Warum sind Juden oft unbeliebt?
Von: , Frage gestellt am Fr, 13. Feb 2004
Kann mir bitte einmal jemand erklären WARUM die Juden in der Welt unbeliebt bis verhasst sind? Was ist der Hintergrund?
Kann mir bitte einmal jemand erklären WARUM die Juden in der Welt unbeliebt bis verhasst sind? Was ist der Hintergrund?
Hi
Kann mir bitte einmal jemand erklären WARUM die Juden in der
Welt unbeliebt bis verhasst sind? Was ist der Hintergrund?
Die Frage wurde erst vor kurzem hier diskutiert.
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv...
hier solltest Du eine Menge an Lesestoff finden.
Auch sonst bietet das Archiv unter dem Stichwort "Juden" einiges.
Gruß
Edith
Kann mir bitte einmal jemand erklären WARUM die Juden in der
Welt unbeliebt bis verhasst sind? Was ist der Hintergrund?
Servus Stefan
Die Juden sind/ waren weithin unbeliebt da sie sich bedingt durch ihren Glauben vom Rest der Gesellschaft unterschieden. Sie fielen durch Essgewohnheiten und andere Feiertage sowie besondere Kleidung (Kaftan, Hut, Schläfenlocken) auf. Um ihre Religion und Kultur zu erhalten blieben sie unter sich. Dieser abgeschlossenen Gruppe konnte man leicht schlimmes, z.B. Hostienschändung, Brunnenvergiftung nachsagen, da man nicht wusste was sie in ihren Synagogen und Häusern wirklich tun. Diese Vorwürfe kamen vor allem auf wenn man Sündenböcke z.B. bei einer grassierenden Seuche suchte.
Ein weiterer Aspekt ist das im Mittelalter bestehende Zinsverbot für Christen. Kein Christ durfte gegen Zinsen Geld verleihen, gleichzeitig war es Juden verboten Land zu besitzen oder ein Handwerk auszuüben. Sie wurden also in die Marktlücke des Geldverleihers halb gedrängt hlab war es eine günstige Einkommensmöglichkeit für sie. Da niemand gern Schuldeen zurückzahlt, kam es bei vielen Schuldnern zu Hass auf die Juden, denen Wucher nachgesagt wurde. Der reiche raffende, schachernde, ausbeutende Jude wurde noch in der Nazizeit als Feindbild benutzt.
Ausserdem wurden die Juden oft als Jesusmörder bezeichnet, da jüdische Schriftgelehrte und andere Juden für die Kreuzigung Jesu eintraten. Dieser Vorwurf genügt allerdings nicht den theologischen Aussagen in der Bibel doch er wirkte zusammen mit den anderen genannten Unterstellung fatal auf das Schicksal der Juden, da sich bedingt durch alle diese Unterstellungen der Antijudaismus/Antisemitismus entwickeln konnte.
MfG Christoph
hallo,
Die Juden sind/ waren weithin unbeliebt da sie sich bedingt
durch ihren Glauben vom Rest der Gesellschaft unterschieden.
Sie fielen durch Essgewohnheiten und andere Feiertage sowie
besondere Kleidung (Kaftan, Hut, Schläfenlocken) auf. Um ihre
Religion und Kultur zu erhalten blieben sie unter sich.
und DAS wird hier als erklärung für Antisemitismus präsentiert? Bullshit.
Die religiösen Juden sind bei 80% der Israelis unbeliebt da sie sich bedingt durch ihren Glauben vom Rest der Gesellschaft unterschieden.
Sie fallen durch Essgewohnheiten ... sowie besondere Kleidung (Kaftan, Hut, Schläfenlocken) auf. Um ihre Religion und Kultur zu erhalten bleiben sie unter sich.
Also sind 80% der Israelis Antisemiten?
Diese Dinge die du beschreibst sind der alltägliche, schreckliche, menschliche widerliche Wahnsinn, der in jeder Gruppe geschieht, in der es Mehrheiten und Minderheiten und entsprechende Machtverhältnisse gibt. Nicht nur Juden leiden/litten unter diesen Unbeliebtheiten, sondern zb. jedes Schulkind mit Brille. Jeder der anders ist als die Mehrheit, ist unbeliebt.
