Kopfbedeckung für Frauen im Vatikan
Von: , Frage gestellt am Sa, 22. Okt 2005
Warum müssen Frauen im Vatikan (bei Papstbesuchen) eine Kopfbedeckung tragen?
Danke!
Gruß
josch
Warum müssen Frauen im Vatikan (bei Papstbesuchen) eine Kopfbedeckung tragen?
Danke!
Gruß
josch
Müssen die das???
Als ich im März dort war, musste ich im Vatikan gar nichts aufsetzen.
Und hab auch nicht gesehen, dass irgendwelche anderen Leute was aufhatten. Ich musste nur für 5 Euro so ne hässliche Papierhose kaufen und die überziehen- hatte eine 7/8 Hose an. War aber dem Aufpasser zu freizügig !!!!!!!!.
ciao,
Fee
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HAllo,
was aufhatten. Ich musste nur für 5 Euro so ne hässliche
Papierhose kaufen und die überziehen- hatte eine 7/8 Hose an.
War aber dem Aufpasser zu freizügig !!!!!!!!.
weshalb um, alles in der Welt nun das schon wieder? Hatten die Angst, daßDu den Papst verführst? Oder traut der seiner eigenen moralischen Standhaftigkeit nicht?
ISt doch irgendwie sinnlos: Ist der Papst fest im Glauben, brint ihn auch ne Frau im Bikini obder ohne alles nicht aus dem Gleichgewicht. Oder er ist es nicht - dann ist er der falsche Mann auf dem heiligen Stuhl.
Gernot Geyer
Hallo,
es geht sicherlich nicht um das Seelenheil des Papstes. Wenn der Vatikan, der Hausherr im Petersdom ist, bestimmte Regeln aufstellt, sind die nunmal zu beachten, wenn ich das Gebäude betrete, gleich, ob diese Regeln nun nach Deinem Empfinden Sinn machen oder nicht.
Wenn ich in eine Moschee gehe und meine Schuhe nicht ausziehe oder ein Leinensäckchen darüberziehe - dann komme ich auch nicht rein - weil es die religiösen Gefühle einiger Anwesender stören könnte.
Bei einem meiner zahlreichen Moscheen-Besuche in Kairo bekamen wir eben jene Leinensäckchen von den Männern am Eingang angezogen. Nun habe ich Schuhgröße 48 und ein kleiner Teil meiner Sohle schaute hinten raus wäre alles kein Problem gewesen, wäre nicht eine Frau, die dort gebetet hat, fast ausgerastet, weil mein Schuh kurz den Boden berührte (ich wollte übrigens die Schuhe vorne ausziehen, aber das wurde von den Männern vorne abgewiesen mit dem Hinweis auf die Säckchen).
Also: wenn der Mann am Eingang des Petersdomes meint, es könnte Gefühle verletzen, dann ist das seine Einschätzung, die er entsprechend durchsetzen kann. Und wenn ich mir angucke, wie einige Leute in den Kirchen rumrenne bin ich ganz zufrieden mit der Regelung, dass es Grenzen gibt. Eine 7/8-Hose ist sicherlich etwas anderes als Hotpants und bauchfreie Spaghetti-Tops, aber die Regel lautet nunmal offensichtlich "ganz bedeckt" - und das zählt. Ansonsten muss man halt auf den Besuch verzichten.
Gruß
Christian
Hallo Christian,
ja sicher kann der der Papst (oder wer auch immer dafür zuständig ist) da seine eigenen Regeln aufstellen. Er ist Hausherr und noch dazu Staatsoberhaupt dort. (Allerdings hoffe ich stark, daß nicbht irgendeine unsere Regierungen sich das als Vorbild nimmt).
Eine andere Frage wäre allerdings, wie zeitgemäß derartige Bestimmungen heute noch sind - zumal wenn es sich ja wie in diesem Fall mehr um einen Museumsbesuch als um einen Gottesdienst handelt.
Und Gott nimmt mit Sicherheit keinen Anstoß daran. Der hatte schließlich auch mit Adam und Eva in unbekleidetem Zustand kein Problem im Paradies und weiß zudem sowieso, wie ich "ohne" aussehe.
Gernot Geyer
Hallo nochmal,
in den Kölner Dom kommst Du auch nicht unbedingt rein, wenn Du wirklich völlig daneben angezogen bist, dafür sind die Domschweizer u.a. da. Und - auch wenn der Besuch des Petersdomes für viele ein Museumsbesuch ist - es ist und bleibt eine Kirche und ist somit vornehmlich für die Betenden da. Und die können sich nunmal gestört fühlen, auch durch unpassende Kleidung. Zumal in Italien, wo die Sicht doch ein Stück konservativer ist als hier - wir sollten also nicht den Fehler begehen, unsere recht liberale Meinung auf den Rest der Welt oder auch nur Europas zu übertragen. Wie ich Dir an dem Kairo-Beispiel zeigen wollte, hängt es sehr von der jeweiligen Kultur ab, und im Zweifel sind es die Betroffenen die entscheiden, was für sie zeitgemäß ist.
