keinen einzigen buddhistischen Feiertag in dem Sinne, dass alle Buddhisten diesen Tag mit irgendwelchen Bräuchen, Zeremonien etc. begehen würden.
      Es gibt eine Reihe von lokalen buddhistischen Feiertagen und derjenige, welcher am weitesten verbreitet ist, ist wohl Vesak. An dem Tag (dem ersten Vollmond im Mai) wird z.B. die Geburt Buddhas gefeiert, aber selbst darüber ist man sich nicht unbedingt einig :-)

      Im Buddhismus ist es eben einzig und allein die Lehre, welche die Menschen zusammenhält. Feste hingegen kann man feiern wie sie fallen, da sie kein Bestandteil der Lehre sind.

      Ansonsten kann man als Buddhist um diese Zeit durchaus auch Ostereier färben etc. und sich einfach freunen, dass der Frühling kommt, bzw. um die Weihnachtszeit herum einen Lichterbaum aufstellen und Geschenke verteilen, weil man sich freut, dass die Tage wieder länger werden. Warum auch nicht ? :-)

      Gruss
      Marion

      • Antwort von nach 6 Tagen 0 hilfreich
        Re^3: Buddistenkalender und Fragen dazu

        moin marion,

        sollte ein spass sein: yep! je nach fasson! was tun eigentlich halbwegs observante
        moslems, hindus, buddhisten tun zur zeit? tun die auch etwas
        tun tun? *g*
        aber was soll ;-) Nun ja, eigentlich gibt es keinen einzigen buddhistischen
        Feiertag in dem Sinne, dass alle Buddhisten diesen Tag
        mit irgendwelchen Bräuchen, Zeremonien etc. begehen würden.
        Es gibt eine Reihe von lokalen buddhistischen Feiertagen und
        derjenige, welcher am weitesten verbreitet ist, ist wohl
        Vesak. An dem Tag (dem ersten Vollmond im Mai) wird z.B. die
        Geburt Buddhas gefeiert, aber selbst darüber ist man sich
        nicht unbedingt einig :-)
        aha, haben buddhisten etwa einen mondkalender, bzw, wie sieht der kalender des buddismus genau aus? wie ist denn das belegt, dass buddah am 1. vollmond im mai geboren wurde (bzw. in welchem monat auch immer?). weiter, die buddisten, zumindest die Ersten, kannten keinen "Mai". Woher soll man dann sagen koennen, der erste Vollmond im Mai? Wie ist es exakt? Im Buddhismus ist es eben einzig und allein die Lehre, welche
        die Menschen zusammenhält. Feste hingegen kann man feiern wie
        sie fallen, da sie kein Bestandteil der Lehre sind.
        Genial. Gefaellt mir. Ansonsten kann man als Buddhist um diese Zeit durchaus auch
        Ostereier färben etc. und sich einfach freunen, dass der
        Frühling kommt, bzw. um die Weihnachtszeit herum einen
        Lichterbaum aufstellen und Geschenke verteilen, weil man sich
        freut, dass die Tage wieder länger werden. Warum auch nicht ? -)
        Das ist natuerlich ein Vorteil. Anders als bei den drei "Abrahamiten" hat man hier nicht oder weniger die Gefahr des Synkretismus und des Konkurrenzkampfes, wer denn nun Inhaber des "wahren" Testamentes ist

        war interessant und im voraus auf meine fragen sternchen, marion,

        viele Gruesse, peter

        • Antwort von nach 6 Tagen 0 hilfreich
          Re^4: Buddistenkalender und Fragen dazu

          moin lego, Es gibt eine Reihe von lokalen buddhistischen Feiertagen und
          derjenige, welcher am weitesten verbreitet ist, ist wohl
          Vesak. An dem Tag (dem ersten Vollmond im Mai) wird z.B. die
          Geburt Buddhas gefeiert, aber selbst darüber ist man sich
          nicht unbedingt einig :-)
          aha, haben buddhisten etwa einen mondkalender, bzw, wie sieht
          der kalender des buddismus genau aus?
          Nun, normalerweise hat ein Buddhist den Kalender, der in der Gegend wo er lebt üblich ist. Ein deutscher Buddhist hat somit praktischerweise einen in Deutschland gebräuchlichen Kalender :-)