Antesemitismus ist aber etwas anderes. Es ist kein Vorurteil, kein Nichtmögen von anderen, sondern eine Welterklärung. Der Antisemit vermutet geheime Absprachen hinter den Kulissen der Weltpolitik. Der Antisemit weiß, warum Kriege ausbrechen, warum Staatsoberhäupter ermordet werden, warum Katastrophen passieren. Der mittelalterliche Antisemit wußte, woher die Pest kam. Der neuzeitliche wußte, woher der Kommunismus, der Kapitalismus und die Weltwirtschaftskrise herkammen. Der des 21. Jahrhunderts weiß, warum das World Trade Center explodierte und warum der Irakkrieg stattfand. Das ist Antisemitismus.
Gruß
datafox
Die Juden sind/ waren weithin unbeliebt da sie sich bedingt
durch ihren Glauben vom Rest der Gesellschaft unterschieden.
Sie fielen durch Essgewohnheiten und andere Feiertage sowie
besondere Kleidung (Kaftan, Hut, Schläfenlocken) auf. Um ihre
Religion und Kultur zu erhalten blieben sie unter sich.
und DAS wird hier als Erklärung für Antisemitismus
präsentiert? Bullshit.
Da hast Du was falsch verstanden. Der Poster bemühte sich
zu zeigen, dass für den Antisemiten die Juden eine
"fremde Gruppe", eine 'out group', darstellen sollen
und wonach sie sich nach der "landläufigen Meinung" unterscheiden.
Das war eine trockene Analyse und keine Handlungsanweisung ;-)
Die religiösen Juden sind bei 80% der
Israelis unbeliebt da sie sich bedingt durch ihren Glauben
vom Rest der Gesellschaft unterschieden.
Und umgekehrt, nehme ich stark an ...
Sie fallen durch Essgewohnheiten ... sowie besondere Kleidung
(Kaftan, Hut, Schläfenlocken) auf. Um ihre Religion und Kultur
zu erhalten bleiben sie unter sich.
Also sind 80% der Israelis Antisemiten?
OK, insofern hast Du recht, da bei modernen Juden heute
keine solche "Merkmalsunterscheidung" mehr da ist.
Das gibt dem ganzen etwas Dämonisches: "schlimm schlimm, er
ist Jude, sieht aber wie ein normaler Mensch aus ..." ;-)
Diese Dinge die du beschreibst sind der alltägliche,
schreckliche, menschliche widerliche Wahnsinn, der in jeder
Gruppe geschieht, in der es Mehrheiten und Minderheiten und
entsprechende Machtverhältnisse gibt. Nicht nur Juden
leiden/litten unter diesen Unbeliebtheiten, sondern zb. jedes
Schulkind mit Brille. Jeder der anders ist als die
Mehrheit, ist unbeliebt.
So ist es. Ich hatte ja in einem anderen Beitrag auf diese
Basis des 'in group' vs. 'out group'-Wahnsinns hinweisen
wollen. Von Eysenck gibt es alte Statistiken, wonach der,
der "gegen Juden ist", auch gegen jede andere 'out group'
eintritt. Dies ist vorwiegend der autoritäre und konservative
Charakter.
Antesemitismus ist aber etwas anderes. Es ist kein
Vorurteil, kein Nichtmögen von anderen, sondern eine
Welterklärung.
So weit würde ich nicht gehen.. Das mag ein Aspekt sein,
aber mir scheint, Du baust Dir hier eine "Welterklärung"
für eine vorgestellte Welterklärung.
...
warum der Irakkrieg stattfand.
Das ist Antisemitismus.
Letzten Punkt würde ich ausklammern und gesondert diskutieren.
Das lässt sich imho nicht mit "Antisemitismus" wegwischen.
Euer CMБ
hallo,
... dass für den Antisemiten die Juden eine
"fremde Gruppe", eine 'out group', darstellen sollen
und wonach sie sich nach der "landläufigen Meinung"
unterscheiden.
der poster schrieb aber nicht "für antisemiten... " sondern er schrieb "juden sind oft unbeliebt, weil". das habe ich bestritten. natürlich hast du recht. der hasser hat immer einen grund, warum er die gehaßten nicht mag. frauen sind dumm, männer sind gefühllos, schwarze stinken und schwule sind pervers. wissen wir doch eh alles.