Im Kölner Dom gibt es den schönen Brauch, jeden Tag um zwölf Uhr ein Mittagsgebet zu halten, das dauert nur 15 Minuten, und in dieser Zeit ist der Dom für Betende offen, nicht aber für "Museumsbesucher". Du kannst Dir garnicht vorstellen, wie einige Leute reagieren, wenn sie gebeten werden, entweder mitzubeten oder so lange den Kirchenraum zu verlassen - oder wenn sie dann halt mal für 15 Minuten nicht hereingelassen werden. Und das ist das große Verständnisproblem: jede Kirche ist und bleibt ein Raum für den Gottesdienst, zu jeder Zeit. Dort mag es viele Kunst- und Kulturgegenstände zu besichtigen geben und das ist sicherlich auch sehr wichtig, aber an erster Stelle muss der sakrale Charakter stehen. Und das müssen sich eben auch gerade diejenigen bewusst machen, die nichts mit der Kirche am Hut haben und als Gast das Gebäude und die Kunsterwerke besichtigen wollen.
Und, wie ich auch schon in der vorhergehenden Mail zu erklären versuchte: es geht nicht um den Papst und nicht um Gott, der daran anstoß nimmt sondern um die Betenden, die sich gestört fühlen können und die in unbotmäßiger Kleidung mangelnden Respekt vor ihrem Glauben sehen.
Schönen Sonntag noch
Christian
Hallo,
nun gut - ich habe kein Problem damit.
Ich finde es nur interessant, gerade in bezug auf die Kopftuchdebatte im Islam unten.
Denn offenbar ist es ja hier so, daß eine bestimmte Bekleidungsaordnung auf Wunsch der Gläubigen anerkannt und respektiert wird - ohne daß indes die religin dies zwingend fordert. Denn offenbar gibt es ja keine entsprechende Bestimmung in der Bibel oder so.
Wenn ich aber das anerkenne und respektiere - dann muß auch die Frage nach dem Kopftuchgebot islamischer Frauen in der Öffentlichkeit anders gestellt werden und auch die Frage nach Sportbefreiungen in der Schule und so. Weil dann auch hier nicht mehr die Frage sein kann, was der Islam zwingend fordert sondern was die Gläubigen für angemessen halten.
Das wirft, ehrlich gesagt, meine bisherige Argumentation etwas über dien Haufen...
Gernot Geyer
Hallo,
Ich finde es nur interessant, gerade in bezug auf die
Kopftuchdebatte im Islam unten.
Nur, dass es nicht so verglichen werden kann. Es ist, zumindest nach meiner Ansicht, ein Unterschied, ob man dort, wo man einen bestimmten Ort besucht, auf die Bekleidungsvorschriften Rücksicht nimmt, oder ob diese Vorschriften auch für das alltägliche Leben gelten. Will meinen: Wenn ich als Christ in eine Moschee gehe, ziehe ich meine Schuhe aus und Frauen sollten ein Kopftuch tragen - das sagt aber nicts ber ihre religiöse Einstellung. Gleiches gilt, wenn ich in eine Kirche gehe und mich da entsprechend kleide.
Das Kopftuch hingegen müssen/sollen die Muslima ja ständig tragen, nicht nur in der Moschee, und soweit ich es mitbekommen habe wird das zumindest von den konservativeren Muslimen auch nachdrücklich gefordert.
Versteh mich nicht falsch, ich habe grundsätzlich nichts gegen das Kopftuch. Aber dann, wenn Kreuze aus den Klassenzimmern verschwinden müssen sollte auch ernsthaft überlegt werden, ob religiöse Bekenntnisse wie ein Kopftuch ok sind...
Viele Grüße
Christian
Hallo,
ich persönlich hatte ja nichts gegen das Kreuz. WEil ich fand, daß es einfach zu unseren kulturellen Traditionen gehört.
Außerdem: Ich habe als ehemaliger DDR-Bürger 10 Jahre lang in den Klassenzimmern das Bild von Erich Honecker gesehen, ohne daß es mir geschadet hätte - da hätte mir sicher auch ein Kreuz nicht geschadet. Eher im Gegenteil...
Nur begeben wir uns hier schon wieder auf eine ganz andere Ebene. Nämlich auf die, inwieweit religiöse und kulturelle Traditionen zur Idendität einer Nation gehören. Weil ich nämlich der Meinung bin, daß in usn erem, Kultrurklreis alle irgendwie christlich geprägt sind von ihren Denkvorstellungen her - ob sie nun gläugig sind oder nicht. Einfach weil Worte, Redewendungen, Begriffe, Symbole u.a. dadurch in bestimmter Weise besetzt sind und dadurch, daß ja das kulturelle Erbe sehr strak kirlich geprägt ist (denk nur ma an kirchlich geprägte Kunstschätze und die Kirchen als Baudenkmäreer). DA kommen wir nicht fran vorbei, das alles ist uns bekannt und unser Leben - im Gegensatz zum Islam, der nicht zu diesen Traditionen gehört. Nur bekomme ich hier wieder alle weltoffenen Weltenbürger auf den Hals, die mich konservativ und kleinbürgerlich nennen.
Gernot Geyer
Es ist,
zumindest nach meiner Ansicht, ein Unterschied, ob man dort,
wo man einen bestimmten Ort besucht, auf die
Bekleidungsvorschriften Rücksicht nimmt, oder ob diese
Vorschriften auch für das alltägliche Leben gelten.
der unterschied liegt in den verschiedenen auffassungen über die heiligkeit von orten. im christentum ist die vorstellung einer trennung vorhanden, im islam (un djudentum) aber nicht. eine unterscheidung zwischen "in der kirche sein" und "draußen sein" gibt es nicht. die kleiderregeln, die im cheistentum in einer kirche als selbstverständlich gelten, gelten im islam (und judentzm) eben überall, weil nach deren vorstellung alles "kirche" ist.
gruß
dataf0x