          Historisch gesehen geht der Mondkalender auf den in den Anfängen des Buddhismus üblichen Kalender in Indien zurück, der allerdings im Wesentlichen ein Mondkalender war. Dort waren alle Vollmondtage "besondere" Tage.

          wie ist denn das belegt, dass buddah am 1. vollmond im mai geboren wurde (bzw. in
          welchem monat auch immer?).
          Soweit ich weiss ist das gar nicht belegt. Viele Traditionen gehen auch davon aus, dass der Buddha am Vollmond im Monat Vaishakh (so nennt sich dieser indische Monat und daher leitet sich wohl auch das Wort Vesak ab) Erleuchtung erlangte und/oder verschied. Für einen Buddhisten macht es Sinn, dieser drei Ereignisse (Geburt/Erleuchtung/Verscheiden) an einem Tag zu gedenken. Andere Traditionen nehmen dafür andere Vollmondtage. So what :-)

          Warum jetzt grade der Vollmond im Monat Vaishakh ist mir nicht bekannt. Besonders stark ist diese Tradition z.B. in Thailand und es könnte sein, dass dieser Monat mit dem Beginn der Regenzeit zusammenfällt, zu der traditionell viele Buddhisten eine längere Zeit der Besinnung in einem Kloster beginnen, somit wäre Vesak dann quasi der "Einstieg" in diese durch jahreszeitliche/klimatische Veränderungen bestimmte Zeit der Besinnung.

          weiter, die buddisten, zumindest die Ersten, kannten keinen "Mai". Woher soll man dann sagen
          koennen, der erste Vollmond im Mai? Wie ist es exakt?
          "Mai" ist nur eine Übertragung auf den hier gebräuchlichen Kalender. Hätte ich "im Monat Vaishakh" geschrieben, hätte damit wohl kaum einer hier was anfangen können :-) Im Buddhismus ist es eben einzig und allein die Lehre, welche
          die Menschen zusammenhält. Feste hingegen kann man feiern wie
          sie fallen, da sie kein Bestandteil der Lehre sind.
          Genial. Gefaellt mir.
          Mir auch :-) Das ist natuerlich ein Vorteil. Anders als bei den drei
          "Abrahamiten" hat man hier nicht oder weniger die Gefahr des
          Synkretismus und des Konkurrenzkampfes, wer denn nun Inhaber
          des "wahren" Testamentes ist
          hm...nein. Wie gesagt, was Buddhisten eint ist die Lehre, hier ergeben sich auch unter Buddhisten unterschiedlicher Traditionen jedoch sehr fruchtbare Diskussionen, da hier z.B. unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden. Ich hab aber noch keinen Buddhisten getroffen, dem es irgendwie wichtig war, an welchem Tag oder in welchem Jahr Buddha denn nun geboren wurde und ob man das irgendwie feiern sollte etc.

          Gruss
          Marion

          • Antwort von nach 6 Tagen 0 hilfreich
            Zusatz

            Warum jetzt grade der Vollmond im Monat Vaishakh ist mir nicht
            bekannt. Besonders stark ist diese Tradition z.B. in Thailand
            und es könnte sein, dass dieser Monat mit dem Beginn der
            Regenzeit zusammenfällt, zu der traditionell viele Buddhisten
            eine längere Zeit der Besinnung in einem Kloster beginnen,
            somit wäre Vesak dann quasi der "Einstieg" in diese durch
            jahreszeitliche/klimatische Veränderungen bestimmte Zeit der
            Besinnung.
            Eine anderer Ansatz wäre vielleicht die Ursprünge dieses Tages in der indischen Astrologie zu suchen, die ja auch zu Zeiten des historischen Buddha schon ziemlich ausgefeilt war und nach deren Berechnungen bestimmte Daten u.A. mit bestimmten Bedeutungen versehen wurden.

            Gruss
            M.



Keine passende Antwort gefunden? Jetzt eigene Frage stellen!