Und umgekehrt, nehme ich stark an ...
natürlich! es hätte nur nicht so schön in mein beispiel gepaßt.
Das gibt dem ganzen etwas Dämonisches: "schlimm schlimm, er
ist Jude, sieht aber wie ein normaler Mensch aus ..." ;-)
der antisemit hat immer einen grund. und wenn er fehlt, dann ist dieses fehlen der grund. selbstimmunisierung.
So weit würde ich nicht gehen.. Das mag ein Aspekt sein,
aber mir scheint, Du baust Dir hier eine "Welterklärung"
für eine vorgestellte Welterklärung.
hmm... möglich. vielleicht pauschalisiere ich. und ich suchte nach einem grund für die existenz eines eigenen wortes für judenhaß. ich glaube damit einen gefunden zu haben: haß als welterklärung. ähnliche phänomene sind aus meiner sicht: haß auf scientology, verschwörungen durch außerirdische, dunkle mächte der zigeuner, unterwanderung durch zeugen jehovas, und seit neuestem: islamismus, wobei ich selbst gespalten bin, inwiefern die gefahr jetzt noch real ist. das sind alles psychopathologische erscheinungen und wahnvorstellungen. antisemitismus ist nur die älteste, konstanteste, am meisten erforschte und "erfolgreichste" (man verzeihe mir diese pietätlosigkeit, aber das wort paßt.)
warum der Irakkrieg stattfand.
Das ist Antisemitismus.
Letzten Punkt würde ich ausklammern und gesondert diskutieren.
Das lässt sich imho nicht mit "Antisemitismus" wegwischen.
wenn man sagt, israel hatte ein interesse am verschwinden von saddam, dann stimmt das. wenn man meint das weltjudentum zettelt seit 100 jahren kriege im geheimen an, dann ist das AS.
gruß
datafox
Servus datafox
Der Antijudaismus im Mittelalter ist nicht das gleiche wie der Antisemitismus ab dem 19.Jh. er ist aber dessen Grundlage.
Dass heutzutage die orthodoxen Juden in Israel nicht überall gern gesehen sind ist wieder etwas ganz anderes. Es leben dort viele Menschen auf engem Raum zusammen es bilden sich Gruppen und zwischen denen auch Spannungen. Da fast alle Juden sind können sie natürlich keine Antisemiten sein.
MfG Christoph
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
hallo,
Da fast alle Juden sind
können sie natürlich keine Antisemiten sein.
richtig. deswegen ist "anderssein" auch keine erklärung für die existenz von antisemitismus. es hat damit rein gar nichts zu tun. beweis durch führen ad absurdum.
gruß
datafox
Hallo!
Christoph hat auf jeden Fall recht, was die Vergangenheit betrifft.
Was die neuzeitliche Entwicklung angeht - da haben die USA einen großen Anteil dran.
Sie gaben dem Volk Israel nach dem 2. Weltkrieg dieses unglückselige Stück Land, welches bis heute ein Kriegsschauplatz ist.
Außerdem hatten die USA einen militärischen und finanziellen Vorteil von dieser Aktion - ebenfalls bis heute.
Was mich persönlich am meisten stört ist die Tatsache, dass das Judentum als Rasse (immer und in allen Medien) dargestellt wird. Diese Darstellung ist einfach falsch, denn es sind Menschen jüdischen bzw. semitischen Glaubens, genau wie es Katholiken, Protestanten, Bhuddisten u.a. anderen Menschen der verschiedenen Glaubensrichtungen sind.
Das Problem dabei ist, man darf nicht´s negatives gegen jüdisch-glaubende sagen (manchmal weiß derjenige es noch nicht einmal), dann wird man sofort als Antisemit erklärt und verbal gesteinigt. Aber Äußerungen gegen Menschen anderen Glaubens, werden nicht diffamiert bzw. zurechtgewiesen.
Beispiel: Alle Nicht-Islamisten werden als sind Ungläubige und werden verbal in der Öffentlichkeit attakiert - da sind garantiert Menschen unterschiedlichen christlichen Glaubens darunter, aber niemand sagt die sind Antikataholisch u.a.
Woran liegt das?!
Am schlimmsten zeigen sich in dieser Richtung die US-Amerikaner. Wegen einer nackten Brust in der Öffentlichkeit, bricht eine Staatskrise aus.
Wenn es um Abtreibung geht, holen alle ihren persönlichen Gott heraus, aber wie die Kinder entstehen, darüber bringt in der Öfentlicheit kaum einer einen Ton heraus.
Ein noch besseres Beispiel ist das permanente Gerede und die Schlechtigkeit im 3. Reich, weswegen wir uns heute noch entschuldigen müssen (in der 3. und 4. Generation), dies wird aus Amerika kräftig unterstützt, aber über den Völkermord im Namen der Freiheit spricht man in der Öffentlichkeit gar nicht mehr.
In den Augen von Pr. Bush sind alle anderen böse.
Mir fällt noch viel mehr ein, aber ich verzettele mich ein wenig, deshalb muss das genügen.
Gruß Ines
Was die neuzeitliche Entwicklung angeht - da haben die USA
einen großen Anteil dran.
Sie gaben dem Volk Israel nach dem 2. Weltkrieg dieses
unglückselige Stück Land, welches bis heute ein
Kriegsschauplatz ist.
Diese Sätze bitte ich aus dem Protokoll zu streichen ;-) Sie sind falsch.
Dass die USA Hauptverbündeter Israels wurden, ist eine relativ späte Entwicklung, die u.a. mit der Hinwendung Nassers zur UdSSR zu tun hatte. Geburtshelfer des Staates Israel (übrigens verwahrt sich Ines gegen die rassische Sicht auf die Juden, schreibt aber vom Volk Israel - die Definition ist durchaus differenzierter...) war vor allem die UNO und die UdSSR. Dann übernahmen England und Frankreich so eine Art Patenschaft (Suezkrise) und erst danach wurden die USA "Schutzmacht".
Mich würde auch mal interessieren, welche finanziellen Vorteile die Amerikaner davon hatten. Hätten sie sich auf die Seite der Ölstaaten gestellt, wäre die Ernte sicher reich gewesen.
Andreas
Außerdem hatten die USA einen militärischen und finanziellen
Vorteil von dieser Aktion - ebenfalls bis heute.
Was mich persönlich am meisten stört ist die Tatsache, dass
das Judentum als Rasse (immer und in allen Medien) dargestellt
wird. Diese Darstellung ist einfach falsch, denn es sind
Menschen jüdischen bzw. semitischen Glaubens, genau wie es
Katholiken, Protestanten, Bhuddisten u.a. anderen Menschen der
verschiedenen Glaubensrichtungen sind.
Das Problem dabei ist, man darf nicht´s negatives gegen
jüdisch-glaubende sagen (manchmal weiß derjenige es noch nicht
einmal), dann wird man sofort als Antisemit erklärt und verbal
gesteinigt. Aber Äußerungen gegen Menschen anderen Glaubens,
werden nicht diffamiert bzw. zurechtgewiesen.
Beispiel: Alle Nicht-Islamisten werden als sind Ungläubige und
werden verbal in der Öffentlichkeit attakiert - da sind
garantiert Menschen unterschiedlichen christlichen Glaubens
darunter, aber niemand sagt die sind Antikataholisch u.a.
Woran liegt das?!
Am schlimmsten zeigen sich in dieser Richtung die
US-Amerikaner. Wegen einer nackten Brust in der
Öffentlichkeit, bricht eine Staatskrise aus.
Wenn es um Abtreibung geht, holen alle ihren persönlichen Gott
heraus, aber wie die Kinder entstehen, darüber bringt in der
Öfentlicheit kaum einer einen Ton heraus.
Ein noch besseres Beispiel ist das permanente Gerede und die
Schlechtigkeit im 3. Reich, weswegen wir uns heute noch
entschuldigen müssen (in der 3. und 4. Generation), dies wird
aus Amerika kräftig unterstützt, aber über den Völkermord im
Namen der Freiheit spricht man in der Öffentlichkeit gar nicht
mehr.
In den Augen von Pr. Bush sind alle anderen böse.
Mir fällt noch viel mehr ein, aber ich verzettele mich ein
wenig, deshalb muss das genügen.
Gruß Ines